Also dann...auf zu einer neuen Runde "Post in 12345678 Stücke zerteilen".
Mitunter ist das so. Dein Post ist recht generell gefasst, daher kann meiner das ja auch sein;Aber heißt das, dass man nur die Möglichkeit hat es zu bekämpfen? Auch zum Verbrecher werden, weil es andere sind? Dient man damit dem Allgemeinwohl und leztendlich sich selbst? Wohl kaum.
Denken wir an das, was derzeit in Afrika passiert. Hatten die Menschen dort eine Wahl? Oder hätten sie es in Nordkorea? In den besetzten Staaten des WW2? In der DDR? Haben wir Menschen eine Wahl gegen die Korruption der Staatsapparate dieser Welt? Können wir etwas gegen die Machenschaften der Deutschen Bank unternehmen? Gegen die Atomlobby?
Versteh' mich nicht falsch; ich glaube an unsere Verfassung und verteidige sie. Aber gerade die Legislative, unsere Regierungen, sind es, die ebendieser Verfassung am meisten schaden, um kurzsichtig und egoistisch eigene Interessen durchzusetzen. Sei das nun aus sturer Unwissenheit, durch Korruption und Lobbyismus oder persönlichen Gründen. Zumal diese Regierungen im 4-Jahres-Takt wechseln und nie so stet sind, dass man sich an ihnen orientieren könnte.
Ich bin daher der Ansicht, dass wir Menschen Dinge mitunter in unsere eigenen Hände nehmen müssen. Das kann von einfachen Demonstrationen und Sitzblockaden über ausgewachsenen zivilen Ungehorsam bis zu Revolution und Bürgerkrieg gehen (und dieses Recht steht uns allen durch das Grundgesetz zu). Im Endeffekt ist es nicht die Regierung, die in welchem Interesse auch immer Gesetze erlässt, die unser aller Maßstab sein sollte, sondern der Wille des Volkes. Und wenn eine Regierung dieses Volk als Verbrecher stigmatisiert, dann sei das so. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass blinder Gehorsam gefährlich ist.
Ob und wem man mit solchen Aktionen im Endeffekt dient, kommt natürlich auf die jeweilige Sache an. Derlei Verhalten grundsätzlich abzulehnen ist jedenfalls niemals im Sinne des Allgemeinwohls, sondern eben im Sinne derer, welche die Macht innehaben.
Aber noch einmal - ich denke, der Disclaimer muss sein: Ich billige die meisten illegalen Taten nicht, auch den Sony-Hack nicht. Aber das tue ich aus moralischen Gründen nicht und nicht, weil ein Gesetz es so von mir verlangt. Ich schreibe das hier also nicht, um hier irgendjemanden zu verteidigen, sondern um einfach mal eine andere Sicht der Dinge darzustellen.
Äh..nein? Darin steckt nämlich das Wörtchen "National". :wink:Du bezeichnest Nazitum als Verbrechen. Aber ist die andere Seite nicht genauso "nazi" ?
Und willst Du nun sagen, dass soziale Gerechtigkeit falsch ist? Dass es nicht dem Allgemeinwohl dient? Wer das ernsthaft behauptet, dem geht es im wahrsten Sinne des Wortes zu gut und hätte wohl wirtschaftlich etwas daran zu verlieren. Etliche Millionen Menschen sind allerdings anderer Meinung. Und auch wenn man sich über Mittel und Wege streiten kann, so ist das Ziel ein Nobles. Ich schätze aber, Du beziehst Dich vor Allem auf die Antifa. Und ich geb' Dir Recht; die Mittel, die einige Mitglieder nutzen, sind weder zielführend noch sinnvoll oder gut. Steine auf Polizisten zu werfen ist genauso bescheuert wie brennende Autos oder ein zu Tode geprügelter Nazi. Aber das ist ein Extrem. Ein richtiges Extrem. Ebenso wie der Nationalsozialismus ein Extrem war. Dem Wunsch gemäßigterer Linker nach einer gerechteren, sozialeren Welt tut das aber keinen Abbruch.Unter dem Aufhänger sozialer Gerechtigkeit wird ebenso fanatisch versucht die eigene Interessen durchzusetzen. Und das soll der richtige Weg sein? Ein Extrem mit dem, des Gegenüberliegenden zu begegnen?
Ansonsten ist das aber natürlich auch eine Frage nach der genauen Situation. In Deutschland sind diese extremen Mittel nicht notwendig. In anderen Ländern durchaus.
Definitionsfrage.Ich hab noch nie etwas Produktives aus einem Aufeinander treffen von Links- und Rechtsradikalen hervorgehen sehen.
Ein rechter Demozug, der nicht am Ziel ankommt, ist ein rechter Demozug mehr, der nicht am Ziel ankommt.
Aber diese Aufeinandertreffen sind ja auch gar nicht für Produktivität da. Viele Linksradikale sind der Ansicht, dass der Versuch, Rechte aufzuklären und umzustimmen, vergebene Liebesmüh' wäre, und wahrscheinlich ist das auch meistens so. Nun bin ich aber ein gutmütiger Mensch und glaube an die Menschheit, weswegen ich gewalttätige Aktionen nicht gutheiße. Aber ich verstehe sie, auch wenn das nicht meine Mittel der Wahl sind.
Gültiges Argument. Allerdings bedeutet der Umstand, dass es uns hier verhältnismäßig prima geht, nicht, dass man nichts gegen Missstände zu unternehmen braucht. Im Endeffekt ist ja schließlich die Utopie das Ziel und ganz sicher nicht die Welt, in der wir zur Zeit leben. :wink:Aber um wieder die Kurve zu bekommen, wir reden hier hauptsächlich um Luxusgüter, nicht wirklich um die Freiheit der Person. Es ist schon eine ziemlich perverse Art der Dekadenz, die wir hier an den Tag legen. Facebook, Kreditkarten... gehn wir doch mal zu jemanden, der wirklich Probleme hat und erzählen ihm von unseren, dass wir aus einem Land kommen in dem rein garnichts zu tun braucht und dennoch von anderen dafür bezahlt wird.
Wohin denn? Jeder Millimeter auf diesem Planeten gehört bereits einem Souverän. Kein Millimeter auf diesem Planeten ist bspw. tatsächlich kommunistisch oder gar anarchistisch. Klar, ich könnte als Einsiedler irgendwo im Wald leben. Aber will ich das? Die Errungenschaften der Zivilisation will verständlicherweise niemand aufgeben. Es geht vielmehr darum, diese in Einklang mit den moralischen Vorstellungen zu bringen. Zumal mir dieses Land, auf dem ich gerade sitze, genauso sehr gehört wie Angela Merkel oder sonst irgendwem.Ich will mich nicht tag täglich von der herschenden Kaste bevormunden lassen? Dann geh ich einfach woanders hin.
Ich könnte theoretisch sagen: Dafür müsste ich mich dem bestehenden System unterwerfen, das ich nicht akzeptiere. Es gibt aber natürlich trotzdem Menschen, die das versuchen und damit mitunter auch Erfolg haben. Seien das nun politische Parteien, NGOs und Vereine oder lose Gruppen Interessierter. Die Mittel sind aber vielfältig. Greenpeace und PeTA handeln nicht immer im legalen Rahmen und werden dennoch von der breiten Masse respektiert. Das würde dann z.B. die Frage aufwerfen, ob die Hautverträglichkeit eines neuen Lippenstiftes es rechtfertigt, mehrere Dutzend fühlender Versuchstiere regelrecht zu foltern.Oder ich arbeite mich selbst hoch und mach alles soviel besser!
Die Welt ist nicht immer so einfach, und schon gar nicht Schwarz und Weiß. Nur ist der Maßstab aller Dinge nun ein wechselhaftes Gesetzbuch, dessen Inhalt hauptsächlich den Interessen von Lobbygruppen und Konzernen dient, oder ist es das eigene Verständnis von Moral und Ethik, die mich leitet?
Und das darf ich auch. Jeder Mensch darf das. Gewollt oder ungewollt sind wir alle Teile des kapitalistischen Systems. Wir können versuchen, uns dieses einzuverleiben und davon zu profitieren (sozusagen den "American Dream" leben) oder wir müssen es von innen heraus verändern. Und solange Konzerne und davon abhängige Politiker die Fäden ebendieses Systems ziehen, können wir versuchen, dieses Verhalten zu verändern. Und sei das nur durch Forderungen. Ob diesen Forderungen bei Nichterfüllen Taten folgen, ist jedem Einzelnen überlassen. Ich selbst bin da übrigens ziemlich konsequent.Da ist es doch soviel bequemer sich einfach noch mehr Ansprüche anzumaßen.
Worauf beziehst Du Dich? Darauf, dass wir das vorherrschende System unterstützen, indem wir uns z.B. eine PS3 kaufen oder darauf, dass wir (=wir Menschen) mitunter zu illegalen Mitteln greifen, um unsere Ziele zu erreichen?Wir sind kein Stück besser, als die, die wir angreifen, wenn wir es selbst nicht besser machen.
Oder man reformiert sie. Da würde mir als guter Anfang z.B. die Kennzeichnungspflicht für Polizisten einfallen, die die allermeisten Bundesländer immernoch nicht eingeführt haben, obwohl dringender Bedarf besteht. Dann das Urheberrecht, das aus einer Zeit stammt, die mit der heutigen einfach nicht mehr kompatibel ist. Und natürlich ein bedingungsloses Grundeinkommen, das schon längst überfällig ist.Die deutsche Justiz ist ungerecht? Kein Ding. Polizei wird abgeschafft, Gerichte auch. Ihr wollt es nicht mehr. Viel Spass dann morgen beim Versuch den Alltagstrott zu leben
Aber was tut man an einem Punkt, an dem man begreift, dass die meisten Menschen eines Landes schlicht und ergreifend zu dumm zu sein scheinen, um bspw. eine Partei zu wählen, die nicht "SPD" oder "CDU" heißt?
Klar, "Die Menschen aufklären" könnte man sagen. Oder "Dann ist das eben so". Und das stimmt ja auch. Aber realistisch gesehen ist das eben nur Theorie.
So, Bier is' alle.
