Balmung hat geschrieben:Aber gut, ich versuchs noch mal zu erklären, ein letztes mal... Es geht grob darum in einem MMORPG auch mal nur so am Strand zu sitzen (oder sonst wo) und den Sonnenuntergang zu beobachten (und das nicht nur an einem der ersten Tage), es geht darum gemütlich zu spielen und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, darum eine Auge für Details zu haben und nicht nur was Objekte im Spiel betreffen sondern auch das man sich z.B. nicht mitten auf den Weg setzt sondern am Rand. Das man in seinem Char mehr sieht als nur ein Mittel zum Zweck, das man eine Bindung zu diesem hat und ihn so mag wie er ist selbst wenn er nicht perfekt ist. Das es scheiß egal ist was die beste Skillung ist und man das spielt was man selbst will und nicht das was einem das Spiel als beste Skillung vorgibt. Das man sich Dinge auch mal erarbeiten muss und nicht alles immer nur Friede Freude Eierkuchen ist und endlos Spaß macht. Das man offen auf alle Spieler zugehen kann und nicht bloß auf seine Gilde und der Rest wird ignoriert weil könnte ja einer dieser Spieler sein der einem nur das MMORPG ruinieren will. Ein MMORPG zu leben heißt einfach nicht bloß ein Spiel darin zu sehen sondern mehr und es deswegen ernst zu nehmen und nicht bloß so ernst wie man ein gewöhnliches Spiel halt ernst nimmt... also nicht besonders.
Ok, den ersten Part kann ich wirklich nicht verstehen. Aber das ist mehr oder weniger meine Sache, wenn ich einen Sonnenuntergang und hübsche Landschaften will, gehe ich vor die Tür. Damit meine ich nicht, dass ich gegen jedwedes Innehalten und Bewundern der Landschaft bin. Geschweige denn dass es mir immer nur um irgendwelche Erfolge ging. Im Gegenteil, ich bin in MMOs eigentlich ziemlich oft ziemlich unerfolgreich. Ich sehe halt mal ein paar Stunden rein und selbst dann ist nicht garantiert, dass ich tatsächlich irgendwelchen Quest- oder Levelfortschritt gewinne. Ich mag Open World MMOs in denen es etwas zu entdecken gibt. Aber nur das? Ohne nebenbei mit anderen Spielern zu erzählen oder sonst was? Ist einfach nichts für mich. Aber das ist einfach nur meine persönliche Macke. Ich kann auch keine Musik hören ohne nebenbei irgendetwas zu tun.
Back to topic, du wirst die Antwort ahnen: All das kannst du auch in einem f2p erleben.
Nein, tun sie nicht, aber sie wissen das mit zunehmendem Alter der Prozentsatz an Spieler abnimmt, die nicht Reif genug sind. Natürlich ist das irgendwo dumm, ich hab auch schon mit einem 14jährigen gespielt der reifer war als die meisten Mitte Zwanzig Jährigen. Aber mir fällt keine andere Filtermethode ein die wirklich fairer wäre. Außerdem geht auch oft darum, dass man bei nicht Volljährigen mit gewissen Themen aufpassen muss, auch das sollte man nicht vergessen.
Siehst du, genau das ist es, was ich meine. Die effektive Filtermethode? Nehmt keine dummen Menschen in eure Gilde auf. Punkt. So einfach. Der Fehler den ich hier anspreche ist, dass man sich auf die Korrelation zwei Faktoren verlässt statt direkt das gewünschte Ergebnis zu verlangen.
Und ebenso mit p2p. Monatlich Geld zu bezahlen ist kein Garant für eine gute Community, sondern für eine in der es nur Arschlöcher gibt die 15€ im Monat über haben. Wenn der Verlust des nicht-kostenlosen Accounts auf dem Spiel steht, hält das die Idioten nicht fern, es sorgt nur dafür dass die Idioten ruhig halten.
Wie gesagt, damit erschafft man keine gute Community sondern eine schlechte im Schafspelz.
Hier mal ein interessanter Beitrag zum Thema F2P eines Game Designers aus der Branche:
Zuerst einmal redet er hier von Umstellungen auf f2p, nicht von bereits ursprünglichen f2p-Spielen (er betont sogar in einem Folgepost, dass f2ps die bereits ursprünglich so konzipiert sind weit besser funktionieren).
Im ersten Punkt bezüglich Content-Fokus redet er dann aber plötzlich über Bigpoint, die nur ur-f2ps und keine Umstellungen anbieten. (Und generell sehr suspekt sind. Die Bigpoint-Spiele könnte man als Beispiele für die angebliche große Flut an billigen f2ps anbieten, aber ganz ernsthaft, wir reden hier doch nicht über solche billigen Browser-Minigames nach dem Facebook-Modell? Toter Gaul und so. Mein Fokus wäre jetzt eher auf vollwertigen, clientbasierten MMOs mit f2p-Modell.)
Die Sache mit der Production Value ist auch mehr als suspekt. Da tut er ja geradezu so als wäre p2p ein todsicheres Modell und die Umstellung auf f2p wäre nur mal so ne fixe Idee der Publisher.
Aber offensichtlich lohnt sich p2p eben nicht, sonst könnten sich diese Spiele mit dem Modell ja halten. Tun sie aber nicht.
Bezüglich Community: Bullshit. Einfach nur Bullshit. Natürlich gibt es eine Stammzahlergruppe. Das sind die, die am meisten ausgeben, wie bereits von mir erwähnt, und am meisten geben sie aus für Dinge die vor allem im Endgame relevant werden (Upgradehilfen, Exp-Boosts usw.). Selbst rein kosmetische Items kriegt man nicht los wenn der Spieler seinen Char zumindest so weit gespielt hat dass er sagen kann "ok, das bedeutet mir was, da bin ich bereit Geld zu investieren".
Das was er hier beschreibt trifft wieder größtenteils auf Browsergames mit ihren Energiesystemen (für Geld aufladbar) zu. Kann man sich jedes beliebige f2p MMORPG anschauen, die Leute mit Kostümen und geupgradeten Waffen sind beinahe alle Mid- bis Highlevel.
Innovation. Beinahe ebenso großer Quatsch. Die meisten p2p-Modelle benutzen das selbe Click&Kill System wie WoW. (und sind dann auch meist die, die auf f2p umgestellt werden)
Die meisten innovativen Spiele findet man noch im f2p-Markt.
Wenn es den Leuten scheiß egal ist, dass sie anderen ihr Hobby mit ihrer Art kaputt machen, dann werde ich auch immer entsprechend darauf reagieren und mir das nicht länger stillschweigend mit angucken, das habe ich lange genug getan.
Wie Wiggenz bereits sagte: Die Spieler machen dir dein Hobby nicht kaputt.
Es ist doch wohl das gottverdammte Recht eines jeden einzelnen, sich für ein Bezahlmodell zu entscheiden, mit dem man persönlich zurechtkommt.
Dein Hobby wird, wie bereits angedeutet allerhöchstens von Publishern gestört, die p2p-Titel mit halbem Arsch auf schlechte f2p-Titel umstellen. Das ist ein Problem, und darüber regen sich wahrscheinlich alle auf, auch pro-f2p-Spieler, weil es die vernünftigen f2ps automatisch in ein schlechtes Licht rückt.
Tatsache ist, die Spieler jammern bei den MMORPGs derart die Foren voll bis sie kriegen was sie wollen und daraus hat sich dann irgendwann die Tendenz immer mehr Richtung Massenmarkt zu gehen entwickelt, damit die Spieler direkt weniger zu jammern haben weil eh alles weichgespült ist... netter Nebeneffekt ist weniger Risiko, mehr Spieler, mehr Einnahmen... dafür immer weniger gut funktionierende MMORPGs.
Aye, schon schlimm wenn die Entwickler auf die Wünsche der Spieler eingehen...
Massenmarkt ist etwas anderes als auf die Bedürfnisse der Masse zu hören.
Wenn ein Entwickler krankhaft auf den Mainstream blickt und sein Spiel entsprechend anpasst, will er ein Publikum erreichen, dass für ihn wahrscheinlich einfach nicht erreichbar ist (siehe die WoW-Klone) und vergrault sich dabei das Publikum, dem er sein Produkt eigentlich verkaufen könnte.
Das ist das eigentliche Problem, nicht "oh Gott, ein Produkt das mehr Leuten gefällt", sondern "ein Produkt, dass sein eigentliches Publikum vergrault".