Hiroki hat geschrieben:Ich zitiere einen Beitrag aus dem Amazon-Forum. Dort gabs die selbe Diskussion und dieses Zitat ist meiner Meinung nach perfekt getroffen:
HipfHüpf meint:
Ich bringe es kurz und kanpp auf den Punkt:
Was hierzulande für Filme in Kino und TV gilt, muss auch für Spiele gelten. Deutsche Sprachausgabe!
Die Super-Englisch-Cracks, die angeblich jedes Spiel und jeden Film nur im Original (Englisch) anschauen und natürlich alles verstehen, sind verschwindend gering. Die meisten lügen sich und anderen in die Tasche.... Es ist chic, ein Englisch-Crack zu sein.
Wer ein Spiel oder Film zu 100 Prozent verstehen will braucht wesentlich mehr, als Schulenglisch. Dazu gehört täglicher Umgang mit dieser Sprache. Ansonsten hat man keine Chance. Besonders wenn ein entsprechender Slang dazu kommt. Viele Norddeutsche verstehen noch nicht einmal die Süddeutschen und umgekehrt und wollen dann Super-Englisch-Cracks sein.
Warum glaubt ihr, hat Deutschland die weltgrößte "Synchronisationsindustrie" (bei Filmen)? Oder warum kommen im Kino oder TV die Filme nicht mit lieblosen Untertiteln? Ganz einfach: Es würde kein Mensch mehr ins Kino gehen, bzw. TV schauen.
Die Problematik ist folgende: Hier bestimmt eine verschwindend geringe Minderheit (Super-Englisch-Cracks) lautstark über eine stille Mehrheit.
Der Hersteller freut sich über die "dummen Deutschen". Das spart ne Menge Geld in der Entwicklung.
Der wahre Grund, warum die Leute so auf Spiele im englischen Original abfahren ist nicht, dass die alle so toll englisch können; nein, es geht nur um die in der deutschen Fassung oftmals geschnittenen Spiele. Für manche Leute ist eben literweise Blut und andere Grausamkeiten wichtiger als eine deutsche Sprachausgabe. Da nehmen sie sogar in Kauf, dass sie von der Story nur Bahnhof verstehen.
Natürlich werden sich jetzt wieder Leute entrüstet zu Wort melden und mitteilen, dass sie sehr wohl ausgezeichnet Englisch können und alles verstehen. Sorry, Leute, ich glaub euch kein Wort.
Wer, wie ich, beruflich in den USA war und Englisch in Wort und Schrift beherrscht, wird mir bei nüchterner Betrachtungsweise zustimmen, dass es sehr lange braucht, bis man z.B. im Kino einem englischen Film vollständig folgen kann. Nur durch den Umstand, dass ich während meines Aufenthalts in den USA gezwungen war, täglich Englisch zu sprechen und zu verstehen, gelang es mir im Laufe der Zeit tatsächlich einem Kinofilm besser zu folgen.
Ich habe mich etwa bis zur Hälfte durch Red Dead Redemption gekämpft und habe dann entnervt aufgegeben. Das macht keine Spaß. Wenn man mit seinem Gaul zum 457. Mal falsch abgebogen ist, weil man die Untertitel gelesen hat, dann nervt das nur noch.
Wir Käufer haben es in der Hand! Wenn keiner mehr diese Games kauft, werden die Hersteller ganz schnell umdenken.
Dass wir Käufer die Macht haben, sieht man doch aktuell am Bio-Sprit.
Schlimm sind auch die Spieleredakteure der einschlägigen Magazine. Denen kann es im Bezug auf deutsche Sprachausgabe kein Hersteller recht machen.
Manchem Redakteur würde ich empfehlen, sein Betätigungsfeld in die USA zu verlegen. Schreiben die eigentlich für den deutschen Markt???
Englisch... Englisch... Englisch. Nur das ist gut. Was soll der Quatsch?
Neulich stand in einem Magazin, dass für ein Spiel der Schauspieler Charlie Sheen verpflichtet wurde und dessen Stimme ja so toll sei und diese Stimme ja jeder hierzulande in- und auswendig kennt.
Ja, geht's noch? Die Original-Stimme von Charlie Sheen kennt hierzulande doch nur derjenige, der sich die Two and a half men-Folgen auf DVD gekauft und in Englisch anschaut. Im TV gibt' die deutsche Synchro.
Also, warum wird dann die englische Sprachausgabe so bejubelt?
Auch bei Alan Wake gab es kein Magazin, das ein gutes Haar an der deutschen Synchro gelassen hat.
Dabei ist die deutsche Sprachausgabe erstklassig und teilweise (Radiosprecher) um Längen besser, als das Orignal.
Aber es ja chic, ein Super-Englisch-Crack zu sein...
Was L.A. Noire betrifft, ist die Sache relativ einfach. Dieses Spiel, das von der Mimik der Spielfiguren im Zusammenspiel mit der Sprache (Tonfall, usw.) lebt, kann mit deutschen Untertiteln kaum gespielt werden. Da geht sämtliche Atmosphäre verloren. Schaut euch die bisher veröffentlichten Trailer an, die spechen Bände...
Schade um das tolle Spiel. Ist genau mein Genre.
Ich persönlich habe eine klare Entscheidung getroffen: Ich gebe mein sauer verdientes Geld nur noch für Spiele mit deutscher Sprachausgabe aus.
Quelle:
http://www.amazon.de/gp/forum/cd/discus ... 44XX4WNJTH
"Perfekt getroffen geht doch sehr weit an der Realität vorbei.
1. Niemand behauptet ein "Super-Englisch-Crack" (was für eine überaus dumme Wortkonstruktion) zu sein. Zudem behauptet niemand, dass er ALLES in einem englischen Spiel versteht, ohne die Untertitel wenigestens teilweise zu lesen (allein die Verwendug englischer Untertitel ist eine große Unterstützung).
2. Der Autor liefert Eingangs gleich ein geiles Totschlagargument. Er hat ja schließlich zeitweise in den USA gearbeitet, musste also täglich Englisch sprechen, ist daher dementsprechend weit über die Kapazitäten des Schulenglisch hinaus gefordert worden, hat aber trotzdem lange gebraucht um englischsprachigen Filmen "einigermaßen" folgen zu können. Also sind alle doof, bzw. Angeber, die behaupten, dass sie Spiele lieber im Originalton, als in der deutschen Synchronisation spielen, da sie des Englischen ja noch weniger mächtig sind als der Autor.
Tolle Wurst, abgesehen davon, dass eine Person sicherlich kein leuchtendes Beispiel für den Rest der deutschsprachigen Bevölkerung dieses Planeten ist (wie vermessen), ist es doch wahnwitzig zu behaupten, dass alle die sagen, dass sie Spiele lieber auf Englisch spielen dieses nur tun, da sie einen auf dicke Hose machen wollen. Diese Behauptung ist m.E. völlig realitätsfremd. Ich spiele lieber auf Englisch, warum ich dieses tue habe ich in meinem vorherigen Post umrissen. Aber natürlich bin auch ich nur ein Individuum, vielleicht sind alle anderen die solches behaupten nur doofe Angeber und Profilneurotiker, bzw. "Super-Englisch-Cracks" (ich krieg' hier gleich 'nen Fön!).
3. Auch wenn man natürlich als Nicht-Muttersprachler niemals alles verstehen, bzw. SO verstehen kann, wie dieses ein Muttersprachler tut, ist es sehr gut möglich einem Spiel / einem Film zu folgen, sei es mit Unterstützung durch Untertitel. Natürlich ist dieses schwierig, was aber auch nicht zuletzt an den Lautstärkeverhältnissen liegt, die selbstverständlich in einer Synchronisation ganz andere sind. Zudem ist es natürlich schwierig einem nuschelnden Texaner zu folgen, aber für diesen Fall gibt es ja optional DIE UNTERTITEL. Und ganz ehrlich, wer als Norddeutscher einen Bayern in einem Film nicht verstehen kann, der ist entweder ignorant oder (verzeiht die Wortwahl) leicht beschränkt. Denn alles was im Kino oder im Fernsehen abseits von Filmkunst und Regionalprogrammen läuft ist auf Hochdeutschverständlichkeit getrimmt, allein um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Dieses Prinzip ist am anglo-amerikanischen Markt das gleiche. Die volle Breite des Dialekts wird in großen Produktionen nie, bzw. nur teilweise und als Stilmittel ausgereizt, sonst versteht's ja auch im eigenen Mutterland kaum ein Schwein.
Das soll genügen, macht mich fertig.
Gruß an alle "Super-Englisch-Cracks" (wüüüüürg!).