Liesel Weppen hat geschrieben:Das ist wenn überhaupt eine Refinanzierung, keine Querfinanzierung. Eine Querfinanzierung wäre es, wenn ein Spiel eigentlich 50€ und das andere 30€ kostet, aber beide für 40€ verkauft werden, dann finanziert das eine Spiel das andere Quer.
Ich versuche es mal auf eine andere Weise, vielleicht wird es dir dann transparent:
Person A kauft Spiel X für Vollpreis (60,- €).
Person A spielt Spiel (durch) und verkauft es dann wieder.
Person B gibt Person A 30,- € für das Spiel.
Person A kauft das nächste Spiel zum Vollpreis (60,- €)
Person B hat also das nächste Vollpreisspiel von A mit 30 € unterstützt. Da B nicht das Geld dem Publisher hat zukommen lassen, weiß ich nicht wie man das nennt.
Was du in deiner Argumentation ausser acht läßt, ist dass es OHNE Gebrauchtmarkt eher unwahrscheinlich ist, dass Person B diese 30,- € überhaupt in den Markt pumpt.*
Klar hat der Publisher des ersten Spiels nix von den 30,- €, aber ein anderer Publisher vielleicht.
Und darum geht es: Dass insgesamt Geld im Umlauf ist.
Die Sichtweise, dass ein Publisher weniger Gewinn macht, weil A das Spiel an B verkauft ist extrem kurzsichtig, um freundlich zu bleiben.
Denn der Markt besteht nicht nur aus einem Publisher.
*Da wir mal annehmen, dass B nicht über entsprechende Mittel verfügt. Das führt dann nämlich zu dem, was Kajetan anmerkte, der Erfolg von Steam, bei dem ein Verkauf der Lizenzen nicht vorgesehen ist, rührt zu großen Teilen von den Sales.
Ist ein wenig Milchmädchen, aber unterm Strich kommt es aufs Gleiche raus, ob B jetzt 30,-€ über A in den Markt pumpt, oder die Spiele bei Steam für 30,- € kauft.
In beiden Fällen steckt er nur 30,- € in den Markt und keine 60.**
**Der Witz an der Sache ist ja, dass B, so er nur über 30,- € verfügt, von einem Kauf eher absehen wird, wenn man ihn "zwingt", 60.- € für ein Spiel ausgeben zu müssen.
Dann sind die 30,- € für den Markt allerdings komplett futsch...
Nochmal: Dann sind die 30,- € für den Markt allerdings komplett futsch!
(Es gibt dazu ein Gegenargument, mal sehen, ob es von dir kommt. Das zu zerlegen muss ich dann allerdings denen überlassen, die den Markt besser kennen.

)
Edit: Valve will, was die Publisher wollen... unser Geld.
Valve will auch möglichst wenig Streß mit Steam haben und nix tun.
Von Valve aus wird kaum was in Richtung Lizenzhandel kommen, eben deswegen.
(Die Frage ist dann auch, woher der Druck kam, endlich Rücknahmen anzubieten).
Der PUBLISHER möchte keinen Gebrauchtmarkt, weil er nach Außen und zu seinen Anlegern hin genauso argumentiert, wie du das hier tust: "Wenn B A Geld gibt, dann gibt der das aber nicht mir".
MS und SONY bieten Maßnahmen aus den gleichen Gründen an wie Valve: Sie verdienen an den verkauften Spielen mit, haben also ein Interesse, es den Publishern so angenehm wie möglich zu machen.
(Ab und an schlagen sie dann gegen den Kunden, siehe MS und XBOX ONE DRM)
Der erste Satz im letzten Absatz ist Absicht, denn ich gehe davon aus, dass Publisher sich Leute halten, die rechnen können und langfristiger denken.
Denen klar ist, dass es nur wenige mit viel Geld und viele mit etwas Geld gibt und dass es sinnvoller ist, von den vielen das Geld zu nehmen. (Die anderen machen F2P und leben von ein paar Menschen, die sie Wale nennen).