Al Lowe: "Spiele sind unreifer geworden"

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tschevap
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Beitrag von tschevap »

Hallo,

eine klasse Diskussion habt ihr hier - wirklich gut!

Mein kurzer Einwand dazu: Ich bin jetzt 32, bin mit Gameboy, Master System, Mega Drive und SNES, aber vor allem Sierra aufgewachsen.
Daher war ich sehr positiv überrascht, ein Interview mit Al Lowe auf 4P zu finden. Und ich gebe ihm Recht.

Ich selbst rang vor kurzem damit, ob ich mir neben Arbeit und Jobstreß eine Konsole zum "einfach mal abschalten" besorge. Ich wollte was mobiles, also eigentlich nur DS.

Nun habe ich aber auch einen PDA und darauf eine Menge Emulatoren für eben genau jene System, die ich oben nannte.

Ich wog lange ab, ob der Schritt von einem Fire Emblem auf NES und SNES zu einem FE auf DS so riesig ist...er ist es nicht...da hat sich doch faktisch nicht wirklich etwas getan außer etwas Lack drauf und nette Animationen - die ich eh abschalte, genauso wie meist den Sound.

Was habe ich also de facto gewonnen: Klar gibt es auf DS tolle Spiele (Brainage, Anno etc), aber die meisten gab es eben schon vorher: Advance Wars ist nichts anderes als ein grafisch nett erweitertes Gameboy Wars - schon damals gab es sogar einen Editor für das Karten selber bauen!

Onlinespielen nutze ich gar nicht, da ich mir selbst Internet und PC zuhause verboten habe - sonst hocke ich ja nur noch vor dem Bildschirm.

Was bleibt also: Bei all den vielen Tests, die ich gerne und oft auf 4P oder anderswo lese, kommt nur in den seltesten Fällen ein "Aha, das ist mal interessant" auf - denn: Das meiste gab es schon, nur weiß die Masse der eben jungen Spieler das gar nicht.

Ein gewisser Fortschritt ist natürlich zu erkennen, sonst säßen wir ja heute noch da und würden "Tennis" mit Pong spielen.

Allerdings frage ich mich schon, ob mit der breiten Masse der angebotenen Spiele ein ähnlicher "Lern durch Spiel" Effekt erzielt werden kann, wie mit z.B. den alten Sierra-Spielen: Damals saß ich als Fünftklässler mit Englischwörterbuch vor dem PC und stotterte mir einen ab, um Roger Wilco dazu zu bewegen, einen Hamburger zu kaufen...da war Grips gefragt.

Das wiederum fehlt mir heute allzu oft.

Und gerade der DS machte mir Hoffnung darauf, dass nicht nur die "Casualgamer" eingefangen werden, sondern die "ich will intelligente Unterhaltung Casualgamer" - so einer wie ich...

Klar würde ich gerne mehr spielen, aber Job, Privates, Hund etc. erlauben es nicht mehr.

Wenn ich dann aber solche Fabrikate wie Manhunt sehe, wird mir eigentlich nur schlecht.
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Ich kann nur noch mal betonen, das es mir um Vielfalt geht.
Der Markt sollte sowohl Komplexität, als auch Pick up & play bieten. Dicke epische Geschichten mit Köpfchen, als auch trash. Es sollten sowohl Kunsthippies als auch Fragboys bedient werden. Ying und Yang Style.
Ich hab Angst, davor das sich Spiele immer mehr angleichen, sich immer mehr am Marktführer orientieren.

Das ihr keine Zeit haben sollt für komplexere Spiele, kann ich nicht nachvollziehen.
Dank Autosave, Quieksave & co kann man Spiele heutzutage jederzeit beenden.
Die Sache mit der Zeit ist so eine Sache. Ich sitze grundsätzlich sehr lange an Spielen. Meine Sessions dauern nie lange, von daher ist der Zeitraum, bis ich so Brocken wie Shenmue, Metroid Prime3 oder The Nomad Soul extrem lange.

Genauso mit dem Reinversetzen. Ich denke man muss in jedes Hobby, ob Buch, Fernsehserie, Hörspielreihe und dergleichen, man muss etwas Zeit mitbringen.
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johndoe869725
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Beitrag von johndoe869725 »

@ Crewmate

Manche Spiele kann man einfach trotz Quicksave und Co nicht so eben mal spielen. Mal schnell 15 Minuten Baldurs Gate 2 ging einfach nicht, weil 15 Minuten in diesem Spiel nichts waren.
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Zulustar
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Beitrag von Zulustar »

4P|TGfkaTRichter hat geschrieben:@ Crewmate

Manche Spiele kann man einfach trotz Quicksave und Co nicht so eben mal spielen. Mal schnell 15 Minuten Baldurs Gate 2 ging einfach nicht, weil 15 Minuten in diesem Spiel nichts waren.
So ein Spiel, starte ich aber auch erst gar nicht wenn ich nur 1h Zeit habe.
Aber weil ich nicht mehr täglich 10h Zeit fürs zocken habe heisst, das nicht das ich mich damit zufrieden stellen muss, das ein Gegner nur noch ein stupider Mob ist, der keine Geschichte mehr hat und einzigst das zeitliche segnen kann. Genau das will man uns ja verkaufen, das macht ja alles so banal, Ein Gegner hat nen Grund warum er Gegner wurde, innem Spiel muss es min auch ne 2. Möglichkeit geben, jeder anfängliche Gegner könnte ein späterer Freund sein.
Larry allg. grafik Adventures haben schon immer eine andere ganz eigene Atmosphäre es ging weniger ums töten mehr um die Botschaften. Bei Monkey Island musste man den Schwertkampf erlernen und was man dort lernte war, das das Wort spitzer und kampfentscheidender als der schärfste Degen ist.