Allgemein: USA: Spieleverbrennung wegen Amoklauf

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Wigggenz
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Re: Kommentar

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben:
Hiljers hat geschrieben:Das die Amerikaner spinnen war ja schon vorher klar, aber langsam schießen die den Vogel echt ab...
Ein paar Personen in einer Kleinstadt irgendwo im tiefsten Hinterland sind "die Amis"?
Wenn in einer Stadt von ca. 43k Menschen deren Gesellschaft diese geplante Maßnahme, an der auch Mitglieder des Bildungsministeriums beteiligt sind, nicht sofort in der Luft zerreißt, lässt das auf einen Mindestgrad an allgemeiner Akzeptanz der Maßnahme dort schließen.

"Entsorgen" (im Sinne von in den Müll werfen) von Videospielen ist im Übrigen Welten entfernt von "Verbrennen".
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben:Wenn in einer Stadt von ca. 43k Menschen deren Gesellschaft diese geplante Maßnahme, an der auch Mitglieder des Bildungsministeriums beteiligt sind, nicht sofort in der Luft zerreißt, lässt das auf einen Mindestgrad an allgemeiner Akzeptanz der Maßnahme dort schließen.
Weisst Du, wie viele Leute dagegen sind? Weisst Du wie vielen Leuten dort die Aktion scheissegal ist, weil sie andere Sorgen im Leben haben?
"Entsorgen" (im Sinne von in den Müll werfen) von Videospielen ist im Übrigen Welten entfernt von "Verbrennen".
Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
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YBerion
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Re: Kommentar

Beitrag von YBerion »

Kajetan hat geschrieben: Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
Naja, der Beigeschmack von Bücherverbrennungen bleibt dennoch erhalten. Eine Verbrennung ist eben "spektakulärer" und öffentlichkeitswirksamer.
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brent
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Re: Kommentar

Beitrag von brent »

Kajetan hat geschrieben: Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
Du zündest deine Autos also auch an, wenn sie nichts mehr taugen und ersetzt werden müssen?
johndoe702031
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Re: Allgemein: USA: Spieleverbrennung wegen Amoklauf

Beitrag von johndoe702031 »

Wigggenz hat geschrieben:"Entsorgen" (im Sinne von in den Müll werfen) von Videospielen ist im Übrigen Welten entfernt von "Verbrennen".
Wo steht eigentlich, dass die den Kram verbrennen wollen? In der (verlinkten) Ankündigung steht was von

"Violent games turned in will be destroyed and placed in the
town dumpster for appropriate permanent disposal."

Nicht, dass ich die Fragwürdigkeit der Aktion kleinreden möchte, aber sollte man hier in der deutschen Übersetzung absichtlich "verbrennen" statt "beseitigen" geschrieben haben, dann weckt das natürlich nochmal ganz andere, wesentlich drastischere Assoziationen. Kann das wer bestätigen, dass die den Gammel echt abfackeln wollen?
Kajetan hat geschrieben:Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
Verbrennen hat, auch angesichts unserer Geschichte, eine ganz andere Konnotation als "in einen Container stopfen", das kriegst du auch nicht so einfach wieder aus dem Begriff heraus. Öffentliche Medienverbrennung erzeugt Bilder und Ängste, die nochmal eine ganz andere Qualität haben.
Zuletzt geändert von johndoe702031 am 06.01.2013 17:49, insgesamt 1-mal geändert.
mlrz
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Beitrag von mlrz »

WIE BEI OPA DAMALS!
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Wigggenz
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Re: Kommentar

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben:
"Entsorgen" (im Sinne von in den Müll werfen) von Videospielen ist im Übrigen Welten entfernt von "Verbrennen".
Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
Sorry, das ist Blödsinn.

Der Akt des öffentlichen Verbrennens ist bewusst zerstörerischer, drückt einen Hass aus. Was meinst du, warum man auf der Welt Flaggen verbrennt anstatt in den Müll zu werfen? Was meinst du, warum man damals entartete Bücher verbrannt hat anstatt sie einfach gesammelt per Müll zu entsorgen? - Altpapier hätte man noch per Recycling verwenden können, Asche dagegen ist wertlos. Was meinst du, warum man freiwillig auf recyclebares Material verzichtet und Luft- und Umweltverschmutzung (und eine allgemeine Gefährdung durch Feuer) in Kauf nimmt?
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Dunnkare
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Beitrag von Dunnkare »

haha. die amis sind echt die besten. spiele verbrennen und dafür mehr waffen kaufen (http://www.morgenpost.de/politik/auslan ... ndler.html) - ja, das wird die gefahr eines erneuten amoklaufs definitiv reduzieren! :D
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Nevarin
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Re: Allgemein: USA: Spieleverbrennung wegen Amoklauf

Beitrag von Nevarin »

Bei jedem Amoklauf das selbe Theater um Videospiele und in 3 Monaten kräht kein Hahn mehr danach. -.-
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben:Der Akt des öffentlichen Verbrennens ist bewusst zerstörerischer, drückt einen Hass aus.
Keine Frage. Jedoch ist das "Verbrennen von Medien" bei uns entsprechend vorbelastet, deswegen auch Deine Reaktion. Es geht jedoch prinzipiell um das gleiche. Dinge, die nicht gefallen, müssen verschwinden.

Abgesehen davon: "Violent games turned in will be destroyed and placed in the town dumpster for appropriate permanent disposal."

Da steht nix von Verbrennen oder gar einer öffentlichen Verbrennung mit Scheiterhaufen, stattdessen machen die Leute dort EXAKT das gleiche wie man damals auf dem Stuttgarter Schloßplatz getan hat. Und warum sind "die Amis" jetzt nochmal bescheuerter als "wir Deutsche"?
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4lpak4
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Re: Allgemein: USA: Spieleverbrennung wegen Amoklauf

Beitrag von 4lpak4 »

Dabei brauchen wir jetzt aber nicht über den großen Teich gucken und lachen, die Idee ist nicht neu:

Nach dem Amoklauf von Winnenden gabs auch so eine Aktion.
Da musste man seine gewalttätigen Spiele in einen Container werfen.
Wer das tat hatte die Chance eine Karte für ein Fußballspiel zu gewinnen.

Am Ende haben vielleicht zwei Personen das ernsthaft mitgemacht, die Hälfte der Spiele die im Container am Schluss lagen (es waren weniger als 10) wurden von den Medien beigesteuert, die die Spiele ein paar Kindern in die Hand drückten, die zufällig vorbeikamen, damit sie Filmen konnten wie das reingeworfen wird und andere haben uralte Cardriges reingeworfen die defekt waren.

Ach ja, weil sich so wenige beteiligt haben wurde das Ticket für das Fußballspiel nicht verlost.
Wenn ich da tatsächlich was reingeworfen, ich hätte die Typen verklagt.
Erst versprechen dass man dafür was gewinnen kann und dann keine Auslosung machen.
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Wigggenz
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Re: Kommentar

Beitrag von Wigggenz »

Kajetan hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:Der Akt des öffentlichen Verbrennens ist bewusst zerstörerischer, drückt einen Hass aus.
Keine Frage. Jedoch ist das "Verbrennen von Medien" bei uns entsprechend vorbelastet, deswegen auch Deine Reaktion. Es geht jedoch prinzipiell um das gleiche. Dinge, die nicht gefallen, müssen verschwinden.

Abgesehen davon: "Violent games turned in will be destroyed and placed in the town dumpster for appropriate permanent disposal."

Da steht nix von Verbrennen oder gar einer öffentlichen Verbrennung mit Scheiterhaufen, stattdessen machen die Leute dort EXAKT das gleiche wie man damals auf dem Stuttgarter Schloßplatz getan hat. Und warum sind "die Amis" jetzt nochmal bescheuerter als "wir Deutsche"?
Das hat nichts mit unserer historischen Vorbelastung zu tun, dass Verbrennung als Akt des Hasses angesehen wird (der es meiner Ansicht nach auch ist). Siehe mein Beispiel der weltweit verbrannten Flaggen. Man wählt diese "Entsorgungsmethode" immer wieder um Hass auszudrücken.

Und laut dieser Seite hier:
http://www.polygon.com/2013/1/2/3828182 ... lent-video
sagte der "Southington School superintendent" Joe Erardi selbst, dass im Müllcontainer gesammelten Spiele wahrscheinlich nachher angezündet werden.

Wir werden sehen, wieviele mitmachen.
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ElTrollo
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Re: Allgemein: USA: Spieleverbrennung wegen Amoklauf

Beitrag von ElTrollo »

Hört sich erstmal krasser an als es gemeint ist, denke ich.
Ohne mich jetzt mit den Originalquellen beschäftigt zu haben, meine ich die Intention dieser Aktion schon nachvollziehen zu können. "Killerpiele" stellen natürlich nicht die Ursache für derart monströse Taten dar. Das gesellschaftlich Umfeld - etwa Intoleranz und Mobbing - und psychische Erkrankungen sind vielmehr ursächlich. Fakt ist aber, dass sich die Amokläufer bereits vor ihrer Tat von ihrer Umwelt abkapselten und häufig auch in virtuelle, von Gewalt geprägte, Welten flüchteten. Inwieweit sie sich in diesem virtuellen Umfeld weiter radikalisiert und auf die Taten vorbereitet haben, kann niemand mit Sicherheit sagen, da der Suizid in der Regel am Ende des Amoks steht. Bei Brevik spielte es nach seinen Aussagen durchaus eine Rolle, quasi als taktische Schulung. Allerdings dürfte der Fall Breivik durch seine politische Motivation anders gelagert sein und eher dem Terrorismus zuzuordnen sein.
Dass solche Spiele als Indikator dienen können, scheint jedoch wahrscheinlich. Und wenn mit derartigen Aktionen dafür gesorgt wird, dass mehr Menschen - nicht nur die Eltern und Schulen - mal ein Auge darauf werfen, welche Medien ihre Mitmenschen wie konsumieren, können im Vorfeld solch Taten unter Umständen schon unterbunden werden. Zumal es meines Wissens in den USA keine Altersgrenzen in unserem Sinne für Spiele gibt, sondern lediglich Empfehlungen. Eine Sensibilisierung für diese Thematik ist also durchaus wünschenswert.
Und im Gegensatz zu der Bücherverennung in der NS-Zeit werden hier bestimmt keine Bibliotheken und Geschäfte gezwungen, die entsprechenden Bücher bzw. Spiele aus dem Sortiment zu nehmen und der Vernichtung zuzuführen. Es soll eine - sicherlich nötige - kritische Diskussion angestoßen werden. Mit drastischen Aktionen, die sicher historisch bedingt in Deutschland so nicht umsetzbar wären.
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Kajetan
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Re: Kommentar

Beitrag von Kajetan »

Wigggenz hat geschrieben:Wir werden sehen, wieviele mitmachen.
Ich würde mal sagen, anteilsmäßig genau so viele wie damals in Stuttgart. Also faktisch niemand.
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Worrelix
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Re: Kommentar

Beitrag von Worrelix »

Wigggenz hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
"Entsorgen" (im Sinne von in den Müll werfen) von Videospielen ist im Übrigen Welten entfernt von "Verbrennen".
Nö. Es ist das gleiche Prinzip. Etwas verschwinden lassen, was man als störend empfindet.
Sorry, das ist Blödsinn.

Der Akt des öffentlichen Verbrennens ist bewusst zerstörerischer, drückt einen Hass aus. Was meinst du, warum man auf der Welt Flaggen verbrennt anstatt in den Müll zu werfen? ...
Das ist ja alles richtig - aber was haben wir rein rechtlich für einen Tatbestand? (angenommen, es würden wirklich Spiele verbrannt)

Solange das Verbrennen kein Staatsakt ist oder man damit Landfriedensbruch begeht, handelt es sich letztlich doch nur um ein offenes Feuer, an dem Gleichgesinnte Konsumgüter (evtl. rechtlich gleichbedeutend mit "Müll") verbrennen.
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