David Jaffe: Kritisiert "Kunstspiele"

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AlastorD
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Beitrag von AlastorD »

Ich mag es sehr gerne wenn Spiele neben dem Gameplay auch versuchen emotional zu punkten.
In Portal fand ich Glados kommentare und das Lied am Ende ebenso gut wie das frische Gameplay. Klar, es hätte auch ohne Spass gemacht aber es war wie das Salz in der Suppe.
Es ist sicher wichtig ein solides Gameplay abzuliefern, dennoch kann auch das Setting für Motivation sorgen.
Das rauschen des Windes und das erforschen grosser Räume bzw. einer grossen Welt waren es was die langen Wege in Gothic 2 wesentlich besser gemacht haben. Und das ich stolz darauf war den schwarzen Troll besiegt zu haben lag nicht nur daran das ich dafür lange hochleveln musste sondern auch weil der dumme Sack Raoul meinte ich würde das nie schaffen.

Was Zwischensequenzen angeht, das ist Geschmackssache. Mir sind es bei Spielen wie MGS zu viele aber die Fans fahren darauf ab. Man kann nicht sagen, so viel aber nicht mehr.
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Melcor
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Beitrag von Melcor »

Muramasa hat geschrieben:@Melcor will god of war nicht komplett schlecht reden, es ist aufjedenfall en klasse game, aber das gameplay war ernüchternd wenn man DMC schon kannte und die geschicklichkeits rästel waren auch keine offenbarung, sogar eher störend. Manche Endbösse waren mehr Quicktime als Boss. Für mich ist Bayonetta da viel besseres Gameplay, da für mich Witch-time plus Combo möglichkeiten einfach mehr bietet. Das es allein von der Präsentation lebt ist nicht richtig, aber für mich ist der mann kein gameplay gott, das er so über story>gameplay beschwert aus einem nicht nüchternen blickwinkel.
Wie gesagt, ich rede von Jaffes Teil 1. Reine Quicktime Endbosse gab es nur in Teil 2(Koloss von Rhodos). Die Rätsel im Tempel fand ich teilweise sehr gelungen, eine willkommene Abwechslung von all der Action. Naja, bis auf das kurze Hades-Level vielleicht, das war schon sehr fies.

Und Bayonetta kam auch erst 5 Jahre nach God of War.
ps gz zum 5000 beitrag
Danke
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8492nd
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Beitrag von 8492nd »

Der Typ hat vollkommen recht. Ich kann diese pseudo-intelektuelle und kreative Scheisse im Spielemarkt nicht mehr sehen.
Nur weil ein blödes Spiel z.B eine knatschbunte, zuckersüße Grafik hat, ist es NICHT kreativ. Das sollten sich diese ganzen Indie Entwickler mal zu Herzen nehmen.
Flat Eric
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Beitrag von Flat Eric »

Dan Chox hat geschrieben: Hm, das wäre mir aber neu.(?)
In Frankreich sind Comics die 9. Art der Kund. Vgl. http://www.neuvieme-art.com/

Videospiele sind keine reinen Kunstobjekte - sie verwenden aber Kunstformen wie Zeichungen, Texte, Musikstücke oder Film.

Mal ein Beispiel anhand des Films: Nicht jeder Film IST Kunst. Das will auch niemand sagen. Genauso wenig ist jedes Videospiel Kunst. Auch das Genre des "Kunstfilms" ist ein sperriger Begriff, der nicht für die übergelagerte Kunstart gilt, sondern nur einen Teil darstellt.

Trotzdem ist die Verbindung aller Künste eine künstlerische Schöpfung, die durchaus Potenzial zur tragenden Kunstform hat. Schleßlich prägen sie uns, wir spielen damit, haben Spaß.

Und es gibt eben Spiele, die sehr stark "künstlerische Formen" annehmen, ich denke da nur an Okami oder killer7. Der Kunstbegriff wird aber nur dann ernst genommen, wenn die Spiele nach Kunstdefinitionen entwickelt werden. Und nicht nach wirtschaftlichen Aspekten. Genau das spricht David Jaffe an. Denn das ist reiner Kitsch. Siehe dazu auch "Videospiele sind Kitsch, keine Kunst".
[ RetroStage ][ Retro ? Games ? Technik ]
http://flateric.wordpress.com/
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Ouadral
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Kunst?

Beitrag von Ouadral »

Ich "hasse" das Wort Kunst.
Was der Typ von sich gibt ist absolute Grütze. Wer soll darüber entscheiden ob ein Spiel Kunst ist oder nicht? Ob überhaupt etwas Kunst ist? Presse oder Kritiker vom Fach? Das entscheide ich für mich selbst, aber ich versuche nicht meine Meinung über das Medium Spiel und das Wort Kunst als definitiv und allgemeingültig zu verkaufen. Ich würde sagen, dass der Kerl sich ein paar Minuten mehr Zeit nimmt, seinen Schwachsinn erkennt und den Höhenflug beendet.
Was sind überhaupt Kriterien der Kunst? Innovation? Kreativität? Dann ist ein Ottomotor Kunst. Farbgebung? Dann ist auch ein Klacks Ketchup auf einem weißen Hemd Kunst. Oder nur das weiße Hemd? Oder Picassos bunte Werke?
Tempo? Größe? Dann ist ein Jumbojet Kunst.
Andere Kriterien?
Kritik vielleicht? Dann ist auch das was ich hier schreibe Kunst.

Wie sagt man so schön? Über Geschmack lässt sich streiten. Definitv ist eine Adriana Lima für viele Leute schön/gut gebaut etc. Aber definitiv für alle?
Wer soll mir nun sagen, dass Picassos Werke definitiv Kunst sind und die Zeichnungen meiner kleinen Cousine nicht? Ein Pseudointellektueller, der in Wien Kunst studiert hat? Den will ich mal im Dschungel sehen.. ob er dann auch so intellektuell ist? Ka ob ihr das versteht... ^^
Shadow of the Colossus gilt als "künstlerisch wertvoller" als ein Call of Duty, oder? Aber versucht mal diese Kunstunterschied zu definieren... Nur weil man anders berührt wird von den zwei Spielen heißt das noch lange nicht, dass das eine Kunst ist und das andere nicht. Nur die Empfindung ist eine andere.. thats it!
Zuletzt geändert von Ouadral am 18.03.2011 00:25, insgesamt 1-mal geändert.

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AbeLow
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Beitrag von AbeLow »

Ja, Quadral, wenn man keinen Begriff von Kunst hast, bleibt einem auch nur noch sich auf solch' radikalen Subjektivismus zurückzuziehen. "Kunst liegt halt im Auge des Betrachters"... bla bla. :lol:
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Ouadral
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..

Beitrag von Ouadral »

Kunstbegriff? Definiere das Prof. Kunsteinstein... definiere Kunst überhaupt...
Und erkläre mir warum ich in der bloßen Natur mehr "Kunst" seh, als in jedem erdenklichen Kunstmuseum o.ä.?
Ich bin mal gespannt...
Es ist immer leicht dem anderen Unwissenheit vorzuwerfen und dabei selbst mit einer sinnvollen Argumentation zu geizen.

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Man kann auch mal den Begriff Kunst wegwerfen und mit dem Begriff Niveau weitermachen.
Dann hat man nämlich den objektiven Unterschied (und ich setze das ganz bewusst nicht in Anführungszeichen) zwischen Dan Brown und Patrick Süßkind oder Michael Bay und Christopher Nolan....oder eben CoD und Ico...

Ist auch nicht arroganter als von Kunst zu faseln, ist aber für mich eindeutiger abgrenzbar und auch an bestimmten Kriterien festzumachen, man ja dann noch lange nicht verpflichtet das jeweilige Erzeugnis zu mögen.
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Muramasa
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Beitrag von Muramasa »

hast mich da echt zum grübeln gebracht, Niveau objektiv unterscheiden.. bin da sehr unschlüssig. Komplexität vllt, aber niveau mmmhh. hätte heute nacht schlafen sollen, so kann ich euch net folgen^^
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

100%ige Objektivität gibt es natürlich nicht....aber einfach ein Beispiel:
Falls man es da hat einfach mal Illuminati von Dan Brown und einen beliebigen Klassiker aufschlagen und 1-2 Seiten lesen.

Und dann möchte ich ernsthaft hören, dass der sicher festgestellte Unterschied wirklich nur im Auge des Betrachters liegt. Wie gesagt...hat noch lange nichts mit "muss man mögen" zu tun. :wink:
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Muramasa
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Beitrag von Muramasa »

Subjektive Objektivität würd ich das jetzt in meiner Insomnia nennen. Aber kann dich schon nachvollziehen. ein memento is schon anspruchsvoller/niveauvoller als en transformers etc.
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mr archer
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Beitrag von mr archer »

8492nd hat geschrieben:Der Typ hat vollkommen recht. Ich kann diese pseudo-intelektuelle und kreative Scheisse im Spielemarkt nicht mehr sehen.
Nur weil ein blödes Spiel z.B eine knatschbunte, zuckersüße Grafik hat, ist es NICHT kreativ. Das sollten sich diese ganzen Indie Entwickler mal zu Herzen nehmen.
Aber echt! Man wird ja Monat für Monat förmlich erschlagen mit kreativer Scheisse! Schlimm, wirklich. Was waren das noch für Zeiten, als im Mainstream-Markt jedes Spiel eine Kopie des Vorgängers und gleichzeitig des Mitkonkurrenten war. Das kann sich ja heute gar keiner mehr vorstellen! Ich würde so gerne mal wieder einfach nur einen 0-8-15 Military-Shooter, den gefühlten hunderttausendsten Kloppmist-Actioner oder ein feines Open-World-RPG in einem Tolkien-High-Fantasy-Setting spielen. Aber so was gibts ja gar nicht mehr! Nur noch Intelellen-Spiele in Scheiß-Grafik. Ich hasse mein Hobby!
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MaxDetroit
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Re: ..

Beitrag von MaxDetroit »

Ouadral hat geschrieben:Kunstbegriff? Definiere das Prof. Kunsteinstein... definiere Kunst überhaupt...
Und erkläre mir warum ich in der bloßen Natur mehr "Kunst" seh, als in jedem erdenklichen Kunstmuseum o.ä.?
Ich bin mal gespannt...
Es ist immer leicht dem anderen Unwissenheit vorzuwerfen und dabei selbst mit einer sinnvollen Argumentation zu geizen.
Habe ich vor ein paar Seiten schon beschrieben, es gibt diesen klassischen Kunstbegriff, der sich sicherlich vom modernen Kunstbegriff unterscheidet. Der klassische Kunstbegriff sieht den Menschen als nicht mehr natürlich an, der Mensch hat sich von der Natur entfernt, ist jetzt 'kulturell'. Dazu kommt aber auch das der Mensch der Natur meistens auch feindlich gegenüber steht (siehe z.B. aktuelle Geschehnisse in Japan), der Mensch und die Natur stehen in einem Konflikt zueinander. Aber die Natürlichkeit ist etwas das der Mensch vermisst, es ist eine Sehnsucht in ihm. Also versucht der Mensch die Natur nachzuahmen, künstlich zu erzeugen, aber gleichzeitig zu zähmen. Beste Beispiele sind zum Beispiel impressionistische Bilder (z.B. von Landschaften) oder einfach nur Gärten. Ein Garten ist nichts weiter als die gezähmte Natur, die Pflanzen dort sind uns nicht gefährlich, es ist eine künstliche Natur in unserem Vorgarten. Ein weiteres Beispiel sind Theater und Film, in dem man die reale Welt, die Natürlichkeit, versucht schauspielerisch nachzuahmen.

Mein Lieblingsbeispiel ist der Dornauszieher: Es ist ein Mensch der einen Dorn im Fuss hat. Direkt beim ersten mal schreit er auf und zieht sich diesen Dorn heraus. Diese instinktive Bewegung ist so natürlich und rein, da sie ohne Verstand ('Ratio') und ganz spontan vonstatten ging, das der Dornauszieher begeistert von dieser natürlichen Bewegeung ist. Er steckt den Dorn sogar wieder in den Fuß um ihn nochmal herauszuziehen, aber nun ist das hinausziehen bewusst, gekünstelt. Die Bewegung des Herausziehens ist nicht mehr natürlich. der Dornauszieher steckt sich den Dorn also immer wieder in den Fuß und zieht ihn heraus, und er versucht die erste natürliche Bewegung immer wieder nachzuahmen. Er kommt dier immer näher, aber es bleibt immer künstlich, eine Kunst. Aber je besser er die ersten natürlichen Bewegung nachahmt, desto höher die Kunst - trotzdem erreicht nie wieder diese Natürlichkeit.

Dies ist wie gesagt der klasschische Kunstbegriff, mit dem ich aber eine Menge anfangen kann. Vielleicht lässt er uns auch Videospiele mal in einem anderen Licht betrachten. :)

Gruss,
der Max
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Ouadral
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Beitrag von Ouadral »

Oha ich bin erfreut über so einen geistreichen Kommentar. Kann es sein, dass du Erich Fromms Werke kennst? Respekt, unter diesem Winkel hab ich Kunst noch nie betrachtet! Obwohl diese Sichtweise die Kunst an sich nicht wirklich in einem positiven Licht erstrahlen lässt.. abgeleitet ist es nur eine Nachahmung, eine Fälschung?!?
Es würde den Rahmen hier sprengen das auszuführen, aber ich denke wir würden auf einen gemeinsamen Nenner kommen.. ich denke auch, dass du verstehst, was ich mit meiner Aussage meinte:"...ich in der bloßen Natur mehr "Kunst" seh, als in jedem erdenklichen Kunstmuseum o.ä.? ;)

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Ich kenne mich was Kunstdefinitionen angeht eigentlich nur von der Seite der Literatur wirklich aus, aber eure Kunstdefinition scheint mir doch etwas Romantik-lastig. Kunst hat ja nicht zwangsläufig mit Natur und Natürlichkeit zu tun. Schon gar nicht wenn man das ganze dann wirklich 100% subjektiv betrachtet und einfach absolut alle Erzeugnisse als Kunst betrachtet.
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