Dragon Age: Kamera-Unterschiede

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Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

4P|TGfkaTRichter hat geschrieben:@ Nanimonai

Wenn du das meinst, bitte, aber auch wenn du es nicht glauben magst: Ein 1000 Seiten Fantasywerk, das von Fans als episch oder legendär bezeichnet wird, ist deutlich einfacher zu schreiben als eine gescheite, mit etwas Anspruch versehene Familiengeschichte, die über 200 Seiten geht. Das hängt mit der inhaltlichen Beliebigkeit der meisten reinen Fantasywerke und dem extremen geringen Anspruch der Leser an die Technik zusammen, wobei diese sich häufig aus dem recht geringen Alter der Fans ergibt. Ich hab mit 16 den Herrn der Ringe auch über alles geliebt und schäme mich dessen überhaupt nicht.
Stimmt, ich mag es nicht glauben.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

Tolkin kann ich schlecht mit Mann vergleichen, da Tolkin in einer anderen Sprache schreibt, nämlich in Englisch. Die dt. Übersätzung zählt hier nicht.

Ob Tolkin für seine Zeit sprachlich schon schwach war, kann ich so nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass englische Autoren heute anders schreiben, weshalb ich von einer Weiterentwicklung ausgehe. Wie andere englische Autoren damals geschrieben haben, weiß ich nicht ;)
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johndoe869725
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Beitrag von johndoe869725 »

Sevulon hat geschrieben:Tolkin kann ich schlecht mit Mann vergleichen, da Tolkin in einer anderen Sprache schreibt, nämlich in Englisch. Die dt. Übersätzung zählt hier nicht.

Ob Tolkin für seine Zeit sprachlich schon schwach war, kann ich so nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass englische Autoren heute anders schreiben, weshalb ich von einer Weiterentwicklung ausgehe. Wie andere englische Autoren damals geschrieben haben, weiß ich nicht ;)
Guck dir den Fänger im Roggen oder Hemmingway an. Tolkien ist übrigens auch im engl. Original recht schwach.

@ Nanimonai

Ist aber trotzdem so. :wink:
Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

Sevulon hat geschrieben:Tolkin kann ich schlecht mit Mann vergleichen, da Tolkin in einer anderen Sprache schreibt, nämlich in Englisch. Die dt. Übersätzung zählt hier nicht.

Ob Tolkin für seine Zeit sprachlich schon schwach war, kann ich so nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass englische Autoren heute anders schreiben, weshalb ich von einer Weiterentwicklung ausgehe. Wie andere englische Autoren damals geschrieben haben, weiß ich nicht ;)
Shakespeare und sämtliche Menschen, die etwas von Literatur verstehen, würden sich bei dieser Aussage im Grabe umdrehen oder dich lynchen wollen.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

Hemmingway. Okay, den kenne ich natürlich. Wusste nur nicht, ob das zeitlich hinkommt. Das sind selbstverständlich signifikante Unterschiede in der sprachlichen Qualität.

Tolkin war eben ein Geschichtenerzähler, kein Sprachstilkünstler.
Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

4P|TGfkaTRichter hat geschrieben:
Sevulon hat geschrieben:Tolkin kann ich schlecht mit Mann vergleichen, da Tolkin in einer anderen Sprache schreibt, nämlich in Englisch. Die dt. Übersätzung zählt hier nicht.

Ob Tolkin für seine Zeit sprachlich schon schwach war, kann ich so nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass englische Autoren heute anders schreiben, weshalb ich von einer Weiterentwicklung ausgehe. Wie andere englische Autoren damals geschrieben haben, weiß ich nicht ;)
Guck dir den Fänger im Roggen oder Hemmingway an. Tolkien ist übrigens auch im engl. Original recht schwach.

@ Nanimonai

Ist aber trotzdem so. :wink:
Nein, sorry... ich kann es nicht gutheissen, dass einer der wichtigsten Autoren des 20 Jahrhunderts in den Dreck gezogen wird. Wir hatten in anderen Threads bereits Differenzen, aber spätestens jetzt kann und will ich dich nicht mehr Ernst nehmen.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

Nanimonai hat geschrieben:Shakespeare und sämtliche Menschen, die etwas von Literatur verstehen, würden sich bei dieser Aussage im Grabe umdrehen oder dich lynchen wollen.
Oh, ich verstehe einiges von Literatur, keine Sorge. Ich bin nicht nur sehr belesen, ich habe auch einige Semester Literatur studiert. Dennoch ist es so, dass weder Shakespeare, noch Goethe, noch Dante - um ein europäisches Spektrum abzudecken - dem heutigen Schreibstil entsprechen und entsprechend nicht mehr zeitgemäß sind. Das kannst du drehen und wenden, wie du willst.

Das macht sie nicht schlecht. Keineswegs. So würde nur heutzutage keiner mehr schreiben. Was heißt, dass eine Weiterentwicklung stattfand.
Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

Sevulon hat geschrieben: Tolkin war eben ein Geschichtenerzähler, kein Sprachstilkünstler.
Er war ja nur einer der bedeutendsten Sprach- und Literaturwissenschaftler Englands...
Nanimonai
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Beitrag von Nanimonai »

Sevulon hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:Shakespeare und sämtliche Menschen, die etwas von Literatur verstehen, würden sich bei dieser Aussage im Grabe umdrehen oder dich lynchen wollen.
Oh, ich verstehe einiges von Literatur, keine Sorge. Ich bin nicht nur sehr belesen, ich habe auch einige Semester Literatur studiert. Dennoch ist es so, dass weder Shakespeare, noch Goethe, noch Dante - um ein europäisches Spektrum abzudecken - dem heutigen Schreibstil entsprechen und entsprechend nicht mehr zeitgemäß sind. Das kannst du drehen und wenden, wie du willst.

Das macht sie nicht schlecht. Keineswegs. So würde nur heutzutage keiner mehr schreiben. Was heißt, dass eine Weiterentwicklung stattfand.
Du hast doch die Begriffe "überholt" und "weiterentwickelt" verwendet... diese Wörter sind in keinster Weise wertfrei.
Sprache ist keine Konstante, sie ist stetigem Wandel unterworfen.
Natürlich ist Tolkien ebensowenig zeitgemäß wie Mann, Brecht, Hemmingway, Tolstoi und Konsorten. "Nicht mehr zeitgemäß" ist aber eine vollkommen andere Bedeutung als "überholt", das sollte dir als Literaturwissenschaftler klar sein.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

Ich bin kein Literaturwissenschaftler geworden, sondern in die freie Wirtschaft gegangen und BWL/VWL studiert. Deshalb ist mir das vielleicht nicht ganz so klar ;) - worauf ich hinaus wollte, dürfte hingegen aber klar sein. Ich schrieb jedenfalls nicht über die Qualität dieser Autoren, sondern über ihre stilistischen Mittel, die heute - in dieser Form - kein Schriftsteller mehr verwendet bzw. verwenden würde.

Ein Sprach- und Literaturwissenschaftler kann übrigens auch nicht mit Worten jonglieren, wie er gerne wollen würde. Theoretisches Wissen reicht nicht immer für die Praxis. Denn neben theoretischen Wissen bedarf es auch eine Menge natürliches Talent, um am Ende ein stilistisch hochwertiges Produkt auf's Papier zu zaubern.

Aber nur um das klar zu stellen: Tolkins Werk war zu seiner Zeit ein absolutes Meisterwerk, ohne Frage, insbesondere was den eigentlichen Inhalt angeht - wenn es auch Künstler gab, die ein größeres Talent beim eigentlichen Schreiben hatten.
Mittlerweile gibt es, mMn, wesentlich bessere Fantasie-Epen, aber - wie ich schon schrieb - es ist auch nicht so schwer ein Werk als Standard zu nehmen und es dann zu verbessern, insbesondere wenn man zig Jahre dazu Zeit hatte HdR zu ver- und aufzuarbeiten.
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johndoe869725
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Beitrag von johndoe869725 »

@ Nanimonai

Ich ziehe Tolkien nicht in den Dreck. Der Herr der Ringe verdient seine Position als Wegbereiter und als Inspirationsquelle vieler zeitgenössischer Fantasybücher, aber das ändert nichts daran, dass der Herr der Ringe nicht gut geschrieben ist und rein vom Niveau her von einigen Spielen durchaus überboten wird (es gibt aber auch mehr als genug Titel, bei denen das nicht der Fall ist). Und wie Sevulon schon richtig gesagt hat: Ein Sprachwissenschaftler ist noch lange kein guter Autor. Ein Kunstkritiker ist ja auch nicht automatisch ein guter Maler.

Aber um zum Kern des Themas zurückzukommen: Die Handlungen in Spielen, auch in nicht RPGs, erreichen meistens gerade mal das Niveau von Hohlbein (und das ist schon richtig niedrig) und ich sehe da ehrlich gesagt auch keine Entwicklung in eine andere Richtung, da ich einfach nicht erkenne, wie man eine anspruchsvolle Handlung gescheit mit der Interaktivität eines Spiels verbinden sollte, denn es ist schon schwer genug, einen gescheiten Charakter in einer nicht interaktiven Umgebung zu konzipieren. Bioware wird bei DA da hoffentlich einen gescheiten Job machen, ich hoffe, besser als in Mass Effect, wo die Charakterkonzeption und vor allem die Charakterinteraktion massiv zu wünschen übrig ließ.
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Sevulon
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Beitrag von Sevulon »

4P|TGfkaTRichter hat geschrieben:Die Handlungen in Spielen, auch in nicht RPGs, erreichen meistens gerade mal das Niveau von Hohlbein (und das ist schon richtig niedrig)
Okay. Dich mag ich :D
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KleinerMrDerb
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Beitrag von KleinerMrDerb »

Heftig Leute -.-

Hier gehts eigentlich um die Kameraperspektive in Dragon Age und was is draus geworden -.-

Eine Diskussion über das literarische Können diverser Schriftsteller.
Das überflügelt alles meinen bescheidenen Horizont :-(

Ich fand Der Herr Der Ringe als Geschichte wirklich gut aber das Lesen der Bücher war für mich als durchschnittlicher Durschnittstyp irgendwie schwer verdaulich.
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hydro skunk 420
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Beitrag von hydro skunk 420 »

Meine Meinung. Ich hätte gerne mal geschaut, ob jemand ein paar interessante Infos bzgl. des Themas gepostet hat, aber ich habe keine Lust mich durch einen Berg von offtopic durchzuwühlen, nur um vllt einen einzigen brauchbaren commen rauszufiltern.

Vielen Dank auch.
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Sir Richfield
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Beitrag von Sir Richfield »

Naja, Jörg hat was dazu gesagt - dass der PC mit der "alten" Ansicht wohl bessere Übersicht bietet. Ist doch schon was.
Die Diskussion über die Schriftsteller mache ich nicht mit. Nur soviel: Ich verweigere mich Tolkien, weil irgendwie jeder, der Fantasy sagt den Herrn der Ringe meint. Finde ich ein wenig engstirning.
Sicher, Tolkien hat mal alles genommen und in eine große Geschichte gepackt, aber vergöttern sollte man ihn dafür nicht. Dann eher Prattchet *g*
Über Geschmack läßt sich bekanntlich...

Mich freut, was Jörg so sagt - dass DA wohl wirklich ein RPG ist... Keine stumpfe Actionprügelei. Also schön mit heißem Getränk vorm Monitor sitzen und in Geschichte versinken.