Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

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Danilot
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Danilot »

Naja es ist schon korrekt, wenn hier das Argument vertreten wird, dass Sapkowski zum weiteren Erfolg der Serie nichts beigetragen hat. Er hat seine literarische Welt für ein paar Tausend € als Vorlage verkauft mit allen Freiheiten, Risiken und Chancen für die Entwickler. Mehr war es ihm nicht wert, diese Euros haben ihm gereicht. Danach kam von ihm nichts mehr. Den künstlerischen Wert der Spiele hat er nicht anerkannt. Es hat ihn nicht interessiert, wie die Entwickler seine Geschichte weiter gesponnen haben. Er hat sich nicht weiter eingebracht, aber jetzt interessiert ihn der finanzielle Erfolg von CDR.

Die Entwickler haben das Risiko getragen, haben investiert, technische Lösungen gefunden und die Geschichte weiterentwickelt. Sie haben mit The Witcher 3 ein großartiges Werk geschaffen nach Jahren der Arbeit. Sie haben nebenbei die Geschichte besser aufgelöst als es Sapkowski vermochte und mit der Roten-Baron-Nebengeschichte auch selbst ihre volle Kreativität spielen lassen.

Diese künstlerische und auch technische Leistung musste aber CDR erstmal abliefern. Das hat doch vorher kaum einer geglaubt, dass ein OW-Game so gut, so dicht in der Erzählung sein kann. Trotz der sehr guten Vorlage war The Witcher 3 ja kein Selbstläufer. CDR hat einen langen Weg dafür genommen, während Sapkowski nebenbei bekannter wurde und herausragendes, kostenloses Marketing für seine Buchreihe bekommen hat, dazu die neue Netflixserie jetzt mit weiteren Einnahmen für ihn.

Was wäre, wenn EA die Lizenz erworben hätte oder Bethesda? Wäre dann ebenso ein hochwertiges Witcher 3 entstanden? Nein. Es wäre ein massentaugliches Konzeptgame entstanden, so wie bei Star Wars mit Battlefront. Wirtschaftlich vielleicht erfolgreich, künstlerisch aber mau.

Mittelerde, Star Wars Battlefront, diverse Film-Versoftungen... Also den Anteil von CDR an dem Erfolg würde ich nicht zu gering bewerten. Sapkowski hat diesen nicht kommen sehen und CDR damals sicher auch nicht. Insofern gab es damals einen realistischen Vertrag für alle Partein.

Wäre Sapkowski dem Studio stärker verbunden gewesen, dann hätten die vielleicht nochmal seine Entlohnung nachjustiert. Sapkowski interessiert das Werk der Entwickler aber nicht, er sieht nur den wirtschaftlichen Erfolg jetzt, nach Jahren der Arbeit ohne sein weiteres Zutun, und glaubt vielleicht noch, dass dies alleim auf seine Ursprungserzählung zurückzuführen ist. Nur Bücher versoften sich nicht von selbst. Sie hätten mit der Lizenz, die er ihnen verkauft hat, den letzten Mist programmieren können. Haben sie nicht, sie sind nach The Witcher 1 dran geblieben. Sapkowski konnte den steigenden Absatz seiner Bücher beobachten, während CDR die Serie langsam mit viel Fleiß und Kreativität stetig größer gemacht hat. Insofern kann man nicht sagen, dass Sapkowski zu Unrecht so wenig an den Spielen verdient hat. Er hat das verdient, was es ihm wert war.
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Blackcucumbermage
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Blackcucumbermage »

yeahhh brandon sanderson give it to ya, wenn dem seine bücher als spiel adaptiert werden bin ich erstmal weg tschau leben.
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

Cpl. KANE hat geschrieben: 08.10.2018 20:32 Anscheinend wird diese Form des Urheberrechts in Deutschland ganz ähnlich betrachtet wie in Polen, siehe folgenden Artikel:

https://www.lhr-law.de/magazin/urheberr ... verguetung
Leicht anderer Fall. Zumal diese Entscheidung auch nicht kritiklos aufgenommen wurde. Das steht ja auch im Artikel. Und die Kritiker haben letztlich die gleichen Argumente gebracht, wie auch die Kritiker im Falle Sapkowskis.

Wieso sollte derjenige, der das gesamte Risiko trägt, am Ende nicht auch den Gewinn bekommen. Im Falle eines Flops wäre Sapkowski ja auch nicht betroffen gewesen. Er hatte kein Risiko bei dieser Sache, ergo steht ihm auch nicht mehr zu, als er damals bekommen hat. So wurde zumindest von den Kritikern bei dem Kameramann argumentiert.

Es ist ein spannender Fall, und ich finde interessant, dass es so einen Paragraphen auch im deutschen Gesetz gibt, dieser aber auch hier eher ein Schattendasein fristet und nicht gänzlich kritiklos betrachtet wird.

Dennoch war der Fall ein anderer und die Klagesumme ja letztlich auch. Er war halt ein Mitarbeiter, der entscheidend zum Erfolg des Films beigetragen hat, da der Film ohne die legendäre Kamera nie so gut geworden wäre und er wollte letztlich am Megaerfolg des Films, an dem er aktiv mitgearbeitet hat, beteiligt werden, aber auch nicht über die Maße hinaus.

Ich finde es eigentlich auch selbstverständlich, dass alle Beteiligten an einem Produkt im Falle eines unerwarteten Erfolges nochmal nachträglich extra mit einem Bonus vergütet werden. Ist ja in vielen Firmen auch nicht anders. Daher verstehe ich auch nicht ganz, wieso man überhaupt gezwungen wird, den rechtlichen Weg zu gehen. Auch S. hätte man nach dem Erfolg von TW3 nochmal extra mit einem Bonus vergüten können ohne sich dabei ein Bein auszureißen oder die eigenen Aktionäre zu verprellen.

Ich kann mir das nur wirklich so erklären, dass man davon ausgegangen ist, dass er ja nachträglich mit seinen Büchern einen riesigen Erfolg hatte und damit ja am Ende auch nicht gänzlich leer aus der Sache rausgegangen ist. Was durchaus nicht ganz falsch ist.

Verträge im Nachhinein neu zu verhandeln und das Jahre später finde ich allerdings immer noch seltsam, zumal ja auch ewig Zeit gewesen wäre. Da kann ich mir nur erklären, dass man wohl den besten Zeitpunkt abgewartet hat, um am Ende am meisten rauszuholen.

Und ich empfehle auch, mal die Anklageschrift durchzulesen. Wurde mittlerweile teilweise übersetzt. Klingt für mich immernoch wie ein übermütiger Anwalt, der S. eingeredet hat, das wäre ne Topp Idee, das einfach Mal zu versuchen, ohne größeren Aussicht auf Erfolg. Einfach Mal versuchen und schauen was passiert.
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Michi-2801
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Michi-2801 »

Mistborn lese ich gerade... wenn dazu ein Videospiel kommt, das das "Magiesystem" des Buches perfekt umsetzt, haben wir das beste Kampfsystem aller Zeiten :D
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Eisenherz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Eisenherz »

Ohne CD Projekt und ihre Spiele hätte Sapkowski nie eine Netflix-Serie des Witchers bekommen, denn die existiert einzig dank des Erfolges des Spiele. Dass der Herr jetzt in einer Badewanne aus Geldscheinen liegt, die er sehr wahrscheinlich von Netflix bekommen hat, verdankt er einzig dem Team von CD Projekt. Dahingehend schon ein wenig undankbar, denn ohne all das wären er und seine Bücher nach wie vor nur harten Fans ein Begriff.
johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von johndoe1904612 »

CDP glänzt auch nicht mit Dankbarkeit. Für ein Appel und Ei die Lizenzrechte erworben und nun Millionen scheffeln. Da kam ja auch niemand auf die Idee einer Nachzahlung und Anpassung an die Marktverhältnisse.
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zmonx
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 08:07
Cpl. KANE hat geschrieben: 08.10.2018 20:32 Anscheinend wird diese Form des Urheberrechts in Deutschland ganz ähnlich betrachtet wie in Polen, siehe folgenden Artikel:

https://www.lhr-law.de/magazin/urheberr ... verguetung
Leicht anderer Fall. Zumal diese Entscheidung auch nicht kritiklos aufgenommen wurde. Das steht ja auch im Artikel. Und die Kritiker haben letztlich die gleichen Argumente gebracht, wie auch die Kritiker im Falle Sapkowskis.

Wieso sollte derjenige, der das gesamte Risiko trägt, am Ende nicht auch den Gewinn bekommen. Im Falle eines Flops wäre Sapkowski ja auch nicht betroffen gewesen. Er hatte kein Risiko bei dieser Sache, ergo steht ihm auch nicht mehr zu, als er damals bekommen hat. So wurde zumindest von den Kritikern bei dem Kameramann argumentiert.

Es ist ein spannender Fall, und ich finde interessant, dass es so einen Paragraphen auch im deutschen Gesetz gibt, dieser aber auch hier eher ein Schattendasein fristet und nicht gänzlich kritiklos betrachtet wird.

Dennoch war der Fall ein anderer und die Klagesumme ja letztlich auch. Er war halt ein Mitarbeiter, der entscheidend zum Erfolg des Films beigetragen hat, da der Film ohne die legendäre Kamera nie so gut geworden wäre und er wollte letztlich am Megaerfolg des Films, an dem er aktiv mitgearbeitet hat, beteiligt werden, aber auch nicht über die Maße hinaus.

Ich finde es eigentlich auch selbstverständlich, dass alle Beteiligten an einem Produkt im Falle eines unerwarteten Erfolges nochmal nachträglich extra mit einem Bonus vergütet werden. Ist ja in vielen Firmen auch nicht anders. Daher verstehe ich auch nicht ganz, wieso man überhaupt gezwungen wird, den rechtlichen Weg zu gehen. Auch S. hätte man nach dem Erfolg von TW3 nochmal extra mit einem Bonus vergüten können ohne sich dabei ein Bein auszureißen oder die eigenen Aktionäre zu verprellen.

Ich kann mir das nur wirklich so erklären, dass man davon ausgegangen ist, dass er ja nachträglich mit seinen Büchern einen riesigen Erfolg hatte und damit ja am Ende auch nicht gänzlich leer aus der Sache rausgegangen ist. Was durchaus nicht ganz falsch ist.

Verträge im Nachhinein neu zu verhandeln und das Jahre später finde ich allerdings immer noch seltsam, zumal ja auch ewig Zeit gewesen wäre. Da kann ich mir nur erklären, dass man wohl den besten Zeitpunkt abgewartet hat, um am Ende am meisten rauszuholen.

Und ich empfehle auch, mal die Anklageschrift durchzulesen. Wurde mittlerweile teilweise übersetzt. Klingt für mich immernoch wie ein übermütiger Anwalt, der S. eingeredet hat, das wäre ne Topp Idee, das einfach Mal zu versuchen, ohne größeren Aussicht auf Erfolg. Einfach Mal versuchen und schauen was passiert.
Man muss die Sache auch mal im zeitlich Ablauf betrachten, "damals" war Gaming noch Nische und es konnte doch keiner vorhersehen, dass sich das Business zu einem der lukrativsten Geschäfte weltweit entwickelt, vergleichbar mit der damaligen Musikindustrie in etwa... Was hätte denn Sapkowski verlangen sollen? 20 Millionen von einem Noname-Entwickler, der seine Mitarbeiter kaum ausreichend bezahlen konnte und wahrscheinlich auch vieles auf Pump lief?! Da hat nun mal nicht das heutige EA angeklopft und um Rechte gebeten.

Klar, wäre es klug gewesen diese angebotene Beteiligung zu wählen, das gibt er doch unmissverständlich zu. Heute sind wir natürlich alle klüger. Was Sanderson hier ebenfalls nicht versteht.

Mir scheint es auch, dass viele nicht verstehen, was Sapkowski für Vorarbeit geleistet hat, damit CDPR zu dem wurde was es jetzt ist, was bestimmt ebenfalls nicht ohne ist.
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

Pommern hat geschrieben: 09.10.2018 09:13 CDP glänzt auch nicht mit Dankbarkeit. Für ein Appel und Ei die Lizenzrechte erworben und nun Millionen scheffeln. Da kam ja auch niemand auf die Idee einer Nachzahlung und Anpassung an die Marktverhältnisse.
Das sehe ich ja tatsächlich auch so. Es hätte ja auch gar nicht so weit kommen müssen, wenn man mal von alleine auf die Idee gekommen wäre.

Immerhin ist er der Schöpfer dieser Welt. Die Spiele sind zwar kein Selbstläufer und eine gute Lizenz macht noch lange kein gutes und erfolgreiches Spiel, aber trotzdem profitieren die Spiele ja von dieser relativ ausgefeilten Welt. Also, sein Werk hat schon maßgeblich zum Erfolg beigetragen und da hätte man schon wesentlich früher auf ihn zugehen können.

Hier haben sich beide Seiten nicht mit Ruhm bekleckert. Allerdings muss man hier auch die besondere Situation betrachten, dass S. sich nach der Lizenzabgabe so gut wie gar nicht mehr für die Spiele interessiert hat und scheinbar auch nichts damit zu tun haben wollte, und nebenher mit seinen Büchern international erfolgreich geworden ist, und letztlich sogar nen Netflix Deal abgeschlossen hat. Im Prinzip wurde der ursprünglich recht schwache Deal also doch noch ausgeglichen. Kann man zumindest so sehen. Muss man aber nicht.

Das Gier Argument ist aber nicht völlig vom Tisch und dass er nachträglich einen Vertrag anpassen möchte, zu seinen Gunsten, obwohl in all den Jahren das Risiko alleine bei CDPR lag, sollte man aber auch nicht vergessen. Denn er hat den Vertrag damals ja so risikoarm wie möglich abgeschlossen, und das zu Recht. Niemand hätte in der Situation eine Gewinnbeteiligung gewählt. Aber spätestens nach Teil 2 hätte ich nochmal mit nem Anwalt an deren Tür geklopft und gefragt, ob man da nicht nen neuen Vertrag verhandeln sollte, weil die Firma ja schon zu dem Zeitpunkt in ganz anderen Größenordnungen gearbeitet hat.

Aber so ganz ungierig agieren auch CDPR in diesem Falle nicht, die ja scheinbar auch nichts vom Kuchen abgeben wollen.
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

zmonx hat geschrieben: 09.10.2018 09:21
muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 08:07
Cpl. KANE hat geschrieben: 08.10.2018 20:32 Anscheinend wird diese Form des Urheberrechts in Deutschland ganz ähnlich betrachtet wie in Polen, siehe folgenden Artikel:

https://www.lhr-law.de/magazin/urheberr ... verguetung
Leicht anderer Fall. Zumal diese Entscheidung auch nicht kritiklos aufgenommen wurde. Das steht ja auch im Artikel. Und die Kritiker haben letztlich die gleichen Argumente gebracht, wie auch die Kritiker im Falle Sapkowskis.

Wieso sollte derjenige, der das gesamte Risiko trägt, am Ende nicht auch den Gewinn bekommen. Im Falle eines Flops wäre Sapkowski ja auch nicht betroffen gewesen. Er hatte kein Risiko bei dieser Sache, ergo steht ihm auch nicht mehr zu, als er damals bekommen hat. So wurde zumindest von den Kritikern bei dem Kameramann argumentiert.

Es ist ein spannender Fall, und ich finde interessant, dass es so einen Paragraphen auch im deutschen Gesetz gibt, dieser aber auch hier eher ein Schattendasein fristet und nicht gänzlich kritiklos betrachtet wird.

Dennoch war der Fall ein anderer und die Klagesumme ja letztlich auch. Er war halt ein Mitarbeiter, der entscheidend zum Erfolg des Films beigetragen hat, da der Film ohne die legendäre Kamera nie so gut geworden wäre und er wollte letztlich am Megaerfolg des Films, an dem er aktiv mitgearbeitet hat, beteiligt werden, aber auch nicht über die Maße hinaus.

Ich finde es eigentlich auch selbstverständlich, dass alle Beteiligten an einem Produkt im Falle eines unerwarteten Erfolges nochmal nachträglich extra mit einem Bonus vergütet werden. Ist ja in vielen Firmen auch nicht anders. Daher verstehe ich auch nicht ganz, wieso man überhaupt gezwungen wird, den rechtlichen Weg zu gehen. Auch S. hätte man nach dem Erfolg von TW3 nochmal extra mit einem Bonus vergüten können ohne sich dabei ein Bein auszureißen oder die eigenen Aktionäre zu verprellen.

Ich kann mir das nur wirklich so erklären, dass man davon ausgegangen ist, dass er ja nachträglich mit seinen Büchern einen riesigen Erfolg hatte und damit ja am Ende auch nicht gänzlich leer aus der Sache rausgegangen ist. Was durchaus nicht ganz falsch ist.

Verträge im Nachhinein neu zu verhandeln und das Jahre später finde ich allerdings immer noch seltsam, zumal ja auch ewig Zeit gewesen wäre. Da kann ich mir nur erklären, dass man wohl den besten Zeitpunkt abgewartet hat, um am Ende am meisten rauszuholen.

Und ich empfehle auch, mal die Anklageschrift durchzulesen. Wurde mittlerweile teilweise übersetzt. Klingt für mich immernoch wie ein übermütiger Anwalt, der S. eingeredet hat, das wäre ne Topp Idee, das einfach Mal zu versuchen, ohne größeren Aussicht auf Erfolg. Einfach Mal versuchen und schauen was passiert.
Man muss die Sache auch mal im zeitlich Ablauf betrachten, "damals" war Gaming noch Nische und es konnte doch keiner vorhersehen, dass sich das Business zu einem der lukrativsten Geschäfte weltweit entwickelt, vergleichbar mit der damaligen Musikindustrie in etwa... Was hätte denn Sapkowski verlangen sollen? 20 Millionen von einem Noname-Entwickler, der seine Mitarbeiter kaum ausreichend bezahlen konnte und wahrscheinlich auch vieles auf Pump lief?! Da hat nun mal nicht das heutige EA angeklopft und um Rechte gebeten.

Klar, wäre es klug gewesen diese angebotene Beteiligung zu wählen, das gibt er doch unmissverständlich zu. Heute sind wir natürlich alle klüger. Was Sanderson hier ebenfalls nicht versteht.

Mir scheint es auch, dass viele nicht verstehen, was Sapkowski für Vorarbeit geleistet hat, damit CDPR zu dem wurde was es jetzt ist, was bestimmt ebenfalls nicht ohne ist.
Erstmal - das ist nicht mein Argument, habe es nur recht grob zusammengefasst. Ich sehe das auch nicht ganz so. Wollte nur mal schreiben, was die Kritiker so dazu sagen.

Aber bei einer Sache muss ich ganz vehemment widersprechen - Gaming war damals keine Nische. Gaming ist schon seit dem SNES keine Nische mehr. Und spätestens ab der PSone.

Der erste Witcher Teil kam wann? 2007? Da waren Spiele alles andere als Nische, das war schon in der PS360 Generation. Dieses Argument wäre also extrem schwach. Vor allem, wenn man sich mal die VKZ der PS2 vorher anschaut.
johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von johndoe1904612 »

Witcher kam aber auf PC. Von einer völlig unbekannten polnischen Truppe. Da hätten natürlich die ganzen Schlaumeier eine Gewinnbeteiligung vereinbart...
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

Pommern hat geschrieben: 09.10.2018 09:47 Witcher kam aber auf PC. Von einer völlig unbekannten polnischen Truppe. Da hätten natürlich die ganzen Schlaumeier eine Gewinnbeteiligung vereinbart...
Darum ging es eben gar nicht. Es ging um Spiele im allgemeinen, nicht auf welchen System sie veröffentlicht wurden. Und wie sehr Spiele auch damals schon im Mainstream angekommen waren, kann man schlicht an den VKZ der Psone und PS2 sehen.

Aber du hast Recht, ich sehe das ja ähnlich. S. hat damals keinen schlechten Deal vereinbart, sondern das einzig richtige in der Situation gemacht. Niemand konnte mit so einem Erfolg rechnen, weil niemand damit rechnen konnte, wie gut die Spiele werden.

Niemand, auch wirklich niemand, hätte in der damaligen Situation eine Gewinnbeteiligung gemacht. 10.000 $ waren damals einfach ein guter Deal. Denn wie professionell das Ganze am Ende aufgezogen wird, konnte man ja Anfangs noch gar nicht sehen. Ein kleiner polnischer Entwickler, den kein Schwanz kennt, möchte eine Spielereihe zu einem Buch machen, was außerhalb Polens noch nicht mal verlegt wurde - das sah schlicht nicht nach einem großen Erfolg aus, sondern nach einem Nischenprodukt, was niemals viel Geld abwerfen wird. Und der erste Teil hat das ja letztlich auch bestätigt, denn mehr als ein ambitioniertes Spiel für Kenner war das ja nicht, welches nicht mal besonders erfolgreich war.

Aber spätestens ab Teil 2 hätte man sehen können, wo CDPR hin möchte, denn das war schon ne ganz andere Hausnummer. Da hätten beide Seiten einfach mal auf die Idee kommen müssen, einen neuen Vertrag für die Zukunft zu verhandeln. Denn 2013 hatte man insgesamt bereits 5 Mio. Exemplare von Witcher Spielen verkauft, digital wie physisch. Das war also schon kein kleines Licht mehr, sondern eine relativ große Marke.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 09.10.2018 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von zmonx »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 09:43
Erstmal - das ist nicht mein Argument, habe es nur recht grob zusammengefasst. Ich sehe das auch nicht ganz so. Wollte nur mal schreiben, was die Kritiker so dazu sagen.

Aber bei einer Sache muss ich ganz vehemment widersprechen - Gaming war damals keine Nische. Gaming ist schon seit dem SNES keine Nische mehr. Und spätestens ab der PSone.

Der erste Witcher Teil kam wann? 2007? Da waren Spiele alles andere als Nische, das war schon in der PS360 Generation. Dieses Argument wäre also extrem schwach. Vor allem, wenn man sich mal die VKZ der PS2 vorher anschaut.

Okay, dann betrachte das als allgemeinen Kommentar zu dieser Kritik.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Mehrheit zu diesem Zeitpunkt keinen Schimmer hatte, welchen Platz Gaming in der heutigen Gesellschaft einnimmt. Und Polen war da noch nie Vorreiter aus meiner Sicht, wie sagen wir mal Japan, wo sich Konzerne gebildet hatten die so etwas vermuten liessen... Einige sehen das ja Heute noch nicht mal. Das kann man Sapkowski unmöglich vorhalten und vorwerfen, "Selbst schuld!"

Aber abundzu relativierst du ja schon, wo ich ja zustimme. Soll auch keine Belehrung oder dergleichen sein/werden. Nur meine 2 Cents zum Thema :)
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Kajetan
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Kajetan »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 09:59 Aber Gaming im Allgemeinen war zu dem Zeitpunkt keine Nische mehr, dem habe ich ja nur widersprochen.
Gaming war damals eine Nische. In Polen! In Polen war es kein Bestandteil der Alltagskultur, so wie das in Japan der Fall war.

CDP war auch keine etablierte Genregröße, sondern ein Haufen von talentierten Nerds ohne nennenswerte Referenzen. Diese Talent konnte aber niemand sehen, weil sie ja nie etwas in der Größenordnung gemacht haben, weil es bislang nur krude Tech-Demos unterschiedlichster Art gab.
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muecke-the-lietz
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von muecke-the-lietz »

Kajetan hat geschrieben: 09.10.2018 10:08
muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 09:59 Aber Gaming im Allgemeinen war zu dem Zeitpunkt keine Nische mehr, dem habe ich ja nur widersprochen.
Gaming war damals eine Nische. In Polen! In Polen war es kein Bestandteil der Alltagskultur, so wie das in Japan der Fall war.

CDP war auch keine etablierte Genregröße, sondern ein Haufen von talentierten Nerds ohne nennenswerte Referenzen. Diese Talent konnte aber niemand sehen, weil sie ja nie etwas in der Größenordnung gemacht haben, weil es bislang nur krude Tech-Demos unterschiedlichster Art gab.
siehe meine Antwort zu Pommern 2 Post weiter oben. Mir ging es um die allgemeine Aussage. Bezogen auf den Fall CDP sehe ich das ganz genau so.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)

Beitrag von Kajetan »

muecke-the-lietz hat geschrieben: 09.10.2018 10:22 siehe meine Antwort zu Pommern 2 Post weiter oben. Mir ging es um die allgemeine Aussage. Bezogen auf den Fall CDP sehe ich das ganz genau so.
Alles klar.