Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

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Brakiri
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Brakiri »

Kajetan? Your turn! ;)
makimu
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von makimu »

Mag sein das die Angaben der Hersteller übertrieben und unrealistisch sind, aber Kern der Aussage stimmt.Raubkopien schaden dem Geschäft und sorgen jährlich nicht nur für ein paar Millionen Verluste.
Das die Hersteller teils Millionen in den Schutz investieren ist da nicht verwunderlich und wenn es sich nicht rechnen würde gäbe es die Schutzmaßnahmen nicht.Es sind schließlich Wirtschaftsunternehmen.
Das heißt dann aber gleichzeitig, dass es sich für die Hersteller mehr rechnet in ein kundenunfreundliches DRM zu investieren, als in einen kundenfreundliches Service anzubieten. Nur weil hier damit gerechnet wird x Umsatz zu generieren, indem man ein Teil der Kunden verprellt und falls es zu viele werden, wird die "Schwarzkopienkeule" rausgehollt und rumgeheult, dass der Umsatz sinkt und wer alles Schuld dafür ist, nur nicht man selber.

Und warum kann ich ein Spiel nicht boykottieren und gleizeitig irgendwo runterladen. Das ist genauso ein Zeichen. Dass es von vielen Parteien anders ausgelgt wird, liegt nun mal an verschiedenen Interessen dieser.
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The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

nein, boykottieren und runterladen ist nicht das gleiche. Das eine ist Marktwirtschaft, das andere, inzwischen können wir uns wohl darauf einigen, "digitale Zechprellerei".
Ist ein Restaurant schlecht oder schenkt ein Wirt nicht ordentlich ein, dann bleibe ich dem Betrieb fern und schädige es durch fehlenden Umsatz, wenn nur genug andere dies so machen.
Aber ich setze mich nicht in die Ecke und gehe ohne zu bezahlen, wenn ich satt bin und meinen Wein getrunken habe.
Das ist der Unterschied zwischen Boykott und Piraterie
johndoe1238056
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von johndoe1238056 »

The Incredible Hojo hat geschrieben:nein, boykottieren und runterladen ist nicht das gleiche. Das eine ist Marktwirtschaft, das andere, inzwischen können wir uns wohl darauf einigen, "digitale Zechprellerei".
Ist ein Restaurant schlecht oder schenkt ein Wirt nicht ordentlich ein, dann bleibe ich dem Betrieb fern und schädige es durch fehlenden Umsatz, wenn nur genug andere dies so machen.
Aber ich setze mich nicht in die Ecke und gehe ohne zu bezahlen, wenn ich satt bin und meinen Wein getrunken habe.
Das ist der Unterschied zwischen Boykott und Piraterie
Das lässt sich trotzdem nicht vergleichen. Dem Wirt entsteht nämlich tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden(Fleisch, Gemüse, Beilagen und Arbeitszeit). Einer Softwarefirma entsteht nur ein virtueller Schaden. Den digitalen Dateien ist es nämlich völlig egal, wie oft sie dupliziert werden. Das klappt mit Nahrungsmitteln nicht einmal nach der Erfindung des Replikators.
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DasGraueAuge
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von DasGraueAuge »

Akabei hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:nein, boykottieren und runterladen ist nicht das gleiche. Das eine ist Marktwirtschaft, das andere, inzwischen können wir uns wohl darauf einigen, "digitale Zechprellerei".
Ist ein Restaurant schlecht oder schenkt ein Wirt nicht ordentlich ein, dann bleibe ich dem Betrieb fern und schädige es durch fehlenden Umsatz, wenn nur genug andere dies so machen.
Aber ich setze mich nicht in die Ecke und gehe ohne zu bezahlen, wenn ich satt bin und meinen Wein getrunken habe.
Das ist der Unterschied zwischen Boykott und Piraterie
Das lässt sich trotzdem nicht vergleichen. Dem Wirt entsteht nämlich tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden(Fleisch, Gemüse, Beilagen und Arbeitszeit).
Lass das bloß nicht meinen Chef hören, Wenn der rausfindet, dass bei der Softwareentwicklung keine Arbeitszeit anfällt, dann stehe ich nächsten Monat eventuell ohne Geld da...
makimu
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von makimu »

nein, boykottieren und runterladen ist nicht das gleiche. Das eine ist Marktwirtschaft, das andere, inzwischen können wir uns wohl darauf einigen, "digitale Zechprellerei".
Ist ein Restaurant schlecht oder schenkt ein Wirt nicht ordentlich ein, dann bleibe ich dem Betrieb fern und schädige es durch fehlenden Umsatz, wenn nur genug andere dies so machen.
Aber ich setze mich nicht in die Ecke und gehe ohne zu bezahlen, wenn ich satt bin und meinen Wein getrunken habe.
Das ist der Unterschied zwischen Boykott und Piraterie
Naja das hängt mit eigenen Sichweise zusammen. Für dich ist es fehlender Umsatz, für mich eine Art Boykott. Eine Möglichkeit zu zeigen, dass hier das Unternehmen sich in eine Richtung entwickelt die mir nicht gefällt und "Service" anbietet den ich nicht haben möchte. Hier müssen die Unternehmen für sich entscheiden wie weit sie gehen und was sich für sie lohnt und wenn ich den Eindruck bekomme, dass ich für sie keine Rolle spiele und einfach zu zahlen habe und ruhig sein soll, dann müssen sie sich auch nicht wundern, dass auf einmal das Geld fehlt und Leute "Raubmordtotkopieren".

Das Problem bei dem Spielenunternehmen ist ja für mich z.B., dass sie keinerlei Sympathie mehr bei mir erwecken. Ich soll einfach nur zahlen und konsumieren, mehr von mir preisgeben, mehr Agbs akzeptieren, noch mehr Onlinepässe anlegen, Name, Vorname, Geburtsdatum, irgendwann reichts einfach und nervt nur noch. Wenn da wenigsten ein Mehrwert entstehen würde und mann merken würde, dass man sie unterstützt und ihnen hilft ein besseres Produkt rauszubringen, aber Fehlanzeige. Es wird versprochen und gelogen, dann platz einfach irgendwann der Kragen und man entwickelt ne andere Mentalität. Manch daddeln nur noch ältere Spiele, andere warten auf "Ohne DRM" Sticker, andere beschweren sich über Raubkopierer und dass sie den Unternehmen so sehr schaden, andere kaufen immer noch alles und akzeptieren die ganzen Gängelungen.

Für mich ist das einfach kein Widerspruch, sich ein Film im Netz anzusehen oder im Kino. Dadurch schade ich dem Unternehmen nicht, den den Film hätte ich dann sowieso nicht geguckt und wenn ich bessere Qualität will und Bonusmaterial usw., dann kauf ich ihn mir sowieso im Endeffekt.
Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Fiddlejam »

Illegale Handlungen als Boykottmaßnahme? Aber sonst stimmt noch alles, oder? oO
N16
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von N16 »

The Incredible Hojo hat geschrieben:In Restaurants zahle ich immer. Außer letztends, da hat es mir nicht geschmeckt, da bin ich ohne zu Bezahlen rausgegangen....
Es geht nicht um das Verhältnis Recht-Unrecht.
Da hast du natürlich Recht, was anderes habe ich auch nie behauptet.
Ich habe ja auch ausdrücklich gesagt, ich sei ein Pirat.

Allerdings habe ich auch ganz ausdrücklich erklärt, wieso ich Pirat bin.
Und genau das ist das Problem:
Man stellt fest, das eigene Boot habe ein Leck. Man stopft das Leck (oder versucht es zumindest) und kurze Zeit später entstehen tausende neue Lecks.
Doch anstatt das eigene Köpfchen einzuschalten und zu fragen: "Wieso haben wir ein Leck? Wie gehen wir dagegen am Besten vor?", verschwendet man lieber viel Zeit und Ressourcen (und geht dem ehrlichen Kunden dabei auf die Nerven), um dem Boot eine neue Hülle zu verpassen, welche kurze Zeit später wieder ein neues Leck aufweist. Und so geht es in aller Ewigkeit weiter...

Nein, nicht alle Piraten sind wie ich. Jeder hat seine eigenen Gründe, weshalb er (oder sie) der Piraterie verfallen ist.
Einige wollen ganz einfach nicht zahlen, wenn sie eine kostenlose Alternative finden.
Aber: gleichzeitig ist nicht jeder Pirat ein durch und durch abgrundtief unehrlicher Mensch, dem jedes Mittel recht wäre, um nicht zahlen zu müssen.

Aber das versteht ausser mir wohl kaum einer...
The Incredible Hojo hat geschrieben:
Drano hat geschrieben: Kurz ausgedrückt:
Für Spiele, von deren Qualität ich nicht überzeugt bin, gebe ich kein Geld (mehr) aus.
Spricht nichts dagegen. Dann solltest du sie aber auch nicht spielen. Auch nicht durch illegale Downloads. Das ist mein Statement hier von anfang an.
Auch nicht durch Demoversionen?

Die Spieleindustrie hat doch diese ach so tolle Geheimwaffe namens "Demoversion".
Und rate mal wieviele Spiele, welche über eine Demoversion verfügen, ich mir schon illegal heruntergeladen habe: Keine einzige!
Für mich reichen diese vollkommen, um mir ein Bild über ein Spiel zu machen. Manchmal irre ich mich auch, und das Spiel wäre gut gewesen. Manchmal irre ich mich (leider), und die Demo versprach mehr, als das Spiel eingehalten hat.

Aber aus irgendeinen mir unerfindlichen Grund wollen die ganz grossen Tiere nichts mit Demoversionen zu tun haben... Also lade ich mir die Vollversion eben illegal herunter, Pech gehabt!

Wäre das nicht einen Gedanken Wert?
johndoe1238056
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von johndoe1238056 »

DasGraueAuge hat geschrieben:
Akabei hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:nein, boykottieren und runterladen ist nicht das gleiche. Das eine ist Marktwirtschaft, das andere, inzwischen können wir uns wohl darauf einigen, "digitale Zechprellerei".
Ist ein Restaurant schlecht oder schenkt ein Wirt nicht ordentlich ein, dann bleibe ich dem Betrieb fern und schädige es durch fehlenden Umsatz, wenn nur genug andere dies so machen.
Aber ich setze mich nicht in die Ecke und gehe ohne zu bezahlen, wenn ich satt bin und meinen Wein getrunken habe.
Das ist der Unterschied zwischen Boykott und Piraterie
Das lässt sich trotzdem nicht vergleichen. Dem Wirt entsteht nämlich tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden(Fleisch, Gemüse, Beilagen und Arbeitszeit).
Lass das bloß nicht meinen Chef hören, Wenn der rausfindet, dass bei der Softwareentwicklung keine Arbeitszeit anfällt, dann stehe ich nächsten Monat eventuell ohne Geld da...
Ich weiß gar nicht, warum es so schwer zu verstehen ist, dass die Analogie zwischen Schnitzel essen und Spiele kaufen nicht passt.
Ich habe übrigens noch nirgendwo eine wissenschaftliche Studie gelesen, die einen direkten Zusammenhang zwischen Raubkopien und Umsatzeinbrüchen aufgezeigt hat. Ist Jowood etwa an der Zahl der Raubkopien von Gothic II zugrunde gegangen? Ich würde eher auf die Qualität der nachfolgenden Spiele als Ursache tippen.
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DasGraueAuge
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von DasGraueAuge »

Akabei hat geschrieben: Ich weiß gar nicht, warum es so schwer zu verstehen ist, dass die Analogie zwischen Schnitzel essen und Spiele kaufen nicht passt.
Ich habe übrigens noch nirgendwo eine wissenschaftliche Studie gelesen, die einen direkten Zusammenhang zwischen Raubkopien und Umsatzeinbrüchen aufgezeigt hat. Ist Jowood etwa an der Zahl der Raubkopien von Gothic II zugrunde gegangen? Ich würde eher auf die Qualität der nachfolgenden Spiele als Ursache tippen.
Wo verstehe ich was nicht?
Dass du einerseits spezifisch die Arbeitszeit des Koches/Servicepersonals für das Beispiel Gastronomie auflistet, aber gleichzeitig völlig negierst, dass die Entwickler eines digitalen Produktes die 2-3 Jahre Produktionszeit nicht von Luft und Liebe leben? Ja, da hast du recht. Das verstehe ich nicht, denn die Logik ist Käse.
Und Studien interessieren doch sowieso niemanden. Da beauftragst du 5 "Experten" und kriegst 10 verschiedene Ergebnisse.

Wer hier wie wo und wann irgendwas runterlädt ist mir völlig Wumpe. Mich stören die blödsinnigen Rechtfertigungen dafür. Am besten mal ehrlich zu sich selbst sein. Kommt man manchmal zu überraschenden Erkenntnissen. Und letztendlich interessieren auch den Publisher die Gründe nicht. Der zieht die Schlüsse, die er ziehen will und die resultieren dann in beknackten DRM-Systemen. Schließlich verkauft sich ein Online-Pass CoD ja besser als der DRM-freie Titel mit unauthorisierten Downloads im 7-stelligen Bereich.
johndoe1238056
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von johndoe1238056 »

Das mag jetzt nicht repräsentativ sein, aber ich habe da mal in so einer Bucht nachgeschaut. Wie viele DRM freie Titel sind da wohl dabei? Laut der Logik der Publisher dürften da eigentlich nur Humble Bundle-, GoG.com- Spiele und Legend of Grimrock auftauchen.

Deine Arbeitszeit entspräche in dem Beispiel(welches übrigens nicht ich hier aufgebracht habe), eher der des Schweinezüchters oder Gemüsebauern. Deine Arbeit ist längst getan, wenn das Schnitzel/ die Kartoffel auf dem Teller landet. Und noch einmal, wo ist der Verlust? Minimum 95% der Leute, die sich die Spiele illegal herrunterladen, würden es sich nicht kaufen. Das bei dieser Aktion jemandem ein materieller Schaden entsteht, erschließt sich mir nicht.
Nur so nebenher: Ich halte mich an den mindestens 20 Jahre alten Slogan von Fairlight: A game worth playing, is a game worth buying. Zu Amigazeiten hat man mich noch für bekloppt gehalten, wenn ich Geld für Sensible Soccer oder Turrican2 ausgegeben habe.
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Higashi
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Higashi »

Fiddlejam hat geschrieben:Illegale Handlungen als Boykottmaßnahme? Aber sonst stimmt noch alles, oder? oO
Wenn jeglicher Widerstatt und jegliche Boykotte in der bisherigen Menschheitsgeschichte den entsprechenden Gesetzen gefolgt wären, würdest du wahrscheinlich noch von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends in einer Fabrik schuften und eine Lebenserwartung von ca. 45 Jahren haben. :mrgreen:

Es zählt nunmal der Widerstand. Der Publisher weiß verdammt genau, wie das Spiel läuft, schließlich haben nicht nur ein paar Menschen, die Spieleforen nutzen, die Weißheit mit Löffeln gefressen.

Aktionäre wollen Geld sehen. Wie erklärst du denen, dass es eben nicht soviel gegeben hat? "Wir haben eine inhaltlich mäßige Fortsetzung der aktuellen Spieleserien herausgebracht, die aber aufgrund des gesunkenen Anspruchs keiner mehr kaufen möchte?"

Nein, natürlich nicht! Man hat ja Raubkopierer, dann werden eben DRMs geschaffen, die das Problem (nach außen hin) lösen sollen. Im nahen Osten wird ja als große Hilfeleistung teilweise auch Infrastruktur aufgestellt, die kein Mensch braucht, einfach weils so herrlich wirkt.

WENN jemand möchte, dass ich sein DRM annehme, dann soll es mir auch etwas zu bieten haben. Keine Beschränkung an Installationen, der ganze Mist. Ich weiß, hier gibt es sehr starke Steam-Gegner. Da sage ich einfach: Ich habe leider als Student nicht die finanziellen Mittel, mir Spiele für 45-60 Euro zu kaufen. Ehrlich gesagt tun auch 29,99 verdammt weh im Monat, zumal die wirklich lebenswichtigen Dinge auch nicht gerade günstiger werden. Also kaufe ich Steamdeals oder bestelle in GB.

Zurück zum Thema: Jedem Publisher müsste doch mittlerweile klar sein, dass jeder noch so gut entwickelte Kopierschutz innerhalb von kürzester Zeit geknackt ist. Wieso macht er sich also die Mühe? Ich werfe auch kein Geld in meine Toilette und warte, dass jemand abspült. Würde er es nicht tun, könnte er sich vor den "Leuten mit dem Geld" nicht mehr so gut rechtfertigen. Denn die, die das Geld haben, haben meistens nicht auch nur ansatzweise Ahnung von der Materie, das ist aber in vielen Branchen so. Die Videospielbranche ist schließlich auch nur eine Maschine, in die ich 5 Euro reinstecke in der Hoffnung nachher 10 wieder herauszubekommen. Wie das passieren soll ist mir egal, wenn ich nur 6 Euro rausbekomme möchte ich aber gerne Rede und Antwort gestanden haben wieso es nicht 10 sind.

Ich habe bei der letzten Actademo (ja, man kann auch für seine Rechte auf die Straße gehen, statt den Internetwutbürger zu spielen) ein Plakat aus dem linken Spektrum gesehen: "Ob friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand". Ich lasse dies jetzt unkommentiert zum Abschluss meines Posts stehen.
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DasGraueAuge
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von DasGraueAuge »

Akabei hat geschrieben:Das mag jetzt nicht repräsentativ sein, aber ich habe da mal in so einer Bucht nachgeschaut. Wie viele DRM freie Titel sind da wohl dabei? Laut der Logik der Publisher dürften da eigentlich nur Humble Bundle-, GoG.com- Spiele und Legend of Grimrock auftauchen.

Deine Arbeitszeit entspräche in dem Beispiel(welches übrigens nicht ich hier aufgebracht habe), eher der des Schweinezüchters oder Gemüsebauern. Deine Arbeit ist längst getan, wenn das Schnitzel/ die Kartoffel auf dem Teller landet.
Wer sagt, dass die Argumentation der Publisher logisch ist? Ich nicht.
Und zur Arbeitszeit: Wer bezahlt mich Schweinebauer denn, wenn der Wirt um die Zeche geprellt wird? Der Wirt wird sicherlich irgendwann einsehen, dass sein Geschäft ihm nichts mehr einbringt. Nur will nicht jeder Schweinebauer gleich eine Kneipe aufmachen, nur weil die Leute den gierigen Wirt nicht mögen. Das wird bei der Argumentation gern ausgeblendet.
Um mal von den beknackten Analogien weg zu kommen. Nicht jeder Entwickler möchte sich plötzlich um Vertrieb, Marketing und Support kümmern müssen, nur weil den Spielern das Gesicht des Publishers nicht passt.
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Ash2X
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Ash2X »

makimu hat geschrieben:
Mag sein das die Angaben der Hersteller übertrieben und unrealistisch sind, aber Kern der Aussage stimmt.Raubkopien schaden dem Geschäft und sorgen jährlich nicht nur für ein paar Millionen Verluste.
Das die Hersteller teils Millionen in den Schutz investieren ist da nicht verwunderlich und wenn es sich nicht rechnen würde gäbe es die Schutzmaßnahmen nicht.Es sind schließlich Wirtschaftsunternehmen.
Das heißt dann aber gleichzeitig, dass es sich für die Hersteller mehr rechnet in ein kundenunfreundliches DRM zu investieren, als in einen kundenfreundliches Service anzubieten. Nur weil hier damit gerechnet wird x Umsatz zu generieren, indem man ein Teil der Kunden verprellt und falls es zu viele werden, wird die "Schwarzkopienkeule" rausgehollt und rumgeheult, dass der Umsatz sinkt und wer alles Schuld dafür ist, nur nicht man selber.

Und warum kann ich ein Spiel nicht boykottieren und gleizeitig irgendwo runterladen. Das ist genauso ein Zeichen. Dass es von vielen Parteien anders ausgelgt wird, liegt nun mal an verschiedenen Interessen dieser.
Das Problem haben viele noch nicht erkannt: Es gibt kaum nutzerfreundliche DRM-Maßnahmen.Irgendwo muß man Abstriche machen.Für die meisten Spieler wäre die einzige Option der komplettverzicht - sobald es nur um einen Key geht ist der Keygen schneller draußen als man gucken kann.Alles andere empfindet der Spieler als "zu störend" und ist seine Ultimativentschuldigung für eine Raubkopie.In dem Bereich ist gesellschaftlich eine menge schief gelaufen.
Außerdem: Boykottieren und gleichzeitig runterladen??? Sorry,das ist absoluter Blödsinn.Wenn man einen Boykott anstrebt sollte man zumindest die Eier haben auf einen Titel komplett zu verzichten. Eine Raubkopie aus dem Netz zu ziehen als "Boykott der DRM" ist das eindeutige Zeichen für Hersteller noch stärkere Einschnitte vorzunehmen.Das Problem ist ja die Existenz der Raubkopie - wärst du da nicht rangekommen hättest du dir das Spiel gekauft wenn du es wirklich spielen möchtest.
Es wird ja nicht die "Schwarzkopiekeule" rausgeholt weil es ihnen Spaß macht oder weil das Marketing schief gelaufen ist,sondern weil sie auf Torrentseiten auch noch Angaben dazu finden wie viele gerade ihr Spiel illegal verteilen und wie viele es derzeit Teilen.Da sind rapidshare & Co nichteinmal dabei. Bei Crysis 2 sinds gerade 38969 Leute die es verteilen und 11691 die es ziehen.Crysis 2 hatte nichteinmal erwähnenswerte DRM-Maßnahmen soweit ich weiß...ach ja laut einer Torrentseite kam da letztes Jahr eine Zahl von 3.920.000 raus.ALLEIN die Torrents über die Seite.
Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Fiddlejam »

Wenn jeglicher Widerstatt und jegliche Boykotte in der bisherigen Menschheitsgeschichte den entsprechenden Gesetzen gefolgt wären, würdest du wahrscheinlich noch von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends in einer Fabrik schuften und eine Lebenserwartung von ca. 45 Jahren haben. :mrgreen:
Und wir hätten die RAF heute noch.
Ich meine, was ist das für eine bescheuerte Logik?
Wenn ihr offen Software-Piraterie betreibt, ist das ja eine Sache, aber das ganze dann noch als Weltrettung dar zu stellen? Also bitte.
Wie schon tausendmal gesagt: DRM ist eine Reaktion auf Schwarzkopien, nicht umgekehrt.
Schwarzkopierer wehren sich nicht gegen das Problem, sie haben es verursacht.
Deine Arbeitszeit entspräche in dem Beispiel(welches übrigens nicht ich hier aufgebracht habe), eher der des Schweinezüchters oder Gemüsebauern. Deine Arbeit ist längst getan, wenn das Schnitzel/ die Kartoffel auf dem Teller landet.
Zum allerletzten Mal, es geht nicht bloß um irgendeinen wirtschaftlichen Aspekt.
Warum soll ich als Autor Bücher schreiben, wenn sie irgendein Penner im Hinterzimmer fotokopiert und ins Netz stellt?
Warum soll ich als Maler Bilder malen, wenn sie dann abgelichtet und tausendfach gedruckt werden?
Warum soll ich Spiele entwickeln, wenn sie kostenlos geholt werden?
(Mal ganz davon abgesehen: Warum soll ich als ehrlicher Käufer tolerieren, dass andere das Produkt gratis erhalten, wenn ich dafür gezahlt habe?)

Kopien können Kunst sicher erhalten, aber nur wenn sie gesteuert sind. Die gemeine Wald-und-Wiesen-Kopie dagegen macht sie kaputt.
Die Legende von der brotlosen Kunst ist zwar eine sehr romantische, aber immer noch eine Legende. Wenn ein Kunstschaffender merkt, dass er davon nicht leben kann, wird er früher oder später aufhören - und dann werden wir alle blöd gucken.

Die Analogie mit dem Schweinesteak mag sicher nicht ganz passen, aber ihr könnt doch auch nicht ernsthaft behaupten, dass ab sofort bei Konzerten jeder über den Zaun klettern soll, da sowieso kein realer Schaden entsteht.
Wie gesagt: Wenn das Produkt so scheiße ist und boykottiert werden muss, warum holt man es trotzdem?