Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen werden beanstandet

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NewRaven
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von NewRaven »

ronny_83 hat geschrieben:
NewRaven hat geschrieben:Im Gegensatz zu dir bin ich mir ziemlich bewusst darüber, was eine VDS bedeutet - und zwar nicht nur für mich selbst - aber danke für den Tipp ;)
Da ich mir dessen nicht bewusst bin, würde ich eine Aufklärung dankend annehmen.
Ich bin an sich ja recht sicher, dass du Google selbst bedienen könntest, aber ich hab mal so ein paar Lesetipps:

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Vieles davon steht hier allerdings eh schon... du weißt schon, das paranoide Gewäsch, dass immer nur für die anderen in Ländern zutrifft, die gaaaanz weit weg sind...
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NewRaven
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von NewRaven »

ronny_83 hat geschrieben: Vielen Dank, die Artikel werde ich mir mal in Ruhe durchlesen. Auf den ersten Blick konnte ich jetzt jedoch kein Argument sehen, warum ich plötzlich Angst bekommen müsste. In erster Linie sind die Argumente ja dahin ausgelegt, dass die Überwachung nutzlos ist und nicht den Erfolg bringen wird, den die SPD zu bekommen glauben mag. Wobei ich bei genauerem Lesen sicher noch mehr Einblick bekommen.

Grundlegend sehe ich das Problem hier eher, wieviel Daten gespeichert werden. Ich wäre sicher auch dagegen, wenn man die Position meines Autos überwacht. Aber dass z.B. die Polizei nachvollziehen kann, mit wem ich telefoniert hab? Interessiert mich nicht. Wenn sie damit etwas aufklären können, dann bitte. Letztendlich werden hier eh nur Raster angewendet, die Personen nach bestimmten Kriterien herausfiltern (z.B. wegen krimineller Verdachtsfälle).

Gegen zuviel Speicherung hätte ich auch etwas (vor allem Bewegungsüberwachung). Generell gegen Speicherung bin ich jedoch nicht. Und auch nicht gegen nachträgliche Sichtung persönlicher Daten. Denn ich bin der Meinung, dass mich davon nur wenig bis gar nichts treffen wird, solange ich nicht verdächtige oder kriminelle Handlungen begehe.
DU sollst vermutlich gar keine Angst bekommen. Ich auch nicht. Die meisten anderen hier wohl ebenfalls nicht. Aber Gesetze werden eben nicht nur für dich oder mich gemacht - und es gibt einige Personengruppen, die durch diese Regelungen durchaus Probleme bekommen. Das wäre vermutlich noch ein wenig zu verschmerzen, wenn diese Generalüberwachung denn einen messbaren Erfolg hätte und somit auch positive Seiten existieren würden, um das irgendwie auszugleichen. Aber genau das ist ja eben nicht der Fall, das haben unzählige Untersuchungen nach unserer letzten VDS nachgewiesen. Von dir und mir wird vielleicht nur aufgezeichnet, wann wir mit unserer Omi telefoniert haben - das sollte zwar an sich keinen was angehen, aber es ist jetzt auch kein eklatantes Problem, dass ich persönlich damit habe. Der Polizist, der gerade im Undercover-Einsatz ist und seinem vorgesetzten Bericht erstatten muss, wird das aber anders sehen. Natürlich werden dessen Daten nicht mit nem richterlichen Beschluss mal eben schnell in die Welt posaunt - aber an alles, was irgendwo gespeichert ist, kommt auch jemand ran - das ist eine unnötige zusätzliche Gefahr. Und unsere Regierung hat sich bisher nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es darum geht, Internas nicht nach außen dringen zu lassen oder auch nur einfach ihre Systeme sicher zu gestalten. Der Whistleblower, der sich mitunter zur öffentlichen Aufklärung auch strafbar macht oder der Informant einer Zeitung, der zwar dem journalistischem Quellenschutz (und somit nur von den Medien nicht gegenüber Behörden benannt werden muss, aber sehr wohl unabhängig davon ermittelt werden kann) unterliegt, aber ansonsten eben keinen Schutz genießt - also auch nicht von einer VDS ausgenommen ist, hat vermutlich noch ein viel größeres Problem. Ob mich persönlich eine solche VDS trifft, kann mir - abseits des vorher genannten Beispiels mit der Überwachungskamera meines Nachbarn und dem damit verbundenem schlechten Gefühl - recht egal sein. Aber es gibt eben Personengruppen, für die ist das gefährlich - und sie werden dieser Gefahr völlig grundlos ausgesetzt. Der in einem früheren Beitrag verlinkte Fall in München zeigt übrigens prima, dass es reicht, einfach nur zum falschen Zeitpunkt in der falschen Gegend der Stadt unterwegs zu sein und ein Handy zu besitzen - und ansonsten einfach absolut gar nichts getan zu haben, damit es einen eben doch trifft.
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Kajetan
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

NewRaven hat geschrieben:Der Polizist, der gerade im Undercover-Einsatz ist und seinem vorgesetzten Bericht erstatten muss, wird das aber anders sehen.
Dreh das ganze einfach mal rum. Der Polizist, der sich mit seinen Nachbarn rumstreitet und in den Aufzeichnungen der Kommunikation des Nachbarn nach etwas sucht, mit dem er ihn anschwärzen kann. Oder der Polizist, der wegen Eifersucht total paranoid die Gespräche seiner Ehefrau abhört. Oder, oder, oder. Passiert jetzt schon mit den Methoden, die jetzt verfügbar sind. Denn witzigerweise gibt es detaillierteste Anweisungen darüber, wie die VDS auf Seiten der Provider ablaufen muss, für Behördenseite gibt es derzeit NICHTS Vergleichbares. Sprich, derzeit landen die Daten aus dem mit irrem Aufwand hochgesicherten VDS-Bereich des Providers bei der Behörde, wo sie wahrscheinlich als DVD oder simple USB-Festplatte im oder auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters endet. Sicherung? Dassein?
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NewRaven
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von NewRaven »

Kajetan hat geschrieben: Dreh das ganze einfach mal rum. Der Polizist, der sich mit seinen Nachbarn rumstreitet und in den Aufzeichnungen der Kommunikation des Nachbarn nach etwas sucht, mit dem er ihn anschwärzen kann. Oder der Polizist, der wegen Eifersucht total paranoid die Gespräche seiner Ehefrau abhört.
Hatte ich sogar im Kopf, aber da ihm meine "normalen" Beispiele schon zu "paranoid" waren, wollte ich jetzt nicht noch korrupte Polizisten, die Mafia, den vergewaltigenden Eheman, der zufällig bei einem Provider arbeitet... und so weiter einbringen. ;)
CritsJumper
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von CritsJumper »

NewRaven hat geschrieben:
ChrisJumper hat geschrieben: Aber das System wird an der Stelle ad absurdum geführt weil die Kunden eben keinen klaren Tisch bekommen. Ohne Informationen lassen sich zwei Produkte eben nicht vergleichen.
Und eben genau an diesem Punkt sollten Datenschützer ansetzen. Das Angebot und der Preis muss für beide Seiten absolut klar sein. Der Datenschutz hat - meiner Meinung nach - nicht die Aufgabe, zu bewerten, was "zu viele" Daten sind, sondern eben den Kunden aufzuklären, welche Relevanz diese Daten haben und beim Anbieter dafür zu sorgen, dass eben alle erfassten Daten auch offen genannt werden.
Ja da sind wir uns Einig denke ich. Zeitgleich habe ich aber auch leider vermehrt den Eindruck das der Datenschutz sogar Kontraproduktiv ist. Er wird hoch gehalten, es gibt angeblich Gesetze, er wird verteidigt. Nur damit die Realität dann doch nicht so aussieht. Ein wenig wie mit Unternehmen die Steueroasen/Schlupflöcher nutzen. Siehe die Diskussion Safe-Habor, Privacy-Shield, die Doppeldeutigkeit des Hacker-Paragraphen, wo es Privatpersonen untersagt ist alle Daten ab zu schnorcheln aber Geheimdienste und Unternehmen machen es in großem Stil. Trotzdem steht in unseren Gesetzen das Daten anonymisiert werden müssen, man muss wegen dem Datenschutz sogar aufpassen das Namen und Adressen nur ohne Verknüpfung in den Datenbanken liegen, aber mit einer geschickten trivialen Verknüpfung/Abfrage lassen sich durchaus einzelne riskante Datenprofile abfragen. Wo kein Kläger da kein Richter. Wie die 10.000 letzten Parkpositionen eines modernen deutschen Autos. Solche Dinge sollten öffentlich einsehbar sein das ein Verständnis für das Problem sich entwickeln kann. Also nicht die Daten aber die Funktionsweise und das diese Daten über eine Einzelperson vorliegen. Denn nur dann wenn sich die Menschen mal durch diese Art selber beobachten merken sie was es bedeutet. Aber genau das passiert nicht und wird auch nie passieren. Deswegen sitzt die Verantwortung auch bei den Informatikern, welche diese Technik bereit stellen. Aber nein, die meisten entscheiden sich nicht gegen diese Implementierung weil sie nicht einmal darüber sprechen dürfen oder keinen Job mehr bekommen würden wenn es ein paar Tage später bei Wikileaks steht.
Es ist eine Grauzone, die ich sogar noch schlimmer finde als andere Grauzonen im Internet. Warum? Weil diese auch noch legal ist und Gesellschaftlich voll akzeptiert. Datenreichtum.. sagt unsere Kanzlerin. Wir müssen diese Datenreichtum nutzen und unsere Internetunternehmen ermöglichen das sie es genauso einfach haben wie in den USA, damit die Unternehmen hier denen Konkurrenz machen können.
Kajetan hat geschrieben:Sprich, derzeit landen die Daten aus dem mit irrem Aufwand hochgesicherten VDS-Bereich des Providers bei der Behörde, wo sie wahrscheinlich als DVD oder simple USB-Festplatte im oder auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters endet. Sicherung? Dassein?
Also ich misstraue dieser Situation. Die von dir besprochene Datenträger kann natürlich auch kopiert werden. Aber ein Live-Online-Zugang, egal wie gesichert er denn sein mag. IST schlimmer. Einfach weil es verführerischer ist wenn auf die Daten zugegriffen werden kann. Sieht man ja auch bei den Geheimdiensten. Fragen, auch wie die Daten dahin gekommen sind stellt niemand, prüft niemand. Ihnen wird blind vertraut.
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Kajetan
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

ChrisJumper hat geschrieben:Also ich misstraue dieser Situation. Die von dir besprochene Datenträger kann natürlich auch kopiert werden. Aber ein Live-Online-Zugang, egal wie gesichert er denn sein mag. IST schlimmer. Einfach weil es verführerischer ist wenn auf die Daten zugegriffen werden kann. Sieht man ja auch bei den Geheimdiensten. Fragen, auch wie die Daten dahin gekommen sind stellt niemand, prüft niemand. Ihnen wird blind vertraut.
Genau das meinte ich ja. Als Behördenmitarbeiter kommt man kinderleicht an die Daten. Es gibt keine vergleichbaren Sicherheitsvorschriften auf Behördenseite. Mißbrauch ist Tür und Tor geöffnet, die ganze Regelung ist ein so zum Himmel schreiender Wahnsinn!
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Kajetan
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

ronny_83 hat geschrieben:Da stimme ich dir durchaus zu. Aber warum bis zur Behörde denken? Selbst Mitarbeiter deines Internetproviders, Telefonanbieters, Internetplattformen, wo du ein Profil hast etc. könnten jetzt schon eine Menge Unfug damit treiben. Auch ohne gesetzliche Beschlüsse. Da bewegen wir uns ja schon im illegalen Bereich, egal ob jetzt Firmenmitarbeiter oder Mitarbeiter einer Behörde.
Ja, können sie. Aber im Gegensatz zu Polizisten oder Richtern hat ein Admin MASSIVE Strafen zu befürchten, falls da was rauskommt. Bei einem früheren Arbeitgeber (Deutschland größter Freemail-Provider) hatte sich ein Admin mal mit Beziehungsinternas verplappert, die er NUR aus den privaten Mails dieser Person (Mitarbeiterin) erfahren haben kann. Die betroffene Person hat sich zuerst bei der Geschäftsführung beschwert, dann mit Klage gedroht, weil nichts passiert ist. Keine Woche später war der Admin seinen Job los, die Person hat trotzdem geklagt und sich LEIDER aussergerichtlich auf eine höher dotierte Zahlung eingelassen, weil die Geschäftsführungs ums Verrecken jeden Prozess vermeiden wollte.

Bei der Behörde, bei der Polizei muss die Kacke schon gewaltig dampfen, bis da jemand persönliche Konsequenzen erfährt.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

ronny_83 hat geschrieben:Aber bei ausreichender Beweislage ist es doch trotzdem möglich, Polizisten und Richter auf die Anklagebank zu zerren, wenn denen Missbrauch nachgewiesen werden kann.
Genau da liegt ja der Trick. Da verschwinden plötzlich Videoaufzeichnungen oder Logs. Hachhuch, ezzet ist das Backup kapott! Kollegen sagen alle aus, dass kein Fehlverhalten vorliegt. Es gibt belegte Fälle, wo vor Zeugen ein Polizist seine Grenzen überschritten hat und es ist nichts passiert, weil man ihm nichts nachweisen konnte. Obwohl es Zeugen gab. Die aber den Richter nicht interessiert haben.

Es ist ja nicht so, dass hier grundsätzlich freie Bahn herrscht, aber auf Behördenseite ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Fehlverhalten nicht oder nur marginal zur Verantwortung gezogen wird, sehr hoch.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von CritsJumper »

ronny_83 hat geschrieben: Aber bei ausreichender Beweislage ist es doch trotzdem möglich, Polizisten und Richter auf die Anklagebank zu zerren, wenn denen Missbrauch nachgewiesen werden kann. Nur das der Staat als Arbeitgeber wohl eher kaum außergerichtlich höher dotierte Zahlungen tätigen wird, um Prozesse zu vermeiden.

Ich kann dein Argument durchaus nachvollziehen. Aber wenn diese sich außerhalb gesetzlicher Wege bewegen, sind sie ja nicht frei von Verurteilungen.
Schau dir mal auf der vorherigen Seite das von mir verlinkte Video zu Joseph Weizenbaum an.

Natürlich kann ein Mensch immer Missbrauch betreiben, eben deswegen ist es wichtig das die Menschen geschult werden, die Technik entsprechend ausgerichtet und so weiter. Die Provider müssen schon ziemlich viel machen. Bezüglich der VDS dessen Umsetzung bei den Providern bis Mitte 2018 Abgeschlossen sein muss. Findet ein Zugriff nur nach dem Vier-Augen System statt und über ein automatisches Protokoll-System. Demnach sind die Daten dort sicherer als wenn am Abfrage-Client-System die Daten vorliegen.

Gleichzeitig traue ich einem Administrator in der Regel eher, als jemandem der Beruflich etwas ganz anders macht und mal ein Admin-Account bekommt.

Gut es kann sein das jetzt der Vorratsdatenspeicher-Zugangs-PC, in einem extra Raum steht, Videoüberwacht wo die Polizisten nur mit Schlüsselkarte rein kommen und dieser PC jeden einzelnen Schritt protokolliert. Aber das ist in der Praxis wohl eher nicht so. Da gibt es auf der einen Seite Fort Knox und auf der anderen Seite ein LAN-Anwendung für das Ganze Polizei-Revier und zufälligerweise ist das LAN auch mit WLAN ausgestattet und mit VPNs für die Polizisten Privat und von deren Dienst-Telefonen erreichbar.

Ich warte ja nur noch darauf das die ersten ein Pokemon auf ihrem Schreibtisch fangen und ein Screenshot als Archivement automatisch in die Cloud hoch geladen wird auf dem Steht: Benutzername: XXXXXX, Passwort: XXXXX, IPv6: XXXXX.

Wo wir wieder bei dem Punkt sind das Nutzer wissen sollten wie das Programm mit Daten umgeht. In der Regel braucht man auch Wissen zur Funktionsweise von Programmen, doch auch da gibt es eben keine Aufklärung. Es mag etwas in den der EULA stehen, aber das sind niemals praktische Hinweise die über Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Das ist ein generelles Problem unserer IT-Gesellschaft.. und muss dabei direkt an den Teslafahrer denken der mit dem Fahr-Assistenten einen tödlichen Unfall hatte weil er abgelenkt war und nicht über die Funktionsweise der Technik nach gedacht hatte.
Wieder zustimm. Aber solche Beweisverschwinden und Vertuschen passieren ja nicht erst, wenn die Vorratsdatenspeicherung kommen würde. Das gibt es ja jetzt schon und davor ist man in solchen Fällen ja in keiner Angelegenheit geschützt.
Aber du verstehst schon die Analogie oder? Hier rüstet man die Technik auf, nicht aber die Menschen. Quasi als gibt man Fahranfängern sofort ein Auto das in zwei Sekunden von 0 auf 100 Km/h beschleunigt oder Polizisten keine Pistolen mehr sondern nur noch Maschinengewehre die sich nicht auf Einzelfeuer umschalten lassen. Anschließend wundert man sich über die negativen Veränderungen.

Edit: Es ist als haben Menschen Zugang zu Wissen das sie nicht beherrschen können, oder zu Technologien die erhebliche negative Auswirkungen auf ihr eigenes bestehen haben. Das ist einfach purer Wahnsinn. Es ist ja nicht so als sind die menschlichen Laster, Fehler und Probleme einfach zu managen. Das erfordert eine gewisse Disziplin und Selbstbeherrschung aber auch Schutzsysteme die existieren müssen damit kein Missbrauch statt findet.

Eine Bank zum Beispiel hat nicht ohne Grund eine dicke Mauer, Überwachungskameras und einen Tresor. Diese Begehrlichkeiten wurden lange Zeit entsprechend Geschützt und Vorkehrungen iterative im Zaum gehalten. Aktuell gibt es an sehr vielen Stellen aber eine enthemmte Veränderungen wo entsprechende Schutzmechanismen ausbleiben. Warum? Gier. Aber auch weil die Probleme nicht so öffentlich sind das daran gearbeitet wird. Warum? Weil immer mehr Teilhaber einfach bestochen werden und sich an den Systemfehlern laben. Niemand hat aber den Mut entsprechend korrigierend einzugreifen um das System wirklich zu verbessern. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck.
Zuletzt geändert von CritsJumper am 25.07.2016 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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NewRaven
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von NewRaven »

ChrisJumper hat geschrieben:
Ja da sind wir uns Einig denke ich. Zeitgleich habe ich aber auch leider vermehrt den Eindruck das der Datenschutz sogar Kontraproduktiv ist. Er wird hoch gehalten, es gibt angeblich Gesetze, er wird verteidigt. Nur damit die Realität dann doch nicht so aussieht. Ein wenig wie mit Unternehmen die Steueroasen/Schlupflöcher nutzen. Siehe die Diskussion Safe-Habor, Privacy-Shield, die Doppeldeutigkeit des Hacker-Paragraphen, wo es Privatpersonen untersagt ist alle Daten ab zu schnorcheln aber Geheimdienste und Unternehmen machen es in großem Stil. Trotzdem steht in unseren Gesetzen das Daten anonymisiert werden müssen, man muss wegen dem Datenschutz sogar aufpassen das Namen und Adressen nur ohne Verknüpfung in den Datenbanken liegen, aber mit einer geschickten trivialen Verknüpfung/Abfrage lassen sich durchaus einzelne riskante Datenprofile abfragen. Wo kein Kläger da kein Richter. Wie die 10.000 letzten Parkpositionen eines modernen deutschen Autos. Solche Dinge sollten öffentlich einsehbar sein das ein Verständnis für das Problem sich entwickeln kann. Also nicht die Daten aber die Funktionsweise und das diese Daten über eine Einzelperson vorliegen. Denn nur dann wenn sich die Menschen mal durch diese Art selber beobachten merken sie was es bedeutet. Aber genau das passiert nicht und wird auch nie passieren. Deswegen sitzt die Verantwortung auch bei den Informatikern, welche diese Technik bereit stellen. Aber nein, die meisten entscheiden sich nicht gegen diese Implementierung weil sie nicht einmal darüber sprechen dürfen oder keinen Job mehr bekommen würden wenn es ein paar Tage später bei Wikileaks steht.
Es ist eine Grauzone, die ich sogar noch schlimmer finde als andere Grauzonen im Internet. Warum? Weil diese auch noch legal ist und Gesellschaftlich voll akzeptiert. Datenreichtum.. sagt unsere Kanzlerin. Wir müssen diese Datenreichtum nutzen und unsere Internetunternehmen ermöglichen das sie es genauso einfach haben wie in den USA, damit die Unternehmen hier denen Konkurrenz machen können.
Volle Zustimmung. Aber das ist eben genau das Problem, dass natürlich auch daraus entsteht, wenn man sich eher mit einigen Firmen (wie zum Beispiel Facebook) auseinander setzt, statt an dem grundlegendem Problem zu arbeiten. Der Datenschutz sollte sich eben wieder darum bemühen, die Informationen ans Licht zu bringen - nicht darum, einzelne Firmen an den Pranger zu stellen, weil sie ihrer subjektiven Ansicht nach zu viele Daten sammeln. Datenschutz, ist, wie schon gesagt, erstmal eine Privatsache und hier ist Aufklärungsarbeit nötig - nicht Vorschriften oder erhobene Zeigefinger. Und es ist nötig, dass man, wie du schon richtig sagst, nicht so heuchlerisch vorgeht. Man kann nicht einerseits unbedingt diverse Freihandelsabkommen um Biegen und Brechen mit den USA durchdrücken wollen, von denen der Europäer insbesondere im Datenschutz eher Nachteile hat und sich im gleichen Moment über die Datensammelwut eines US-Anbieters aufregen. Man hat die Basis dafür selbst mehr oder minder geschaffen, baut sie jetzt sogar noch aus... und tut so, als würde man die Nutzer vor den bösen Firmen schützen wollen, die diese Möglichkeiten dann auch nutzen.
ronny_83 hat geschrieben:
Da stimme ich dir durchaus zu. Aber warum bis zur Behörde denken? Selbst Mitarbeiter deines Internetproviders, Telefonanbieters, Internetplattformen, wo du ein Profil hast etc. könnten jetzt schon eine Menge Unfug damit treiben. Auch ohne gesetzliche Beschlüsse. Da bewegen wir uns ja schon im illegalen Bereich, egal ob jetzt Firmenmitarbeiter oder Mitarbeiter einer Behörde.
Dafür gibt es, mindestens zwei Gründe... erstmal haben die Provider, wie hier schon erklärt, recht strenge Richtlinien, wie und wo diese Daten gespeichert, gelagert, weitergegeben werden sollen. Für die Regierung fehlt eine solche Regelung bislang völlig...

Der zweite Punkt ist aber meiner Meinung nach viel Wichtiger... Kausalität... mehr Daten, längere Gelegenheit und mehr Personen, die Zugriff auf eben diese Daten haben als jetzt. Stell es dir so vor:

Du gibst in einem Raum ein Bündel aus 5 50-EUR-Scheinen rum. Im Raum befinden sich 5 Personen, jeder soll das Bündel nur einmal weitergeben. Du wirst sehr wahrscheinlich deine 250 EUR am Ende wieder in der Hand halten.

Nun gibst du in einem Raum ein Bündel mit 100 (weil: mehr Daten) 50-EUR-Scheinen rum. Im Raum befinden sich 100 Personen (weil: mehr Mitarbeiter, die damit in Kontakt kommen), jeder soll das Bündel 5 Mal (weil: mindestens Provider und Regierung Zugriff darauf haben) weiter geben. Die Chance ist hier ungleich höher, mit weniger als deinen 5000 EUR nach Hause zu gehen.

Menschen wägen Gefahren ab, wenn sie Mist bauen wollen... und je geringer die Gefahr ist, dass es auf sie persönlich zurück fällt und/oder je höher die Chance ist, es jemand anderen in die Schuhe zu schieben, umso eher tun sie es. Daten die also nur beim Provider liegen sind verhältnismäßig merklich sicherer, als welche, die durch mehrere Hände wandern.

Aber wie schon gesagt, auch abseits von einem solchen illegalen Missbrauch ist die VDS problematisch - und eben nicht nützlich.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von NewRaven »

ronny_83 hat geschrieben:
NewRaven hat geschrieben:Menschen wägen Gefahren ab, wenn sie Mist bauen wollen... und je geringer die Gefahr ist, dass es auf sie persönlich zurück fällt und/oder je höher die Chance ist, es jemand anderen in die Schuhe zu schieben, umso eher tun sie es.
Spricht das nicht gegen deine Argumentation? Das entspricht doch quasi dem Status Quo.
Nicht, wenn man beachtet, dass diese Vorratsdatenspeicherung Kriminellen völlig egal ist, weil sie sie a) einfach umgehen können und weil sie b) bewiesenermaßen eben nicht zur Aufklärung von Straftaten beiträgt. Aber an dem Punkt fangen wir an uns sehr deutlich im Kreis zu drehen. Die Letzten, denen die VDS schadet sind die, für die sie angeblich gedacht ist.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

ronny_83 hat geschrieben: Gerade in letzter Zeit hatte ich vermehrt den Eindruck, dass es eben doch funktioniert. Zumindest hat die Aufklärung der Terrorattentate der letzten Zeit ausgesprochen gut und schnell funktioniert. Das stand ja nicht alles in den Abschiedsbriefen der Attentäter oder deren Personalausweisen.
Die VDS ist noch gar nicht in Kraft. Und wenn, die VDS hilft nachweislich NICHT. Hier hat gute, alte Polizeiarbeit geholfen.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

ronny_83 hat geschrieben:So, wie ich das bisher gesehen hab, ist das wie VDS, nur erst nach der Tat.
Richtig. Die Polizei HAT SCHON ALLES, was sie benötigt. Die VDS ist schlicht und einfach vollkommen unnötig für die Polizeiarbeit. Die VDS ist nichts weiter als eine Sicherheitsillusion, welche die Politik ihren Wählern gerne als "Wir tun doch was" verkaufen will. Und eine Goldgrube für alle, die mit unseren Daten gewaltig Schindluder treiben wollen.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von AtzenMiro »

Es geht bei der VDS viel mehr darum, dass wenn Mitglieder einer terroristischen Gemeinschaft (sowas wie der Ansbach-Bomber fällt da nicht wirklich drunter), die einen geplanten Anschlag durchgeführt haben, man schneller und effektiver an ihre Verbindungen rankommt und nicht erst durch ein Haufen von Datenmüll sich durchwühlen muss. Zum Beispiel für den Fall, dass weitere Mitglieder sich verstecken und darauf vorbereiten, oder schon dabei sind das Land zu verlassen. Das sind zeitsensible Angelegenheiten. Schön, wenn man mit gute alte Polizeiarbeit das irgendwann auch schafft, ich bezweifle aber stark, dass bei einer richtigen terroristischen Organisation die Polizei überhaupt die Mittel dazu hätte, irgendwas zu schaffen.

Und mal so nebenbei: bei der VDS greift das selbe Prinzip wie bei einer Hausdurchsuchung. Die Daten sind NICHT freizugänglich, weder für Polizei, Anwaltsschaft, oder andere Behörden/Beamten. Die Daten werden erstmal NUR gespeichert. Will man an die Daten, braucht es einen gerichtlichen Beschluss, das widerum verlangt einen hinreichenden Tatverdacht und das auch nur in bestimmten Fällen (den genauen Paragraphen habe ich vergessen, aber halt bei Spionage, unmittelbare Gefahr, Terrorgefahr etc. pp.) Wenn jemand also mit einem Polizisten einen Streit hatte, interessiert das niemanden und reicht nicht aus um Zugang zu den Daten zu erhalten. Es geht ausschließlich um die Strafvervolfung. Mal davon abgesehen werden keine Inhalte gespeichert, sondern nur Daten wie mit wem wurde wann wie lange kommuniziert.

Und nur mal so nebenbei: Die verfassungsfeindliche Erklärung fußt nicht auf dem Prinzip der Vorratsdatenspeicherung, sondern viel mehr ging es dem Gerichtshof um die Sicherheit der Datenerfassung an sich und die Zugangsrechte. Das die Daten erfasst werden, war nie ein Problem. Btw. haben wir seit letztem Dezember eine aktive VDS.
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Re: Pokémon GO: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt Entwickler ab; 15 Klauseln aus Nutzungs- und Datenschutzb

Beitrag von Kajetan »

AtzenMiro hat geschrieben:Will man an die Daten, braucht es einen gerichtlichen Beschluss, das widerum verlangt einen hinreichenden Tatverdacht und das auch nur in bestimmten Fällen (den genauen Paragraphen habe ich vergessen, aber halt bei Spionage, unmittelbare Gefahr, Terrorgefahr etc. pp.)
Der sog. richterliche Vorbehalt ist nicht das Papier wert, auf dem er steht. Da winken Richter irgendwelche Anträge durch, ohne sich richtig durchzulesen, um was es eigentlich geht. Da werden Gefälligkeiten gehandelt und es wird bewusst nicht richtig hingeschaut. Und wenn ein Richter mal dabei ertappt wird, dass ein Zugriff widerrechtlich erfolgte, was passiert dann? Nichts. Der Richter ist weiterhin Richter, sein Fehler, sein Fehlverhalten haben für ihn persönlich keine Folgen.

Daher gilt die einzige Regel, die sich in Zusammenhang mit solchen Zugriffsmöglichkeiten bewahrheitet hat: Was mißbraucht werden kann, wird mißbraucht!