Du verwechselst das Auf und Ab kleinerer Firmen mit dem immensen Umsatz, den große Publisher wie zB. Activision einfahren. Schau doch einfach in die Bilanzen von Nintendo oder MS und rede nicht nur davon.The Scooby hat geschrieben: Wo ist die Spielebranche denn reich? Wenn ich mir die Bilanzen der Publisher und Konsolenhersteller ansehe, kann von Reichtum keine Rede sein. Wenn das so wäre, hätten wir in den letzten 10 Jahren nicht unzählige Entwickler Pleite gehen sehen.
Siehe Medal of Honor: Warfighter. Teuer produziert, massiv und teuer beworben. Ein Flop. Und zwar dergestalt, dass EA kurzfristig das gesamte Marketingbudget für ein Vierteljahr einfrieren und kurzerhand Mitarbeiter entlassen musste. Jetzt wird Dead Space 3 mit massivem Aufwand in den Markt gepumpt. Wenn DS3 nicht min. 4-5 Mio. Einheiten verkauft, kommt die nächste große Krise auf EA zu. Weil sie ihre Kosten nicht mehr im Griff haben!Was die Vermarktungskosten betrifft ist es zwar schwer einzuschätzen, in welcher Größenordnung sich dieser je nach Aufwand exakt bewegt, von Verschwendung zu reden ist nach aktuellem Erkenntnisstand eher nicht wahr.
Die Musikindustrie hat sich während der Hochzeit der Musikspiele geradezu an die Videospielindustrie rangewanzt, weil hier mit Lizenzgebühren für die jeweiligen Songs derbe Geld verdient wurde. Diese Zeit ist jedoch vorbei, weil die Publisher in ihrer Gier den Musikspielmarkt in nur wenigen Jahren von einem großen Mainstream-Segment zu einem kleinen Nischengenre kaputtveröffentlicht haben.Die Musikbranche liebäugelt also mit der Gamesbranche? Aber in welchem Segment denn bitte? Nicht Triple-A, sondern die Musik-Sing/Tanz-Mach-Mit-Kinect-Billig Produktionen.
Ich kann viele Geschäftsentscheidungen, die so in der Branche getroffen werden, ebenfalls recht gut nachvollziehen. Als neutraler Beobachter vom Spielfeldrande kann ich aber sehr viel besser erkennen, dass viele Entscheidungen hier nur auf Basis ganz kurzfristiger Ziele und begrenzter Horizonte getroffen werden, weil vor allem die börsennotierten Firmen nur den Investoren gegenüber verantwortlich sind, die nur an kurzfristigen Umsatzsteigerungen interessiert sind. Dass langfristig viele dieser Entscheidungen schädlich sind und haufenweise negative Folgen nach sich ziehen werden (wie zB. das angestrebte Austrocken des Gebrauchtmarktes), das spielt dort keine Rolle. Hauptsache, man kann irgendwie im nächsten Geschäftsjahr besser dastehen. Wie man in zehn Jahren dasteht, das interessiert dort niemanden.Ich kann allerdings meist nachvollziehen, warum diese so getroffen werden. Das Verständnis, damit meine das analytische, nicht auf Empathie basierendes Verständnis, fehlt den meisten Konsumenten. Daher sehen sie sich immer als Opfer und suchen Schuldige immer außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs.