Du bist fast da!crackajack hat geschrieben:Ist das tatsächlich so schwer zu verstehen?
Wenn man das mal einfach runterbricht: es gibt nur einen Kunden beim Frisör und nur einen für das jeweilige Spiel das nur von einem gemacht wurde. Ganz egal was die besser oder anders machen würden, es wird immer nur ein potentieller Geldgeber sein. Wenn beide Kunden jeweils nicht zahlen dann haben beide Dienstleister eben nur Arbeit gehabt.
Es wirkt nur wie kein Verlust weil andere ja eh zahlen, die dummen ehrlichen.
Darum ging es mir am Anfang mal, als ich sagte, dass die Publisher alles tun werden, um genau DAS nicht offen zu legen.
Dein Busbeispiel war noch nah dran, weil hier ein Schwarzfahrer einer aus der Masse ist. Der Friseur hinkte ein wenig, weil er eine direkte Dienstleistung hat.
Was ich sagen wollte ist, dass ein Publisher tatsächlich und sehr einfach ausrechnen kann, welche Einnahme ihm entgangen ist, wenn Fritz sich das Spiel downloaded, den Publisher also nicht für die Dienstleistung (Entwickler bezahlen, Marketing, DVDs pressen, etc) entlöhnt.
NUR: Wenn Publisher X versucht, DIESE Summe, die ihm zweifelsfrei und nach allen geltenden Gesetzen zusteht, einzuklagen hat er mehrere Probleme:
- Er muss (müsste, wenn man es ganz, ganz genau nimmt) beweisen, dass Fritz das Spiel auch gespielt hat.
- Dieser "Wert" einer einzelnen Lizenz ist so lächerlich klein, dass das Verfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen Irrelevanz eingestellt wird.
Das Problem haben die Publisher ja bereits. Deshalb kommen die nur an die Filesharer und Uploader ran. Denn bei denen ist die Argumentation eine andere: "Nur WIR haben das Recht (Urheberrecht), eine Lizenz zu erteilen, sonst niemand." Da sind die dann mit den Schadenszahlen freier, weil kein Gericht wirklich fragt, die Zahlen sind eher messbar (Zugriff auf den Torrent / den 1click Hoster).
Übrigens sind wir noch lange nicht beim Strafrecht, auch wenn man uns das mit *Raub*kopie und "Fünf Jahre Haft" glauben machen möchte.
Im Strafrecht würde genauer nachgefragt werden, weshalb die lieber die Zivilrechtliche Schiene mit Abmahnungen gehen (Turn piracy into profit)
Nebenbei geht es mir auch nicht um eine Verteidigung von unlizensierten Kopien! Alleine darum, dass eine vernünftige Diskussion mit angeschlossener Lösungsfindung nur dann stattfinden kann, wenn beide Seiten anfangen ehrlich zu werden.
