Capcom: Mehr Horror in Resident Evil 6?

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mosh_
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Beitrag von mosh_ »

Stop and Shoot in der heutigen Zeit als Action zu bezeichnen ist allerdings auch mutig. Aber gerne, es darf überhaupt mal Horror ins Spiel. Waren in RE 4 und 5 ja eher leichte Terrorelemente, aber kein wirklicher Grusel.
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Provo
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Beitrag von Provo »

Über die grundsätzliche Spielmechanik von Resident Evil 4 würde ich auch nicht meckern wollen. Das Inventar war echt gut, das war ne sinnvolle und notwendige Modernisierung. (die sie in Teil 5 zu Gunsten des Koop Modus wieder fallen gelassen haben)
Von festen Kamerapositionen muss man sich wohl verabschieden, das sehe ich ja fast noch ein (obwohl ich das mag)
ica
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Beitrag von ica »

Horror ist immer dann am Stärksten, wenn die Bedrohung eine unbekannte Größe ist. Das zog bei Resident Evil damals so gut, weil man einfach mit Zombies und Mutationen konfrontiert wurde, jedoch lange Zeit über die Herkunft rätseln musste. Erst nach und nach wurden die Hintergründe offen gelegt. Diese Momente, in denen man etwas vollkommen absurdes und irreales auf einmal zu begreifen versteht, sind es, die Horror ausmachen.

Gleichzeitig war das aber auch das große Problem für alle Fortsetzungen: Hier ist uns nämlich die Bedrohung bereits bekannt. Jetzt geht der Schock nur noch durch Variation: größeres Areal, neue Mutationen, schnellere Gegner, etc. Schaut man sich Resident Evil 2 und 3 an, wurde genau in diese Richtung weitergearbeitet.

Teil 2 habe ich geliebt, einfach weil das Setting in der Stadt genial war. Auch wurde die Story für ein Videospiel recht intelligent weitergewoben, die Auswirkungen von Teil 1 viel globaler präsentiert.

Meiner Meinung nach ging es dann mit Teil 3 langsam bergab. Der Nemesis war für mich nicht mehr die omnipräsente Bedrohung, die er sein sollte. Er war einfach nur ein Nervfaktor; ein Endgegner, der dir das ganze Spiel lang hinterher rennt und bei der finalen Konfrontation dann relativ schnell aus den Latschen kippt.
Das war ja auch die Zeit, als Silent Hill dann rauskam. Und das kam wiederum deshalb so gut an, weil hier der Horror in einer anderen Form ankam. Erstens mal gab es hier das Übersinnliche als wichtigen Faktor. Anders als bei Resident Evil konnte hier also quasi alles Mögliche passieren. Zweitens war der Horror auch weit psychologischer gestaltet als die doch sehr physische Bedrohung in RE. Man wusste hier einfach schon, womit man rechnen konnte und das machte es berechenbar. Am meißten hatte mich jedoch beeindruckt, dass man in Silent Hill mit einem Allerweltsmenschen als Spielfigur unterwegs war. Das brachte doch deutlich mehr Realismus in die ganze Sache.

Je weiter die Geschichte von Resident Evil hingegen voranschritt, umso trashiger und comicmäßiger wurde es doch. Teil 1 war meiner Meinung nach noch stark von psychologischem Horror geprägt. Teil 2 ging dann die typische Zombieapokalyse an, wobei dieses Terrorfeeling teilweise echt gut rüber kam. Teil 3 konnte mich da nicht mehr so begeistern, weil das Setting im Prinzip das gleiche war und kaum was Eigenständiges hinzufügte.
Teil 4 fand ich ganz ok. Actionbetonter, dadurch aber auch endlich etwas flüssiger. Man nahm einen bekannten Charakter, entwickelte seine Persönlichkeit etwas weiter und konfrontierte ihn wieder mit etwas Neuem. Der Horror kam hier dadurch, dass man wusste, was dieser Typ schon durchgestanden hatte(man war ja dabei). Trotzdem war er im ersten Moment ebenfalls ratlos. Man war zu keiner Zeit schlauer als die Figur. Ganz anders in Teil 5, der im Prinzip alles wiederholte und nur den Coop als Neuerung bot. Das ist wenn mans spielt ne super Gaudi, aber eben auch nicht mehr. Was ich beiden Teilen aber ankreide war die Tatsache, dass man es mit Wesker als Bösewicht einfach zu sehr übertrieb. Schon in Code Veronica dachte ich: Was macht der jetzt einen auf Matrix? Da wurde einfach klar, dass der Stil wichtiger wurde als der Inhalt. Und wenn man ihn sich in Teil 5 anschaut mit den glühend roten Augen und dem unvermeidbaren schwarzen Mantel... das ist inzwischen einfach ein Klischeecharakter geworden, der austauschbar ist. In Teil 1 hatte mich sein Verrat wirklich überrascht, weil ich so etwas einfach nicht in einem Videospiel erwartet hatte.

Also ich würde Teil 6 wirklich eine Rückbesinnung wünschen. Bitte kein Remake, denn genau das ist ja das Problem: In dem Fall gibt es nichts Unbekanntes mehr. Nichts ist so lahm wie wenn der Spieler vor der Figur schon weiß was kommt. Bei Filmen ist das genau so schlimm! Das RE-Universum birgt viel Potential. Schon die Outbreak-Spiele auf PS2 waren eine gute Idee: Relativ normale Leute als Protagonisten einzusetzen, anstatt irgendwelche abgebrühten Spezialkommandos, die im schlimmsten Fall noch coole Sprüche bringen. Hier könnte man echt mit Urängsten spielen. Auch das Oft-diskutierte Thema Schießen und Laufen: einfach mehr Munitonsknappheit einbauen, vielleicht auch Waffen, die nicht nachladbar sind und kaputt gehen. Oder Nahkampfwaffen, dadurch würden auch langsame Zombies wieder zu ner echten Bedrohung anstatt reines Kanonenfutter zu sein. Man könnte auch den Fokus total auf Umbrella legen und einen Labormitarbeiter spielen: Anstatt von außen den Weg rein zu finden gilt es diesmal während eines laufenden Virusausbruches zu entkommen. Wer sagt denn, dass jedesmal ein STARS-Mitglied erste Geige spielen muss?

Sicher, das sind jetzt alles nur mal Hirngespinste aber es zeigt: Genug Material ist da um kreative, spannende Games zu machen - man müsste halt nur mutig sein um sich kreativ vom bereits etablierten zu entfernen. Und was das angeht bin ich nun mehr als skeptisch.
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greenelve
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Beitrag von greenelve »

Vor allem war man in Resi1 den Gegner unterlegen. Wenn es zu einer Begegnung kam, war es zum überleben das Sicherste wegzurennen, anstatt zu kämpfen. Teil 4 hatte einen Waffen in die Hand gegeben und zum Kämpfen bereitgestellt. Horror und Panik waren zu Beginn durch die intelligenten Feinde noch da, aber man gewöhnte sich recht schnell an das Schema: Raum mit Fallen, Kreaturen und wie man ausweicht und bekämpft. Auch wenn am Ende noch mal gut Horror da war mit den Regeneratoren (scheinbar Unsterblich) und die dunklen Soldaten mit roten Augen (Angst durch Erscheinungsbild). Resi5 bot einfach zuviel Shooter mit Deckungsverhalten und gepanzerten Soldaten.

Es braucht wieder dieses Ohnmachtsgefühl, nichts gegen die Bedrohung ausrichten zu können. Sich statt auf einen aussichtslosen Kampf, aufs lösen der Rätsel und Flucht zu konzentrieren. Munition muss selten sein, Luxusware werden, und selbst ein mit Kopfschuss erledigter Zombie das Gefühl vermitteln, dass man soeben 1 Schuss verballert hat. Das war für mich eines der Dinge, die Resi1 so schwerfällig gemacht haben, da jeder Zug wohl überlegt sein wollte.

PS: abgesehen davon, das ein Zocker sich auf fast alles einstellt und irgendwann selbst den Endboss fast schon Messer only killt... :baeh:
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the curie-ous
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Beitrag von the curie-ous »

Hehe, RE1............... ich bin regelrecht ausgeflippt vor Panik, als der Tyrant meine erste Rakete vom Launcher weggeschlagen hat und er weiter auf mich zukam.
Meinen Gesichtsaudruck brauch ich wohl nicht zu beschreiben. ^^
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Das trifft übrigens auch auf Silent Hill zu. Silent Hill 2 war nur deswegen so ein Meteoriteneinschlag, weil es sich weitgehend vom ersten Entfernte. Es kommt nicht von ungefähr, das die besten Teile der Reihe auf "The Order" verzichten. The Room hat sie zwar auch, aber nur am Rande, zentrale Rolle spielt "der Mann mit Mantel". Das Spiel hat einiges falsch gemacht (Schlaftabletten-Held), aber war richtig fresh. Shattered Memories war genau so radikal wie RE4. Komplett neue Ausrichtung, Gameplayelemente, Thema.

Nemesis fühlte sich für mich an wie ein Fangame. Ein professionelles Fangame wie Tales of Monkey Island. Code Veronica hat mich mehr interessiert, weil die Ashcrofts eine morbide faszination ausstrahlen. Und die Grafik blendete.

War RE4 wirklich so kampffixiert? Auf den leichten Schwierigkeitsgraden auf jeden Fall, aber schon auf normal musste ich Munition managen und gut zielen. Dazu kommen immer neue Situationen. Am Anfang im Dorf hat Ballern aufgrund der Masse an Ganados keinen Sinn. Abhauen, Türen verrammeln, Leitern umtreten, gezielte Granaten. Das Gameplay ist darauf ausgelegt. Später sind da noch die unsichtbaren Viecher im Abwasser. Beim ersten hab ich geschrien wie ein kleines Mädchen und das Spiel für den Rest des Tages nicht mehr angerührt. Dann schickt Salazar seine rechte Hand gegen Leon. Den sieht man vorher ja nur vermummt. Es ist einer meiner liebsten Bosskämpfe aller Zeiten. Perfekt inszeniert, spannend wie ne Zwille und großartig designtes Monster. Ballern brachte bei dem auch nichts, Raketenwerfer konnte man auf dem engen Raum auch vergessen. Das Spiel sinkt auf der Insel aufs Ballern herab, richtig. Für mich hätte nach dem Kampf im Turm schluss sein können. Waren bis dahin so ca 12h, absolut ok.
skycantfightme
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Beitrag von skycantfightme »

also ich würde mich sehr über mehr horror freuen 8O
RE 4 & 5 waren nicht "sooo" der knaller(zuviel action und kein horror )
und da ich denke das man "resident evil operation raccoon city" sowieso vergessen kann sollten die lieber schnell anfangen an dem 6. teil zu arbeiten
:wink:
johndoe1197293
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Beitrag von johndoe1197293 »

Gears of War 1 hatte sogar mehr Gruselatmosphäre als Resi 5....
Ich denke, Capcom wird dieses Vorhaben nicht erfüllen, es sei denn sie bringen die Reihe auf eine neue Stufe, wie das mit dem vierten Teil der Fall war...das wäre jedenfalls sehr nötig.
Capcom sollte alles zukünftigen Resi Teile von Platinum Games entwickeln lassen....ich glaube nicht daran, dass Sie mit der Serie noch was reißen werden.
Es gibt nur eine Horrorspiel Definition zur Zeit: Dead Space!!!
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eXtonix
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Beitrag von eXtonix »

Wir wollen kein Team Based Shooter, wir wollen wieder ein Resident Evil, dass der Qualität von RE4, bzw 2 entspricht.

Als ob in RE6 noch iwo Horror-Atmo aufkommen würde. >_>