Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

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CritsJumper
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von CritsJumper »

Sir Richfield hat geschrieben:Und schon hat man noch einen Grund gefunden, aus dem andere zu Publishern gehen: Der nimmt den Entwicklern auch diese Arbeit ab, natürlich unter anderem für den Preis der kreativen Freiheit.
Hmm, ich hatte halt immer gehofft es gibt da eines Tages Publisher, wie Verlage die auch kleine und Alternative Videospiele unter einen Hut bringen. Aber dazu müsste es auch mal einen Publisher geben der als Stiftung oder ähnliches agiert.

Wahrscheinlich könnte sich die Branche da aber auch nicht wirklich einigen, wer jetzt warum dazu gehört und wer warum wichtig ist.
Das wird sich jetzt gemein anhören, aber ich glaube, der GESAMTEN Branche "Anbieter von Videospielen" fehlt eine Kultur des Scheiterns.
Also in dem Sinne, dass aus dem Scheitern (eigenes oder das Anderer) was gelernt wurde.
Es scheint immer nur Rekorde zu geben, überfinanzierte Kickstarter, Verkauf der Bude an MS, etc.
Als "gescheitert" wird in diesem Kontext schon betrachtet, was keinen Rekord bricht, ob das unterm Strich profitabel war oder nicht.
Und genau DAMIT haben sich auch die Indies angesteckt.
Sehr sehr wahre Worte! Besonders seltsam stelle ich immer wieder fest das meine Position als Spieler der von diversen Konzepten, Spielen, Mechaniken unheimlich angetan ist, immer wieder mit erleben muss wie viele einfach verschwindet und scheinbar NIE WIEDER, hervor geholt wird. Was ja eigentlich mal eine Chance für ein neues Spiel-Idee wäre. Gleichzeitig ist es aber dann wirklich schwer zu überlegen ob das wirklich allen gefallen würde. Mit Kick-Starter kamen einige dieser Ideen als Neuauflage raus. Gleichzeitig bin ich ziemlich Unzufrieden mit Grim Fandango oder The Day of The Tentacle. Alles zwar sehr solide, aber nur HD-Remakes.... dabei hätte ich schon gerne Como debería de haber sido la remasterización de Grim Fandango (Youtube, Fan-Art-Unreal Engine-Demo-Trailer) gehabt.
Und wenn man einsieht, dass diese Zahlen nie aussagekräftig sein können, bzw. man nicht das Geld und die Zeit für irgendwelche Schnüffel... ich meine Statistikfunktionen hat, dann zeigt man auf den Kunden und sagt "Ihr wart zu wenig!".
Scheinbar! wird nie die Frage gestellt "Was hätten wir tun können, um mehr Leute zu interessieren?".

...
Wie will man da eine saubere Argumentation bringen, die irgendwo das Wort "Qualität" enthalten will?
Ich bin sicher das sich das Problem in den nächsten Jahren lösen wird. Denn ähnlich wie bei Musik, steuert der Games-Markt auf eine Konstante zu bei dem die Entwicklung für immer Stagniert. Ab da ist dann die Auflösung vielleicht höher wie bei UHD zu HD, aber letztlich Verkaufen sich die Spiele über einen längeren Zeitraum und die Studios sind nicht so schnell Arbeitslos weil sie ihre Inhalte länger und günstiger vermarkten können.
Liesel Weppen
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Liesel Weppen »

ChrisJumper hat geschrieben:Wenn ich da KEINE Gegner habe dessen Patroullienwege ich auswendig lernen müsste und oder mich dauernd irgendwo verstecken, würde ich mir das jetzt sogar sofort kaufen...?
Hat es denn so Schleicheinlagen? Damit wäre es für mich absolut nichts.

Das Problem bei dem Spiel, ich hab mir Teaser angeschaut, die ersten 5 Minuten eines Letsplays, und viele Kommentare dazu gelesen, und dann relativ schnell zu dem Schluss gekommen: Entweder ich spiele es (irgendwann mal) einfach, oder ich krieg jetzt soviele Spoiler, dass es uninteressant wird.
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Jazzdude
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Jazzdude »

Liest sich ja recht salopp, was die Herren da von sich geben.
Nun gut, hier die saloppe Antwort:

Macht ihrs teurer, kauf ich weniger.
CritsJumper
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von CritsJumper »

Liesel Weppen hat geschrieben: Hat es denn so Schleicheinlagen? Damit wäre es für mich absolut nichts.

Das Problem bei dem Spiel, ich hab mir Teaser angeschaut, die ersten 5 Minuten eines Letsplays, und viele Kommentare dazu gelesen, und dann relativ schnell zu dem Schluss gekommen: Entweder ich spiele es (irgendwann mal) einfach, oder ich krieg jetzt soviele Spoiler, dass es uninteressant wird.
Liesel ich glaube wir sind uns da ziemlich ähnlich, aber es gibt wohl wenige solche Situationen. Zwar hat der Hersteller mit ähnlichem geworben aber das war wohl ein falscher Eindruck. Nach Uncharted 4 werde ich das Spiel mal in Angriff nehmen, denn es schaut so aus als bekomme ich Ende Mai bis Mitte Juni wieder viel freie Zeit auf meiner Playlist.
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sourcOr
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von sourcOr »

Sir Richfield hat geschrieben:@sourcOr: Fangen wir andersherum an, *gibt* es eine allgemein vertretene Definition von "Wandersimulator"?
Ab wie viel Interaktion mit der Umgebung isses keiner mehr? Reicht es, kein "Game Over" in dem Sinne zu haben?
Und was machen wir mit Bethesda Ego-RPGs, die ja die eigentlichen Wandersimulatoren sind? ;)
Ein Spiel, in dem man über weite Strecken nur rumläuft und sich die Gegend anschaut, möglichst ungestört. Oder das Haus oder wie auch immer die Hauptumgebung aussieht. Bei Bethesdas Rollenspielen wäre das in dem Fall natürlich die Oberwelt, in der Kämpfe jetzt nur sporadisch auftreten, man also meistens nur rumwandert, höchstens auf Entdeckung fixiert.
Man könnt jetzt sagen, dass The Witness dem Schema entspricht, aber da steht man den Großteil der Zeit doch eher vor einer Tafel und löst das nächste Rätsel. Wenn The Witness ein Wandersimulator wäre, dann wäre z.B. Myst ebenfalls einer. Aber ich denke, dass Spiele wie Dear Esther und Gone Home z.B. im Gegensatz zu Penumbra, Amnesia etc. die Interaktion und das Gameplay derartig weit heruntergeschraubt haben, dass sich da zwischen diesen Spielen und Adventures, wie man sie vorher kannte, schon ne sehr große Schere aufgetan hat.

Ich weiß aber net.. sind diese Horror-Spiele wirklich so Nische? Das ist doch gerade diese Art von Spiel, die Leute wie PewDiePie ja anscheinend gerne für Youtube spielen. Hat sich Outlast z.B. nicht sogar richtig gut verkauft? Kam ja sogar für Konsolen, müsste es doch richtig Schotter gegeben haben. Ich war deshalb, als sie mal die VKZ von Amnesia genannt haben echt verwundert, weil das Spiel das ja afaik erst so richtig "losgetreten" hat und als Genre-Referenz gilt. Irgendwie verkaufen die Leute von Frictional aber nicht mal halb so viele Spiele, wie man vermuten könnte.
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Sir Richfield
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Sir Richfield »

sourcOr hat geschrieben:Ich weiß aber net.. sind diese Horror-Spiele wirklich so Nische? Das ist doch gerade diese Art von Spiel, die Leute wie PewDiePie ja anscheinend gerne für Youtube spielen. Hat sich Outlast z.B. nicht sogar richtig gut verkauft? Kam ja sogar für Konsolen, müsste es doch richtig Schotter gegeben haben. Ich war deshalb, als sie mal die VKZ von Amnesia genannt haben echt verwundert, weil das Spiel das ja afaik erst so richtig "losgetreten" hat und als Genre-Referenz gilt. Irgendwie verkaufen die Leute von Frictional aber nicht mal halb so viele Spiele, wie man vermuten könnte.
Da könnte man ganze Doktorarbeiten drüber schreiben. ;)
Gerade die Sache mit PewDiePie und Vergleichbarem ist ja so eine Sache.
Es gibt Spiele, die verkaufen sich richtig gut - an YouTuber.
PewDie kauft solche Spiele gerne, weil sie ihm die Möglichkeit bieten, seinem Publikum zu geben, was sie wollen: Einen kreischenden Schweden. (Sollte sich das in den letzten Jahren gelegt haben, bitte ich um Nachsicht, mein Kreisch-Ertragen Limit liegt bei Markiplier, sonst schaue ich nur weniger aufgeregten Leuten zu.)

Nur die Zuschauer von PewDiePie kaufen das Spiel halt nicht - reicht, wenn einer kreischt.
Man braucht halt Alleinstellungsmerkmale.
Das erste FNAF gebaut zu haben wäre eines.
Entweder hat sich FNAF ab 2 ausreichend verkauft oder war so kalkuliert, dass die Verkäufe an YouTuber reichten. ;)

Ich habe keine Zahlen, aber ich würde mal raten, dass Layers of Fear auch kein Riesenerfolg wird. Gibt es in der Art halt schon zig-mal und Qualitativ hat das Spiel auch keine Chance, weil P.T. existiert(e).
Vinterblot
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Vinterblot »

Das ist, als würdest du sagen, Horrorfilm Y wird kein Erfolg, weil schon Horrorfilm X existiert. Ist mir schon klar, dass diese Spiele für dich alle gleich aussehen und auch nicht reizvoll erscheinen, wenn du die nebenher auf YouTube guckst, anstatt sie selbst zu erleben. Was glaubst, du wie Shooter aussehen würden, wenn man sich die nur nebenbei auf YouTube anschaut?

Bei diesen Titeln kommt es ganz stark auf Atmosphäre, Erkundung, Gespräche, Schriftstücke und Rätsel an. Wenn man das nicht selbst macht, wirkt es natürlich langweilig. Aber selbst mein hochheiliges Dark Souls ist in Gameplay-Videos langweilig - weil ein Video, nebenbei geschaut und von irgend nem überhippen YouTuber überlabert nun mal bei weitem nicht das transportieren kann, was ein Spiel ausmacht.
Armin
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Armin »

Jazzdude hat geschrieben: Macht ihrs teurer, kauf ich weniger.
So funktioniert der Markt bei elastischen Guetern nun mal, da koennen die noch so viel labern,wollen und verlangen
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Sir Richfield
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Sir Richfield »

Vinterblot hat geschrieben:Das ist, als würdest du sagen, Horrorfilm Y wird kein Erfolg, weil schon Horrorfilm X existiert.
Nein, das ist als würde ich sagen die Slasher von Ayslum verkaufen sich nicht wie geschnitten Brot, weil es schon SAW und Konsorten gibt.
Es ging um die Qualität des Spiels, nicht um die reine Existenz.
Und ich sagte auch nicht "kein Erfolg", sondern "kein Riesenerfolg"
Für mich gilt: Erfolg = Mindestens Kosten wieder eingespielt, guten Gewinn gemacht.
Riesenerfolg: Bei den Göttern, alle wollen sie es haben.
Ist mir schon klar, dass diese Spiele für dich alle gleich aussehen und auch nicht reizvoll erscheinen, wenn du die nebenher auf YouTube guckst, anstatt sie selbst zu erleben.
Dir ist überhaupt nichts klar in der Beziehung.
Dass das nicht mein Genre ist, ist die viel größere Herausforderung in dieser Beziehung als das, was ich bewußt von einem Spiel sehe und was nicht.
Das ist wieder dieses Nullargument "Kannst du erst bewerten, wenn du es gespielt hast."
Bei diesen Titeln kommt es ganz stark auf Atmosphäre, Erkundung, Gespräche, Schriftstücke und Rätsel an. Wenn man das nicht selbst macht, wirkt es natürlich langweilig. Aber selbst mein hochheiliges Dark Souls ist in Gameplay-Videos langweilig - weil ein Video, nebenbei geschaut und von irgend nem überhippen YouTuber überlabert nun mal bei weitem nicht das transportieren kann, was ein Spiel ausmacht.
Hmm, also ich darf mir kein Urteil über SOMA bilden, weil ich es nicht gespielt habe, aber du darfst dir ein Urteil über die von mir gesehenen Videos und deren Macher erlauben, ohne auch nur im Ansatz zu wissen, wen ich meine?
Zumal du dir ein Urteil darüber erlaubst, was ich neben Diablo3 noch alles bewußt wahrnehme. ;)

So wird das nix. Zumal ich bereits darauf hingewiesen habe, dass man mich nicht durch warme Worte dazu bekommt, solchen Spielen etwas abgewinnen zu können.
Mir sagt das Gameplay nicht zu. So einfach ist das. Dazu muss ich nicht jeden Vertreter davon spielen, um mir das immer wieder selber zu beweisen.
Ich hatte doch schon im Detail aufgelistet, warum das Spiel nichts für mich ist, warum ich den Devs halt kein Geld dafür gebe: Gameplay nicht meines und der Rest kann das nicht aufwiegen.
Für mich ist das Setting nicht sonderlich ansprechend, ich habe aktuell keine Lust auf "Gruselatmo" und die Story riss für mich keine Bäume aus.
Alles Dinge, die ich durch gucken und lesen erfahren habe.
Du kannst aufhören, mich bekehren zu wollen. Ich werde SOMA nie spielen. Je früher du das einfach akzeptierst, desto eher können wir vielleicht wieder dazu kommen, warum ich das hier so lang, breit und ausführlich darlege.
Gleichzeitig kann ich aber verstehen, dass man das mag. Ich kann sogar im Vergleich sagen, dass SOMA zu seinen Brüdern eher so im oberen Qualitätsbereich liegt.

All das ändert aber nichts daran, dass SOMA ein Nischentitel ist, sich gegen mehrere Spiele mindestens ähnlicher Qualität behaupten muss, aus einem Genre kommt, dass durch eine Menge Dreck auffällt und das nur ein paar der Gründe sind, aus denen ein Titel wie SOMA halt kein Minecraft oder FNAF wird.
So sehr du dich auch anstrengst, ehrenamtlich das Marketing für die Entwickler zu übernehmen.
Vinterblot
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Vinterblot »

Es geht nicht um deine Präferenzen. Mir doch egal, was du zu mögen glaubst oder nicht. Es ist mir auch egal, was du spielst oder nicht.
Aber ein Spiel bzw. eine ganze Gattung anhand von Let's Plays zu beurteilen, die man mit einem Auge nebenher sieht und ihnen dann Gleichförmigkeit, Ähnlichkeit oder mangelnde Qualität zu bescheinigen ist idiotisch. Dann kannst du diese Titel nun mal nicht als Argument als Feld führen, denn du kennst sie nicht.

Aber du stellst dich weiterhin hin und behauptest, die Story würde "keine Bäume ausreißen" - von einem Spiel, bei dem du höchstens die Hälfte mitbekommst... Ich frag mich, welches Spiel/Buch/Film das sein soll, bei dem man 50%+ seiner Aufmerksamkeit auf etwas völlig anderes richtet und dessen Story und Atmosphäre trotzdem "Bäume ausreißt" - und wohlgemerkt: Ein Spiel/Buch/Film, welches man nicht nur lediglich die Hälfte seiner Aufmerksamkeit schenkt, sondern das man auch in einer Form konsumiert, die für dieses Medium nie gedacht war. Liest du auch in einem Zeitungsartikel jeden zweiten Satz über einen Film und belehrst dann den Kinogänger, dass das Genre XY, aus dem dieser Film stammt, belanglos sei?

Das ist nicht ernst zu nehmen. Und ich hoffe, dass du dir das selbst nicht abkaufst.
CritsJumper
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von CritsJumper »

Vinterblot ich hatte Richfield so verstanden das er sich erstens nicht für diese Art Spiel interessiert. Was ja auch nicht schlimm ist verschiedene Geschmäcker und so. Seine Kritik aber halt ist das es nicht genug Werbung und Sexiness besitzt um als Spiel auf ihn als Spieler eine Reaktion hervorzurufen.

Nachdem ich ihm Ellen lang eben erläuterte warum ich den Titel mag, meinte er schon er mich da versteht, auch das so ein Spiel halt Spaß machen kann, aber eben dann mit nur einer bestimmten Zielgruppe leben muss.

Das verstehen die Entwickler aber nicht. Richi ärgert sich dann darüber das die Entwickler sich hinstellen und mehr fordern oder dem Kunden den schwarzen Peter zu schieben.

Natürlich kann man auch später in Foren drüber lesen, wie Spieler das empfinden auf Steam kaufen und zurück geben wenn man eine Demo braucht und so weiter.. aber so wichtig war mir dann doch seine Meinung zu dem Thema nicht. Kann es aber durchaus nachvollziehen. Auch wenn ich finde das er die Nuancen der Spiele falsch deutet welche sie dann wirklich zu unterschiedlichen Spielen macht.
Liest du auch in einem Zeitungsartikel jeden zweiten Satz über einen Film und belehrst dann den Kinogänger, dass das Genre XY, aus dem dieser Film stammt, belanglos sei?
Das ist auch naja.. wie soll ich das sagen. Ich kenne das z.B. bei Zombi-Filmen wo sich so Klischees bilden! Ähnlich wie Horror Filme wo man denkt "Nein lauf nicht die Treppe Hoch!" - Oh nein sie ist die Treppe hoch gelaufen- oder "Entferne dich nicht von der Gruppe" -Zack wieder eine Protagonistin weniger-.

Ab einem bestimmten Punkt reicht es wenn man es vorher-ahnen kann das so ein Spiel den Zauber verliert, selbst wenn es gut ist! Da hab ich dann auch verständnis für TWD als Game und als Film oder TLOU. Irgendwann wenn man nicht gerade ein Zombi-Fan ist, wird das mühselig dies weiter zu verfolgen. Aber meistens schläft man Seelenruhig ein und jemand anders spielt das dabei weiter. AH EIN EI EI EIN ZOMBI! und man ist wieder wach. :/
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Arkatrex
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Arkatrex »

Liesel Weppen hat geschrieben:...So ist auch Team 17 absolut kein Indieentwickler mehr.....
Wollte nur kurz einwerfen das Team 17 in meinen Augen noch nie ein Indie-Entwickler gewesen ist.

Die haben Spiele programmiert da war ich selber noch klein (Bodyblows usw.)
Mag vielleicht sein das es stiller geworden ist die letzten Jahre..aber mit Indie haben die eigentlich nix am Hut.

Edit: Und selbst wenn Sie sich jetzt selbst "Indie" schimpfen sollten, alles was irgendwann den Mainstream erreicht hat ist nun mal kein "Indie" mehr.

Sieht man übrigens sehr gut an der Musik Branche.
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von oliver74 »

Es ist eine Krux: Man bekommt natürlich AAA-Spiele, wenn sie erstmal gut "abgehangen" sind, für relativ wenig Geld in irgendeinem Sale.

Diese stehen in Konkurrenz zu Indie-Spielen, die oftmals nur eine kleine Nische bedienen, demzufolge auch weit weniger umsetzen.

Das hat zwangsläufig zur Folge dass man trotz aller Einsparungen (kleinere Teams, weniger Marketingkosten usw.) pro Stück mehr Geld verlangen Muss als für einen gepolishten AAA Titel.

Die einfache Rechnung "Ich habe hier weniger Aufwand/Weniger Spieldauer als bei AAA-Titel XYZ, also muss das günstiger sein" kann so einfach nicht aufgehen.

Das Ende vom Lied wird ein Kollabieren des (Indie-)-Marktes sein, wie wir ihn ja auch schon teilweise erleben, für die ganzen Indies ist einfach kein Platz. Zeichen dafür sind ja schon länger da, selbst die Indies verfallen in das Muster der großen Publisher nur noch bewährte Konzepte "abzukupfern" (.. wie z.B. das x-Te Roguelike, das x-Te Survival-Game usw.) weil man sich hier wenigstens eine kleine Chance erhofft irgendwie noch was vom Kuchen abzubekommen.

Sollte sich das Pflänzchen "VR" auch noch als nicht derartig nachhaltig entpuppen wie manche Studios hoffen (und sie schon vermutlich einiges investiert haben) wird das noch mal eine Reihe Studios dahinraffen.

Letztlich ist es wie immer: Der Markt wird es regeln ob die gewünschten Preise durchsetzbar sind oder nicht, wenn nicht, werden einige Markteilnehmer das Spielfeld verlassen.

Hoffen wir, dass die Abwechslung und Innovation die uns von einigen Indie-Projekten ja durchaus beschert worden ist nicht darunter leidet und wir wieder in eine AAA-Fortsetzungs-Monotonie verfallen.
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Balla-Balla »

Die Diskussion beweist doch schön, warum ein hohes Preismodell bei Indies nie funktionieren wird.
Hier eiert jeder auf "seinem" Spiel herum, der andere legt dar, warum er es nie zocken würde.
Verkauft´s halt billiger oder als retail, dann gehen auch mehr das Risiko ein, sich einen Flop an Land zu ziehen.
Bei videogames wie bei Musik und Film wird die Kohle über die Masse gemacht. Die schaffen die AAAs durch Umfang, Grafik und dadurch, dass man eben weiss, dass der BicMac wie ein BigMac schmeckt. Diese Hürde kann ein Indie gar nicht nehmen.
Also bleibt nur noch eines: der Preis. Ist doch eigentlich vollkommen klar, über was reden wir hier eigentlich?
Wie weltfremd muss man als Entwickler eigentlich sein, dass man meint, etwas, das sich schlecht verkauft noch teurer machen zu müssen?
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Balla-Balla
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Re: Die Industrie unterschätzt Spiele von unabhängigen Entwicklern: "Wir sollten mehr Geld für Indie-Spiele verlangen"

Beitrag von Balla-Balla »

oliver74 hat geschrieben:Es ist eine Krux: Man bekommt natürlich AAA-Spiele, wenn sie erstmal gut "abgehangen" sind, für relativ wenig Geld in irgendeinem Sale.

Diese stehen in Konkurrenz zu Indie-Spielen, die oftmals nur eine kleine Nische bedienen, demzufolge auch weit weniger umsetzen.

Das hat zwangsläufig zur Folge dass man trotz aller Einsparungen (kleinere Teams, weniger Marketingkosten usw.) pro Stück mehr Geld verlangen Muss als für einen gepolishten AAA Titel.

Die einfache Rechnung "Ich habe hier weniger Aufwand/Weniger Spieldauer als bei AAA-Titel XYZ, also muss das günstiger sein" kann so einfach nicht aufgehen.

Das Ende vom Lied wird ein Kollabieren des (Indie-)-Marktes sein, wie wir ihn ja auch schon teilweise erleben, für die ganzen Indies ist einfach kein Platz. Zeichen dafür sind ja schon länger da, selbst die Indies verfallen in das Muster der großen Publisher nur noch bewährte Konzepte "abzukupfern" (.. wie z.B. das x-Te Roguelike, das x-Te Survival-Game usw.) weil man sich hier wenigstens eine kleine Chance erhofft irgendwie noch was vom Kuchen abzubekommen.

Sollte sich das Pflänzchen "VR" auch noch als nicht derartig nachhaltig entpuppen wie manche Studios hoffen (und sie schon vermutlich einiges investiert haben) wird das noch mal eine Reihe Studios dahinraffen.

Letztlich ist es wie immer: Der Markt wird es regeln ob die gewünschten Preise durchsetzbar sind oder nicht, wenn nicht, werden einige Markteilnehmer das Spielfeld verlassen.

Hoffen wir, dass die Abwechslung und Innovation die uns von einigen Indie-Projekten ja durchaus beschert worden ist nicht darunter leidet und wir wieder in eine AAA-Fortsetzungs-Monotonie verfallen.
So ist nun mal der Lauf der Dinge. Wenn Tante Emma am Eck den selben Krempel, wie der große Supermarkt anbietet, nur teurer und weniger, wird sie es nicht packen.
Entweder muss sie halt mit dem Preis runter oder sie bietet etwas an, das es woanders nicht gibt.