Nuracus hat geschrieben:Auf meine alten Tage kann ich mit hohen Schwierigkeitsgraden auch nichts mehr anfangen. Tatsächlich habe ich von einer guten interaktiven Story mehr als von einer digitalen chinesischen Fingerfalle, die mich nach dem 12. Tod an der gleichen Stelle nur noch nervt.
Hab nur bis jetzt noch keinen Witcher gespielt, aber beide in der Pile of Shame noch wartend.
Das kann ich nachvollziehen, aber ich finde es kommt auf das Spiel bzw. Gameplay an und wie motivierend das Spiel ist. Demon´s Souls und Dark Souls z.B. war für mich ein Genuss, habe gerne die strapazen auf mich genommen. Ein Bionic Commando dagegen, war zu viel für mich, habs irgendwann aufgegeben.
Leider hänge ich noch bei The Witcher 1 und werde irgendwie nicht warm mit dem Spiel, schade eigentlich, scheint ja wirklich eine sehr gute RPG-Reihe zu sein.
Chris Dee hat geschrieben:
Klingt danach, als wäre es für die Massen zu anspruchsvoll. Gibt es denn in diesem System überhaupt eine wirkungsvolle Verteidigung gegen angetäuschte Schläge?
Klingt anspruchsvoll, ist aber einfach zu spielen dafür aber eher schwer zu meistern. Das ganze System ist aber sehr intuitiv.
Leider ist es ein wenig sehr "komplex" (in den Möglichkeiten). Man muss nicht alle Möglichkeiten nutzen - aber als "Profi" kann man dies und macht das Kampfsystem halt noch komplexer. Ich hab wirklich nur die Grundangriffsmuster aufgeschrieben.
Es gibt wirkungsvolle Verteidigungen gegen angetäuschte Schläge:
Je nach Waffe besteht eine unterschiedliche "Waffengeschwindigkeit" - kürzere / schnellere Waffen haben eine kürzere Zeit zwischen 2 möglichen Blockversuchen - wenn der Angreifer also eine langsam (langsamere) Waffe benutzt (Quasi alle Speere, Zweihändigen Waffen und grosse Einhänder) als der Verteidiger kann er den Schlag nach dem Antäuschen trotzdem blocken - das Timing ist dabei aber wichtig.
Es gibt auch Schilde. Schilde können endlos blocken, der Block kann aber mit einem Tritt (den hab ich vorhin vergessen) durchbrochen werden.
Angriffe müssen den Gegner wirklich treffen. Zu Deutsch: Wenn jemand einen tiefen Schlag führt (auf die Beine) kann man als Spieler darüber hüpfen, wenn jemand einen hohen Schlag führt darunter durch bücken, ein Schlag von oben herunter kann nach Links/Rechts ausgewichen werden (der angriffsausführende Spieler hat aber die Möglichkeit während dem Schwingen des Schwerts den Angriff leicht nach links/rechts zu leiten) uswf usf. Es gibt auch unterschiedliche Klassen.
Ganz allgemein gilt: Kämpfe zwischen zwei sehr guten Spielern können theoretisch sehr lange vonstatten gehen - solange bis jemand einen Timing-Fehler macht oder überreagiert -auf die Falsche Seite ausweicht weil der Angreifende gut vorgetäuscht hat.
Da gibt es auch eine riesige Trickkiste für "Profi-Spieler" was das Movement betrifft - z.B. verschiedene Angriffe in der Bewegung und Angriffe in der Drehung. Lange Waffen können den Gegner gut auf Abstand halten, sind aber im Blocken langsamer usw
Wie gesagt - sehr komplex, unglaublich interessant und das beste existierende Kampfsystem - ohne Übertreibung ein Traum
Temeter: Zumindest in City ist es tatsächlich so, dass bis zu 3 Gegner gleichzeitig Batman angreifen - in dem Fall muss man also auch bis zu 3x schnell hintereinander Dreieck (Konter) drücken. Das kenne ich von Asylum auch nicht so, war eine kleine (positive) Überraschung für mich. Ganz davon ab, dass die übrigen Gegner natürlich weiterhin ihre Schusswaffen benutzen und den dunklen Ritter mit tödlichen Kartons bewerfen.
Duke: Kann ich nachvollziehen, wobei ich Demon's Souls (gratis dank PS+) nicht lange eine Chance gegeben habe.
Bionic Commando habe ich aber gedurcht, weil mich das Spiel insgesamt auch sehr gefesselt hat - die Checkpoints waren nur teilweise echt brutal gesetzt. Nach einem bockschweren Kampf durfte man gerne noch in eine bockschwere Sprungpassage, bevor wieder gespeichert wurde.
tschief: Und was ist, wenn einer mit einem Kurzschwert jemanden mit einem Bihänder angreift und antäuscht? Klingt, als wär der Verteidiger dann gekniffen und in dem Fall Glückssache, ob er erwischt wird oder nicht - zugegeben, genau das würde ich dann aber auch erwarten.
Nicht ganz - mit dem Bihänder kannst du den Angreifer mit dem Kurzschwert auf Abstand halten. Da diese Waffe viel mehr Reichweite besitzt kann der Kurzschwert Spieler nur näher kommen wenn der Bihänder Spieler vorhin einen Fehler gemacht hat - einen Angriff ins Leere z.B.
Der Bihänder kann aber beim Angriff selber auch antäuschen. Wenn der Kurzschwertkämpfer darauf reinfällt blockt er, hat genug Zeit zum nächsten Angriff wieder zu blocken - das Timing dabei muss aber stimmen. In der Hitze der Gefecht sehr schwer zu erreichen. Man ist selber eig. immer abhängig davon, ob der Gegner vor einem einen Fehler macht. Zumindest gegen Menschliche Gegner.
So was bei The Witcher - Göttlich! Muss ja auch nur gegen Bosse so schwer sein ;-D Der Schwierigkeitsgrad würde dann die Fehleranfälligkeit der Gegner beeinflussen.
Edith: Und achtet euch nicht zu sehr auf die Wertung von 4P - krasse Fehleinschätzung. Eine 65-70 versteh ich, eine 59 ist schon sehr tief dafür, was das Spiel bietet. Auch wurde das Spiel nicht ganz richtig angetestet (scheint es) da viele Features als nicht vorhanden angeprangert wurden die im Spiel eigentlich elementar sind.
Zuletzt geändert von tschief am 03.12.2013 12:32, insgesamt 2-mal geändert.
Andrej Delany hat geschrieben:Bevor es einfacher gepatcht wurde, hatte so Mancher Probleme mit dem Schwierigkeitsgrad,ja.
Was die PC Master-Race haben Probleme weil ein Spiel zu schwer ist?
Das trag ich gleich in mein schwarzes Buch
Wobei sich die Schwierigkeit bei TW 2 auf teils schlechtes Balancing und der damit verbundenen nervigen Geschicklichkeitsübung im Kampf bezieht. Ein hoher Anspruch, der bei vielen PC-Spielern durchaus willkommen ist, definiert sich aber nicht notwendigerweise durch Feinmotorik beim Knöppe drücken, wie es bei Geschicklichkeitsübungen der Fall ist. Men of War hat z.B. einen sehr hohen Anspruch; das Gameplay ist sehr schwer, aber nicht dadurch, dass man schnell den richtigen Knopf im Kampf drücken muss, sondern durch teils hohes taktisches Kalkül, das gefordert wird, und zwar noch bevor man überhaupt in die Schlacht zieht. Oder ein anderes Beispiel sind Point und Click-Adventure, also Rätselspiele. Da gibt es auch Spiele mit hohem Schwierigkeitsgrad, allerdings hängt das Überwinden von schwierigen Hürden vom Denken und nicht von der schnellen Reaktionsfähigkeit der Finger im Kampf ab. Ich will damit sagen, dass es in Videospielen verschiedene Arten von Schwierigkeitsgraden gibt. Ein hoher Schwierigkeitsgrad, der sich nur daraus ergibt, dass man schnell die richtigen Knöpfe drücken muss und den Nuracus sehr treffend als digitale chinesische Fingerfalle bezeichnet, lehne ich ab. Ich spiel deshalb auch nur ganz selten Beat em Ups oder Action-Adventure, da diese Genres den Fokus auf diese Fingerfertigkeit bzw. Geschicklichkeit legen. Rollenspiele spiele ich i.d.R. hingegen sehr gerne und die sollten ihren Fokus nicht auf so etwas legen.
"Konrad Tomaszkiewicz [...] meinte, dass die Spieler eher ein klassisches Story-Rollenspiel haben wollten und keine Herausforderungen, die auf Fingerfertigkeit bzw. Geschicklichkeit basieren würden."
@Tschief
Is halt alles nicht so einfach, da Chiv nen reines online PvP Spiel ist, da ist nur das Kampfsystem wichtig.
Bei einem RPG gehört halt noch etwas mehr dazu, bzw muss man so ein System dann dann noch auf Gegner ohne Waffen und Zauber, Buffs ect ausweiten.
Severance z.b zocke ich heute noch gerne, da es dort ein cremiges Kampfsystem gibt, praktisch der Papa von Demon und Dark Souls.
Aber auch Severance ist eher ein reiner Klopper.
Das gleiche beim Mount & Blade crpg Mod, super für menschliche Gegner, aber ansonsten ?
Aber ein "Warum blah blah Dark Souls is doch ein Dungeon Crawler Mama!" lässt mich echt verzweifeln.
Was zur Hölle ist bei einem Skyrim anders, oder einem Witcher.
Was macht man dort die meisste Zeit ? Richtig, man kloppt irgend welchen Gegner die Scheisse aus dem Leib, immer und immer wieder.
Aber nein, man bekommt ja noch Quest und verfolgt eine epische Hauptstory, die durch awesome Script Sequenzen und minutenlange tiefgründige Dialoge dem Spieler kredenzt wird.
Und an dieser Stelle muss ich als RPG Nazi der alles zerzockt hat, von Schatten über Riva, Icewind Dale , Fallout 2 Final Fantasy 5-9, Kotor, Dragon Age, Arx Fatalis, Lands of Lore, Gothic 1-3, Morrowind, Kotor, Arcanum ect. mal etwas los werden.
Es war so ein unbeschreiblich tolles und befreiendes Gefühl Dark Souls zu spielen, nicht allein wegen dem mega Hardcore Schwierigkeitsgrad der mir als PC Herrenzocker natürlich geschmeichelt hat, nein es war die Atmosphäre.
Kein Schwanz ging mir auf die Nüsse und wollte das ich ihm helfe seinen Keller von Ratten zu befreien, ich musste auch nicht 40 mal in den Wald rennen und 20 Eichhörnchen Hoden sammeln um den Dorf Alchemisten glücklich zu machen, ich musste auch kein verkacktes Paket in die nächste Stadt schleppen, ich musste nicht mit jedem Dorfbewohner labern, deren Gesabbel mich eh nicht interessiert, aber eventuell gibt es ja leckere Quests abzugrasen.
Ich stand einfach wie fucking William Wallace an einer Klippe und schrie FREIHEIT! während ich die Sonne anpries.
Du bist einfach dein eigener Herr, du erlebst dein eigenes Abenteuer und ja es wird viel gekloppt, wieso auch nicht, ist bei jedem anderen RPG mittlerweile genauso.
Und erst die Story, sie wabert überall kaum sichtbar umher und viele werden am Schluss über die Story von Dark Souls nur sagen können "Ja hier zwei Glocken läuten, dann hier so Suppenschüssel klar machen und dann Endboss wegpwnen und Abspann und so", aber wer sich Zeit lässt wird einfach soviele kleine bis große Details finden (einfach mal nach Dark Souls Lore bei Youtube eingeben).
Das war für mich viel interessanter als in irgend einem anderen RPG und ich hab nen Shitload an RPGs durchgezockt.
Sicherlich war die Steuerung von Dark Souls nicht perfekt, aber da ich eh kein Fan von "Perfektion" bin, konnte ich gut damit leben, denn Dark Souls war für mich ein absoluter RPG Genuss, da kommen maximal 2-3 andere Spieler der letzten 15 Jahre ran.
Achja die Witcher Reihe hab ich kaum gezockt, Hauptgrund war das Kampfsystem. =/
VonBraun hat geschrieben:@Tschief
Is halt alles nicht so einfach, da Chiv nen reines online PvP Spiel ist, da ist nur das Kampfsystem wichtig.
Bei einem RPG gehört halt noch etwas mehr dazu, bzw muss man so ein System dann dann noch auf Gegner ohne Waffen und Zauber, Buffs ect ausweiten.
Wir besprechen hier gerade das Kampfsystem - gerade darum ist es ja das perfekte Beispiel. Ich beziehe mich in keinem anderen Punkt (RPG - Chivalry Vergleich oder wie?) darauf, irgendetwas von Chivalry zu übernehmen.
Ich kann dir nur begrenzt zustimmen. Natürlich kann man das Kampfsystem nicht 1 zu 1 auf ein RPG übernehmen und natürlich benötigt es auch Arbeit um es gut einzubinden. Aber stimmst du mir nicht zu dass das Kampfsystem falls gut übernommen einfach genial sein könnte für ein RPG?
Und: auch in Chiv gibt es Bots, gegen die du spielen kannst. Die haben das Kampfsystem schon mal relativ gut intus.
Es geht dabei sowieso um den richtigen Schwerter Nahkampf / Fernkampf mit dem Bogen. Das ist in Chiv perfekt umgesetzt und kann so nahezu nahtlos auch für ein RPG übernommen werden. Wie die KI damit umgeht und insbesondere wie Zauber und Co eingebunden werden - das ist eine andere Geschichte und benötigt Arbeit.
Und es gibt sicher auch dafür noch Lösungsmöglichkeiten (Bsp. Dark Messiah of Might and Magic hatte auch ein super Kampfsystem zusammen mit Zauber & Buffs)
Nuracus hat geschrieben:Temeter: Zumindest in City ist es tatsächlich so, dass bis zu 3 Gegner gleichzeitig Batman angreifen - in dem Fall muss man also auch bis zu 3x schnell hintereinander Dreieck (Konter) drücken. Das kenne ich von Asylum auch nicht so, war eine kleine (positive) Überraschung für mich. Ganz davon ab, dass die übrigen Gegner natürlich weiterhin ihre Schusswaffen benutzen und den dunklen Ritter mit tödlichen Kartons bewerfen.
Das passt sich gut, City inklusive DLC hatte ich letztens erst durch das Humble Bundle abgestaubt. Thx, dann werde ich das nochmal ein bischen anspielen. Mein recht fortgeschrittener Spielstand von Asylum - welches ich trotz meiner Kritik genial finde - ist leider bei der GfW-Säuberungsaktion draufgegangen.
tschief hat geschrieben:Und es gibt sicher auch dafür noch Lösungsmöglichkeiten (Bsp. Dark Messiah of Might and Magic hatte auch ein super Kampfsystem zusammen mit Zauber & Buffs)
Ja, stimmt. Ganz vergessen. Einer der Titel, wo ein direkter Kampf mit Vollkörpereinsatz recht ordentlich umgesetzt wurde. Nicht perfekt, aber ordentlich. Wobei hier nix über Severance - Blade of Darkness geht. Knapp 13 Jahre alt, immer noch meisterliches Waffen-Gameplay, kaum erreicht seit damals.
Ich muss gestehen Severance nie gespielt zu haben Klingt aber gut - ev. spiel ichs mal an. Weiss jemand, wo man das kaufen kann? GOG? (Kann leider von hier aus nicht auf GOG zugreifen)
Stimmt Dark Messiah war auch nicht verkehrt und natürlich würde das Kampfsystem von Chiv sehr gut in ein RPG passen, man müsste halt mal die Leude die solche Systeme entwickeln mit Leuten zusammen bringen, die wissen wie man eine atmosphärische Welt bastelt.
Dann braucht man noch Leute die wissen wie man eine solche Welt mit Leben und interessanten Dingen füllt und Leute die dem angestaubten Quest und Story Part mal ordentlich Feuer unter dem Arsch machen.
Is halt wirklich schwierig, da jede Firma in unterschiedlichen Bereichen Stärken und Schwächen hat.
Und Zack hat man das perfekte RPG Was für ein Traum.
Echtes Open World wie Skyrim, Grafik, Charaktere und Questdichte (Also Füllung der Spielewelt) wie ein Witcher 1/2, Kampfsystem wahlweise von Chivalry oder von Dark Messiah und Dialogsystem wie ein Bioware Spiel (Mass Effect 1/2)
Hoffen wir TW3 kommt möglichst nahe an diesen Traum ran
Edith: Und danke für den Link, dann saug ich mir das heute Abend gleich
Kein Ding, du musst uns aber unbedingt einen Erfahrungsbericht zukommen lassen. =)
Das perfekte RPG, ja sowas würde man bestimmt nur durch das kombinieren verschiedener Entwicklerschmieden hinbekommen.
Ich muss ja gestehen, das Gothic 2 mit NDR Addon mein Erstkontakt mit der Gothic-Reihe war und das kam schon sehr nahe an das heran, was ich mir unter einem perfekten RPG vorstelle.
Aber bis auf Dark Souls, Gothic 2 und zum Teil die Neverwinter Nights Reihe ist das meisste dann doch eher durchschnittlich.
Aber da hat ja jeder andere Vorlieben, manche brauchen ne Story die sie interessiert und fesselt, bei anderen kann man mit guten beeinflussbaren Dialogen punkten und wiederum andere wollen eigentlich nur erkunden, erforschen und Viehzeug todkloppen, während der Rest 80% der Spielzeit bei der Charakter und Party erstellung liegen lässt (hallo Icewind Dale 2 und Neverwinter Nights).