8BitLegend hat geschrieben:Gamestop brauchen sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen. Die haben mit ihrem gewerblichen Second Hand Handel (der noch dazu extrem unfair für die Kunden ist) einen großen Teil dazu beigetragen, dass nun Bemühungen angestrebt werden den Gebrauchtmarkt zu killen.
Schlimm, dass man hier immer wieder so einen Blödsinn lesen muss. Weltweit werden alle möglichen Güter völlig problemlos gebraucht gehandelt, ob nun physische, wie Autos oder Kühlschränke, oder potentiell rein digitale, wie Musik, Filme oder Computerspiele. So lange es als Vertriebsmedien nur CDs/DVDs und noch keine Breitband-Downloads gab, hat das auch niemand in Frage gestellt. Kaum ist der Internet-Zugang Alltag, wird über Accountbindungen der Gebrauchthandel unterbunden und Leute wie Du reagieren darauf anscheinend auch noch mit grenzenlosem Verständnis! Klar würde Mercedes noch mehr Autos verkaufen, wenn sie durchsetzen könnten, dass Gebrauchtwagen nur noch verschrottet, aber nicht mehr verkauft werden dürfen. Kommen sie deshalb auf die Idee, so einen Schwachsinn vorzuschlagen? Natürlich nicht. Werden sie durch den Gebrauchtwagenhandel Pleite gehen? Natürlich erst recht nicht.
Das Problem ist, dass die Industrie den Zug der Zeit einfach generell verpennt und lieber bremst und verweigert und verbietet und Dinge technisch unmöglich macht, anstatt an der Lösung von Kernfragen der digitalen Gesellschaft aktiv und konstruktiv mitzuwirken. Gefühlte hundert Jahre hat sich die Musikindustrie die (meist) illegale, digitale Weiterverbreitung ihrer Produkte als MP3 angeschaut, bevor sie es dann doch endlich irgendwann mal geschafft hat, diese Vertriebswege für sich selbst zu entdecken und zu nutzen und genau dieselbe Kopf-in-den-Sand-Mentalität legt man an den Tag, wenn es um zentrale Fragen geht, wie "Wie gehen wir in der digitalen Gesellschaft mit dem Urheberrecht um?" oder "Wir organisieren wir in der digitalen Gesellschaft den Handel mit Daten, Produkten und Lizenzen?". Stattdessen heult man sich alle Jahre wieder über seine Umsatzrückgänge aus, um von der Politik - und Pappnasen wie Dir - auch noch Rückendeckung für seine reaktionäre und restriktive Haltung zu bekommen.
Wenn man bei Valve schlau wäre, hätte man längst eine Plattform für den Handel mit Gebrauchtspielen (d.h. der simplen Übertragung von Lizenzen von einem auf den anderen Account) aus dem Boden gestampft, an der man dann zum einen kräftig mitverdient hätte, und die zum anderen - aufgrund ihrer unübertroffen leichten Handhabbarkeit - beste Chancen gehabt hätte, sich zu einem Quasi-Monopol für den Gebrauchtspielhandel zu entwicklen. eBay und Gamestop hätten sich dann irgendwann von ganz alleine erledigt. Aber nein, stattdessen lässt man sich lieber lustig von dem Bundesverband Verbraucherzentrale mit Musterklagen überziehen. Aber gut, was soll man schon von jemandem erwarten, der es tatsächlich schafft, eine legendäre und vor Potential geradezu berstende Marke wie Half-Life praktisch komplett vor die Wand zu fahren ...