Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung mit "bisher größtem Anschlag in einer Schule"

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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Fiddlejam hat geschrieben:Was ja alles schön und wahr und richtig ist, aber man kann halt nicht erwarten, dass sich irgendein belebter Dialog entwickeln kann, wenn jede einzelne auch nur im entferntesten ambivalente Aussage erstmal derart relativiert werden muss, damit auch ja keiner sie versehentlich misinterpretiert.
Jajajajaja. Habe ich an anderer Stelle auch schon so ähnlich geschrieben. Um Debatten erst mal ins Rollen zu bekommen, um Probleme erst mal in die öffentliche Wahrnehmung zu zerren, brauchst du häufig die lauten Marktschreier, mit allen Scheuklappen, Schwarz-Weiß-Bildern und ideologischen Färbungen, die das manchmal mit sich bringt. Da nützt dir der größte Differenzierer nichts, weil der in den allermeisten Fällen überhaupt nicht die Lautstärke und Reichweite entwickeln kann.

Nur: Wir sind hier auf Seite 43 eines mittlerweile 16 Tage alten Threads. Da können wir, so ganz unter uns, diese Kampfrhetorik auch mal ganz dezent ein Stück weit verlassen. Merkt ja eh keiner^^.
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Temeter 
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Fiddlejam hat geschrieben:Das ist ja auch der gottverdammte Punkt. Kritik an der Branche gab es vorher schon; nur hat sie damals, WARUM AUCH IMMER (kann man sich wohl denken, höhö) kein Schwein interessiert.
Auch jetzt: Shadow of Mordor mit Review-Deals? Interessiert GamerGater nicht. Irgendein anderer Fall realer, beobachtbarer Korruption? Interessiert GamerGater nicht.
Sehr schön dazu dieses Essay von Daniel Floyd, von Extra Credits, der das ganze in weit neutralerem Ton schafft als ich, aber es läuft aufs selbe hinaus: GamerGate hat in der bisherigen Zeit seines Bestehens absolut NICHTS gegen Journalismus in der GamingBranche getan.
Stattdessen hängt man sich an Behauptungen auf, die seit MONATEN widerlegt sind, webt idiotische Verschwörungstheorien und wehrt sich gegen einen angeblichen "Angriff" der "SJWs" den es überhaupt nicht gäbe, wenn man nicht selbst angefangen hätte.

Mit anderen Worten, auch im Falle von GamerGate trifft zu: Auch wenn ich kein Misogynist/Rassist/Rechter bin, partizipiere ich dennoch in einer "Bewegung" die von eben diesen Leuten getragen, geleitet und repräsentiert wird.
Eine ganze Reihe Seite, sogar die Klatschpresse in Form von Kotaku, haben ihre journalistischen Richtlinien überarbeitet und frühere+aktuellere Verbindungen zu Entwicklern offengelegt. Also erzähl mir nicht, das hätte sich nichts getan, oder es gehe nicht um Journalismus.

Allerdings hat sich GG sehr schnell zu großen Teilen radikalisiert, genauso wie die Gegenseite.
Erinnerst du dich z.B. an die 'Gamers are Dead'-Artikel? Du kannst die Intention gerne Verteidigen, wie du willst, aber sie waren erstens extrem schlecht formuliert, kamen zu einem miesen Zeitpunkt, sie nutzten das Gamer-Klische in einer geradezu widerlichen weise, weil sie eben alles schlechte darein interpretiert haben. Dazu kamen sie noch in Kollaboration, etwa ein dutzen Artikel in 4 Tagen. Das wirkte wie die Antwort auf Kritik am Journalismus, was erwartest du denn?
Gamergate ist seitdem als Bewegung ist so ziemlich am Ende. Der weitergehende Konkurs wurde verweigert, und eine führerlose Bewegung ist nicht mehr als eine Initiative.

Und deine Ansicht passt übrigens perfekt ins Schema. Du reduzierst Gamergate nur auf Leute, die bedeutungslose und falsche Geschichten verbreiten. Irrelevante und toxische Leute. Es gab dazu so viel Diskussionsmaterial, hier mal aus meinem Kopf:
Was ist z.B. mit IGN, die eine der treibende Feder hinter toxischen Hype-Kulturen sind? Gawker Media, die lange Zeit selbst Prominente oder kleinere Seiten belästigt haben? Die Party in England, wo PR-Agenturen Geschenke an Journalisten verteilten? Warum hat sich nicht eine größere Seite jemals zu einer kritischen Analyse mit Saarkesians Werken getraut, im positiven wie im negativen?
Gerade Trolle haben gerne aber Gift verschüttet, indem sie auf die Geschichten mit Zoey Quinn zurückruderten. GG wurde allerdings erst schlagartig relevant, nachdem die 'Quinnspiracy' vorbei war und auf den Journalismus umschwenkte. Und es ging bergab, und schrumpfte, als keine Kommunikation zustandekam.
Macht das die Dinge nicht offensichtlich, wofür sich die relevante Mehrheit interessierte? Gamergate ist eine Gesichtslose Bewegung, aber die Reaktionen dazu bleiben stehen. Und da hat der Spielejournalismus keine guten Karten.


Wenn du aktuell wenigstens etwas positives sehen willst, schau dir den Totalbiscuit an. Der hat zumindest mehrere Diskussionsrunden über den Journalismus auf die Beine gestellt. Während andere immer noch über Trolle meckern und die Stimmung vergiften, indem sie konstant Schuldige suchen. Wer will denn überhaupt diesen Streit?
Fiddlejam
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Fiddlejam »

Lord Hesketh-Fortecue hat geschrieben:Um Debatten erst mal ins Rollen zu bekommen, um Probleme erst mal in die öffentliche Wahrnehmung zu zerren, brauchst du häufig die lauten Marktschreier, mit allen Scheuklappen, Schwarz-Weiß-Bildern und ideologischen Färbungen, die das manchmal mit sich bringt. Da nützt dir der größte Differenzierer nichts, weil der in den allermeisten Fällen überhaupt nicht die Lautstärke und Reichweite entwickeln kann.
Brauchen wir eigentlich nicht, nein, und hat auch bisher nur die GamerGate-Seite im großen Maßsstab ins Feld geführt.
Beispiel? Die ganze Aufregung über "Gamers are dead" ist allein schon von daher überzogen, dass im am meisten beanstandeten Artikel, dem von Leigh Alexander, die Phrase nicht ein einziges mal verwendet wird. Ihr Artikel heißt nicht einmal "Gamers are dead", sondern: "Gamer’s’ don’t have to be your audience. ‘Gamers’ are over."
Währenddessen haben die GamerGater keinerlei Problem damit, Artikel zu posten deren Titel wortwörtlich "Why feminists want to destroy gaming" lautet.
Wo wir wieder beim Thema Heuchelei sind.

Ich finde immer noch, das eben diese Artikelserie aber das beste Beispiel für die Sinnlosigkeit und Dummheit der Diskussion ist. Natürlich sollten wir auf Kampfphrasen verzichten. Das hätte man schon machen sollen, als man den Artikel zum ersten Mal gelesen hat und dabei gemerkt DASS ÜBERHAUPT NICHT DRIN STEHT WAS MAN GLAUBT UND WORÜBER MAN SICH AUFREGT.
Temeter hat geschrieben:Eine ganze Reihe Seite, sogar die Klatschpresse in Form von Kotaku, haben ihre journalistischen Richtlinien überarbeitet und frühere+aktuellere Verbindungen zu Entwicklern offengelegt. Also erzähl mir nicht, das hätte sich nichts getan, oder es gehe nicht um Journalismus.
Kotaku hat es seinen Autoren verboten, die Patreons von Entwicklern zu unterstützen. Das ist allein schon aus der Perspektive schwerlich als unglaublicher Umbruch zu verstehen, weil ich ehrlich gesagt nicht sehe wie der Journalist potenziell beeinflusst wird wenn ER Geld an den ENTWICKLER gibt, statt umgekehrt. Noch dazu war das auch nie die Forderung von GamerGate. Weißt du auch warum?
Weil die Änderung bei Kotaku am 26. August stattfand und GamerGate als Hashtag das erste mal am 27.
Du kannst die Intention gerne Verteidigen, wie du willst, aber sie waren erstens extrem schlecht formuliert
Siehe oben, die Formulierung kam so in den meisten Artikeln nicht mal vor. Am MEISTEN wurde sie in einem Artikel von einem Mann, Dan Golding, verwendet; und entsprechend in Artikeln die sich auf diesen mit Zitaten bezogen.
Seltsamerweise ist der gute Herr unter GamerGatern praktisch unbekannt, Leigh Alexander, eine Frau, die die Phrase nicht ein einziges Mal in ihrem Artikel verwendet hat, aber schon.
Ein Schelm, wer dabei böses denkt.
Dazu kamen sie noch in Kollaboration, etwa ein dutzen Artikel in 4 Tagen.
So funktioniert Journalismus aber nun mal, das hat nichts mit Kollaboration zu tun. Wenn irgendein Ereignis geschieht, berichten mehrere Publikationen in kurzen Abständen voneinander davon. Und ja, schreiben dabei oft genug voneinander ab, was dann zu typisch viralen Bullshit-Stories führt.
(in der ach so oft vorgezeigten E-mail-Liste, über die die Journalisten angeblich kollaboriert waren mehrere der Autoren überhaupt nicht drauf).
Was ist z.B. mit IGN, die eine der treibende Feder hinter toxischen Hype-Kulturen sind? Gawker Media, die lange Zeit selbst Prominente oder kleinere Seiten belästigt haben? Die Party in England, wo PR-Agenturen Geschenke an Journalisten verteilten? Warum hat sich nicht eine größere Seite jemals zu einer kritischen Analyse mit Saarkesians Werken getraut, im positiven wie im negativen?
Nur dass eben solche Skandale längst behandelt wurden - und ironischerweise oft genug von gemeinen "SJW"-Seiten wie Kotaku, RockPaperShotgun und so weiter und so fort.
Dass Anita Sarkeesian nie vernünftig kritsiert wurde ist ebenso Quatsch. Auf The Escapist findest du beispielsweise in der Video-Sektion ein Video von No Right Answer das eben das tut.
Gerade Trolle haben gerne aber Gift verschüttet, indem sie auf die Geschichten mit Zoey Quinn zurückruderten. GG wurde allerdings erst schlagartig relevant, nachdem die 'Quinnspiracy' vorbei war und auf den Journalismus umschwenkte. Und es ging bergab, und schrumpfte, als keine Kommunikation zustandekam.
Siehst du, genau das ist so eine Fehlannahme, die sicherlich verständlich macht warum scheinbar vernünftige Menschen auf GG hereinfallen; es aber eben nicht entschuldigt, dass man sich nicht informiert.

Der Hashtag #GamerGate tauchte zum ersten mal in diesem Tweet von Adam Baldwin, Schauspieler und bekannter Rechtskonservativer, auf.
Wie du ebenfalls sehen wirst, beinhaltet der Tweet EXPLIZIT ein Quinnspiracy Video. DARAUS ist GamerGate entstanden, und aus nichts anderem.

Und das ist es, was die "moderaten" eben partout nicht wahrhaben wollen. Die Idioten sind nicht in "ihren" Hashtag eingedrungen. "Sie" sind in den Hashtag der Idioten eingedrungen.
Wenn du aktuell wenigstens etwas positives sehen willst, schau dir den Totalbiscuit an. Der hat zumindest mehrere Diskussionsrunden über den Journalismus auf die Beine gestellt.
Richtig, nur eben vorher schon. Damit hat GamerGate absolut überhaupt nichts am Hut.
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FuerstderSchatten
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von FuerstderSchatten »

Scipione hat geschrieben: Sehr schön, innerhalb eines kurzen Abschnitts hast du es geschafft natürliche Ur-Instinkte sowohl zu verneinen und zu verdammen als auch zu zitieren. :)
Was viel schlimmer ist, mir aber beim Schreiben gar nicht auffällt dieser leicht beleidigende Ton, sorry dafür.
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Temeter 
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Fiddlejam hat geschrieben:Kotaku hat es seinen Autoren verboten, die Patreons von Entwicklern zu unterstützen. Das ist allein schon aus der Perspektive schwerlich als unglaublicher Umbruch zu verstehen, weil ich ehrlich gesagt nicht sehe wie der Journalist potenziell beeinflusst wird wenn ER Geld an den ENTWICKLER gibt, statt umgekehrt. Noch dazu war das auch nie die Forderung von GamerGate. Weißt du auch warum?
Weil die Änderung bei Kotaku am 26. August stattfand und GamerGate als Hashtag das erste mal am 27.
Was trotzdem direkt der Zeitspanne entspricht, kurz bevor Gamergate Fahrt aufnimmt. Es wird zu einer Bewegung, also basiert es auf einem besteheneden Verlangen.
Kotaku war außerdem bei weitem nicht die einzige Zeitschrift mit Änderungen, das sollte dir klar sein.

Und jep, wenn ein Journalist einen Entwickler finanziell unterstützt, kann er nicht mehr von sich behaupten, objektiv zu sein. Grundsatz im seriösen Journalismus.
Siehe oben, die Formulierung kam so in den meisten Artikeln nicht mal vor. Am MEISTEN wurde sie in einem Artikel von einem Mann, Dan Golding, verwendet; und entsprechend in Artikeln die sich auf diesen mit Zitaten bezogen.
Seltsamerweise ist der gute Herr unter GamerGatern praktisch unbekannt, Leigh Alexander, eine Frau, die die Phrase nicht ein einziges Mal in ihrem Artikel verwendet hat, aber schon.
Ein Schelm, wer dabei böses denkt.
Weil Leigh Alexander Chief-Editor von Gamasutra war und bekannt ist? Der Inhalt zählt, und der hat u.a. von 'Gamern' als sozial unfähigen Kellerkindern geschrieben, die den Ursprung der Gaming-Kultur ausmachen. Wen du daran nichts falsches siehst, kann man dir auch nicht mehr helfen.
Die meisten Leute haben also durchaus gelesen, und anscheinend nicht nur an Titeln hochgezogen.
So funktioniert Journalismus aber nun mal, das hat nichts mit Kollaboration zu tun. Wenn irgendein Ereignis geschieht, berichten mehrere Publikationen in kurzen Abständen voneinander davon. Und ja, schreiben dabei oft genug voneinander ab, was dann zu typisch viralen Bullshit-Stories führt.
(in der ach so oft vorgezeigten E-mail-Liste, über die die Journalisten angeblich kollaboriert waren mehrere der Autoren überhaupt nicht drauf).
Informier dich mal, bevor du solche Dinger rausbläst. Das war ein Editorial, kein Newsreport, die kommen nicht so einfach aus dem nichts. An den 4 Tagen war nichts besonderes passiert. Selbst Branchenkenner waren darüber überrascht. In einem Interview (u.a., wenn auch nicht intiiert vom zynischen Briten, kann die Quelle leider nicht finden) wurde von einem Journalisten auch bestätigt, dass bei dieser berüchtigte Mailinglist über eine öffentliche Reaktion gesprochen wurde. Da ist kaum eine Frage offen.
Nur dass eben solche Skandale längst behandelt wurden - und ironischerweise oft genug von gemeinen "SJW"-Seiten wie Kotaku, RockPaperShotgun und so weiter und so fort.
Erstmal, unterlasse die lächerlichen Unterstellungen und Kampfbegriffe. Du versuchst gerade, mir eine Einstellung einzureden, die ich nicht habe. Davon rede ich.
Dass Anita Sarkeesian nie vernünftig kritsiert wurde ist ebenso Quatsch. Auf The Escapist findest du beispielsweise in der Video-Sektion ein Video von No Right Answer das eben das tut.
Escapist war immer, ähnlich zu RPS, eher offen und ein bischen weniger billig. Gerade erstere haben u.a. mit Jim Sterling selbstbewusste Kritiker, und haben als eine der wenigen Seiten tendenziell Gamergate-Diskussionen zugelassen.
Mit großen Seiten meine ich Gamespot oder IGN. Seiten, die 400 Artikel zu Titanfall bringen, bevor irgendjemand überhaupt die Qualität abschätzen kann.

Und ja, sie werden ständig kritisiert. Ändert es irgendetwas? Nein? Das ist unser Problem.
Siehst du, genau das ist so eine Fehlannahme, die sicherlich verständlich macht warum scheinbar vernünftige Menschen auf GG hereinfallen; es aber eben nicht entschuldigt, dass man sich nicht informiert.

Der Hashtag #GamerGate tauchte zum ersten mal in diesem Tweet von Adam Baldwin, Schauspieler und bekannter Rechtskonservativer, auf.
Wie du ebenfalls sehen wirst, beinhaltet der Tweet EXPLIZIT ein Quinnspiracy Video. DARAUS ist GamerGate entstanden, und aus nichts anderem.

Und das ist es, was die "moderaten" eben partout nicht wahrhaben wollen. Die Idioten sind nicht in "ihren" Hashtag eingedrungen. "Sie" sind in den Hashtag der Idioten eingedrungen.
Da liegt der Fehler. Du streitest auch hier lediglich darüber, was Gamergate deiner Vorstellung zu sein hat, anstelle das nützliche vom unnüttzen zu unterscheiden.

Eine Bewegung wird durch Menschen definiert, nicht ihren Ursprung. Wenn 90% intelligente Menschen sind, dann ist es ihre Bewegung. So funktioniert etwas wie Gamergate. Und wie gesagt, das positive Potential ist meiner Meinung nach relativ aufgebracht. Was auch den Kritkern zu verdanken ist, welche zu pauschalisieren müssen meinten.
Richtig, nur eben vorher schon. Damit hat GamerGate absolut überhaupt nichts am Hut.
Natürlich hat es das. Wenn du seinen Ausführungen folgst, stellst du fest, dass er durchaus hinter der Seite der Kritik am Journalismus steht, und seine Bestrebungen u.a. von Frustration über das aktuelle Versagen von Gamergate und der journalistischen Seite motiviert sind.
Warum ich ihn als positives Beispiel sehe ist u.a., dass er eben stark dafür geworben hat, die ankommenden Argumente zu untersuchen, nicht dessen Motivation oder Zugehörigkeit. Und vor allem Respekt vor der Meinung anderer. Traurig, wenn das zu einem kostbaren gut zu werden scheint.

Und btw:
Siehst du nicht, wie sinnlos dieser Teil der Diskussion gerade ist (bei der ich mich tbh nicht weniger in der Schuld sehe)? Wir diskutieren schon wieder über die Natur einer unbestimmten Fantasiebewegung, die sich sowieso nicht einschätzen lässt, anstatt über reale Proble. Hier haben wir gerade den bescheuerten Grabenkrieg.

Es gibt Menschen, die Aufmerksamkeit verdienen, und jene, die es eben nicht tun.
Fiddlejam
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Fiddlejam »

Temeter hat geschrieben:Was trotzdem direkt der Zeitspanne entspricht, kurz bevor Gamergate Fahrt aufnimmt. Es wird zu einer Bewegung, also basiert es auf einem besteheneden Verlangen.
Vorhin behauptest du noch dass GamerGate nichts mit der "Quinnspiracy" zu tun hat, jetzt sprichst du vom bestehenden Verlangen. Was nun?
Und jep, wenn ein Journalist einen Entwickler finanziell unterstützt, kann er nicht mehr von sich behaupten, objektiv zu sein. Grundsatz im seriösen Journalismus.
Nur habe ich seltsamerweise auch noch niemanden erlebt, der sich DARÜBER vorher aufgeregt hat... siehe Kickstarter und Co. Wo wir wieder beim Punkt sind "Wenn dass so eine spontane Bewegung ist, warum dann jetzt, mit diesem Anlass; sich gleichzeitig aber darauf berufen, überhaupt nix mit eben diesem Anlass zu tun zu haben UND auch überhaupt nichts gegen die längst bekannten und durchgekauten Fälle von Korruption zu machen".

Ach, und was ich zu Kotaku vergessen habe: Wenn man bedenkt, dass sie bereits VOR GamerGate ihre Richtlinien überarbeitet, scheint es schon ein wenig seltsam, dass GamerGate DANACH begonnen hat, ihnen mit einer inszenierten Beschwerdeaktion die Werbungsträger fort zu treiben. Fast als... als ginge es gar nicht um irgendwelche ethischen Bedenken! Aber Gott bewahre, was für eine lächerliche Vorstellung.
Weil Leigh Alexander Chief-Editor von Gamasutra war und bekannt ist? Der Inhalt zählt, und der hat u.a. von 'Gamern' als sozial unfähigen Kellerkindern geschrieben, die den Ursprung der Gaming-Kultur ausmachen. Wen du daran nichts falsches siehst, kann man dir auch nicht mehr helfen.
Die meisten Leute haben also durchaus gelesen, und anscheinend nicht nur an Titeln hochgezogen.
Doch, haben sie offensichtlich nicht, wie du hier mit deiner Kurzzusammenfassung beweist.

Gamasutra, und dementsprechend sein Artikel, und ganz speziell DIESER Artikel sind an ENTWICKLER adressiert ("[...] 'Gamers' don't have to be your audience"). In dem Artikel geht es nicht darum, Gamer runter zu putzen, sondern Entwicklern nahe zu legen, selbst diesen Stereotyp zu überwinden, dass alle Gamer dummdreiste Kellerkinder sind; und dementsprechend ihr Produkt auf eben diese zu zu schneiden.

Wo wir auch wieder beim Punkt sind: Warum ist alles immer so furchtbar kontrovers, nur weil es eine Frau sagt? Wir sehen einen neuen Call of Duty Trailer, der die Spitze eben dieser Kellerkinder-Kultur darstellt, dieses Verkaufs von Machtfantasien, und alle regen sich hier im Forum auf wie lächerlich er ist. Aber Gott bewahre, dass das eine Frau tut.
Informier dich mal, bevor du solche Dinger rausbläst. Das war ein Editorial, kein Newsreport, die kommen nicht so einfach aus dem nichts.
Eh, doch. Nach jedem Amoklauf hast du doch genauso ein Editorial für oder wieder schärfere Waffengesetze, "Killerspiele", etc.
Dass es übrigens keinen Anlass gab ist auch Quatsch. Am 27. hat Anita Sarkeesian die erste Morddrohung öffentlich gemacht, die sie aus ihrem Haus getrieben hat.
Mit großen Seiten meine ich Gamespot oder IGN. Seiten, die 400 Artikel zu Titanfall bringen, bevor irgendjemand überhaupt die Qualität abschätzen kann.
Ja, richtig. Und wer hat IGN bisher kritisiert?

ABSOLUT JEDER.

Ernsthaft, IGN ist die klassische Point jedes "Har har gekaufte Reviews"-Gags. Das war schon seit Ewigkeiten so. Aber nun stellt sich wie gesagt GamerGate hin und tut so als würden sie hier ein riesiges Fass aufmachen; obwohl der faulige Fisch schon seit Jahren alles ausstinkt ohne dass es einen stört.
Und ja, sie werden ständig kritisiert. Ändert es irgendetwas? Nein? Das ist unser Problem.
Richtig, aber macht das GamerGate? Nein, die schreien sich lieber endlos mit allen an die ihnen vorwerfen dass, Gott bewahre, eine Bewegung die von Extremen gegründet und von Extremen repräsentiert wird, vielleicht nicht so ganz die richtige Plattform für ebendiese Diskussion sein könnte.
Eine Bewegung wird durch Menschen definiert, nicht ihren Ursprung. Wenn 90% intelligente Menschen sind, dann ist es ihre Bewegung. So funktioniert etwas wie Gamergate. Und wie gesagt, das positive Potential ist meiner Meinung nach relativ aufgebracht. Was auch den Kritkern zu verdanken ist, welche zu pauschalisieren müssen meinten.
Dein Argument war "GamerGate kam erst auf, als die Quinnspiracy durch war". Ich zeige dir, wie GamerGate eben nicht daraus entstanden ist. Und noch dazu halte ich es für reichlich naiv, ernsthaft behaupten zu wollen, dass sich eine solche Bewegung, geboren in einer solchen Umgebung, eben mal mir nichts dir nichts ins komplette Gegenteil, nämlich etwas rational argumentierendes, verwandelt.

Selbst HEUTE benutzt GamerGate in seinen Infografiken noch veraltete, widerlegte Infos. Ich kann selbst noch bestätigen, dass sie noch einige Zeit mit der "Zoe Quinn ("a dev") hat sich ein gutes Review mit Sex erkauft"-Lüge gefahren sind, bevor sie gemerkt haben, dass sie das zu angreifbar macht.

Zu behaupten, dass GamerGate all diesen Ballast urplötzlich abgeworfen haben soll, ist einfach nur lächerlich.
Natürlich hat es das. Wenn du seinen Ausführungen folgst, stellst du fest, dass er durchaus hinter der Seite der Kritik am Journalismus steht, und seine Bestrebungen u.a. von Frustration über das aktuelle Versagen von Gamergate und der journalistischen Seite motiviert sind.
Nein, hat es nicht. Die Ausgangsfrage unserer Diskussion war "Was hat GamerGate bisher erreicht, was gibt ihnen irgendeine Art von Existenzberechtigung?" Sicherlich mag sich TBs Intention mit der ANGEBLICHEN von GamerGate decken; aber darum ist nicht alles was er macht, mehr noch, was er gemacht hat, automatisch Verdienst von GamerGate; eben deshalb weil er all dass schon vorher gemacht hat, ganz ohne GamerGate.
Wir diskutieren schon wieder über die Natur einer unbestimmten Fantasiebewegung, die sich sowieso nicht einschätzen lässt, anstatt über reale Proble.
GamerGate IST aber nunmal ein reales Problem; eines das aktiv Gaming zerstört, indem Spieler in ihrer Gesamtheit misrepräsentiert und sich gegen jede Art von Fortschritt oder Kritik an der Branche richtet und damit jedweden Versuch, Gaming zu mehr als Kinderkram zu machen, aktiv unterminiert.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ihr ständig mit nicht-realen Problemen habt. Nicht-reale Probleme sind für mich Dinge, die sich als aktiv falsch herausstellen. Siehe "Dev erkauft sich Review mit Sex" - als Bullshit herausgestellt, nicht-reales Problem.
Nicht-reale Probleme sind für mich NICHT Probleme die ich als zu unwichtig betrachte, um darüber zu reden.
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Usul
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Usul »

Temeter  hat geschrieben:Wir diskutieren schon wieder über die Natur einer unbestimmten Fantasiebewegung, die sich sowieso nicht einschätzen lässt, anstatt über reale Proble. Hier haben wir gerade den bescheuerten Grabenkrieg.
Welche realen Probleme? Das sind doch alles nur Einzelfälle, von denen aufmerksamkeitsgeil auf die Allgemeinheit extrapoliert wird!!!
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Und das war für mich auch genug, jetzt werde ich mich an meine Regeln halten.

@Usul
Gut gemeinter Rat: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten.
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Usul »

Temeter  hat geschrieben:@Usul
Gut gemeinter Rat: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten.
Nichts gegen gut gemeinte Ratschläge, aber ich denke, ich werde dann doch einfach selbst entscheiden, wann ich wo die Klappe halte und wann nicht. Danke trotzdem.