Levi hat geschrieben:... alle anderen, egal ob Pro oder Contra, die hier Unterschiede zwischen damals und heute sehen, kann ich nicht verstehen. ist doch beides für sie einfach nicht Akut...
Mit der Begründung könntest du genausogut Spiele, in denen man Kinderpornos oder Vergewaltigungen nachstellen kann, gutheissen ...
ich verteidige nichts ...im Gegenteil .... aber das nur so am Rande ...
Hab ich ja auch gar nicht behauptet.
Ich finde lediglich das Argument "ist doch beides für sie einfach nicht Akut" fragwürdig, weil man damit alles rechtfertigen könnte.
Levi hat geschrieben:@ IxAxUx 1 und Wulgaru ....
[...]wirklich nur ging: (und was ihr ja einigermaßen ok aus eurer Sicht dargelegt habt) Warum pochen soviele bei ihren "Verteidigungen" immer auf das "jetzt" "heute" "aktuelle" ...
[...]
Wulgaru hat geschrieben:@IxAxUx 1
Du widersprichst meiner Argumentation gar nicht.[...]
Ich wollte deine Argumentation auch gar nicht widersprechen. Ich wollte nur erläutern, weshalb ich bezüglich der aktuell/vergangen Thematik eher Levis Ansicht teile.
Als ich meinte, dass ein aktueller Konflikt in Videospielen wahrscheinlich "schlimmer" für Betroffene ist, als ein vergangener, habe ich mich wohl missverständlich ausgesdrückt. Aber ich bin nicht so der Wortjongleur und gerade bei diesem Thema ist es zumindest für mich schwer irgendwie wirklich die exakt passenden Worte zu finden.
Also noch mal ein Versuch:
Ich kann euch beiden gewissermaßen verstehen. Dich, Levi, dass es egal ist, ob es ein aktueller Konflikt ist oder nicht. Schmerz vergeht nie endgültig und die Zeit heilt die Wunden meist nur in begrenzten Maße. Daher würde ich sagen, dass ein aktueller Konflikt nicht unbedingt "schlimmer" ist. Jedoch, da stimme ich dir, Wulgaru, zu, ist es für die Betroffenen weniger ein erfahrenes/erlebtes Leiden. Es ist ein noch bestehenes, sich in nächster Zeit eventuell noch verschärfenderes Leiden. Ich glaube aber, dass dies weniger ein Leiden ist, weil etwas passiert ist, z.B. das der Ehemann kürzlich in Afghanistan gestorben ist (was häufig genug jedoch der Fall ist), sondern eher ein Leiden aus Angst, dass noch etwas passieren kann. Also vielmehr eine Art Ungewissheit. Und im Gegensatz zu der Weltkriegsgeneration, welche über Jahrzehnte hinweg mit ihren Erlebnissen/Emotionen gelernt hat umzugehen und vor allem ungehen zu müssen, ist die jetzige Generation der Betroffenen erst noch dabei das erlebte überhaupt zu begreifen. Insofern ist es für die "Jetzigen" "schlimmer".
Für mich ist ein Kriegsleid, egal ob aktuell oder vergangen, jedoch nicht miteinander abwägbar (oder abwiegbar?). Daher finde ich aus, mehr oder weniger, den selben Gründen Weltkriegsshoooter und andere "Realo-Shooter" nicht angebracht.
Und ich finde eben, dass du irgendwie doch ein Leid mit dem anderen Leid abwägst, Wulgaru.
So kann man das alte Forum-Design auswählen:
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hier sollte echt geclosed werden, am thema wird schon zu lange vorbeidiskutiert
ist ja völlig ok, dass ihr gegen reale kriegsszenarien seid, aber das thema hier ist eine stufe niedriger anzusiedeln ... auf einer ebene in der es eben diese realistischen shooter gibt, und zwar ob es ok ist die taliban ins spiel zu bringen (im wahrsten sinne des wortes)
hier wird nicht mehr diskutiert obs pizza oder pommes gibt sondern ob man überhaupt essen soll
Ich finde es konsequent und richtig! Ich würde es auch besser finden wenn man im Singleplayer nur die Taliban spielen würde und nur die Amis abknallen könnte.
IxAxUx 1 hat geschrieben:Videospieler, sofern ich davon ausgehen kann, dass sie reif genug sind und sich der Tragweite bewusst sind und trotzdem diese Spiele spielen, halte ich einfach für Leute mit zu wenig moralischem Bewusstsein.
Ich denke man kann sehr wohl ein moralisches Bewusstsein haben und trotzdem allerlei unsinnige Grütze konsumieren.
Meine virtuelle Moral muss ja nicht zwangsweise ident mit meiner realen Moral sein. Wenn es so wäre dann darf ich ja eben wie schon gesagt wirklich kaum etwas spielen. Töten in einigermassen realistischer Darstellung ist Spielinhalt sehr vieler meiner Spiele.
manche Dinge so ernst nehmen sollte, dass man einfach kein Spiel daraus macht.
ah ja
Also der nächste kann dann seine Grenze noch tiefer ansetzen und dir dann fehlendes moralisches Bewusstsein vorwerfen da du in NfS hemmungslos die Boliden rammst und in Mafia die konkurrierende Familie wegräumst. (was auch immer)
Moral oder Ethik ist ja kein klar definierbares Gesetz, das ist eig. relativ willkürlich wo man seine Limits hat, und real und virtuell sollten imo auch klar getrennt betrachtet werden.
Das Argument "ist nur ein Spiel" ist reichlich nichtssagend, aber es ist am Ende wohl doch das Entscheidende. Es findet eben alles innerhalb einer virtuellen Welt statt, kein Mensch kommt zu schaden und in aller Regel wird der Konsument auch nicht sofort "verblöden" wenn er ein paar Sekunden Condemned, Postal oder MadWorld spielt.
''You must be the change you wish to see in the world.'' Gandhi
''An eye for an eye, and soon the whole world is blind.'' Gandhi
''Verstand dient der Wahrnehmung der eigenen Interessen, Vernunft ist Wahrnehmung des Gesamtinteresses.'' Weizsäcker
crackajack hat geschrieben:
Ich denke man kann sehr wohl ein moralisches Bewusstsein haben und trotzdem allerlei unsinnige Grütze konsumieren.[...]
manche Dinge so ernst nehmen sollte, dass man einfach kein Spiel daraus macht.
ah ja
Also der nächste kann dann seine Grenze noch tiefer ansetzen und dir dann fehlendes moralisches Bewusstsein vorwerfen da du in NfS hemmungslos die Boliden rammst und in Mafia die konkurrierende Familie wegräumst. (was auch immer)
[...]
Natürlich haben MoH-Spieler ein moralisches Bewusstsein. Und es sind ja nicht alle MoH-Spieler Bestien und Fans von Kriegen. Nur fehlt ihnen meiner Meinung nach einfach in diesem speziellen Fall ("ich daddel MoH und töte den Feind") das moralische Bewusstsein. Ist natürlich "nur" meine Meinung.
Und ja, es kann natürlich sein, dass jemand die "Moral-Latte" noch wesentlich höher schraubt, als ich. Ich denke da an Vegetaria, die nicht aus Gesundheitsgründen welche sind, sondern weil sie meinen, man dürfe aus Prinzip kein Fleisch essen. Das kann ich bis jetzt noch nicht verstehen. Und mich würde es nicht sehr überraschen, wenn manch ein Videospieler eben im Bereich Videospiele eine höhere "Moral-Latte" hat, die nicht unterschritten werden sollte.
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Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, dass Taliban in welcher Form auch immer spielbar sind. Ich bin mir sicher, dass das ganze ua. einen geplanten Medieneffekt haben sollte, dass macht das ganze für mich ethisch inkorrekt. Nicht aber das Spiel selbst, warum auch.
Die bescheuerte Aussage die ich hier mehrfach lesen musste, dass der WK2 viel besser und weniger tragisch zu spielen sei, weil er kein aktueller Konflikt ist und wir mittlerweile in der 3-4ten Generation danach sind, weswegen wir uns nicht wirklich mit dem Schmerz und Leid (auf beiden Seiten!) identifizieren können.. Kommt schon. Ernsthaft? Die Aussage ist so unfassbar, dass man jeden der auch nur im entferntesten sowas sagt direkt von der Diskussion ausschließen sollte.
Ihr redet von Ethik, von Pietät, und sagt IM SELBEN SATZ, dass die Opfer in der eigenen Familie np sind, weil schon so lange her, und es leben eh nur maximal noch Uropas unso?
So ein Bullshit, ich würde mich für eine solche Doppelmoral schämen. Hat vielleicht damit zu tun das ich lange Zeit bei der 4./212 PzGren gedient habe, SFOR und KFOR mitgefahren bin - und wir beim Verein Respekt vor den Toten haben. Egal wann, egal wo. Die Amerikaner sind übrigens genauso Kriegsverbrecher wie so ziemlich jedes verdammte Land, dass ihr mal in den Medien gehört habt in den letzten 10 Jahren. Sei es Italien, sei es Spanien, you name it. Nicht in dem Maßstab wie andere Länder, aber ich glaube es ist mir als Opfer egal ob ich nun durch nen hinterhältigen Giftgas-Angriff oder nen hinterhältigen Napalm-Angriff (Ja, Mr."Vergangene und aktuelle Kriege") umkomme. Beides beschissene Alternativen. Und, wen juckts? Mich nicht. Alle haben Leichen im Keller, damit dürfen Politiker sich rumärgern - ich will nen schönes Spiel spielen. Ob nun SC2, Mafia 2 oder eben MOH/COD.
tl;dr: gtfo mit "aktuelle Kriege = schlimmer als vergangene Kriege" - das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden, der in irgendeiner Form mal einen Angehörigen (oder Kameraden) verloren hat. Euer Opa kann euch die ein oder andere Geschichte dazu erzählen - meiner zumindest konnte das. Und ich glaube partout nicht daran, dass er jemals vergessen hat, wie das damals war. Empfehle übrigens die Dokus über die Bismark usw., in welcher die ex-Matrosen weinend über den Schrecken dort berichten. LEBENDE ex-Matrosen. Oder die Tage erst, auch sehr schön, über deutsche Selbstmordkommandos um Bomber abzufangen. Fragt mal die, was für Emotionen sie hatten, als sie sich mit ihren Flugzeugen in die Bomber gesteuert haben - haben ein paar überlebt.
Sorry für den Riesentext, ich kanns auch verkürzen: ein Krieg ist NIE vorbei. In den Herzen/Kopf derer, die ihn erlebt haben. Keiner jammert bei WK2-Spielen, weil das ja die Vergangenheit ist - dass es noch einige Zeitzeugen gibt, scheint da keinen zu interessieren. Oder es sind nicht genug Zeitzeugen, also scheiß drauf.
Nur mal so als Frage, für mich, der "political correctness" zeigen will..
Wann ist ein Krieg denn vergangen genug, dass man ihn ohne Probleme spielen kann? Vietnam? Die französische Revolution? Als Conquistadore vielleicht? OP Desert Storm? Iraqi Freedom? Wäre mal interessant, das System zu kennen, nach welchem Kriege als "unbedenklich" eingestuft werden.
edit: wasn das fürn Name? ôo
edit2: der aktuelle Krieg müsste btw. der "am wenigsten schlimme" sein, nach der Logik des ein oder anderen - denn im großen und ganzen ist es ein chirurgischer Krieg. Ich sehs anders, es ist ein Krieg wie alle anderen, nicht besser, nicht schlechter. Nicht aktueller, nicht akuter, nicht grausamer, nicht menschenverachtender (auch so n Beispiel, was waren denn V2 Raketen, Bombenteppiche über Dresden, Napalm, Gas?) - genau derselbe. Und ich für meinen Teil kann es als Spiel sehen. Nicht anders als Bomberman, nicht anders als Starcraft 2(!). Jemand will mich besiegen/töten/schlagen, ich will besser sein. Das Umfeld ist mir egal. Darum gehts für mich in Spielen, das kompetetive - egal ob nun Bomberman, NFS, blabla. Scheinbar ist man aber nicht grundsätzlich dazu in der Lage, ein Spiel von der Realität zu unterscheiden. Bzw. einen einheitlichen moralischen Standpunkt zu bilden, siehe "vergangene Kriege np, aber aktuelle? zomg!". Dahinter steckt keine Logik, sondern "einfach was gesagt haben wollen". Polemik, was weiß ich - aber keine Ethik.