Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "vergifteter Beziehungen" zu Sony

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CritsJumper
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von CritsJumper »

Abroxas hat geschrieben:Das mögen jetzt alle blöd finden, dass sie sich in dieser Form in eine Opferrolle drückt und Sony die Schuld gibt, aber: Sie hat doch Recht?! Nur weil es in der Industrie so läuft, heißt das doch nicht...
Ja, natürlich. Es ist aber für uns Außenstehende schwer das zu beurteilen. Opferrolle ist ein ekliges Wort. Aber genau wie Charisma kann es andere dazu verführen das jenes Opfer durch Mitleid eine höheren Anteil bekommt oder weniger leisten muss als alle. Ich bin nicht 100% Leistungsorientiert und halte das Arbeitsklima und glückliche Arbeitnehmer für sehr wichtig. Doch, wenn du mit jemandem zusammen Arbeitest der sich so verhält.. da kann man auch seltsame Menschen treffen. Die sehr schnell in diese Opfer-Mentalität verfallen. Ganz besonders dann wenn es für die anderen Menschen die bei Sony Arbeiten auch kein Zuckerschlecken ist beißt man sich doch lieber für diese Vertragslaufzeit durch und trifft Vorkehrungen das sich langfristig etwas bessert. Bisher denke ich aber auch das man immer "über alles reden" kann. Was mich halt verwundert ist, das sie sich keine Auszeit Genomen hat, statt sich Gesundheitlich so zu belasten.
dass sich niemand beschweren und das anprangern darf
Nun ich unterscheide immer zwischen konstruktiver Kritik und Verbesserungsvorschlägen und zwischen jammern. Etwas nur anprangern, wenn man eben keine Lösung hat, ist bei mir negative belastet. Sich in einem öffentlichen Blog beschweren ist... nun ja. Seltsam, aber auch menschlich. Es darf keine Hetze sein/werden oder keine zu große Revolution wenn man solche Dinge benennt. Da braucht man ziemlich viel Feingefühl.
ch will nicht, dass eine Industrie soviel Kontrolle über uns hat, dass gar niemand mehr einen Ton sagt und alle der Reihe nach ausgenommen werden.
Dem kann ich nur zustimmen und deswegen bin ich dagegen das unsere Gesellschaft jede Diskussion dieser Art in Netzwerke verlagert, die Aufgezeichnet und ausgewertet werden können. Eben weil es dein angesprochenes Problem noch verschärfen wird.
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Skabus
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Skabus »

D_Radical hat geschrieben:Was die Frauenbenachteiligung angeht... Es kann an meinem kleinen Würstchen liegen, dass ich bei ihren Worten teilweise mit der Nase rümpfen muss, aber für mich hört sich das mal wieder so an, als ob aus einer Sache die jeden hätte passieren können, ein Sexismuss-Thema gemacht wird.
Hm, ich würde dir noch zustimmen, dass sie das natürlich direkt oder indirekt zu einer Sexismus-Debatte macht, allerdings würde ich nicht sagen, dass das "jedem passieren kann". Gemessen an dem Effekt den ich privat oft erlebt habe, ist das ein sehr frauenspezifisches Problem.

Ich hab schon oft beobachtet, dass selbst bei gleicher Qualifikation, die Frau oft als "Anhängsel" des Mannes gesehen wird, unabhängig davon ob sie die selbe Arbeit leistet oder sogar noch besser ist. Es ist eben z.B. "Praxis von Herr Doktor Müller und seiner Frau" und eben nicht "Praxis Dr. Heinz Müller und Maria Müller" bzw. "Praxis Dr. Maria Müller und Dr. Heinz Müller". Das ist auch im Alltag so. Oft werden Frauen bzw. Partnerinen von Männern im Bekanntenkreis halt einfach zu "Seine Frau". Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich da irgendwie entmenschlicht fühlt.

Und im business-Kontext ist das ja noch schlimmer, wenn der Eindruck vermittelt wird, man wäre nur das Anhängsel von dem erfolgreichen Ehemann, egal ob man eben selbst auch erfolgreich ist oder noch erfolgreicher.

Ich glaube also nicht, dass das "jedem" passiert. Ich kenne zumindest andersherum keine Situationen, wo der Mann als Anhängsel der Frau abgetan wird. Kennst du solche Situationen?
ChrisJumper hat geschrieben:Die emotionale Schiene an dieser stelle und das "die da draußen erkennen meine Arbeit nicht an.", finde ich in der Tat unangebracht und hat auch absolut nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich denke leider immer mehr, das manche Menschen einfach falsche Vorstellungen von dem "Markt und Marktwert" habe was ihre eigene Arbeitsleistung betrifft, zusammen mit dem persönlichen Ruhm oder Status den sich viele unsichtbare Währung aus sozialen Netzwerken versprechen, dort war es schon immer so das mehr negative Kritik geäußert wird.
Ich persönlich empfinde es immer genau andersrum. Der "Marktwert" wenn man von so einem entmenschlichten Begriff sprechen möchte, liegt oft viel viel höher als man anhand der oft respektlosen Haltung vieler Spieler vermuten würde. Viele Entwickler leisten sehr stressige, kräftezehrende Arbeit, damit Spieler in ihrer Freizeit zocken können. Und dann werden sie oft beschimpft oder sogar mit Morddrohungen überhäuft, von Menschen, die eigtl. froh sein sollten, dass es Leute gibt, die ihnen ihre Freizeitbeschäftigung ermöglichen. Gerade wenn man richtig gut ist und eben nicht nur kleine unerfolgreiche Spiele macht, sondern große Prestige-Projekte macht, ist ein wenig Anerkennung und Respekt nicht zu viel verlangt.

Wir leben leider in einer Welt, in der viele Menschen neidisch und misgünstig sind und darum ungerne Lob und Anerkennung verteilen, dafür aber immer gerne kräftig kritisieren, wenn jemand einen Fehler macht oder dergleichen. Einfach mal öfter sagen: "Du bist toll!" und weniger "Du bist scheiße!" würde SEHR VIELE Menschen glücklicher machen :)

Außer man hat natürlich Spinner dabei wie John Romero, die dann durch zuviel Lob zu Mega-Arschlöchern mutieren. Aber das ist ja kein Gegenargument für Freundlichkeit.

MfG Ska
Doc Angelo
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Doc Angelo »

Skabus hat geschrieben:Das ist auch im Alltag so. Oft werden Frauen bzw. Partnerinen von Männern im Bekanntenkreis halt einfach zu "Seine Frau". Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich da irgendwie entmenschlicht fühlt.
Also ich persönlich hab mich noch nie "entmenschlicht" gefühlt, wenn ich mitgehört habe, das mich jemand als "der Freund/Mann von XYZ" bezeichnet hat. Genau das bin ich doch auch.
Skabus hat geschrieben:Ich glaube also nicht, dass das "jedem" passiert. Ich kenne zumindest andersherum keine Situationen, wo der Mann als Anhängsel der Frau abgetan wird. Kennst du solche Situationen?
Die Sache ist ja die, das nicht so wirklich klar und deutlich wird, das genau das das Problem ist. Es ist ein wenig widersprüchlich und nicht so ganz nachvollziehbar was sie schreibt. Sie schreibt ja selbst, das sie eine Teilschuld an dieser Problematik hat. Was deutlich wird ist, das sie nicht den Ruhm oder die Anerkennung bekommen hat, die sie selbst für angemessen gehalten hat. Woran lag es? Ist es wirklich unmöglich, das es nicht an Sexismus lag?

Curry sagte ja, das sie nicht gerne Präsentationen hält und ihr Mann die ganze Öffentlichkeits-Sache auch viel besser mache. Mal ganz ehrlich: Ich bin auch kein guter Redner. Ich bin nicht (zumindest nicht mit 180km/h) auf den Kopf gefallen und habe auch so meine Ideen, aber ich bin nicht gut darin sie so zu formulieren, das andere schnell verstehen was ich meine. Daher würde ich in so einer Firma meine eigenen Ideen auf jeden Fall und immer von jemand Anderem präsentieren lassen. Ob intern oder extern. Das ist einfach so, und dagegen kann man nicht viel machen. Jeder ist anders.

Skabus hat geschrieben:Einfach mal öfter sagen: "Du bist toll!" und weniger "Du bist scheiße!" würde SEHR VIELE Menschen glücklicher machen.
Ja, das seh ich auch so. Das würde sowohl Frau als auch Mann glücklich machen. Es ist ja schließlich nicht so, das sich Männer untereinandern durchgehend auf die Schulter klopfen.
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Skabus
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Skabus »

Doc Angelo hat geschrieben:Also ich persönlich hab mich noch nie "entmenschlicht" gefühlt, wenn ich mitgehört habe, das mich jemand als "der Freund/Mann von XYZ" bezeichnet hat. Genau das bin ich doch auch.
Nagut, das ist dann Ansichtssache. Ich denke auch da liegt der Knackpunkt. Ich persönlich fühle mich davon auch nicht beleidigt, aber ich kann mir einfach gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich nicht gerne auf ihre Ehe/Partnerschaft reduzieren lassen wollen und gerne als eigenständige Person wahrgenommen werden möchten. Ist denke mal kein allzu abwegiger Wunsch? Unabhängig erstmal davon ob ich Ruhm und Berühmtheit will oder nicht.

Ob das hingegen nun ALLEIN der einzige Punkt ist, wage ich nicht zu beurteilen, es ist aber ein Punkt, der den Eindruck verstärkt, man ist eben nicht mehr als der "dazugehörige" Teil. So nach dem Motto: Naja ist ja ein erfolgreicher Mann, da gehört natürlich auch irgendeine Frau dazu.

Und wenn wir rein geschichtlich mal überlegen: Egal ob ein Mann oder eine Frau an der Spitze einer Regierung war, die Stellung des Mannes war halt einfach immer "besonders". Man hat die Machtstellung einer regierenden Frau zwar innerhalb des Mileus anerkannt aber eben nicht (gerne) nach außen getragen. Ausnahmen gab es, aber das sind wie der Name sagt "Ausnahmen".

Ich finde es halt befremdlich, dass wir immernoch solche Berührungsängst damit haben, dass Frauen Führungspositionen übernehmen. Ich wüsste nicht wie man sonst das Gekicher der jeweiligen Journalisten interpretieren soll? Welchen (harmlosen) Grund gäbe es da denn zu kichern? Mir fällt keiner ein...

Zugegeben, ich hab den Artikel nicht gelesen oder das Interview nicht gesehen. Aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass Jessica Curry sich sowas ausdenkt. Überinterpretiert vielleicht. Aber das ist eben der Punkt mit der Empathie: Es spielt keine Rolle, ob man es allgemeingültig als beleidigent gilt, sondern ob die entsprechende Person es in der Situation beleidigend bzw. herabwürdigend empfand. Ich denke jeder kennt das, dass man z.B. in der Partnerschaft nicht immer alles kapiert, was die Freundin oder der Freund beleidigend findet, aber man passt sich halt an. Das sollte in der Businesswelt, in der es eben auch Frauen gibt, ebenso machbar sein.
Doc Angelo hat geschrieben:Ist es wirklich unmöglich, das es nicht an Sexismus lag?
Selbstverständlich nicht. Ich würde es auch nicht direkt Sexismus nennen. Es ist eben die Art wie mit ihr umgegangen wurde. Ob aus sexistischen oder anderen Gründen spielt für mich weniger eine Rolle. Ich habe hier dem Bezug zur Frauenbenachteiligung nur gezogen, weil es meine persönliche Einschätzung ist, dass auf diese Weise meistens mit Frauen verfahren wird. Ich wollte keine Sexismus-Debatte beginnen, ich fand nur generell nicht gut wie sie laut ihren Schilderungen behandelt wurde. Wie gesagt, kann alles auch auf Missverständnissen basieren, aber offensichtlich wurden diese ja nicht aufgelöst, weshalb es ihr gutes Recht ist, diese auch als störend anzusprechen.

Ein Mann der in einem bestimmten Kreis zu Ruhm gekommen ist, wird ja generell, so mein Eindruck, als eigenständige unabhängige Person gesehen. Warum mal also bei Jessica Curry den Bezug zu ihrem Ehemann herstellen muss, ist für mich nicht wirklich schlüssig. Es gibt natürlich auch Frauen, die nur zu großem Ruhm gekommen sind, weil sie eben die Frauen berühmter Männer waren/sind. Wie etwa Yoko Ono, die ohne John Lennon sicher keinesfalls so bekannt wäre. Zwar war sie vorher in bestimmten Kreisen bekannt, ihre große Bekanntheit erlangte sie aber eben durch John Lennon.
Doc Angelo hat geschrieben:Curry sagte ja, das sie nicht gerne Präsentationen hält und ihr Mann die ganze Öffentlichkeits-Sache auch viel besser mache.
Das klingt für mich aber so, als würden nur öffentlichkeitswirksame Menschen als eigenständig erfolgreiche Menschen angesehen werden. Das ist aber nicht der Fall. Viele ranghohe Banker und Manager kennt kein Mensch, sind aber dennoch weitesgehend respektierte Menschen, eben weil sie etwas erreicht haben in ihrer Firma, ihrer Branche, etc.

Zu sagen, die reine Öffentlichkeitswirksamkeit mache ihren Mann zum "erfolgreicheren" Menschen, finde ich doch etwas seltsam. Ehre wem Ehre gebührt, heißt es doch. Company Director klingt für mich nicht wie ein Hausmeisterjob. Egal wie offentlichkeitsunwirksam diese Position sein mag. Dennoch hat sie wie jeder andere Mensch das Recht als solche Respektperson anerkannt zu werden. Ob ihr der Ruhm ausreicht oder nicht das mag ich nicht beurteilen, aber es ist halt ein Unterschied zwischen "Ruhm" ala John Romero oder eben einfach nur die Anerkennung als Respektperson. Denn es geht nicht immer nur um kindische Selbstdarstellung. Es ist wichtig, als Führungsperson respektiert zu werden. Wenn man überall nicht ernstgenommen wird, leidet auch die Arbeit mit Kollegenen und Untergebenen darunter. Das ist es ja eben, was es für Frauen schwierig macht in solche Positionen. Diese latente Abwehrhaltung, einer vorgesetzten Frau nicht den nötigen Respekt entgegenzubringen.

Natürlich kann es sein, dass Jessica Curry da irgendwas falsch interpretiert hat oder den Kontext missverstanden hat, das können eh nur die beteiligten Personen sicher wissen. Aber angenommen, die Situationen welche sie geschildert hat, entsprechen so der Wahrheit, kann ich ihrer Interpretation, dass sie als Führungsperson nicht ernstgenommen wird, nur zustimmen.

MfG Ska
CritsJumper
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von CritsJumper »

Skabus hat geschrieben: Ich persönlich empfinde es immer genau andersrum. Der "Marktwert" wenn man von so einem entmenschlichten Begriff sprechen möchte, liegt oft viel viel höher als man anhand der oft respektlosen Haltung vieler Spieler vermuten würde. Viele Entwickler leisten sehr stressige, kräftezehrende Arbeit, damit Spieler in ihrer Freizeit zocken können. Und dann werden sie oft beschimpft oder sogar mit Morddrohungen überhäuft, von Menschen, die eigtl. froh sein sollten, dass es Leute gibt, die ihnen ihre Freizeitbeschäftigung ermöglichen. Gerade wenn man richtig gut ist und eben nicht nur kleine unerfolgreiche Spiele macht, sondern große Prestige-Projekte macht, ist ein wenig Anerkennung und Respekt nicht zu viel verlangt.

Ich mag den Begriff auch nicht, sehe ihn aber als einen technischen Begriff, daher kann man ihn nicht "entmenschlichen", seine Benutzung oder der Versuch mit dessen Argument einen Zwang oder Druck aufzuerlegen kann natürlich ethisch fraglich sein. Das finde ich unter den Gesichtspunkten auch nicht gut.

Mit dem Marktwert meinte ich aber das Übergeordnete und den Alltag eines jeden von uns. Für mich ist es klar das wir als Individuen nur begrenzt etwas leisten können. In diesem Fall Komponisten und Künstler mal außen vor gelassen, obwohl ich denke das diese auch, allein in einer Raumstation eingeschlossen ohne das Leben auf der Erde weniger Kreative wären. Für mich ist das Lob einer Arbeit nicht immer direkt individuell adressierbar. Die Reporter, wie im Blog angedeutet und Menschen welche dies tun, sind einfach zu kurzsichtig.

Es gibt fast keine Arbeit die man verniedlichen sollte... wie "damit Spieler in ihrere Freizeit zocken können.". Das ist wichtig, das ist Kultur das ist Bereicherung. Wäre es das nicht müsste es erfunden werden und ohne diesen Job würde die Autorin eh etwas anders machen. Macht sie aber nicht. Die Publisher Seite ist auch eklig, bestimmt nicht einfach. Aber nun mal der Job der Publisher. Wer damit nicht zufrieden ist kann ja schauen das sich jenes Team bei der Bank Geld leiht und damit Entwickeln.
Wir leben leider in einer Welt, in der viele Menschen neidisch und missgünstig sind und darum ungerne Lob und Anerkennung verteilen, dafür aber immer gerne kräftig kritisieren, wenn jemand einen Fehler macht oder dergleichen. Einfach mal öfter sagen: "Du bist toll!" und weniger "Du bist scheiße!" würde SEHR VIELE Menschen glücklicher machen :)
Ja, ich finde das auch nicht gut. Ein Lob ist auch immer wichtig, oder nach getaner Arbeit das man darauf stolz zurück blickt und auch mal feiert. Aber es ist nicht so oft "Du bist scheiße!" denn das ist eine Beleidigung und sollte direkt vom Empfänger in die Spamkiste wandern. Kritiken äußern wir dauernd weil wir uns selber damit verbessern können. Es ist nicht angenehm aber sehr oft das was Arbeit aus macht. Arbeit ist ab einem Punkt immer lästig, nervend und belastend. Das liegt in dessen Natur.

Aber noch mal zur Spielebranche: Da ist das etwas besonders weil es kreative schaffende sind. Die könnten immer mehr und sind wahrscheinlich auch immer Unzufrieden oder unter Zeitdruck. Das kann ausarten wie bei dem Entwickler von Metal Gear Solid, dessen Team zwar gute Arbeit leistet und Kunst auch neu definierte doch da war ja auch Gelddruck im Spiel, Zeit auch und einige Dinge haben es wohl auch nicht ins Spiel geschafft. Vom Arbeitsklima haben wir ja schon genug gelesen. Wichtig ist aber auch das man sich das Arbeitsklima selber schafft. Doch welches Klima das beste ist? Ich stelle einfach für mich fest das die Menschen da unterschiedlich sind. Mal ein freies ungezwungenes bevorzugen und mal eine strengeres wie beim Militär oder Leistungssport.

Freundlich ist ein Bonuspunkt, Menschlich sollte man aber auf jeden Fall bleiben.
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Skabus
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Skabus »

ChrisJumper hat geschrieben:Ich mag den Begriff auch nicht, sehe ihn aber als einen technischen Begriff, daher kann man ihn nicht "entmenschlichen", seine Benutzung oder der Versuch mit dessen Argument einen Zwang oder Druck aufzuerlegen kann natürlich ethisch fraglich sein. Das finde ich unter den Gesichtspunkten auch nicht gut.
Oh da war ein Schreibfehler. Es sollte "entmenschlichenden" heißen. Gemeint war: Einen Menschen auf seinen Marktwert zu reduzieren ist eben entmenschlichend. Sicher hast du das nicht gemeint, ich habe aber den Eindruck, dass viele Menschen der Ansicht sind, dass man eher einem Menschen mit "hohem" Marktwert Rechte zugesteht, als Menschen mit geringem Marktwert. Auch der Manager eines Aldi irgendwo in einem unbekannten Kaff hat einen gewissen Respekt aufgrund seiner Position verdient. Es spielt aus meiner Sicht keine Rolle ob man berühmt ist oder nicht. Als Mensch sollten wir jeden Menschen wahrnehmen, nicht nur die markttechnisch "wertvolleren".
ChrisJumper hat geschrieben: Es gibt fast keine Arbeit die man verniedlichen sollte... wie "damit Spieler in ihrere Freizeit zocken können.". Das ist wichtig, das ist Kultur das ist Bereicherung.
Ich wollte damit nicht die Spieler oder die Spielebranche an sich "herabwürdigen". Keineswegs. Ich wollte damit nur die Verbindung zwischen Entwickler und Spieler herstellen. Der Kunde ist ebenso wenig Kaufsklave wie der Entwickler Produktionssklave ist. Beide Parteien haben sicher ihre Rechte und Pflichten und ihre Rolle innerhalb des Marktes. Ich bezog mich nur auf die negative Entwicklung der letzten Jahre. Entwickler werden oft einfach mal durch die Bank als Idioten, Nichtskönner, absolute Versager oder dergleichen hingestellt. Auch von Journalisten. Selbst hier auf 4P gabs hin und wieder Formulierungen, wo ich mir gedacht habe, dass ein wenig mehr Respekt vor der Arbeit der Entwickler nicht schlecht wäre. Klar, man kann gerne etwas bissiger schreiben und etwa sagen: "Da haben die Entwickler anscheinend gepennt!" aber das sollte nicht soweit gehen, dass man den Entwicklern ihre generelle Qualifikation abspricht. Ich attestiere einem Journalisten auch nicht generell Job-Untauglichkeit, weil er auch mal Rechtschreibfehler in seinem Text hat.(Auch wenns Leute gibt, die so drauf sind, aber anderes Thema) Es erscheint mir aber so, als wäre die Kommunikation zwischen Kunden und Entwickler irgendwie in diese respektlose Richtung abgedriftet und das finde ich ziemlich besorgniserregend.

Selbstverständlich hat ein Entwickler immer die Pflicht und den Anspruch ein fehlerfreies Produkt auf den Markt zu bringen. Wenn das mal nicht so klappt, ist er deswegen kein Versager oder ein Idiot. Tatsächlich gibts viele Gründe, warum ein Spiel technisch und/oder spielerisch unausgewogen ist. Der reine Beruf des Entwicklers ist aber nicht direkt mit der subjektiv empfundenen Qualität des Spiels zu korrelieren. Sprich: Das Spiel kann absolute Grütze sein und trotzdem saß ein (sehr) gut ausgebildeter Akademiker, der viel Zeit und Mühe investiert hat um sein Handwerk zu erlernen, an dem Projekt. Jemand der es dann auch noch in Führungspositionen geschafft hat, hat sogar noch mehr geleistet. Er hat sowohl seine fachliche als auch überfachliche Kompetenz gemehrt und übernimmt zudem viel Verantwortung.

Was ich sagen will: Spieler sollten sich dessen bewusst sein, dass (größtenteils) hochqualifizierte Menschen nötig sind um ein Produkt in der Qualität von z.B. "Everybody's Gone to Rapture" zu fertigen. Egal ob man Komponist, 2D/3D-Artist, Programmierer, Autor oder GameDesigner ist.

Es muss also eine Grundbasis an Respekt gegenüber diesen Menschen existieren. Über das normale Maß des generellen menschenwürdigen Respekts hinaus. Sowohl untereinander, als auch mit fachfremden Kollegen aber auch mit Kunden und Journalisten. Der Respekt muss da sein und dazu gehört auch anzuerkennen, dass jemand eine Führungsposition bekleidet oder Teil des Entwicklerteams war/ist. Das wird man nicht einfach so, sondern da steckt viel Arbeit, Zeit und Mühe dahinter. Wenn es diesen gemeinsamen Respekt nicht gibt, dann läuft irgendwas schief, denn dann werden Menschen unglücklich. Und jeder darf dreimal raten, ob unglückliche Menschen, gute Spiele produzieren können. SPOILER: Nein! Obwohl...höchstens unglückliche und trotzdem produktive Menschen. Aber wer unglücklich ist, der ist meistens auch weniger produktiv. Aber ich hoffe, es ist klar, was ich meine.

Wollte dir im übrigen nicht wiedersprechen, nur kleine Verständnisprobleme aus dem Weg räumen :)

Ansonsten: Schöner Beitrag :)

MfG Ska
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Doc Angelo »

Fun fact: Für mich war es in dieser News eine Überraschung zu hören, das sie nicht der alleinige Kopf der Firma ist. Nach dem Durchspielen von Dear Esther hatte ich eine News gelesen, die so ungefähr lautete: "Jessica Curry und ihre Firma arbeiten schon an einem neuen Titel!" An dieser Formulierung ist absolut nichts falsch. Aufgrund vom guten alten Halbwissen ging ich davon aus, das "ihre Firma" bedeutet, das sie alleiniger Chef wäre. So isses manchmal. :D
Skabus hat geschrieben:Company Director klingt für mich nicht wie ein Hausmeisterjob.
Das ist ja das kuriose daran: Sie bleibt weiterhin Company Director ihrer Spiele-Schmiede. Trotzdem zieht sie sich "sort of" aus dem Spiele-Sektor zurück. Was genau sich ändert, bleibt im Dunkeln. Wenn man sich mal die Credits der bisherigen Spiele anschaut, dann fällt einem auf, das immer mehr zusammengerafft wurde. Bei Dear Esther sind es noch typische Credits. Jeder wird für das genannt, was er gemacht hat. Bei A Machine for Pigs wird der grundlegende Fachbereich genannt. Schon weniger spezifisch, und mehr Teamorientiert. Bei Everybody's Gone to the Rapture ist einfach das gesamte Team als eine einzige Einheit genannt. Diese Angaben sind übrigens eine Entscheidung der gesamten Firma selbst - das heißt das alle einverstanden waren, das die Credits so aussehen sollen. Es ist sogar nach dem Alphabet sortiert. Ich finds gut. In einem Team strengen sich alle an, mal mehr mal weniger. Mal mit großem Effekt, mal mit kleinen Auswirkungen. Am Ergebnis sind am Ende alle beteiligt. Das spiegelt sich für mich in den Credits wieder.

Fakt ist: Wer mehr Anerkennung möchte, muss auch ein wenig an die Öffentlichkeit gehen und dort selbstbewusst einfordern. Ob das jetzt Firmen-intern ist oder publikumswirksam nach außen. Ist - wie gesagt - nicht jedermanns/-fraus sache. Sie sagt aber, das sie nicht "egoistisch erscheinen mag", und daher nicht darauf bestanden hat, das speziell ihre Ideen und Beiträge in der Öffentlichkeit auch als solche gekennzeichnet werden.
Jessica Curry hat geschrieben:I’ve realized that the only way I’m going to get credit for the work that I do is if I take a step away from Dan.
Vielleicht war die Idee des "Team-Credits" doch nicht die Richtige für sie. Jeder wie er mag. Es ist keineswegs falsch für seine Arbeit Respekt zu fordern. Ich wünsch ihr viel Erfolg und gute Besserung.
Baralin
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Re: Everybody's Gone to the Rapture: Company Director und Komponistin Jessica Curry zieht sich zurück, u.a. aufgrund "ve

Beitrag von Baralin »

Klingt, als ob da viel zusammenkam. Ich glaube auch nicht, dass Spiele entwickeln Kinderfasching ist. Falls Frauen in der Spielebranche nicht dieselben Chancen hätten (?), fände ich das schade. Ansonsten gute Besserung für die Dame.