Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler"

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bursus
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von bursus »

Eigentlich bräuchten wir eine "Crash" , so wie wir ihn schon mal in den 80ern hatten.

Das Buffet ist zu groß, die "Häppchen" schmecken zu ähnlich.

Damals war der Markt auch überschwemmt und trotz technisch überlegenen Heimrechnern restarteten Nintendo und Sega den Videospiele Markt mit Qualitativ hochwertigen Game.

Außerdem muss dringen die Verbindung Presse/Industrie getrennt werden. Ich würde immer ein Magazin begrüssen, das auch ALLE Abhängigkeiten verzichtet.

Für mich ist ein Magazin mit dem Prädikat "0% PREview" ein Gütesiegel.
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Nimi
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Nimi »

Wulgaru hat geschrieben:Das ist absolut richtig, aber es gibt auch hier viele die die "nicht ins Raster passenden" ganz simpel als Casual-Gamer definieren dürften. Denn schließlich sind AAA-Titel für echte Gamer, zumindest wenn es nach der Branche geht. Beispiel sind Frauen. Natürlich werden alle gleich so tun als wenn Gamerinnen super akzeptiert werden, aber man hört nicht umsonst immer Senioren, Kinder und (Haus-)Frauen wenn abfällig über Casual-Zielgruppen gesprochen wird. Dabei ist es völlig nachvollziehbar, dass ein Mädel von einem CoD oder einem FIFA nicht unbedingt angesprochen wird, ohne gleich in die Klischeekiste greifen zu müssen.

Irgendwas wird sicherlich passieren. Vielleicht aber auch mal wieder marktbereinigend. Es könnte nicht schaden, wenn so manche Publisher sparen und darüber nachdenken müssten, ob AAA wirklich alles ist und wie man wieder günstiger produzieren kann.
Es ist richtig, dass viele "Casuals" Frauen oder Ältere sind, aber nicht alle weiblichen oder älteren Gamer sind Casuals. Diese Gruppen werden von den großen Produktionen aktuell ignoriert - bis zu dem Punkt, dass man sie schon aktiv vergrault. Wie sehr man da den Bogen inzwischen überspannt hat zeigten nicht zuletzt die Sexismus-Debatten, die dieses Jahr mehrmals hochgekocht sind. Das diese Leute dann entweder gar nicht (mehr) spielen oder ihr Heil bei Indiegames etc. suchen ist kein Wunder.

Man könnte nun endlich versuchen, diese Gruppen als potentielle "Core" Spieler ernstzunehmen statt sich noch weiter um jeden Preis bei der Standardgruppe "16-24, männlich, steht auf Krachbumm" anzubiedern, bei der ohnehin kaum noch Wachstumspotential vorhanden sein dürfte. Ich wüsste jedenfalls nicht, was gegen eine thematische Vielfalt spricht, wie wir sie auch bei Büchern oder Filmen haben. Das könnte dann auch endlich dazu beitragen, dass Games in der Öffentlichkeit als Kunstmedium ein wenig mehr ernst genommen werden.
Bambi0815
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Bambi0815 »

ich denke einfach das mit der neuen konsolengeneration auch neue möglichkeiten kommen die nicht unbedingt im casual bereich angesiedelt sind. sind sicherlich die ersten einstellversuche darauf. core spieler wollen auch nicht immer zugängliche sachen spielen weil sie sie den process des einarbeiten mögrn und auch gern durch übung erfolgreich sich abgeben wollen und nicht wie jeder sein. skill vor luck.
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an_druid
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von an_druid »

Das ganze Thema sollte einfach nicht zur Debatte stehen. Kurz gesagt es wäre allen geholfen, wenn das einfach Ignoriert wird. (außer Michael Pachter - aber dem ist sowieso nicht zu helfen )
Zuletzt geändert von an_druid am 17.12.2012 09:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Nightmare King Grimm
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Nightmare King Grimm »

Mal unabhängig von der ganzen Casual-Core-Diskussion: ich bin froh, dass das mal jemand auf den Punkt bringt. Ich verstehe nicht, wie man von einem Konzept, dass Kurzweiligkeit vorraussetzt, langwierigen Erfolg und Gewinn erhoffen kann. Das funktioniert natürlich mal, keine Frage. Die Wii hat das ganz gut gezeigt. Aber ich bezweifle stark, dass das nochmals funktioniert und auch wirklich die Dauerhafte Zukunft ist.

Zu dem Core-Casual-Gezänke: keine Ahnung, was ich bin. Für mich steht aber fest: ich bin in erster Linie Gamer. Mir ist es völlig egal ob mich ein Minigame fesselt oder ein AAA Titel oder gar ein Indieprojekt. Ich spiele, was Spaß macht. Ich muss gestehen: Nintendo schafft das seit einigen Jährchen nicht mehr so ganz bei mir. Aber ich verachte jeden Dark Souls spielenden, arroganten 'Ich bin was besseres' "Core-Gamer" mehr, als jeden Minispiel-Gamer der Dark Souls nicht kennt...

Denn, und so ehrlich müssen wir sein, diese ganze Debatte ist doch nur arroganten, sich für was besseres haltenden und vor allem selbsternannten 'Core Gamern' zu verdanken...das sind dann meistens auch die, die überall die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und ohnehin einen besseren Überblick über den Markt und das, was jeder Publisher und Entwickler machen sollte, haben...
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perpetual.ice
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von perpetual.ice »

Elderbunnie hat geschrieben:Wenn ich nach einer Stunde eine richtig große Belohnung kriege, und sei das im Sinne einer grandiosen Cutscene an die man sich für immer erinnert, dann finde ich das sehr viel befriedigender, als wenn ich für 10 Headshots direkt mal den ersten Bonus bekomme.
Waah jawoll. Wenn bei einer solchen Cutscene dann noch dein alter Röhrenfernseher anfängt zu qualmen und du dir denkst 'Du blödes Scheißteil! Ich will sehen wie die durch das Tor fliegen! Argh!', dann erinnert man sich auf jeden Fall daran :D
Achja. Das waren noch Zeiten.
Fate cannot be changed.
The end comes.
And when it finds me;
I shall embrace it at last.
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Wizz
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Wizz »

Ich bin mir sicher der CEO von Rumble Entertainment hat sehr tiefe Einblicke in das Spielebusiness.
Wenn man bedenkt dass sie noch nicht ein einziges Spiel fertig gestellt haben...
(und sie sich auch nächstes Jahr auf f2p Tablet- und Browesergames konzentrieren wollen - was bei vielen hier die tiefste Ausgeburt der Casualgames sein dürfte)

Warum befragen wir nicht mal meinen Bäcker über seine fundierte Meinung zur Reformierung der Spieleindustrie?
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an_druid
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von an_druid »

GeQo hat geschrieben: Aber ich verachte jeden Dark Souls spielenden, arroganten 'Ich bin was besseres' "Core-Gamer" mehr, als jeden Minispiel-Gamer der Dark Souls nicht kennt...

Denn, und so ehrlich müssen wir sein, diese ganze Debatte ist doch nur arroganten, sich für was besseres haltenden und vor allem selbsternannten 'Core Gamern' zu verdanken...das sind dann meistens auch die, die überall die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und ohnehin einen besseren Überblick über den Markt und das, was jeder Publisher und Entwickler machen sollte, haben...
- Wenn du arrogante Coreg's Verachten willst, dann kannst du es doch auch! Wen du jemandem die Meinung geigen wilst, ja dann solltest du es dem jenigen selbst mitteilen, sonst fühlt sich keiner oder viele angesprochen, die sich nicht angesprochen fühlen sollten.
- Mein Tipp: einfach mal konkret argumentieren, und nicht zu allgemein werden.
Zuletzt geändert von an_druid am 17.12.2012 17:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Castle78
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Castle78 »

Das ist alles nur Rumgeheule. Dieser Casual Müll wie Browser Fakebook "Spiele" sofern man sie Spiele nennen darf oder sollte wirds wahrscheinlich für den normalen westlichen Konsumzombie immer geben und interessieren auf Konsole keinen und wenn wir Glück haben gehen sie irgendwann unter und keiner hat mehr Bock drauf ausser Omma im Altersheim und auch die wird wohl irgendwann merken das es schöner ist aus dem Fenster zu schauen oder mit Oppa Schorse nen Brettspiel zu spielen oder die Pflegerinnen zu ärgern.

Die WiiU hat nen Super Start hingelegt, Nintendo hat mit 97Mio. Wii Einheiten ein finanzielles Polster auch wenn die Aktie nich so viel Wert ist, die haben ein Vermögen auf der Seite liegen und der 3DS geht sehr gut und die Vita ist absolut keine Konkurrenz. Und selbst die PS4 wird nicht mit der Vita das sein können was die WiiU mit Tablet ist.

Somit hat Nintendo keine Konkurrenz auf dem Markt den sie jetzt selber erfunden haben ausser Sony oder MS bringen wirklich auch noch ein Tablet-Controller aufn Markt was aber viel viel schwerer sein dürfte als Leuchtdildos oder ne Kamera rauszuhauen.

Sprich, sollte Nintendo weiterhin mit der WiiU den Erfolg haben den sie bei Konsolenstart hatten wird sich die Konsole festigen und wieder nicht mit nachgeliefertem Zeug der anderen in Gefahr kommen.

Die Launchtitel sind bis auf die Pressefutzis die alles kaputt reden Super und es ist einfach JEDER mit de mgerät zufrieden und im Netz merkt man die Resonanz auf die WiiU auch und die Leute sind heiß drauf. Ob ein Darkstalkers2 schon auf anderen Konsolen lange draußen ist oder Batman oder was auch immer interessiert auch keinen da nicht jeder diese Titel gespielt hat und wer ne WiiU hat und die Titel nie gespielt hat der freut sich einfach und sucht sich was passendes aus, da spielts auch keine Rolle wie sehr die Presse am Nörgeln ist und wieviele andere User das schon durchgezockt haben.

Die WiiU ist leider durchdachter als die Leute es mies reden können und man merkt wie sich die Konsole etabliert in kürzester Zeit und ernsthafte Gamingseiten sind höchst erfreut über die Konsole.

Und auch ein Black Ops 2 hat sich nur wenig verkauft weil die Konsole neu ist und nicht mal Weihnachten um ist. Ich geh mal davon aus das sich Nintendo mit der WiiU mehr im Markt festigt als mit der Wii da ja jetzt schon zu beginn erstmal der größte Mainstreamshooter erhältlich ist und alle die ihn haben sind glücklich und zufrieden und suchten die Prestiges während Paul noch den An/Aus Schalter am Router sucht.

Die Branche ist deswegen im Arsch weil die Spiele leider immer mehr was sein wollen was sie gar nicht sein können. Durch fiese Kamerafahrten, tausend Explosionen und viel Blut und wortschwangere Dialoge wie aus einem Michael Bay Film wird keine Atmosphere generiert nein sie wird erstickt.

Crysis, Call of Duty, Medal of Honor und selbst Spiele die ein Adventure sein wollen oder ne epische Geschichte erzählen wollen scheitern fast alle.

Games wie Fallout3 und Skyrim sind zum Glück Ausnahmen. Selbst Dishonored krankt an kurzer Durchspielzeit und zu mächtigem Charakter. Die Spielepublisher sollten merken das ein Spiel auch ruhig anfangen kann und nicht immer auf die Kacke haun muß das man als Spieler vorm TV Sommersprossen bekommt. Gerade die guten Spiele wie Resident Evil 1 oder Eternal Darkness oder Zelda führen ein immer einfach und subtil in ihre Welt ein und nicht mit explodierenden Zombieköpfen im Matrixstyle mit Kung Fu und Verfolgungsjagd oder Zelda mit nem explodierenden Deku Baum und schreienden abgeschlachteten Dorfbewohnern und trotzdem sind diese Spiele düster und bauen eine angenehm dunkle Welt auf wenns darum geht stimmig und atmospherisch zu sein.

Eventuell kommen wir bei der WiiU wieder mehr dazu solche Game zu genießen als nur Krach Bum und alles in so krass !

Ich denke mal Nintendo wird sich als Einziger seine feste Niesche bauen während MS und Sony ihren eigenen Krieg führen und Nintendo steht mal wieder daneben und versteht nicht was die beiden da machen ^^ ..... und die WiiU bekommt dann trotzdem ihre Call of Duty drölfzehn Mulltiplattform Ableger und bedient alle.
Zuletzt geändert von Castle78 am 17.12.2012 12:24, insgesamt 7-mal geändert.
anigunner
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von anigunner »

Für mich definiert sich "Core" eher nach der aufgewendeten Zeit und dem Enthusiasmus, mit dem er in seiner Freizeit spielt. Nicht das eigentliche Spielprinzip. Einfache fünf-Minuten Spiele können genauso Spaß machen wie große Onlinespiele, in denen man Monate investiert um weiterzukommen.

Das Problem ist eher die Dosis der "Einfachbarkeit". Wenn immer mehr Spiele immer anspruchsloser werden dann ist das alles irgendwann nur noch eine einheitliche Pampe, die niemanden mehr so richtig satt- und glücklich macht. Will man seine Spiele einer breiten Basis schmackhaft machen greifen leider zu viele Entwickler/Publisher zur Versimplung zurück. Linear, konservativ, gescripted, flach, starr und durchschnittlich. Das versucht man dann mit möglichst vielen Effekten irgendwo so zu kaschieren das der Spieler nicht merkt was für eine fahle Suppe er da hat. Stichwort Achterbahn. Ab und an kann das Spaß machen, aber doch nicht die ganze Zeit?

Das was die Spieleindustrie im Moment auszeichnet ist Paranoia, Faulheit und der Mut sich auf neues einzulassen. Das nervt auf Dauer die Enthusiasten aka Coregamer genauso an wie die Gelegenheitspieler. Was wir also wirklich nicht brauchen ist eine Aufspaltung der Spielerschaft, sondern eine Industrie welche möglichst alle Ansprüche an das vielfältige Hobby befriedigen kann.
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Mr. Gameexperte
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Re: Kommentar

Beitrag von Mr. Gameexperte »

Sub-Zero hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben: Das kannst Du Dir auch selber herleiten. CoD belohnt jeden "Furz" mit Erfahrungspunkten. Du hast ein Ranking-System, in dem Du aufsteigen kannst. Je nach Ranking gibt es zudem kleine Belohnungen. Je besser Du bist, umso schneller steigst Du auf, keine Frage, aber selbst als unbegabter N00b bekommt man hin und wieder was hin und wird dafür entsprechend vom Spiel belohnt. Man spielt locker-lässig vor sich hin.
Stimmt nicht. Bei CoD bekommt man als Noob im MP ordentlich auf die Fresse, man wird im Sekundentakt niedergeschossen. CoD ist ein Hardcore-Game, das zwar auch Gelgenheitsspieler anspricht, aber sehr fordernd ist, wenn man gut sein möchte bzw. im Prestige-Modus aufsteigen und eine gute Abschussquote haben möchte. Ich wette, keiner von denen, die behaupten CoD ist casual würden es schaffen, das erste Prestige-Level zu erreichen mit einer Abschussquote über 2.
Ich spiele zwar selbst hin und wieder etwas CoD und es macht Spaß, aber Hardcore?

Ich poste mal etwas, was ich bei einem anderen Thread gesehen habe. Man beachte wo hingezielt wird. *Ironie on* Ja, CoD ist schon ein richtiges Hardcorespiel, was keine Ungenauigkeit entschuldigt *Ironie Off und Film ab*:

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Flohmarkt: 100 % positiv (2/2) (S.516, S.517)
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Wulgaru
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Wulgaru »

Nimi hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Das ist absolut richtig, aber es gibt auch hier viele die die "nicht ins Raster passenden" ganz simpel als Casual-Gamer definieren dürften. Denn schließlich sind AAA-Titel für echte Gamer, zumindest wenn es nach der Branche geht. Beispiel sind Frauen. Natürlich werden alle gleich so tun als wenn Gamerinnen super akzeptiert werden, aber man hört nicht umsonst immer Senioren, Kinder und (Haus-)Frauen wenn abfällig über Casual-Zielgruppen gesprochen wird. Dabei ist es völlig nachvollziehbar, dass ein Mädel von einem CoD oder einem FIFA nicht unbedingt angesprochen wird, ohne gleich in die Klischeekiste greifen zu müssen.

Irgendwas wird sicherlich passieren. Vielleicht aber auch mal wieder marktbereinigend. Es könnte nicht schaden, wenn so manche Publisher sparen und darüber nachdenken müssten, ob AAA wirklich alles ist und wie man wieder günstiger produzieren kann.
Es ist richtig, dass viele "Casuals" Frauen oder Ältere sind, aber nicht alle weiblichen oder älteren Gamer sind Casuals. Diese Gruppen werden von den großen Produktionen aktuell ignoriert - bis zu dem Punkt, dass man sie schon aktiv vergrault. Wie sehr man da den Bogen inzwischen überspannt hat zeigten nicht zuletzt die Sexismus-Debatten, die dieses Jahr mehrmals hochgekocht sind. Das diese Leute dann entweder gar nicht (mehr) spielen oder ihr Heil bei Indiegames etc. suchen ist kein Wunder.

Man könnte nun endlich versuchen, diese Gruppen als potentielle "Core" Spieler ernstzunehmen statt sich noch weiter um jeden Preis bei der Standardgruppe "16-24, männlich, steht auf Krachbumm" anzubiedern, bei der ohnehin kaum noch Wachstumspotential vorhanden sein dürfte. Ich wüsste jedenfalls nicht, was gegen eine thematische Vielfalt spricht, wie wir sie auch bei Büchern oder Filmen haben. Das könnte dann auch endlich dazu beitragen, dass Games in der Öffentlichkeit als Kunstmedium ein wenig mehr ernst genommen werden.
In der jetzigen Struktur der Branche scheint mir allerdings kein Platz dafür zu sein, das merkt man ja allein schon an solchen Pressemeldungen. Mir fällt keine einzige große Produktion ein, die für Frauen entwickelt wurde. Ausgenommen eventuell die Nintendo-Serien wie Mario oder Kirby die beide Geschlechter ansprechen, was aber eher Zufall ist.

Das ist eigentlich Schade, weil ganz andere Arten von Spielen entstehen würden, die wahrscheinlich auch einen positiven Rückkopplungseffekt auf "männliche" Spiele hätten. Der Verweis auf den Indiemarkt würde mir als Frau glaube ich nicht reichen. Natürlich ist der heute so groß und kreativ wie nie, aber man kann ja beides haben wollen. Nur sehe ich das mittelfristig noch nicht.
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Lil Ill »

anigunner hat geschrieben:Für mich definiert sich "Core" eher nach der aufgewendeten Zeit und dem Enthusiasmus, mit dem er in seiner Freizeit spielt. Nicht das eigentliche Spielprinzip. Einfache fünf-Minuten Spiele können genauso Spaß machen wie große Onlinespiele, in denen man Monate investiert um weiterzukommen.
Wenn man den Begriff "Core" nach seinem Wortlaut auslegt, verstehe ich unter "Coregames" Spiele, die sich an den "Kern" des Spielprinzips halten bzw. diesen besonders betonen, ohne Rücksicht auf den Casualgamer (Durchschnittsspieler) zu nehmen. Dies kann verschiedenste Bereiche betreffen, insbesondere aber die Zugänglichkeit eines Spiels für die breite Masse. Als Beispiel eines Coregames sei z.B Europa Universalis 3 genannt. Es legt keinerlei Wert auf Highendgrafiken, sondern viel mehr auf das Spielprinzip, dessen Komplexität seinesgleichen sucht. Dementsprechend hat das Spiel für Neulinge eine extrem lange Einarbeitungszeit, was für den Gelegenheitsspieler nicht in Frage kommt. Wenn man dazu noch geschichtlich und politisch ungebildet ist, ist das Spiel für den Casualgamer so interesant wie das Arbeiten mit einer Excel Tabelle.
Coregamer sind für mich daher Spieler, denen es in erster Linie um den Kern eines Spiels (dem grundlegen Spielprinzip) geht und eine gewisse Leidenschaft dafür entwickelt wurde, nicht um den ganzen Krimskrams drumherum.
Zuletzt geändert von Lil Ill am 17.12.2012 11:33, insgesamt 4-mal geändert.
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Kajetan
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Kajetan »

Der Chris hat geschrieben:
Greg Richardson: "Die Zukunft liegt darin, in einen größeren Marktteil zu gehen, in dem sich die Leute selbst als Spieler identifizieren, und wo die Nutzer-Akquisition und die langfristige Wertschöpfung aus der Schaffung großartiger Spiele stammt."
Ich glaube ja, dass die Zukunft in einem Land liegt in dem Milch und Honig fließen.
:)

Ansonsten: Word up!
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Sir Richfield
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Re: Allgemein: "Fokus auf Gelegenheitsspieler ist ein Fehler

Beitrag von Sir Richfield »

Castle78 hat geschrieben:[...]
Könnten meine Worte sein, wenn ich so sauber und strukturiert schreiben würde!
Danke, schöner Post!

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