Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gewalt

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Asturaetus
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Asturaetus »

fanboyauf3uhr hat geschrieben:das männer in den spielen gemeuchelt, gegrillt, zerstückelt und ... ja ... auch ausgelacht werden interessiert wieder keinen :D
Das ist kein wirkliches Argument. Nichts hindert dich daran dich in gleicher oder ähnlicher Weise dem Thema der Männerrollen in Videospielen zu widmen. Kann man ihr schwer einen Vorwurf daraus machen das sie sich auf ihr Thema beschränkt.

Und selbst wenn du bei den entsprechenden Männerrollen ein Problem siehst, entkräftet dies ja nicht das Problem um die Rolle der Frauen in Videospielen, sondern hieße nur hier müsste AUCH etwas getan werden.
Crypo
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Crypo »

Wieso werden mir auf Youtube plötzlich lauter bemüht zynische/lustige Atheistenvideos empfohlen?

Atheisten (ich wusste gar nicht, dass die inzwischen organisiert auftreten :lol:) haben also irgendwie Stress mit Feministinnen. Und umgekehrt. Und Atheisten fühlen sich irgendwie berufen Games zu verteidigen. Warum auch immer. Wtf is this shit? :lol:

Ich muss aufhören hier im Forum auf irgendwelche Videolinks zu klicken.
muhmaff
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von muhmaff »

Crypo hat geschrieben:Atheisten (ich wusste gar nicht, dass die inzwischen organisiert auftreten :lol:) haben also irgendwie Stress mit Feministinnen. Und umgekehrt. Und Atheisten fühlen sich irgendwie berufen Games zu verteidigen. Warum auch immer. Wtf is this shit? :lol:

Ich muss aufhören hier im Forum auf irgendwelche Videolinks zu klicken.
Du solltest erstmal darüber nachdenken was die beiden Begriffe bedeuten, bevor du deinen Senf dazugibst.
Crypo
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Crypo »

Atheisten sind überzeugt, dass es keinen Gott gibt.
Der Feminismus beschäftigt sich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Und nun? Erklärst du mir das Problem, bitte?
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Billie?
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Billie? »

Asturaetus hat geschrieben:
fanboyauf3uhr hat geschrieben:das männer in den spielen gemeuchelt, gegrillt, zerstückelt und ... ja ... auch ausgelacht werden interessiert wieder keinen :D
Das ist kein wirkliches Argument. Nichts hindert dich daran dich in gleicher oder ähnlicher Weise dem Thema der Männerrollen in Videospielen zu widmen. Kann man ihr schwer einen Vorwurf daraus machen das sie sich auf ihr Thema beschränkt.

Und selbst wenn du bei den entsprechenden Männerrollen ein Problem siehst, entkräftet dies ja nicht das Problem um die Rolle der Frauen in Videospielen, sondern hieße nur hier müsste AUCH etwas getan werden.
Naja, aber dann wäre es doch viel einladender und weniger heuchlerisch, wenn ich die Gewalt an sich in Spielen verurteile und anprangere, an statt sie nur anzuprangern, wenn sie gegen eine bestimme Gruppe gerichtet ist. Das Anita Gewalt in Spielen auch sowieso "gross" findet, hat sie ja im geschützten Raum schon zugegeben. Dass sie daher das Medium, dass in weiten Teilen nun mal viel mit animierter Gewalt zu tun hat, schon als "gross" abstempelt, wissen wir nun auch. Das sollte nicht unter den Tisch fallen, wenn man ihre Videos beurteilt. Allerdings ist Gewalt gegen Frauen ja nicht ihr einziges Argument, sondern auch wie sich Frauen in Spielen verhalten und als was sie benutzt werden, das sollte man fairerweise auch sagen.
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Wulgaru
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Wulgaru »

Crypo hat geschrieben:Wieso werden mir auf Youtube plötzlich lauter bemüht zynische/lustige Atheistenvideos empfohlen?

Atheisten (ich wusste gar nicht, dass die inzwischen organisiert auftreten :lol:) haben also irgendwie Stress mit Feministinnen. Und umgekehrt. Und Atheisten fühlen sich irgendwie berufen Games zu verteidigen. Warum auch immer. Wtf is this shit? :lol:

Ich muss aufhören hier im Forum auf irgendwelche Videolinks zu klicken.
Ich finde diese Kombination auch bizarr, aber diese Leute die eben so eine Art politischen Atheismus (der in den USA durchaus Sinn macht) propagieren, haben irgendwie auch häufig Probleme mit dem Feminismus bzw. dem radikalen Feminismus den sie stellvertretend dafür halten. Ich nehme an das es dogmatische Element ist was da gleichgesetzt wird.
billy coen 80
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von billy coen 80 »

SethSteiner hat geschrieben:
Highnrich hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Es gibt keine Quote, es gibt keine Liste. Diese Dinge sind normal, ob du das glaubst oder nicht. Schlimm ist es, wenn Menschen die Implementation von Homosexuellen verurteilen, nicht wenn Homosexuelle Implementiert werden.. oder Frauen.
Wenn es einen einzigen schwulen Elf in Dragon Age gibt ist es eben nicht - normal - es wirkt aufgesetzt

Kapierst du das nicht?
Ich soll es kapieren, dass ein schwuler Elf aufgesetzt wirkt? Das ist tatsächlich ziemlich schwierig.
Hmmm… lässt sich eigentlich recht leicht erläutern: Also erst einmal ist es mit Sicherheit keine Homophobie, die Highnrich dort antreibt. Wenn ich ihn richtig verstehe, betrachtet er das eher von einem „erzählerischen“ Standpunkt aus. Das hat mit irgendeinem hehren Ziel der einfach korrekten Abbildung irgendwelcher Gesellschaftlichen Realitäten, die du öfters anführst, erst einmal nix zu tun.

Sag mal dem Autor eines Romans oder Drehbuchs, in dessen Handlung es in keiner Weise um Sex oder tiefere zwischenmenschliche Beziehungen geht, in dem per se auch nicht der geringste Hinweis überhaupt auf die sexuelle Orientierung seiner Figuren gegeben wird, weil es für den Fortlauf der Geschichte schlicht keine Relevanz hat, dass es dich stört, dass er irgendwie nur heterosexuelle Charaktere hat und du fändest es besser, mal ein paar Homosexuelle Figuren in der Geschichte zu sehen. Der wird dir sein Skript aber so was von um die Ohren hauen.

Als erstes muss zumindest so etwas wie eine Relevanz für die Darstellung einer sexuellen Ausrichtung vorhanden sein. Es sollte bestenfalls irgendwo im Verlauf der Geschichte eine plausible Begründung für die Thematisierung vorliegen. Ist dies nicht der Fall, gebe ich Hignrich Recht, wirkt es aufgesetzt und hat tatsächlich so etwas von einem Quotenschwulen oder, in meinen Augen noch schlimmer, etwas von einem selbstzweckhaften Sidekick-Klischee. Irgendwer meint, die Geschichte käme zu staubtrocken rüber. Kein Problem, bauen wir halt die typische Fummeltrine ein, die ist immer gut für den einen oder anderen Lacher.

Das bringt mich zum nächsten, ganz entscheidenden Punkt: wie willst du es in einer Geschichte, in der die sexuelle Orientierung der Charaktere gar keine Relevanz hat (was auf die erdrückende Mehrheit der Videospielgeschichten zutrifft), dem Spieler / Zuschauer / Leser überhaupt verkaufen, dass jetzt eben dieser oder jene Charakter homosexuell ist? In Form aufgesetzter Liebesszenen, die die Geschichte nicht ein Stück voranbringen und auch, weil sie meist schlecht eingebaut sind, für die Charakterentwicklung so irgendwie gar keinen Mehrwert haben. Bitte nein. Das geht mir schon in vielen Hollywoodfilmen auf den Sack: die schon fast obligatorische, stets züchtig inszenierte Liebesszene, die im Gesamtkontext meist den Eindruck zurücklässt, dass sie entweder Teil einer abzuhakenden Liste war und / oder einfach nur die Laufzeit des Films nochmal um ein paar Minuten strecken sollte.

Aber wie soll es anders gehen? Klar, auf subtilem Wege, durch kleinste Andeutungen am Rande. Wie etwa Bill in TLOU. Aber, und das ist wichtig, da hatte das alles in dem Part, in dem man mit ihm unterwegs war, hinten raus sogar auch eine erzählerische Relevanz. Ansonsten bliebe da nur noch der Holzhammer. Das heißt wir greifen wieder tief in die Klischee-Mottenkiste und holen sie wieder raus: die quietschige, überkandidelte Tunte und das fette, hässliche Mannsweib in Holzfällerhemd und Schlabberjeans. Aber ich glaube, das will auch keiner von uns so wirklich.

Etwas doppelbödiger stellt sich vielmehr eine Frage: Ehrlich gesagt wüsste ich jetzt von, mal so geschätzt, mindestens 90 % der Hauptcharaktere und 100 % der Nebencharaktere nicht zweifelsfrei deren sexuelle Orientierung anhand von Hinweisen aus der Geschichte oder aus ihrem Verhalten heraus zu bestimmen; weil es halt in der Regel auch völlig irrelevant für die Story ist. Und ich hab mir da auch nie wirklich Gedanken drüber gemacht. Ich zerbrech mir ja schon nicht ständig meinen Kopf über die realen Personen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, da interessiert mich so etwas völlig abstraktes wie die Sexualität einer Spielfigur noch viel weniger.

Aber, vor eben diesem Hintergrund: Warum gehst du scheinbar pauschal davon aus, dass ein Charakter, dessen Sexualität nicht näher definiert wird, heterosexuell ist? Du sagst ja selbst völlig richtig, dass Homosexualität ebenso normal ist, wie Heterosexualität. Aber woher kommt dann diese scheinbare Annahme im Falle der Unkenntnis über die sexuelle Orientierung eines Charakters, dieser sei heterosexuell, wenn nicht letztlich aus der Grundhaltung, dies sei nun mal doch irgendwie die Norm? Was biologisch ja eigentlich noch nicht einmal stimmt, denn so gesehen ist die Norm bei uns Säugetieren die Bisexualität.

Wer sagt uns nicht, dass wir schon hunderte, vielleicht tausende von schwulen und lesbischen Charakteren in Spielen getroffen haben? Solange uns die Geschichte dies nicht erläutert, bleibt es uns überlassen, uns das auszumalen, sofern es uns denn wirklich so wichtig erscheint. Und wer dann meint, es immer nur mit Heten zu tun gehabt zu haben, sollte sich so eventuell auch mal selbst hinterfragen, ob denn seine Weltanschauung wirklich so aufgeklärt ist, wie er sie sich selber „vorgaukelt“.

Damit wollte ich dich jetzt aber keinesfalls hinterhältig anpflaumen oder deine Weltsicht in Frage stellen. Es waren wirklich nur so Gedanken, die mir bei diesem Thema gekommen sind. :D

PS: Es gibt auf Basis des ersten Endgegners in SH3 (dieser komische Wurm) mehrere Theorien, die aufgrund der leicht phallischen Gestalt des Monsters Rückschlüsse auf Heather Masons Sexualität ziehen. Eine davon lautet: sie ist lesbisch!
billy coen 80
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von billy coen 80 »

Crypo hat geschrieben:Atheisten (ich wusste gar nicht, dass die inzwischen organisiert auftreten :lol:)
Das wäre mir als Atheisten aber auch irgendwie neu. Aber naja, irgendne Aktivistengruppe gibt es ja für alles... :lol:
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Wulgaru
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Wulgaru »

billy coen 80 hat geschrieben: Als erstes muss zumindest so etwas wie eine Relevanz für die Darstellung einer sexuellen Ausrichtung vorhanden sein. Es sollte bestenfalls irgendwo im Verlauf der Geschichte eine plausible Begründung für die Thematisierung vorliegen. Ist dies nicht der Fall, gebe ich Hignrich Recht, wirkt es aufgesetzt und hat tatsächlich so etwas von einem Quotenschwulen oder, in meinen Augen noch schlimmer, etwas von einem selbstzweckhaften Sidekick-Klischee. Irgendwer meint, die Geschichte käme zu staubtrocken rüber. Kein Problem, bauen wir halt die typische Fummeltrine ein, die ist immer gut für den einen oder anderen Lacher.

Das bringt mich zum nächsten, ganz entscheidenden Punkt: wie willst du es in einer Geschichte, in der die sexuelle Orientierung der Charaktere gar keine Relevanz hat (was auf die erdrückende Mehrheit der Videospielgeschichten zutrifft), dem Spieler / Zuschauer / Leser überhaupt verkaufen, dass jetzt eben dieser oder jene Charakter homosexuell ist?
Ehrlich gesagt stimme ich dir zwar zu das es nichts bringt irgendwelche Quotencharaktere einzubauen, aber genau dieser Quote deiner Argumentation ist fragwürdig.

Idealerweise sollte es nämlich gar keine Rolle spielen welche sexuelle Orientierung oder Hautfarbe oder Geschlecht eine Figur hat und man sollte sich auch keine Begründung oder Rechtfertigung überlegen müssen um das dem Zuschauer zu verkaufen. Die Informationen dieser Art werden ja auch in normalen Storys einfach natürlich eingebunden.

Beispiel:
"Hey, ich habe gerade eine Scheidung hinter mir und sie kriegt die Kinder und dann erwidert der andere zum Glück bin ich noch nicht mit Gary verheiratet." Danach muss das per se niemals mehr erwähnt werden. Eine Figur braucht keinen Grund um homosexuell zu sein, sie kann es einfach sein.
billy coen 80
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von billy coen 80 »

Wulgaru hat geschrieben:Ehrlich gesagt stimme ich dir zwar zu das es nichts bringt irgendwelche Quotencharaktere einzubauen, aber genau dieser Quote deiner Argumentation ist fragwürdig.

Idealerweise sollte es nämlich gar keine Rolle spielen welche sexuelle Orientierung oder Hautfarbe oder Geschlecht eine Figur hat und man sollte sich auch keine Begründung oder Rechtfertigung überlegen müssen um das dem Zuschauer zu verkaufen. Die Informationen dieser Art werden ja auch in normalen Storys einfach natürlich eingebunden.

Beispiel:
"Hey, ich habe gerade eine Scheidung hinter mir und sie kriegt die Kinder und dann erwidert der andere zum Glück bin ich noch nicht mit Gary verheiratet." Danach muss das per se niemals mehr erwähnt werden. Eine Figur braucht keinen Grund um homosexuell zu sein, sie kann es einfach sein.
Vielleicht haste mich da etwas missverstanden. Ich meine nicht, es müsse für die Figur ein Grund vorliegen, was auch immer zu sein. Es muss im Verlauf der Handlung ein plausibler Grund vorhanden sein, dies zu theamtisieren oder eben irgendwie mitklingen zu lassen. Selbst in deinem Beispiel gibt es einen Grund der Erwähnung: ein Gespräch über Beziehungen. Aber nicht in jeder Geschichte ergibt sich zwingend diese Gelegenheit. Und wenn man es dann aber doch irgendwie reinbringen will, kann es in der Szene schnell aufgesetzt wirken.

Daher auch mein Beispiel mit Bill. Da war das sehr gut und unheimlich subtil verpackt. Das lässt sich aber nicht immer so inszenieren, dass es auch passt. Dafür braucht es auch eine Geschichte mit genug Ruhe und Tiefgang und natürlich (ganz besonders wichtig) einen guten Autor, der das dann auch so erzählerisch hinbekommt. Und gerade über das verfügen nicht annhähernd alle Studios... :oops:
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SethSteiner
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von SethSteiner »

billy coen 80 hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Hmmm… lässt sich eigentlich recht leicht erläutern: Also erst einmal ist es mit Sicherheit keine Homophobie, die Highnrich dort antreibt. Wenn ich ihn richtig verstehe, betrachtet er das eher von einem „erzählerischen“ Standpunkt aus. Das hat mit irgendeinem hehren Ziel der einfach korrekten Abbildung irgendwelcher Gesellschaftlichen Realitäten, die du öfters anführst, erst einmal nix zu tun.
Der erzählerische Standpunkt schließt aber gerade den schwulen Elf gar nicht aus. Highnrich findet es einfach mal grundsätzlich aufgesetzt. Es geht in Bioware Spielen immer um zwischenmenschliche Beziehungen, die sind ein elementarer Bestandteil ihrer Spiele. Und zwischenmenschliche Beziehungen sind generell verdammt häufig in Spielen anzutreffen, ebenso in Filmen oder Büchern, was daran liegen könnte dass der Mensch eben kein Einzelgänger ist, der in Einzelhöhlen lebt, sondern in Städten und Dörfern, eng zusammen mit hunderten, tausenden, Millionen anderer. Mehrköpfige Familien leben zusammen, er sucht sich Partner, macht neue Familien.

Klar, gibt es Geschichten bei denen das nahezu oder sogar komplett unter den Tisch fällt, dass Menschen Eltern, Kinder, Freunde, Verwandte haben. In diesen Geschichten gibt es dann aber nicht nur keinen schwulen, sondern eben gar nichts außer vielleicht einen Raum mit zwei Personen, die sich über das Getriebe eines alten Benz unterhalten.

Noch mal, ganz klar:
1. Nicht nur Beziehungen, Romanzen sind in Bioware Spielen sind Standard
2. Bisher gab es Hetero und Bi
3. Spieler haben Kritik daran geübt, dass eben ein Charakter alles angräbt und das viel zu leicht passiert, weil schlecht geschrieben.
4. Jetzt kommt eben rein lesbisch, rein schwul mit rein.

Das ist kein großes Ding, das ist nicht aufgesetzt, das ist einfach eine ganz normale Spielentwicklung, nur dass es eben nicht das Kampfgameplay oder die Grafik betrifft, sondern den Romanz-Aspekt. Wenn der dann schlecht geschrieben ist, kann man ihn ja dann immer noch kritisieren. Das ist völlig in Ordnung, nichts gegen einzuwenden aber für Kritik muss eben eine Grundlage vorhanden sein und das ist sie jetzt nicht.

Zur Frage:
Die Heterosexualität von den meisten Charakteren wird eben deshalb klar, weil die Charaktere so oft von "ihrer Frau" sprechen oder "meine Ex" oder "ich hatte da Mal was mit einem Mädchen" oder eben ganz klar ein Love-Interest haben (umgekehrt mit männlichen Personen. Ja natürlich, bei jedem Charakter, der das nicht tut, kann man sich einbilden, er wäre schwul, lesbisch oder alle sind bi aber das ist dann die eigene Einbildung und Fantasie, das hat mit der Realität nichts zutun. Was zählt ist das was man sieht und wenn ich etwas nicht weiß, was ein Charakter ist, dann ist er entweder nichts (ist ja nur ein NPC) oder eben heterosexuell weil Spiele schließlich Abbilder unserer Welt sind, in der eben die Mehrheit von sich behauptet es zusein. Ich denke nicht dass es viel Sinn macht, sich in eine Fantasiewelt zu flüchten, wenn homosexuelle Charaktere nahezu nicht existent sind.
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von billy coen 80 »

Also ich finde nicht, dass man so sehr oft in Spielen klare Hinweise bekommt, noch nicht mal die von dir genannten. Meist bleiben Spielehandlungen da auch einfach viel zu rudimentär und auf das Wesentlichste fokussiert.
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Usul
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Usul »

SethSteiner hat geschrieben:Highnrich findet es einfach mal grundsätzlich aufgesetzt.
Mal ganz locker gefragt: Wen interessiert es, was er denkt?
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Wulgaru
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Wulgaru »

billy coen 80 hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Ehrlich gesagt stimme ich dir zwar zu das es nichts bringt irgendwelche Quotencharaktere einzubauen, aber genau dieser Quote deiner Argumentation ist fragwürdig.

Idealerweise sollte es nämlich gar keine Rolle spielen welche sexuelle Orientierung oder Hautfarbe oder Geschlecht eine Figur hat und man sollte sich auch keine Begründung oder Rechtfertigung überlegen müssen um das dem Zuschauer zu verkaufen. Die Informationen dieser Art werden ja auch in normalen Storys einfach natürlich eingebunden.

Beispiel:
"Hey, ich habe gerade eine Scheidung hinter mir und sie kriegt die Kinder und dann erwidert der andere zum Glück bin ich noch nicht mit Gary verheiratet." Danach muss das per se niemals mehr erwähnt werden. Eine Figur braucht keinen Grund um homosexuell zu sein, sie kann es einfach sein.
Vielleicht haste mich da etwas missverstanden. Ich meine nicht, es müsse für die Figur ein Grund vorliegen, was auch immer zu sein. Es muss im Verlauf der Handlung ein plausibler Grund vorhanden sein, dies zu theamtisieren oder eben irgendwie mitklingen zu lassen. Selbst in deinem Beispiel gibt es einen Grund der Erwähnung: ein Gespräch über Beziehungen. Aber nicht in jeder Geschichte ergibt sich zwingend diese Gelegenheit. Und wenn man es dann aber doch irgendwie reinbringen will, kann es in der Szene schnell aufgesetzt wirken.

Daher auch mein Beispiel mit Bill. Da war das sehr gut und unheimlich subtil verpackt. Das lässt sich aber nicht immer so inszenieren, dass es auch passt. Dafür braucht es auch eine Geschichte mit genug Ruhe und Tiefgang und natürlich (ganz besonders wichtig) einen guten Autor, der das dann auch so erzählerisch hinbekommt. Und gerade über das verfügen nicht annhähernd alle Studios... :oops:
Nun per se ist die Forderung nach mehr Rollen irgendeiner Art ja nicht nur auf homosexuelle beschränkt Der Fall ist in der Tat speziell, weil du in der Tat Recht hast, dass man es eben minimal ansprechen muss. Es ist nicht das gleiche wie der Fall "hey gehen eigentlich keine schwarzen auf diese typische amerikanische High-School?". Auf der anderen Seite seh ich keinen Grund sowas nicht zu machen. Selbst bei Produktionen die wirklich anspruchsvoll sind gibt es so unglaublich viel Typecasting das bestimme Zielgruppen im Auge hat. So ein Gespräch was das minimal thematisiert oder auch nur eine einzelne sonstige Szene ist für mich eine ganz normale Charakterisierung. Selbst in den stumpfesten Actionfilmen haben wir ne Basisinfo über die Bio von Charas.

Gleichzeitig bin ich bei dir sowas nicht auf Krampf einzubauen, wobei ich das Beispiel was im Gamingbereich zuletzt diskutiert wurde mehr als lächerlich finde bzw. das als zwanghaft zu bezeichnen. Bioshock baut das erste mal überhaupt nen schwulen ein und alle rasten aus. Ziemlich albern. :wink:
Saxifraga
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Re: Tropes vs. Women: Frauen als Sexobjekt und Opfer von Gew

Beitrag von Saxifraga »

Plor hat geschrieben:Ich glaube deine Kritik setzt an der falschen Stelle ein... Hauptthema von Sarkeesians Untersuchung ist NICHT, wie Spielinhalte direkt in Handlungen übersetzt werden, sondern wie Inhalte über Medien und die Geschichte hinweg kolportiert werden und dadurch eine signifikante Häufung dieser Inhalte einsetzt. Wenn du so willst, ist Sarkeesians Analyse vor allem eine quantitative und exemplarische. Das ist gar nicht so weit weg von dem, was z.B. Campbell mit Helden- und Göttertropen in LIteratur und Film gemacht, wie Zizek sexuelle Perversionen im Film untersucht hat, oder wie sich Kracauer dem Motiv des Archaischen im deutschen Film widmete. Ihre Untersuchungen runterzubrechen auf "Spiel X ist zeigt das, deswegen passiert in der Gesellschaft das" ist eine grobe Verkürzung und bewusste Fehlinterpretation ihres eigentlichen Anliegens und m.E. unwissenschaftlich. Um derartige - auch dumme - Kausalitätskonstruktion zu kritisieren, eignen sich Autoren wie Spitzer weitaus besser. Sarkeesian ist (populärwissenschaftliche) Kulturwissenschaftlerin, Inhalt ihrer Arbeit sind weder psychologische noch soziologische Studien, und wer das Fehlen dieser in ihren Sendungen kritisiert hat mMn. weder Inhalt noch Methodik der Reihe verstanden. Das gesagt, um dir dennoch was vor die Füße zu werfen.
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Wolltest Du was konkretes sagen oder ist das ein Soziologieaufsatz?
Bei der Frau kann man Inhalt und Methodik nicht verstehen, da sie keine hat.