Wigggenz hat geschrieben:Nanimonai hat geschrieben:Wigggenz hat geschrieben:Man sieht, dass die Geschichte des Froschs im warmen Wasser wieder perfekt analog darauf anwendbar ist, was heutzutage unter Spielern los ist.
Das ist dann wohl das, was Verschwörungstheoretiker unter Habitualisierung verstehen.
Natürlich gewöhnt sich der Mensch an bestimmte Entwicklungen und nimmt diese dann nicht mehr so gravierend wahr, aber Dein Beispiel geht dann doch ein bisschen arg weit, denn das endet ja in der totalen Selbstzerstörung, im Tod.
Du übersiehst, dass die Metaphorik bewusst so radikal gewählt ist, um einen abstrakten Vorgang durch ein einfaches, markantes Beispiel plastischer und damit leichter verständlich zu gestalten. Noch lange nicht wird immer ein fatales Ende vorausgesetzt.
Auch das eigentliche Problem, wozu die Analogie des Froschs im warmen Wasser überhaupt erst entworfen wurde (zumindest wo ich sie kennenlernte- beim Überwachungsstaat), endet nicht mit dem Tod. Nur mit totaler Akzeptanz von eigentlich unerhörten Maßnahmen.
Bereits auf dem Datenträger (für den ich ja bereits den Vollpreis bezahlt habe) befindliches Spielmaterial, das erst gegen eine neuerliche Zahlung nutzbar wird, halte ich für eine solche unerhörte Maßnahme. Wird aber unter Spielern (wenn es sich nicht gerade um den Bruchteil, der in Foren unterwegs ist, handelt) trotzdem akzeptiert. Kann ich mir persönlich nur dadurch erklären, dass man sich an unverhältnismäßige DLC-Politik gewöhnt hat.
Mir ist schon klar, worauf Du mit dieser radikalen Metapher hinaus willst, doch ich sehe da einfach ziemliche Diskrepanzen in der Verhältnismäßigkeit und halte Deinen Vergleich daher für übertrieben.
Und ehrlich gesagt auch unpassend bzw. falsch, denn Frosch und Wasser haben ebenso wie Bürger und Staat eine andere Beziehung zueinander als Kunde und Hersteller.
Das Wasser interessiert sich nicht für den Frosch, es ist von ihm in keinster Weise abhängig, also kann es ihm auch egal sein, wenn der Frosch die Locken abgibt.
Der Staat hat da zwar eine etwas bessere Beziehung zu seinem Bürger, kann ihm aber einfach Dinge aufoktruieren, die der Bürger (mehr oder weniger) schlucken muss, also eine gewisse "Friss oder stirb" Beziehung. Der Bürger kann und sollte zwar auf die Straße gehen und dagegen demonstrieren, aber so wirklich viele Alternativen hat er danach nicht mehr, wenn die Bundesregierung beispielsweise beschliesst, die Mehrwertsteuer um x% zu erhöhen.
Der Hersteller ist allerdings komplett und vollständig von der Gunst seiner Kunden abhängig, wird also nie etwas durchdrücken können und schon gar nicht wollen, was die Mehrheit der Kunden nicht unterstützt oder jedenfalls toleriert, denn unzufriedene Kunden heisst gleichzeitig auf lange Sicht auch weniger Gewinn.
Habitualisierung trifft es da vielleicht wirklich ein bisschen besser, weil diese Theorie einfach nur einen Gewöhnungseffekt beschreibt.
Wie auch immer, wir müssen uns hier auch nicht an einzelnen Worten aufhalten, wir wissen ja beide, worum es dem anderen eigentlich geht.