Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digitalen Gütern

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Kajetan
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Kajetan »

Liesel Weppen hat geschrieben: Dafür gibts keinen Beweis, stimmt. Es ist nur eine Sichtweise, und nach dieser Sichtweise widerspricht das eben nicht volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Nur wenn man die Sichtweise nicht annehmen will, dann scheint es dem zu widersprechen.
Du willst also eine nicht-volkswirtschaftliche Sichtweise einnehmen, um volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu bewerten? Ok, viel Spaß damit. Dann hat die Diskussion aber keinen weiteren Sinn.

Bei Deinem nachfolgenden Rechenbeispiel nimmst Du einfach das ganz normale Geschäftsrisiko, genügend Käufer für Preis X zu finden, als Basis für volkswirtschaftliche Überlegungen. Denn HIER hast Du nur betriebswirtschaftliche Überlegungen nur aus Sicht der Firma angestellt. Mit Kaufkraft, Kaufkraftfreisetzung und dem großen Nutzen einer Kaufkraftfreisetzung zum Wohle aller Beteiligten hat das aber nichts zu tun. Volkswirtschaft betrachtet den gesamten Wirtschaftsraum, nicht nur eine Bilanz einer Firma, die sich verkalkulieren kann.
Liesel Weppen
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Liesel Weppen »

Kajetan hat geschrieben: Du willst also eine nicht-volkswirtschaftliche Sichtweise einnehmen, um volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu bewerten? Ok, viel Spaß damit. Dann hat die Diskussion aber keinen weiteren Sinn.
Gut, nicht volkswirtschaftlich, sondern nur wirtschaftlich.
Kajetan hat geschrieben:Denn HIER hast Du nur betriebswirtschaftliche Überlegungen nur aus Sicht der Firma angestellt. Mit Kaufkraft, Kaufkraftfreisetzung und dem großen Nutzen einer Kaufkraftfreisetzung zum Wohle aller Beteiligten hat das aber nichts zu tun. Volkswirtschaft betrachtet den gesamten Wirtschaftsraum, nicht nur eine Bilanz einer Firma, die sich verkalkulieren kann.
Gut, wenn du es so sehen willst, warum sollte Steam am "Wohle aller Beteiligten" interessiert sein? Steam will für sich den größtmöglichen Gewinn, nicht mehr und nicht weniger. Ob sich damit Hansi oder Lieschen irgend ein Spiel nicht leisten kann, juckt die doch nicht die Bohne. Die werden nicht auf Einnahmen verzichten, nur damit ein paar Leute mehr irgendwas kaufen können. Wenn es Steam mehr Einnahmen bringen sollte, dann hätten sie das schon längst gemacht und ich glaube auch nicht, dass das Steam mehr Einnahmen bescheren würde, sondern genau das Gegenteil.
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Kajetan
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Kajetan »

Liesel Weppen hat geschrieben: Gut, wenn du es so sehen willst, warum sollte Steam am "Wohle aller Beteiligten" interessiert sein? Steam will für sich den größtmöglichen Gewinn, nicht mehr und nicht weniger. Ob sich damit Hansi oder Lieschen irgend ein Spiel nicht leisten kann, juckt die doch nicht die Bohne. Die werden nicht auf Einnahmen verzichten, nur damit ein paar Leute mehr irgendwas kaufen können. Wenn es Steam mehr Einnahmen bringen sollte, dann hätten sie das schon längst gemacht und ich glaube auch nicht, dass das Steam mehr Einnahmen bescheren würde, sondern genau das Gegenteil.
Valve hätte kein Problem mit SecondHand-Handel, weil Valve (bitte nicht Steam sagen :) ) an jeder Transaktion mitverdient. Valve kann jedoch solche Themen nicht ohne die Zustimmung der Rechteinhaber all der Spiele im Katalog angehen und nur für die Handvoll eigener Titel ist es die Mühe nicht wert. Das erscheint mir für Valve nur dann rentabel, wenn jeden Tag hundert, tausende von Transaktionen stattfinden. Aber ... über Valve kommt man an die Publisher/Entwickler, die dann endlich ihren Widerstand aufgeben müssen, wenn sie weiterhin Inhalte digital verkaufen wollen. Denn das Urteil würde ja für JEDEN digitalen Vertrieb gelten, nicht nur die Steam-Plattform. Valve ist nur die Bande, über die hier gespielt wird. Hier geht es um Grundsätzliches.

Wobei ich nicht davon ausgehe, dass das Urteil pro Secondhand-Handel ausfallen wird. Die Klage erfolgt meiner Meinung nicht, weil man eine Chance auf Erfolg sieht, sondern weil man durch stetiges Bohren und Klopfen nach und nach eine Aufweichung des Status Quo anstrebt. Dazu gehört auch eine Klärung rechtlicher Fragen nach aktuellem Stand der Gesetzgebung, damit man nach so einem Urteil besser weiß, wo man dann politisch ansetzen muss, um eine Gesetzesänderung herbeiführen zu können. Und selbst wenn ... das höchste französische Gericht, das Äquivalent zum Bundesgerichtshof, welches hier angerufen wurde, hat ja keine Weisungsbefugnis für den Rest der Welt, sondern nur für Frankreich. Eher stellt Valve den Verkauf an französische IPs ein, als hier eine krude Insellösung zu bauen. Aber es wäre ein erster Schritt. Andere Verbraucherschützer können eine Klage wagen, sich die Argumentation der Franzosen zu eigen machen und irgendwann muss Valve reagieren, müssen auch die Majors reagieren, denn von solchen Entscheidungen wäre ja nicht nur Steam, sondern auch Origin, uPlay und Co. betroffen.
Liesel Weppen
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Liesel Weppen »

Kajetan hat geschrieben: Valve hätte kein Problem mit SecondHand-Handel, weil Valve (bitte nicht Steam sagen :) ) an jeder Transaktion mitverdient. Valve kann jedoch solche Themen nicht ohne die Zustimmung der Rechteinhaber all der Spiele im Katalog angehen und nur für die Handvoll eigener Titel ist es die Mühe nicht wert.
Das ist schon richtig. Aber ich nehme mal an Valve (nicht Steam) ist am Umsatz beteiligt und verdient demnach am Verkauf teurer Titel mehr, als am Verkauf von billigeren.
Und da stellt sich jetzt wieder die Frage, wenn es durch SH-Handel die Spiele günstiger gibt, ob dann dadurch nicht zuviele "Neu"verkäufe wegfallen und Valve somit sogar weniger verdient, weil mehr billige und weniger teure Titel gekauft werden.
Und das beisst sich eben wie oben auch schonmal geschrieben, mit den Sales. Vorallem mit der Menge an Sales, da gibts ja bei Steam alle 2 Minuten irgendeinen Sale.
Ich sehe das ja genau umgekehrt, die Sales gibts nicht, weil es keinen SH-Handel gibt. Aber wenn SH-Handel eingeführt werden würde, dann müssten wohl die Sales weg, weil man sich mit SH und Sales wohl unterirdische Preise einfängt.
Zumindest in der Häufigkeit und in den Rabattmengen (-95%) müssten die Sales beschnitten werden.
Kajetan hat geschrieben: Das erscheint mir für Valve nur dann rentabel, wenn jeden Tag hundert, tausende von Transaktionen stattfinden. Aber ... über Valve kommt man an die Publisher/Entwickler, die dann endlich ihren Widerstand aufgeben müssen, wenn sie weiterhin Inhalte digital verkaufen wollen. Denn das Urteil würde ja für JEDEN digitalen Vertrieb gelten, nicht nur die Steam-Plattform. Valve ist nur die Bande, über die hier gespielt wird. Hier geht es um Grundsätzliches.
Ich bezog mich ja auch nicht direkt auf die Klage, sondern generell darauf, warum SH-Handel für Valve (und Publisher) durchaus auch ungünstig sein könnte.
Das die Klage zum entsprechenden Urteil führen wird, glaube ich allerdings auch nicht.
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Kajetan
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Kajetan »

Liesel Weppen hat geschrieben:Aber wenn SH-Handel eingeführt werden würde, dann müssten wohl die Sales weg, weil man sich mit SH und Sales wohl unterirdische Preise einfängt. Zumindest in der Häufigkeit und in den Rabattmengen (-95%) müssten die Sales beschnitten werden.
Jepp. Beides zusammen ohne Veränderungen geht nicht, das beisst sich.

Obwohl, so wie ich Valve kenne wird man wohl alles ausprobieren. Nirgendwo sonst hat man so viel Erfahrungen und Interesse an der Dynamik von Preisentwicklungen im digitalen Bereich.
Hafas
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Hafas »

Valve müsste einfach ein System entwickeln, dass gebrauchte Spiele in zufälligen Zeitabständen abstürzen lässt. Je öfter eine Lizenz weiterverkauft wird, desto öfter stürzt das Spiel ab, bis die Lizenz "kaputt" geht und auch als solche markiert wird. Das ist meiner Meinung nach die immersivste Lösung.
Doc Angelo
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Doc Angelo »

Das könnte man noch weiterführen. Beim Verkauf wird das Alter des Produktes bestimmt (Zeit seit originalem Kauf). Dann werden diverse Sachen im Spiel einem digitalen Alterungsprozess unterzogen. Texturen verbleichen, verschwimmen, verlieren Farbintensität oder bekommen Flecken. Videos ebenso, zusätzlich verwackelte oder angekokelte Frames. Sämtlicher Ton wird je nach Alter auf eine niedrigere Samplerate heruntergerechnet, zusätzlich noch Knistern und Knacken. Dazu wird noch eine zu säubernde Maus simuliert, manche Tastenanschläge werden nicht mehr registriert und die Deadzone vom Gamepad nach und nach immer kleiner. PDF-Beilagen bekommen auch auf die Fresse. Oder noch besser: Der Publisher lässt Modellfamilien (Raucher, mit Tieren und Kindern) mit einer Ausgabe eines echten Handbuches und einer Landkarte des Spieles ein paar Jahre leben und scannt dann das Überbleibsel ein. Inklusive Bierflecken und Hundesabber. Und natürlich dem Rauchgestank - dank UltraVR with ImmersionPlus kein Problem.

So sollte das doch eigentlich funktionieren, oder?
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Hank M.
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Hank M. »

Ehrlich gesagt sehe ich das Problem hier nicht (hab den Artikel aber auch nicht gelesen. :oops: ). Auf den Konsolen läuft der Gebrauchtmarkt doch auch wie geschmiert und die Publisher feiern Milliardenumsätze!
Spielekäufe werden durch den Gebrauchtmarkt doch Quersubventioniert.
Und von wegen "Digitale Güter haben keinen Werteverfall". Ich lach mich schlapp! Schon mal ein Konsolenspiel nach einem Jahr gekauft? Da ist nicht's dran, weder an der Hülle, noch an der Disk und trotzdem bezahlst du nur noch 10-15€. Einzig die Folie um die Hülle fehlt. Das würde auf dem rein digitalen Markt ebenfalls passieren. Die Spiele wären eben einfach "alt", allein das drückt den Preis.
Liesel Weppen
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Liesel Weppen »

Hank M. hat geschrieben:Ehrlich gesagt sehe ich das Problem hier nicht
Dein Beitrag macht auch offensichtlich, warum du das Problem nicht siehst. :D
Hank M. hat geschrieben: Auf den Konsolen läuft der Gebrauchtmarkt doch auch wie geschmiert
Auch auf Konsolen läuft der Gebrauchtmarkt nur mit Retailversionen wie geschmiert. Das ist am PC nicht anders.
Hank M. hat geschrieben:und die Publisher feiern Milliardenumsätze!
Ja, aber nicht wegen dem Gebrauchthandel, weder auf Konsolen noch am PC, denn am Gebrauchthandel von Retailversionen verdient ein Publisher exakt gar nichts.
Hank M. hat geschrieben:Spielekäufe werden durch den Gebrauchtmarkt doch Quersubventioniert.
Nein, wie kommst du auf die Idee?
Der Gebrauchtmarkt finanziert für Publisher exakt gar nichts, weder Quer noch direkt.
Hank M. hat geschrieben: Und von wegen "Digitale Güter haben keinen Werteverfall". Ich lach mich schlapp! Schon mal ein Konsolenspiel nach einem Jahr gekauft? Da ist nicht's dran, weder an der Hülle, noch an der Disk und trotzdem bezahlst du nur noch 10-15€.
Ich weiß ja nicht, was du für gebrauchte Spiele kaufst, aber ich hatte die immer mit Hülle, Booklet und Disc, und die Disc war einwandfrei. Ausserdem verfällt innerhalb eines Jahres der Preis des Spiels ansich. Was zu Release 60€ kostet, gibt es ein Jahr später nicht selten schon für 20-30€ NEU, fabrikverpackt. Was erwartest du von den Gebrauchtpreisen? Das ich einen gebrauchten Datenträger, evtl abgenutzt oder gar beschädigt zu einem Preis kaufe, zu dem ich annähernd schon das Spiel fabrikneu kriege? Wenn ich das fabrikneu für 30€ kriege, dann zahle ich doch keine 25€ für Gebraucht mit Risiko.
Hank M. hat geschrieben: Einzig die Folie um die Hülle fehlt. Das würde auf dem rein digitalen Markt ebenfalls passieren. Die Spiele wären eben einfach "alt", allein das drückt den Preis.
Ja, das Spiel wird alt. Also der Spielinhalt, die technische Umsetzung, die Grafik. Aber der existentielle Wert altert nicht, also das Speichervolumen bzgl. diverser Kopien. Klar eine CD/DVD/BD altert, aber nicht die gespeicherten Daten ansich, das muss man nur einmal umkopieren und es ist "neu".
Weil ein Spiel aber grafisch/inhaltlich/technisch altert, fallen ja auch die Retailpreise. Witcher 3 als Retail wird in einem Jahr keine 60€ mehr kosten.
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Hank M.
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Hank M. »

Jetzt hast du mich doch glatt noch mal dazu gezwungen, meinen Rechner hochzufahren. :roll:
Liesel Weppen hat geschrieben:
Hank M. hat geschrieben: Auf den Konsolen läuft der Gebrauchtmarkt doch auch wie geschmiert
Auch auf Konsolen läuft der Gebrauchtmarkt nur mit Retailversionen wie geschmiert. Das ist am PC nicht anders.
Ist das so? Ich habe bei PC-Spielen, die ich im Laden kaufe, also stellenweise nicht nur die Hälfte des Inhalts drauf und muss die andere Hälfte bei Steam ziehen? Was mir dann als Gebrauchtkäufer was genau bringt? (Noch nicht gemacht, wenn das ohne neuen Key geht, dann ist daran nichts verwerflich.)
Liesel Weppen hat geschrieben:
Hank M. hat geschrieben:und die Publisher feiern Milliardenumsätze!
Ja, aber nicht wegen dem Gebrauchthandel, weder auf Konsolen noch am PC, denn am Gebrauchthandel von Retailversionen verdient ein Publisher exakt gar nichts.
Das habe ich wo genau behauptet?
Liesel Weppen hat geschrieben:
Hank M. hat geschrieben:Spielekäufe werden durch den Gebrauchtmarkt doch Quersubventioniert.
Nein, wie kommst du auf die Idee?
Der Gebrauchtmarkt finanziert für Publisher exakt gar nichts, weder Quer noch direkt.
Da du mit dem Begriff Quersubvention beim Spielekauf anscheinend nichts anfangen kannst, für dich ein Beispiel:
Du kaufst ein Spiel für 60€, zockst es durch und verkaufst es danach wieder für 45-50€. Diese 45-50€ stehen dir als Spieler dann wieder zur Verfügung, um neue Spiele zu kaufen. Das wurde hier im Thread übrigens schon als Beispiel gebracht und ich kenne auch persönlich Leute, die sich genau so ihre Spiele finanzieren.
Es ist eben ein Unterschied, ob du nur 30€ oder 120€ pro Monat für Spiele abdrückst.
Liesel Weppen hat geschrieben:
Hank M. hat geschrieben: Und von wegen "Digitale Güter haben keinen Werteverfall". Ich lach mich schlapp! Schon mal ein Konsolenspiel nach einem Jahr gekauft? Da ist nicht's dran, weder an der Hülle, noch an der Disk und trotzdem bezahlst du nur noch 10-15€.
blablabla
Worauf willst du überhaupt hinaus? Wenn du für neue Spiele nach einem Jahr noch 20-30€ bezahlst, dann bin ich mit den von mir genannten Preisen von 10-15€ immer noch bei 33-50%. 8O

Generell scheintst du mir nach deinem Post einer der "Auf dem PC zocken ist viel günstiger"-Fraktion zu sein, der dabei Key-Reseller Preise in den Kampf führt, Videotheken und den Gebrauchtmarkt aber als nicht existent abtut. :roll:

Edit: Fröhliche Weihnachten und einen Guten Rutsch (gilt für alle Leser)!
johndoe527990
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von johndoe527990 »

Hank M. hat geschrieben:
Liesel Weppen hat geschrieben:
Hank M. hat geschrieben:Spielekäufe werden durch den Gebrauchtmarkt doch Quersubventioniert.
Nein, wie kommst du auf die Idee?
Der Gebrauchtmarkt finanziert für Publisher exakt gar nichts, weder Quer noch direkt.
Da du mit dem Begriff Quersubvention beim Spielekauf anscheinend nichts anfangen kannst, für dich ein Beispiel:
Du kaufst ein Spiel für 60€, zockst es durch und verkaufst es danach wieder für 45-50€. Diese 45-50€ stehen dir als Spieler dann wieder zur Verfügung, um neue Spiele zu kaufen. Das wurde hier im Thread übrigens schon als Beispiel gebracht und ich kenne auch persönlich Leute, die sich genau so ihre Spiele finanzieren.
Es ist eben ein Unterschied, ob du nur 30€ oder 120€ pro Monat für Spiele abdrückst.
Den Gebrauchtkäufer darf man auch nicht vergessen. Der psychologische Effekt die gesparten 10€ beim nächsten Vollpreistitel abzuziehen, ist nicht unerheblich. So würde er vllt. bei beiden Titeln aufn Sale warten.

Wenn der Gebrauchtkauf nicht allzu spät nach dem Release ist, kann der Publisher hier in Form von Addons/DLC's noch gute Preise abrufen. Vllt. sogar mehr als bei einer GOTY im Sale.

Sind alles Möglichkeiten und Chancen (verbunden mit Risiken). Die Publisher sollten nicht den Fehler machen, den (derzeit positiven) Status Quo als gottgegeben und dauerhaft anzusehen.
Liesel Weppen
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Liesel Weppen »

Hank M. hat geschrieben: Ist das so? Ich habe bei PC-Spielen, die ich im Laden kaufe, also stellenweise nicht nur die Hälfte des Inhalts drauf und muss die andere Hälfte bei Steam ziehen? Was mir dann als Gebrauchtkäufer was genau bringt? (Noch nicht gemacht, wenn das ohne neuen Key geht, dann ist daran nichts verwerflich.)
What? Eine Retailversion funktioniert ohne Steam, ansonsten ist es keine Retailversion.
Die Unart, dass man eine CD kauft, die sich nur über Steam aktivieren lässt ist relativ neu, das gibts bei Konsolen aber afaik schon viel länger.
Hank M. hat geschrieben: Das habe ich wo genau behauptet?
Explizit nirgends, aber wenn du es nicht implizit getan hast, dann hat die Aussage absolut nichts mit dem Thema hier zu tun.
Hank M. hat geschrieben: Da du mit dem Begriff Quersubvention beim Spielekauf anscheinend nichts anfangen kannst, für dich ein Beispiel:
Du kaufst ein Spiel für 60€, zockst es durch und verkaufst es danach wieder für 45-50€. Diese 45-50€ stehen dir als Spieler dann wieder zur Verfügung, um neue Spiele zu kaufen. Das wurde hier im Thread übrigens schon als Beispiel gebracht
Das ist wenn überhaupt eine Refinanzierung, keine Querfinanzierung. Eine Querfinanzierung wäre es, wenn ein Spiel eigentlich 50€ und das andere 30€ kostet, aber beide für 40€ verkauft werden, dann finanziert das eine Spiel das andere Quer.
Und wie ebenfalls hier schon mehrfach im Thread geschrieben, wenn du ein Gebrauchtspiel für 40€ weiterverkaufst, dann hast du zwar 40€ mehr, die du in neue Spiele stecken kannst, dein Käufer hat aber exakt 40€ weniger. Da wurde insgesamt gesehen nur Geld umverteilt, es wurde nicht automagisch mehr Geld aus dem Nichts erzeugt, das irgendwas finanzieren könnte.
Hank M. hat geschrieben: Generell scheintst du mir nach deinem Post einer der "Auf dem PC zocken ist viel günstiger"-Fraktion zu sein, der dabei Key-Reseller Preise in den Kampf führt, Videotheken und den Gebrauchtmarkt aber als nicht existent abtut. :roll:
Anscheinend liest du meine Beiträge nicht. Ich bin PC-Zocker, aber nicht wegen den billigeren Spielen, sondern weil ich auf Konsolen ja nicht mit Maus und Tastatur spielen darf.
Und ja, 90% meiner Spiele stammen aus Sales, und auch auf meiner alten PS3 waren fast alle meine Spiele Gebrauchte. Und ja, ich persönlich hätte nichts gegen einen SecondHand-Markt auf Steam. Das hab ich jetzt alles schon mindestens 12mal hier geschrieben.
Aber ich kann verstehen, warum Steam/Valve, genauso wie Xbox und PSN keinen Gebrauchtmarkt haben will, und das versuche ich hier zu erklären.
Key-Reseller habe ich bisher mit keinem Wort erwähnt, Videotheken handeln reale Güter, nämlich die Discs, wie eben auch Retailversionen von Videospielen. Das lässt sich nicht so einfach vergleichen, auch das wurde hier jetzt schon ewig breitgetreten, nur du fängst jetzt die gleiche Leier wieder nochmal von vorne an, oder wie?

Hank M. hat geschrieben:Fröhliche Weihnachten und einen Guten Rutsch (gilt für alle Leser)!
Danke, dir und allen anderen Mitlesern auch. :)
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Sir Richfield
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Sir Richfield »

Liesel Weppen hat geschrieben:Das ist wenn überhaupt eine Refinanzierung, keine Querfinanzierung. Eine Querfinanzierung wäre es, wenn ein Spiel eigentlich 50€ und das andere 30€ kostet, aber beide für 40€ verkauft werden, dann finanziert das eine Spiel das andere Quer.
Ich versuche es mal auf eine andere Weise, vielleicht wird es dir dann transparent:

Person A kauft Spiel X für Vollpreis (60,- €).
Person A spielt Spiel (durch) und verkauft es dann wieder.
Person B gibt Person A 30,- € für das Spiel.
Person A kauft das nächste Spiel zum Vollpreis (60,- €)

Person B hat also das nächste Vollpreisspiel von A mit 30 € unterstützt. Da B nicht das Geld dem Publisher hat zukommen lassen, weiß ich nicht wie man das nennt.

Was du in deiner Argumentation ausser acht läßt, ist dass es OHNE Gebrauchtmarkt eher unwahrscheinlich ist, dass Person B diese 30,- € überhaupt in den Markt pumpt.*
Klar hat der Publisher des ersten Spiels nix von den 30,- €, aber ein anderer Publisher vielleicht.
Und darum geht es: Dass insgesamt Geld im Umlauf ist.

Die Sichtweise, dass ein Publisher weniger Gewinn macht, weil A das Spiel an B verkauft ist extrem kurzsichtig, um freundlich zu bleiben.
Denn der Markt besteht nicht nur aus einem Publisher.

*Da wir mal annehmen, dass B nicht über entsprechende Mittel verfügt. Das führt dann nämlich zu dem, was Kajetan anmerkte, der Erfolg von Steam, bei dem ein Verkauf der Lizenzen nicht vorgesehen ist, rührt zu großen Teilen von den Sales.
Ist ein wenig Milchmädchen, aber unterm Strich kommt es aufs Gleiche raus, ob B jetzt 30,-€ über A in den Markt pumpt, oder die Spiele bei Steam für 30,- € kauft.
In beiden Fällen steckt er nur 30,- € in den Markt und keine 60.**

**Der Witz an der Sache ist ja, dass B, so er nur über 30,- € verfügt, von einem Kauf eher absehen wird, wenn man ihn "zwingt", 60.- € für ein Spiel ausgeben zu müssen.
Dann sind die 30,- € für den Markt allerdings komplett futsch...

Nochmal: Dann sind die 30,- € für den Markt allerdings komplett futsch!

(Es gibt dazu ein Gegenargument, mal sehen, ob es von dir kommt. Das zu zerlegen muss ich dann allerdings denen überlassen, die den Markt besser kennen. ;) )

Edit: Valve will, was die Publisher wollen... unser Geld.
Valve will auch möglichst wenig Streß mit Steam haben und nix tun.
Von Valve aus wird kaum was in Richtung Lizenzhandel kommen, eben deswegen.
(Die Frage ist dann auch, woher der Druck kam, endlich Rücknahmen anzubieten).

Der PUBLISHER möchte keinen Gebrauchtmarkt, weil er nach Außen und zu seinen Anlegern hin genauso argumentiert, wie du das hier tust: "Wenn B A Geld gibt, dann gibt der das aber nicht mir".
MS und SONY bieten Maßnahmen aus den gleichen Gründen an wie Valve: Sie verdienen an den verkauften Spielen mit, haben also ein Interesse, es den Publishern so angenehm wie möglich zu machen.
(Ab und an schlagen sie dann gegen den Kunden, siehe MS und XBOX ONE DRM)

Der erste Satz im letzten Absatz ist Absicht, denn ich gehe davon aus, dass Publisher sich Leute halten, die rechnen können und langfristiger denken.
Denen klar ist, dass es nur wenige mit viel Geld und viele mit etwas Geld gibt und dass es sinnvoller ist, von den vielen das Geld zu nehmen. (Die anderen machen F2P und leben von ein paar Menschen, die sie Wale nennen).
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Sevulon
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

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Liesel Weppen hat geschrieben:What? Eine Retailversion funktioniert ohne Steam, ansonsten ist es keine Retailversion.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Eine Retailversion ist einfach ein Produkt, das im Laden verkauft wird. Ob sie mit oder Steam funktioniert ist dadurch nicht definiert. Auch Spiele, die nur über Steam funktionieren - wie bspw. Portal 2 - werden als Retailversion, d.h. im Laden auf DVD in einer Pappschachtel, verkauft.
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Re: Steam - Französischer Verbraucherverband verklagt Valve, u.a. wegen fehlender Möglichkeit zum Weiterverkauf von digi

Beitrag von Kirk22 »

Liesel Weppen hat geschrieben: What? Eine Retailversion funktioniert ohne Steam, ansonsten ist es keine Retailversion.
Die Unart, dass man eine CD kauft, die sich nur über Steam aktivieren lässt ist relativ neu, das gibts bei Konsolen aber afaik schon viel länger.
Hast du zufällig die letzten 10 Jahren in einer Höhle gelebt oder woher kommt dieser Blödsinn? :roll: