Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
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- ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Tja was das Verhalten der Jugendlichen angeht, sehe ich die größte Beeinflussung durch zT tatsächlich frauenverachtende Fersehsendungen, nicht durch Videospiele.
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Dann sind wir ja zumindest schon mal soweit, daß wir uns darauf einigen können, daß sowas nicht aus dem luftleeren Raum entsteht, sondern entsprechend der Würdigung (bzw. in psychologischem Begriff: Verstärkung) auch vermittelt wird.ThePanicBroadcast hat geschrieben:Tja was das Verhalten der Jugendlichen angeht, sehe ich die größte Beeinflussung durch zT tatsächlich frauenverachtende Fersehsendungen, nicht durch Videospiele.
Welche Sendungen z.B.? Ich könnte dir da bestimmt diverse Spiele nennen, die genau die Topoi auch bedienen.
Warum würdest du den Fernsehsendungen da den größeren Einfluss zusprechen?
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tamberlane
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Nein, er hat schon recht. Die Spielelandschaft, explizit die geschlechterspezifische Rollenverteilung in vielen Spielen wird sich nicht ändern. Link wird bald wieder ne Prinzessin retten. Der Hexer Geralt wird bald wieder ein paar Frauen vernaschen, usw.Abe81 hat geschrieben:Was für eine verquere Logik: Du willst das also an dem puren Verhältnis von Mehrheit/Minderheit festmachen. Woher nimmst du eigentlich diesen Fakt? Und woher die Behauptung, am Ende (wann ist das erreicht?) zählen nur Fakten? Das ist wirklich nur noch Phrase.EvilReaper hat geschrieben:Am Ende werden ohnehin nur die Fakten zählen, und eines davon ist, dass die meisten Zuschauer unzufrieden mit ihrem Video sind, und dem, was sie sagt eben nicht zustimmen. Da könnt ihr das noch so sehr verteidigen, ihr bleibt eine verwirrte Minderheit.
Ich bin jetzt jedenfalls raus.
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich bestreite ja auch nicht das Mengenverhältnis, sondern den falschen Schluss, daß daraus folgt, daß die Argumente, die im Video angeführt werden, nicht zutreffen; bzw. den falschen Schluss, daß die Minorität 'verwirrt' sein muß, weil sie sich nicht der Masse beugt. Aus Sein folgt kein Sollen (Hume).tamberlane hat geschrieben:Nein, er hat schon recht. Die Spielelandschaft, explizit die geschlechterspezifische Rollenverteilung in vielen Spielen wird sich nicht ändern. Link wird bald wieder ne Prinzessin retten. Der Hexer Geralt wird bald wieder ein paar Frauen vernaschen, usw.Abe81 hat geschrieben:Was für eine verquere Logik: Du willst das also an dem puren Verhältnis von Mehrheit/Minderheit festmachen. Woher nimmst du eigentlich diesen Fakt? Und woher die Behauptung, am Ende (wann ist das erreicht?) zählen nur Fakten? Das ist wirklich nur noch Phrase.EvilReaper hat geschrieben:Am Ende werden ohnehin nur die Fakten zählen, und eines davon ist, dass die meisten Zuschauer unzufrieden mit ihrem Video sind, und dem, was sie sagt eben nicht zustimmen. Da könnt ihr das noch so sehr verteidigen, ihr bleibt eine verwirrte Minderheit.
Ich bin jetzt jedenfalls raus.
- Obstdieb
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Halleluja. Als ob das nicht fehlender Respekt vor dem anderen Geschlecht ist. "Hier das ist mein Arsch, die Alte hol ich mir"Draegonfly90 hat geschrieben:Das ist sexuelle Belästigung und kein Sexismus...Provo hat geschrieben:Am Wochenende Hohlbratzen die besoffen Frauen an den Arsch fassen.
Beschissene Rollenbilder die einem überall begegnen.
- ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ach da gibts so einige; Bachelor, Villa Germania, Party Bruder, gabs nicht mal Bordelle in Not (?) um nur ein paar zu nennen.
Warum ich denen einen größeren, bzw überhaupt einen Einfluss zuspreche?
Weil die genannten Spiele Frauen nicht ausschließlich als Objekt der Begierde, die nur dafür da sind den Bedürfniss des Mannes zu befriedigen darstellen, sondern als als etwas schützenswertes, für die man sein eigenes Wohl und Leben aufs Spiel setzt um sie aus den Klauen eines Bösen widersachers zu befreien, weiter nichts. Denn wenn sich die Gefangene einfach so befreien könnte und nicht in Gefahr wäre, wäre das komplette Spiel komplett seiner Spannung beraubt und sinnbefreit.
Warum ich denen einen größeren, bzw überhaupt einen Einfluss zuspreche?
Weil die genannten Spiele Frauen nicht ausschließlich als Objekt der Begierde, die nur dafür da sind den Bedürfniss des Mannes zu befriedigen darstellen, sondern als als etwas schützenswertes, für die man sein eigenes Wohl und Leben aufs Spiel setzt um sie aus den Klauen eines Bösen widersachers zu befreien, weiter nichts. Denn wenn sich die Gefangene einfach so befreien könnte und nicht in Gefahr wäre, wäre das komplette Spiel komplett seiner Spannung beraubt und sinnbefreit.
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Als ob das eine nicht die Bedingung der Möglichkeit für das andere wäre. Oh boy, frustrierend, wo man hier überhaupt mit der Diskussion ansetzen muss...Draegonfly90 hat geschrieben:Das ist sexuelle Belästigung und kein Sexismus...
- Obstdieb
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ganz genauso geht es mir. Ich weiss auch nicht was man noch sagen soll. Wer so klarer Fakten einfach ignoriert, hat hier auch nichts zu suchen.Abe81 hat geschrieben:Als ob das eine nicht die Bedingung der Möglichkeit für das andere wäre. Oh boy, frustrierend, wo man hier überhaupt mit der Diskussion ansetzen muss...Draegonfly90 hat geschrieben:Das ist sexuelle Belästigung und kein Sexismus...
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Was das Ausmaß an Verrohung angeht, würde ich dir da zustimmen, aber ich halte das für eine quantitative Steigerung der gleichen Logik, keine qualitative. Aber das könntest du wissen, hättest du das Video gesehen, denn dort wird m.E. recht gut verständlich genau diese Logik dargestellt: Prinzessin Peach als Objekt (Spielball wird es dort genannt) der beiden Widersacher Mario und Bowser.ThePanicBroadcast hat geschrieben:Weil die genannten Spiele Frauen nicht ausschließlich als Objekt der Begierde, die nur dafür da sind den Bedürfniss des Mannes zu befriedigen darstellen
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TheOriginalDog
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich wollte eigentlich noch hinzufügen, dass ich gerade rein vom Charakterdesign rede, aber ich dachte das wäre klar ersichtlich. Naja, jetzt weißt du es.brent hat geschrieben:Samus ist in etwa so glaubwürdig wie der Duke. Quasi völlig charakterfrei, könnte genausogut aus TES stammen.TheOriginalDog hat geschrieben: Alyx Vance z.B. Sie ist sportlich, aber in Zeiten von Bürgerkrieg hat sie eindeutig keine Zeit auf ihr Make-Up zu achten. Ein super Beispiel, dass man auch schöne Frauen erstellen kann, die trotzdem keine Sexbombenkriegerinnen sind.
Samus ist designtechnisch auch super, da sie eine Rüstung trägt, die sie wirklich schützt und nicht eine, die ihren Arsch und ihre Brüste besser zur Geltung bringt. Das nervt mich auch immer, vor allem in MMORPGs, wenn "Kriegerinnen" nur mit so einem Stahlbikini herumlaufen.
EDIT: Nein, ich habs ja sogar schon geschrieben! Hauptsache wieder irgendwas schwadronieren.
- ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Oh doch das Video habe ich gesehn. Aber mMn ist diese Übertragung schlichtweg falsch. Es geht hier nicht um ein Spielzeug dass einem geklaut wurde, sondern um eine Person die entführt wurde, der man freundschaftlich oder in Liebe verbunden ist.
Das macht Peach nicht zu einem Objekt, sondern zeigt nur die emotionale Bedeutung die sie auf Mario ausübt.
(macht gram. grad keinen Sinn, ich denke du verstest was ich meine
)
Das macht Peach nicht zu einem Objekt, sondern zeigt nur die emotionale Bedeutung die sie auf Mario ausübt.
(macht gram. grad keinen Sinn, ich denke du verstest was ich meine
- Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Durch (zu viel) Alkohol wird das normale Denken verdrängt, es übernehmen die Hormone, das es. Sexismus ist eine Sache des Denkens, nicht des Handelns-ohne-Denken. Wenn der Verstand erst mal ausgeschaltet ist, haben wir wirklich nur noch pure Biologie.Abe81 hat geschrieben:Als ob das eine nicht die Bedingung der Möglichkeit für das andere wäre. Oh boy, frustrierend, wo man hier überhaupt mit der Diskussion ansetzen muss...Draegonfly90 hat geschrieben:Das ist sexuelle Belästigung und kein Sexismus...
Selbst die radikalsten Feministen können sich, wenn sie es mit dem Alkohol übertreiben, zu so etwas hinreißen lassen.
Im Übrigen solltest du wissen, dass auch unter Männern besoffenes Gegrapsche gegen den Willen der Frau verachtet wird.
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Welche Konzession ich noch machen würde: Zumindest in diesem Vergleich Peach vs. deutsche Fernsehsendungen (dich ich allesamt nicht kenne, aber ich glaube, eine Ahnung zu haben, was du meinst) ist die quantitative Differenz nicht kleinzureden, sondern darin liegt schon eine beachtliche Differenz.ThePanicBroadcast hat geschrieben:Oh doch das Video habe ich gesehn. Aber mMn ist diese Übertragung schlichtweg falsch. Es geht hier nicht um ein Spielzeug dass einem geklaut wurde, sondern um eine Person die entführt wurde, der man freundschaftlich oder in Liebe verbunden ist.
Das macht Peach nicht zu einem Objekt, sondern zeigt nur die emotionale Bedeutung die sie auf Mario ausübt.
(macht gram. grad keinen Sinn, ich denke du verstest was ich meine)
Aber wenn es um den Narrativ von der entführten Prinzessin geht, machst du es dir da zu leicht. Die Argumentation geht ja so, daß die Verteilung entlang der Geschlechtergrenze verläuft. D.h. wenn es tatsächlich nur um die Liebe ginge, ließe sich das Verhältnis umkehren und Peach würde Mario retten können (z.B. indem man programmiertechnisch ein paar einfache Variablen mehr einfügt, z.b. einen Auswahlbildschirm am Anfang, ob man nun Mario oder Peach spielen will). Aber die Frau ist jene zur Passivität verdammte. Das hat natürlich Gründe, die auch schon genannt wurden (hauptsächlich männliche, jugendliche Spieler, die so zur einfachen Identifizierung angeregt werden sollen usw. usf.), aber das ist ja erstmal nur eine Kritik am Appell, der im Video steckt ("bitte, macht doch einfach andere Spiele"), denn es (das Video), verkennt das gesellschaftliche Verhältnis, das hinter den Spielen steckt, das widerlegt aber nicht die Argumentation, daß der Inhalt der Spiele ein ganz bestimmtes Geschlechterverhältnis transportiert.
- ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Gut, die meisten Spiele transportieren also dieses Geschlechterverhältnis, um die Zielgruppe (männlich, jugendlich) mehr anzusprechen und somit mehr Einheiten zu verkaufen.
Das selbe gilt auch für Actionfilme, da sind sind Protagonisten auch meist Männer, und da wird auch häufig eine entführte, getötete Frau als Beweggrund herangezogen.
Und jetzt? Was ist die Konsequenz daraus? Durch den Versuch die Zielgruppe zu befriedigen wird das Bild der Frau als schwaches, nicht eigenständiges Wesen, in der Gesellschaft aufgebaut, bzw bestätigt oder vestärkt?
Das selbe gilt auch für Actionfilme, da sind sind Protagonisten auch meist Männer, und da wird auch häufig eine entführte, getötete Frau als Beweggrund herangezogen.
Und jetzt? Was ist die Konsequenz daraus? Durch den Versuch die Zielgruppe zu befriedigen wird das Bild der Frau als schwaches, nicht eigenständiges Wesen, in der Gesellschaft aufgebaut, bzw bestätigt oder vestärkt?
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Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du vermutlich weniger Ahnung von Endokrinologie hast, als du hier über ein paar Allgemeinplätze weiß machen willst. Auch lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du keine Feministen kennst.Wigggenz hat geschrieben: Durch (zu viel) Alkohol wird das normale Denken verdrängt, es übernehmen die Hormone, das es. Sexismus ist eine Sache des Denkens, nicht des Handelns-ohne-Denken. Wenn der Verstand erst mal ausgeschaltet ist, haben wir wirklich nur noch pure Biologie.
Selbst die radikalsten Feministen können sich, wenn sie es mit dem Alkohol übertreiben, zu so etwas hinreißen lassen.
Was du ignorierst: Warum diese Form jenen Inhalt annimmt. Warum die sexistischen Handlungen, die, so deine abstruse These, hormonell determiniert seien, eben genau so ablaufen. Warum haben die Beleidigungen einen bestimmten Inhalt, der auf wahlweise Frigidität oder Promiskuität hinausläuft? Ach, es ist wirklich mühselig, mit einer Phrasenmaschine zu diskutieren, die nichts anderes wiederzugeben vermag, als einem der an Gesundheit erkrankte Menschenverstand diktiert, d.h. einfach nur das rezipiert, was man so für richtig hält, ohne die Anstrengung, auch mal zu argumentieren, eine Behauptung mit irgendwas zu vermitteln, z.B. Empirie. Vom Argumentationsduktus ist das wirklich Bildzeitungs-Niveau.
