Alter Sack hat geschrieben: ↑09.03.2017 13:13
Kajetan hat geschrieben: ↑09.03.2017 09:18
das kampfsystem war ein essenzieller teil dessen, was das spiel mit zum erfolg und auch kult gemacht hat. ...
Das ist bislang lediglich eine Behauptung, die einfach so in den Raum gestellt wurde. Und weil auf dieser Behauptung der Rest der Argumentation basiert ... gibt es einen Beleg für diese These?
Ja gibt es. Da das Kampfsystem nahezu 50% des Spiels ausgemacht hat hängt der Erfolg des Spiels damit zusammen.
Den Schuh kann man auch umdrehen. Gibt es einen Beleg dafür das das ändern eines Systems das ganze besser macht und erfolgreicher macht?
Natürlich gibt es dafür keinen Belege - kann es gar nicht geben, denn dazu müsste man zu Vergleichszwecken über eine Kenntnis des neuen Systems verfügen, die über die eher schwammige Vorankündigung "actionorientiert" hinausgeht. Es wurde hier ja schon oft genug betont, dass das Kampfsystem, über das sich hier vielfach aufgeregt wird, tatsächlich noch nichteinmal vorliegt. Das ist letztenendes alles Schwarzmalerei, oder neutraler ausgedrückt: Besorgnis.
Der Knackpunkt ist hier aber meiner Meinung nach ein anderer - nämlich die Frage
"Erachte ich das ATB-System des Original-FF7 als für jenes Originalspiel essenziell oder nicht?". Wenn man diese Frage für sich bejaht (was ich persönlich absolut nicht tue), dann wird einem eine starke Veränderung in diesem Bereich folgerichtig als mögliche Verfälschung der Grundlagen der Vorlage erscheinen - eine diesbezügliche Besorgnis, das Remake könne sich
zu weit von jenen entfernen, kann ich in diesem Fall durchaus nachvollziehen, auch wenn ich die Vorgezogenheit solcher Befürchtungen wie gesagt ein wenig schwarzmalerisch finde. Wenn man nun aber der Meinung ist "FF7 finde ich super, wobei mir das ATB ziemlich schnurz ist" (wäre so in etwa meine Haltung), dann ist hingegen ebenso logisch, dass einem die vorgezogene Enttäuschung ob der Änderung übertrieben vorkommt.
Nun kann man letztlich wohl schlecht darüber streiten, ob das ATB-System für Final Fantasy 7 (oder auch die Serie als Ganze) essenziell ist oder nicht. Das ist eine vollkommen subjektive Angelegenheit, die viel damit zu tun hat, aus welchen Aspekten eines Spiels man primär seinen Spielspaß gewinnt, jedoch sicher keine Frage von "richtig" oder "falsch". Ich zum Beispiel bin (unabhängig davon, dass ich das ATB-System niemals wirklich mochte und an ihm nie einen Mehrwert gegenüber der noch konservativeren Variante des klassischen, zeitdrucklosen JRPG-Rundenkampfes à la Suikoden erkennen konnte) jemand, der seinen Spielspaß vor allem aus Aspekten wie Story, Immersion, Inszenierung, Atmosphäre, Art- und Sounddesign sowie der emotionalen und intellektuellen Ansprache des Spielers zieht, nicht aber aus Gameplaymechaniken. Jemand anders mag das genau umgekehrt oder auch komplett anders sehen, das wäre selbstverständlich genauso legitim. Natürlich kann man diesbezüglich auch Ansichten und Argumente austauschen, aber überzeugen wird da wohl niemand irgendjemanden, da die grundsätzlichen, zutiefst subjektiven Herangehensweisen, Erwartungshaltungen und Prioritätensetzungen sich zu stark unterscheiden. Kann man an diesem Thread hier gut beobachten, da die beiden einander gegenüberstehenden "Lager" (sorry an alle für's Über-einen-Kamm-scheren) sich in ihrer Haltung keinen Zentimeter bewegen und ihrer jeweiligen Argumente letztenendes nur wiederholen.