Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
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- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
@Scipione
Wenn man nicht mal mehr merkt, dass man unsachlich und beleidigend wird, stimmt irgendwas nicht.
Du tust ja gerade so, als ob du dich sachlich zu ihrer Finanzierung geäußert hättest, tatsächlich aber bist du gleich mit der Tür ins Haus gefallen, sie wäre die Jungfrau in Nöten, weil sie sich ihr Projekt finanzieren lässt.
Sie hat im Vorhinein ziemlich klar strukturiert dargestellt, was sie vorhat und es hätte sich ja auch niemand melden müssen. Es war ein Versuch, das hat sie auch mehrmals erklärt. Wäre nicht genügend Geld rein gekommen, wäre sie das ganze womöglich anders angegangen.
Nun hat sie aber - gerade auch über die Umweg des Shitstorms und mit darauffolgender Solidaritätsbezeugungen vieler "netter" Menschen - eine riesen Menge an Geld gesammelt. Tja, so kann es eben auch laufen. Das ist doch schön, freu dich für die Frau, dir wird ja nichts weggenommen. Was also tut ihr Finanzierungsmodell zur Sache, zumal knapp 6000 $ für 6 Folgen nun auch nicht wirklich viel gewesen wären.
Denn was hier einige vergessen, es handelt sich eben nicht um ein einfaches Youtube Video, sondern schlicht um mehr oder weniger guten Journalismus. Und der kostet Zeit und Geld.
Es ist ja auch nicht so, dass sie die Videos gedreht und im Nachhinein Geld dafür verlangt hätte, oder, dass sie sich von den öffentlich rechtlichen Sendern über die GEZ hat bezahlen lassen, nein, sie hat nett darum gebeten, indem sie ihr Projekt vorgestellt hat. So what? Ich sehe da immer noch kein moralisches Dilemma, zumal ja auch nirgendwo behauptet würde, ihre Videoreihe würde 160.000$ kosten.
Lass sie doch machen.
Der Inhalt bietet nach der ersten Folge doch schon Angriffsfläche genug, schon alleine, dass sich die Industrie längst davon weg entwickelt hat und das DiD Prinzip heute faktisch keine Rolle mehr spielt und ihrer Forderung quasi schon nach gekommen wurde, bevor sie diese überhaupt geäußert hat.
Sie fängt halt nicht bei Null an und schließt in ihrer Argumentation keine weiteren Prämissen mit ein, auch keine widersprüchlichen, wodurch das Ergebnis so gesehen irrelevant ist, weil es kein Ergebnis ist. Es steht ja von der ersten Sekunde an fest, was Sache ist und das zieht sie halt 30 Min. durch.
Am härtesten erwischt es dabei Starfox Adventures, welches viele Stadien durchlaufen hat. Ganz am Anfang waren das ein Fuchsjunge- Mädchen, die zusammen arbeiten sollten, dann wurde der Junge gestrichen und das Mädel älter gemacht, naja und dann war es zu spät und der GC war da.
http://24.media.tumblr.com/tumblr_m2ar6 ... o1_500.png
und das hier war nicht Fox McCloud
http://thegia.psy-q.ch/sites/www.thegia ... 1/dp01.jpg
Dass man da lieber auf ein bekanntes Pferd setzt, als eine neue Figur einzufügen, sollte jedem klar sein. Bezeichnend war doch dabei nur wieder mal die Darstellung und die Rolle der jungen Dame in dem Spiel und dass sie quasi von Anfang an nichts anderes ist, als das Objekt.
Der Rest ihrer Behauptung dazu blendet aber die gesamte Entwicklung dieses Titel aus und reduziert ihn rein auf die Gender- und DiD-Problematik. Dabei spielten da noch viele andere wesentlich wichtigere Faktoren ne Rolle.
Mario ist ne Parodie. Klar, der späte 80er und frühe 90er Mario vielleicht noch nicht, aber später war das einfach nur noch zugespitzte Parodie, die soweit ging, dass der Mini Koopa aus Mario Sunshine dachte, Peach wäre seine Mutter. Wer das nicht mit Humor sehen kann... wie gesagt, sie bietet beleibe genügend Angriffsfläche und das rein auf inhaltlicher Seite.
Dass sie dann noch ein paar wissenschaftliche Tatsachen in den Raum wirft, die keine sind, macht ihre Behauptungen zum Teil genauso falsch, wie dass Shooter die Jugendlichen zu Amokläufern machen.
Und schwupps, ist das ganze Ding ne Nullnummer und das obwohl ich absoluter Feminist bin.
Klar wurden viele dieser Argumente hier zum Teil längst geäußert, aber in einem Ton, der jede sachliche Auseinandersetzung verhindert. Bis hin zur beleidigten Leberwurst, die ja als angeblicher Chauvinist diese ganze moderne Sache mit dem Feminismus nicht versteht. Da kann doch keiner ernsthaft drauf antworten.
Hier wird aber oft so getan, als wäre die ganze Problematik völlig harmlos, Feminismus überflüssig und Sexismus nicht existent. Und das ist einfach nicht der Fall. Und nur das will dieses Video ja auch zeigen und zum diskutieren anregen, damit man sich mal Gedanken macht, wo das noch so ist und wo das nicht so ist.
Die nächsten Folgen werden krasser. Das würde ich einfach mal so behaupten.
Wenn man nicht mal mehr merkt, dass man unsachlich und beleidigend wird, stimmt irgendwas nicht.
Du tust ja gerade so, als ob du dich sachlich zu ihrer Finanzierung geäußert hättest, tatsächlich aber bist du gleich mit der Tür ins Haus gefallen, sie wäre die Jungfrau in Nöten, weil sie sich ihr Projekt finanzieren lässt.
Sie hat im Vorhinein ziemlich klar strukturiert dargestellt, was sie vorhat und es hätte sich ja auch niemand melden müssen. Es war ein Versuch, das hat sie auch mehrmals erklärt. Wäre nicht genügend Geld rein gekommen, wäre sie das ganze womöglich anders angegangen.
Nun hat sie aber - gerade auch über die Umweg des Shitstorms und mit darauffolgender Solidaritätsbezeugungen vieler "netter" Menschen - eine riesen Menge an Geld gesammelt. Tja, so kann es eben auch laufen. Das ist doch schön, freu dich für die Frau, dir wird ja nichts weggenommen. Was also tut ihr Finanzierungsmodell zur Sache, zumal knapp 6000 $ für 6 Folgen nun auch nicht wirklich viel gewesen wären.
Denn was hier einige vergessen, es handelt sich eben nicht um ein einfaches Youtube Video, sondern schlicht um mehr oder weniger guten Journalismus. Und der kostet Zeit und Geld.
Es ist ja auch nicht so, dass sie die Videos gedreht und im Nachhinein Geld dafür verlangt hätte, oder, dass sie sich von den öffentlich rechtlichen Sendern über die GEZ hat bezahlen lassen, nein, sie hat nett darum gebeten, indem sie ihr Projekt vorgestellt hat. So what? Ich sehe da immer noch kein moralisches Dilemma, zumal ja auch nirgendwo behauptet würde, ihre Videoreihe würde 160.000$ kosten.
Lass sie doch machen.
Der Inhalt bietet nach der ersten Folge doch schon Angriffsfläche genug, schon alleine, dass sich die Industrie längst davon weg entwickelt hat und das DiD Prinzip heute faktisch keine Rolle mehr spielt und ihrer Forderung quasi schon nach gekommen wurde, bevor sie diese überhaupt geäußert hat.
Sie fängt halt nicht bei Null an und schließt in ihrer Argumentation keine weiteren Prämissen mit ein, auch keine widersprüchlichen, wodurch das Ergebnis so gesehen irrelevant ist, weil es kein Ergebnis ist. Es steht ja von der ersten Sekunde an fest, was Sache ist und das zieht sie halt 30 Min. durch.
Am härtesten erwischt es dabei Starfox Adventures, welches viele Stadien durchlaufen hat. Ganz am Anfang waren das ein Fuchsjunge- Mädchen, die zusammen arbeiten sollten, dann wurde der Junge gestrichen und das Mädel älter gemacht, naja und dann war es zu spät und der GC war da.
http://24.media.tumblr.com/tumblr_m2ar6 ... o1_500.png
und das hier war nicht Fox McCloud
http://thegia.psy-q.ch/sites/www.thegia ... 1/dp01.jpg
Dass man da lieber auf ein bekanntes Pferd setzt, als eine neue Figur einzufügen, sollte jedem klar sein. Bezeichnend war doch dabei nur wieder mal die Darstellung und die Rolle der jungen Dame in dem Spiel und dass sie quasi von Anfang an nichts anderes ist, als das Objekt.
Der Rest ihrer Behauptung dazu blendet aber die gesamte Entwicklung dieses Titel aus und reduziert ihn rein auf die Gender- und DiD-Problematik. Dabei spielten da noch viele andere wesentlich wichtigere Faktoren ne Rolle.
Mario ist ne Parodie. Klar, der späte 80er und frühe 90er Mario vielleicht noch nicht, aber später war das einfach nur noch zugespitzte Parodie, die soweit ging, dass der Mini Koopa aus Mario Sunshine dachte, Peach wäre seine Mutter. Wer das nicht mit Humor sehen kann... wie gesagt, sie bietet beleibe genügend Angriffsfläche und das rein auf inhaltlicher Seite.
Dass sie dann noch ein paar wissenschaftliche Tatsachen in den Raum wirft, die keine sind, macht ihre Behauptungen zum Teil genauso falsch, wie dass Shooter die Jugendlichen zu Amokläufern machen.
Und schwupps, ist das ganze Ding ne Nullnummer und das obwohl ich absoluter Feminist bin.
Klar wurden viele dieser Argumente hier zum Teil längst geäußert, aber in einem Ton, der jede sachliche Auseinandersetzung verhindert. Bis hin zur beleidigten Leberwurst, die ja als angeblicher Chauvinist diese ganze moderne Sache mit dem Feminismus nicht versteht. Da kann doch keiner ernsthaft drauf antworten.
Hier wird aber oft so getan, als wäre die ganze Problematik völlig harmlos, Feminismus überflüssig und Sexismus nicht existent. Und das ist einfach nicht der Fall. Und nur das will dieses Video ja auch zeigen und zum diskutieren anregen, damit man sich mal Gedanken macht, wo das noch so ist und wo das nicht so ist.
Die nächsten Folgen werden krasser. Das würde ich einfach mal so behaupten.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 12.03.2013 01:38, insgesamt 4-mal geändert.
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Easy Lee
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Wie - Twilight ist nur was für Mädchen? Hast du keine Empathie für deine Geschlechtsgenossen, die vergeblich das Recht einfordern ohne Spott und Häme dieses Stück Kulturgut zu geniessen?
- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Und hier nochmal ein sehr schönder Beitrag zu unserem Thema:
http://blog.pricecharting.com/2012/09/e ... study.html
http://blog.pricecharting.com/2012/09/e ... study.html
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Vernon
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Puh, da prallen Welten aufeinander, denn genau so einer bin ich.muecke-the-lietz hat geschrieben:
Hier wird aber oft so getan, als wäre die ganze Problematik völlig harmlos, Feminismus überflüssig und Sexismus nicht existent.
Wer hat eigentlich das Wort "Sexismus" erfunden? Eine Frau zwängt sich in ihre Abendgarderobe. Sagt man "Du siehst klasse aus", ist es ein Kompliment. Wird man konkreter und sagt "Nettes Dekolletee und toller Hintern", ist es Sexismus. Als ob man den ungesunden Chemiemist aus Fernost im Gesicht namens Make-up auch noch beurteilen müsste. Gut, ja, Mann muss. Grr.
Ferner werfe ich Feministinnen vor, dass sie meist als praxisferne Wesen eher theoretisches Wissen, welches in ihren Kram passt, verarbeiten, und in Allgemeinplätzchen verarbeiten. Ähnlich wie Astrologen... wobei die beiden Genres eh in einer engen Wechselbeziehung wirken... Horoskope.
Drittens wirft die Videodame eine Problematik auf, die keine ist. Nehmen wir mal das Problem des Mannes in Videospielen auf: er wird erschossen. Ich möchte mal das Feministengequieke hören, wenn da öfters Frauen erschossen würden.
- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Puh, das ist jetzt schon ganz schön harter Scheiß.Vernon hat geschrieben:Puh, da prallen Welten aufeinander, denn genau so einer bin ich.muecke-the-lietz hat geschrieben:
Hier wird aber oft so getan, als wäre die ganze Problematik völlig harmlos, Feminismus überflüssig und Sexismus nicht existent.
Wer hat eigentlich das Wort "Sexismus" erfunden? Eine Frau zwängt sich in ihre Abendgarderobe. Sagt man "Du siehst klasse aus", ist es ein Kompliment. Wird man konkreter und sagt "Nettes Dekolletee und toller Hintern", ist es Sexismus. Als ob man den ungesunden Chemiemist aus Fernost im Gesicht namens Make-up auch noch beurteilen müsste. Gut, ja, Mann muss. Grr.
Ferner werfe ich Feministinnen vor, dass sie meist als praxisferne Wesen eher theoretisches Wissen, welches in ihren Kram passt, verarbeiten, und in Allgemeinplätzchen verarbeiten. Ähnlich wie Astrologen... wobei die beiden Genres eh in einer engen Wechselbeziehung wirken... Horoskope.
Drittens wirft die Videodame eine Problematik auf, die keine ist. Nehmen wir mal das Problem des Mannes in Videospielen auf: er wird erschossen. Ich möchte mal das Feministengequieke hören, wenn da öfters Frauen erschossen würden.
Einerseits die klassischen Mann/Frau Klischees, versteckt hinter der Aussage, man kann es eh nicht richtig machen (was zu 90 % einfach Unfug ist), das dann als Sexismus vs. Feminismus zu bezeichnen und dann nochmal schnell Feministinnen zu Alltagsfernen, Horoskop lesenden Muttis machen.
Wenn man seiner Freundin ein Kompliment macht und dann vielleicht noch ihre schönen Kurven erwähnt, wird sie sicher nicht laut "Sexist" rufen und die Polizei holen, anderseits geht es natürlich auch immer um angebrachtes, der Situation würdiges Verhalten. Außerdem ist eine Beziehung ja zum Teil auch sexuell, egal ob Mann-Frau, Frau-Frau, Mann-Mann, etc. da wird es doch auch logischerweise zu sexuellen Handlungen und Äußerungen kommen. Nur herrscht ja in der Beziehung auch ein Konsens wie weit das ok ist, es herrscht Freiwilligkeit und hoffentlich auch Gleichheit.
Und bei einer fremden oder semi bekannten Frau sollte man den Spruch zu ihrem Knackarsch einfach mal stecken lassen. Ich weiß jetzt nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.
Also immer dieses Argument, wie mans macht, man machts falsch, ist ehrlich gesagt, übertrieben. Man hört ja auch oft genug nicht zu, wodurch dann Kommunikationsprobleme entstehen und ihrer Hilflosigkeit suchen viele Männer dann immer den Ausweg über die nicht zu enträtselnden Frauen.
Das ist irgendwie traurig.
Feministinnen sind nicht alle theoretische, kleine Unihäschen, sondern zum Teil an vorderster Front mit dabei, wenn es um Opferhilfe, Frauenrechte und die Gewinnung von Mädels für naturwissenschaftliche Fächer geht.
Der theoretische Teil des Feminismus beschäftigt sich ja zum Großteil mit Phänomenen und Hypothesen, die in der reinen, theoretischen Form oft gar nicht umsetzbar sind. Aber das ist, wie gesagt, nur ein Teil des Feminismus.
Der andere Teil kämpft Tag für Tag in dritte Welt Ländern um ein Grundmaß an Frauenrechten, gegen Genitalverstümmelungen, gegen Zwangsheirat und Mädchenhandel, unterstützt allein gelassene Mütter, klärt auch in dritte Welt Ländern über Verhütung auf, etc.
Da geben sich Hilfsorganisationen und Feminismus die Hand. Das hat dann nichts mehr mit Theorie zu tun.
Die Rolle der Frau in Indien bspw. ist bittere Praxis und da wird dann Feminismus plötzlich mehr, als Hypothesen im Vakuum, was einige Kritiker dem Feminismus oft versuchen vor zuwerfen.
Und zu aller Letzt: Könntest du versuchen zu begreifen, dass Sexismus mehr ist, als seiner Freundin Tipps bei der Abendgadrobe zu geben? Ganz so harmlos ist das Problem des alltäglichen Sexismus dann nämlich doch nicht, auch wenn uns die Massenmedien diesen Eindruck glaubhaft machen wollen.
Und deine Ausdrucksweise ist unheimlich vulgär. Warum muss es denn gleich Feminismus Gequicke sein, warum müssen Feministinnen auf Horoskope stehen, warum ist Feminismus wie Astrologie? Im Feminismus geht es in allererste Linie um Frauenrechte und die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft, außerdem um die Emanzipation also Unabhängikeit der Frauen von den Männern. Das sind knallharte, praxisnahe Themen. Wo da jetzt ein Bezug zu einer esoterischen Lehre hergenommen wird, versteh ich nicht.
- zipit
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
der grund ist doch in diesem thread ab seite eins ersichtlich. viele männer scheinen sich immer nochmuecke-the-lietz hat geschrieben:
Und deine Ausdrucksweise ist unheimlich vulgär. Warum muss es denn gleich Feminismus Gequicke sein, warum müssen Feministinnen auf Horoskope stehen, warum ist Feminismus wie Astrologie?
von einer gebildeten frau berdroht zu fühlen, deshalb wird dann versucht , bewusst oder unbewusst,
diese person zu diskreditieren oder ihre aussagen und sie selbst ins lächerliche zu ziehen. mein
lieblingsbeispiel in dem thread findet sich irgendwo auf den ersten seiten, da schreib jemand, dass
das video keinem wissenschaftlichen standard gerecht werden würde und ihr in einer hausarbeit alles
rot angestrichen werden würde. interessant ist auch, dass fast immer personen bezogen abgewertet
wird (praxisferne wesen, videotante, quieken, usw usf). das thema bietet dabei insgesamt natürlich
eine schöne möglichkeit den eigenen ressentiments freien lauf zu lassen.
ungeachtet der ganzen trolle, bleibt zu konstatieren, dass gamer im vergleich zur gesamtbe-
völkerung scheinbar überproportional viele chauvinisten stellen (denn in anderen foren bietet
sich das gleiche bild zu diesem thema). die gründe dafür sind ein weiteres kapitel.
btw, ich würde die genrelle grundhaltung der meisten ewig-gestrigen hier auch nicht sexistisch,
sondern chauvinistisch nennen. die beiden begriffe liegen natürlich dicht beeinander, aber imho
steht mehr die abgrenzung von/zu frauen und nicht die abwertung von frauen im vordergrund.
-
Plor
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich gehe mal davon aus, dass du nicht schwul bist... Dann gibt es nämlich einen ziemlich leichten Weg, darüber nachzudenken, ab wann etwas unangebracht ist und sich in sexistische Regionen bewegt. Stell dir einfach vor, ein Mann, den du noch nie gesehen hast und der dir physisch deutlich überlegen ist, würde entsprechende Sachen auf der Straße zu dir sagen. Ab wann wäre es dir unangenehm? Ab wann würdest du dich bedroht fühlen?Vernon hat geschrieben: Puh, da prallen Welten aufeinander, denn genau so einer bin ich.
Wer hat eigentlich das Wort "Sexismus" erfunden? Eine Frau zwängt sich in ihre Abendgarderobe. Sagt man "Du siehst klasse aus", ist es ein Kompliment. Wird man konkreter und sagt "Nettes Dekolletee und toller Hintern", ist es Sexismus. Als ob man den ungesunden Chemiemist aus Fernost im Gesicht namens Make-up auch noch beurteilen müsste. Gut, ja, Mann muss. Grr.
Die feministische Forschung arbeitet ganz oft mit soziologischen Studien, die die klassischen wissenschaftlichen Kriterien (Verblindung, Reproduzierbarkeit etc.) genau so erfüllen wie andere Studien auch. Da kommt es dann mitunter auch zu ziemlich spannenden Ergebnissen: So gab es z.B. Mathetests, in denen Frauen allein dadurch signifikant schlechter abschnitten, dass sie zu Beginn des Tests nach ihrem Geschlecht gefragt wurden (im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe, bei der dies nicht geschah).Ferner werfe ich Feministinnen vor, dass sie meist als praxisferne Wesen eher theoretisches Wissen, welches in ihren Kram passt, verarbeiten, und in Allgemeinplätzchen verarbeiten. Ähnlich wie Astrologen... wobei die beiden Genres eh in einer engen Wechselbeziehung wirken... Horoskope.
Du hast das Problem nicht verstanden, wenn du diesen Vergleich bringst. Es geht um die Markierung der Weiblkichkeit in einer stereotypen Rolle. Ein analoges Problem - dessen Problematik zu verstehen, Männern oft leichter fällt - wäre die Darstellung von Schwarzen in Kunst und Medien würde sich auch heute noch primär auf dem Niveau bewegen wie vor 50 oder 100 Jahren: d.h. Schwarze würden in Videospielen primär als trommelnde, tanzende Buschmänner dargestellt, deren einziger Sinn es ist, den weißen Helden zu bedienen und mit Items zu versorgen. Da würden sich mit Sicherheit - wie in diesem Fall - auch Soziologen dranhängen und die klischeehafte Wiederholung dieses Tropus untersuchen und auch in Frage stellen... und ebenfalls wie in diesem Fall vollkommen zurecht.Drittens wirft die Videodame eine Problematik auf, die keine ist. Nehmen wir mal das Problem des Mannes in Videospielen auf: er wird erschossen. Ich möchte mal das Feministengequieke hören, wenn da öfters Frauen erschossen würden.
- brent
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
White Knights unite!1111
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Kann mal bitte jemand diesen quäkenden Knappen zur Ruhe bringen, der sich die ganze Zeit für Sancho Panza zu halten scheint?brent hat geschrieben:White Knights unite!1111
- Kajetan
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Jeder Hof braucht seinen Hofnarren. Da er sich freiwillig gemeldet hat, darf er das doch gerne machen, oder nicht?mr archer hat geschrieben:Kann mal bitte jemand diesen quäkenden Knappen zur Ruhe bringen, der sich die ganze Zeit für Sancho Panza zu halten scheint?brent hat geschrieben:White Knights unite!1111
- mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Hr, hr, hr. Danke für die Vorlage. Jetzt läuft bei mir die Hofnarr-Szene vom Beginn des ersten Werner - Films.Kajetan hat geschrieben:Jeder Hof braucht seinen Hofnarren. Da er sich freiwillig gemeldet hat, darf er das doch gerne machen, oder nicht?mr archer hat geschrieben:Kann mal bitte jemand diesen quäkenden Knappen zur Ruhe bringen, der sich die ganze Zeit für Sancho Panza zu halten scheint?brent hat geschrieben:White Knights unite!1111
Daumen runter.
- Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Die Übertragung der Rolle in die Videospiele ist meiner Meinung nach ein unrichtiger Schluss.Plor hat geschrieben:Es geht um die Markierung der Weiblkichkeit in einer stereotypen Rolle.
Das DiD-Konzept (in Games) entstand meiner Ansicht nach nicht daraus, sondern aus der Aufgabe, die Story um einen männlichen Protagonisten (wegen der männlichen Zielgruppe) einerseits möglichst simpel (Rettung einer geliebten Person als einen Menschen am meisten motivierendes Ziel) und gleichzeitig nicht dem Gameplay entgegenstehend zu halten.
Beispiel:
Held geht auf das Schloss des Bösewichten zu, Geliebte kommt entgegen und sagt: "du brauchst nicht mehr reingehen, ich habe den Typen schon selbst erledigt!"
Das steht in den meisten Fällen dem Gameplay, das irgend wie in eine Story gepresst werden muss, völlig entgegen (es gibt kein finales Level, keinen Bosskampf) und ist nebenbei auch aus dramaturgischer Perspektive ein Griff ins Klo. Das ist übrigens auch in den verdrehten Fällen, wie z.B. bei Super Princess Peach der Fall. Dort wäre es genau so daneben, wenn sich Mario selbst befreien könnte.
- brent
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Solange ihr euch dann zu weiteren 60 Seiten dieses Affenspektakels und Höschenzirkus hinreißen lasst, ist das Vergnügen ganz meinerseits.
-
Randall Flagg
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Es sollte öfters News und Threads wie diesen geben. Gibt doch immer was zu lachen.
- mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Damit kommst Du aber nicht aus dem von der Feminismus-Kritik aufgeworfenen Grundproblem heraus. Aus dieser Sicht ist die Stereotypisierung von Geschlechterrollen das übergeordnet zu betrachtende Phänomen. Die Damsel in Distress ist grundsätzlich ein Stereotyp. Genau wie der muskelbepackte Barbarenkrieger, der zu ihrer Befreiung eilt. Das unterhalb dieser Analyse im konkreten Fall die Sache auch einfach einen praktischen Hintergrund haben kann, wie Du ihn schilderst, mag so sein. Es ändert nur nichts am grundsätzlichen Befund, dass hier überholte Geschlechterklischees unhinterfragt weiter tradiert werden.Wigggenz hat geschrieben:Die Übertragung der Rolle in die Videospiele ist meiner Meinung nach ein unrichtiger Schluss.Plor hat geschrieben:Es geht um die Markierung der Weiblkichkeit in einer stereotypen Rolle.
Das DiD-Konzept (in Games) entstand meiner Ansicht nach nicht daraus, sondern aus der Aufgabe, die Story um einen männlichen Protagonisten (wegen der männlichen Zielgruppe) einerseits möglichst simpel (Rettung einer geliebten Person als einen Menschen am meisten motivierendes Ziel) und gleichzeitig nicht dem Gameplay entgegenstehend zu halten.
Wie man mit der Tatsache umgeht, beispielsweise mit postmoderner Ironie, mit offensiver Kritik usw. usw., ist dann Aushandlungssache der verschiedenen Diskursparteien. Also Politik.
