Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
1. in australien sind solche debatten genauso natürlich wie hier. die haben dort wahrscheinlich einen noch strengeren jugendschutz.
in russland wurde diese szene aus politischen gründen entfernt.
Jetzt hast du nur das wiedergegeben, was mal als Newsleser sowieso schon kennt. Wie sieht es denn in anderen Ländern aus? Österreich? Schweiz? Balkanstaaten? Etc. Aber es war sowieso eher eine rhetorische Frage.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
2. die kritik geht vorallem dahin, daß die meisten spieler eben doch nur positionen vertreten, die ihnen selber am besten genutzt haben, statt wirklich hinter der meiung der kunstfreiheit zu stehen. wo ist das also schwarz und weiß? ich beschwere mich ja sogar eher, daß das gegenteil der fall ist.
würden wir klare fronten ziehen, dann hätten wir es deutlich einfacher.
Ich versuche es nochmal, diesmal auch ausführlich. Es gibt keine Kunstfreiheit, wie du sie gerne hättest. Eine absolute Freiheit der Kunst hat es auch nie gegeben und wird es nicht geben. Das hat zum einen damit zu tun, dass wir in Gesellschaften leben. Wenn mehrere Menschen auf einem Haufen leben, müssen Komppromisse geschlossen und eingehalten werden. Das heißt nicht, dass man sie nicht hier und da brechen kann. Im großen und Ganzen werden diese aber eingehalten. Deshalb gibt es unter anderem Gesetze, die das gesellschaftliche Leben regulieren. Unter anderem den bereits von mir zitierten §131 StGB: Gewalt
darstellung (schriftliche oder visuelle Darstellung). Im 2. Absatz heit es dann:
Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.
Warum also beharrst du auf deiner utopischen Vorstellung? Sie ist einfach nicht umsetzbar (aus oben genannten gesellschaftlichen Gründen) und von daher obsolet.
Mit der schwarz/weiß-Thematik hatte ich eher dich angesprochen, da du es gerne so hättest. Es gibt aber nunmal sehr viele Grauzonen. Da braucht man sich nicht mal bewusst wie die Fahne im Wind drehen.
Und natürlich wären klare Fronten einfacher, aber bei einer Masse an "Möchtegern-Individuen" (das bezieht sich nicht an eine Person hier im Forum, sondern auf die Allgemeinheit bezogen) gerichtet ebenso wenig umsetzbar.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
schön, daß du aber nicht bereit bist, dich damit kritisch auseinander zu setzen.
Nur weil ich deine Meinung nicht teile, setze ich mich mit dem Thema nicht kritisch auseinandner? Wenn du meine Posts in diesem Forum verfolgt hättest, würdest du wohl anders denken. Aber hey, ich will dir nicht zuviel "arbeit" zumuten. :wink:
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
3. bei dem punkt hast du wohl den kontext nicht verstanden. les gefälligst, worauf sich das bezogen hat und unterstell mir hier keine verallgemeinerungen.
Was ist denn nun 3.? Worauf bezieht sich das? Ich tippe einfach mal darauf, dass du diesen Abschnitt meinst, auf den ich etwas sarkastisch eingegangen bin.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:daran tragen wir spieler aber auch selber mit schuld, daß wir die leute auf so etwas nicht richtig vorbereitet haben. unsere killerspiel debatten wurden immer falsch geführt. selbst christian pfeiffer hatte für uns einige sehr unangenehme, auf die wir nie antworten gegeben haben. wie z.b. "warum müssen wir unbedingt etwas spielen, wo menschen erschossen werden? warum muss es so gewalttätig sein? warum nichts anderes?"
ich wusste die antwort immer, aber selbst unter spielern wurde ich dafür geächtet und angeprangert. killerspieler sind nunmal geil auf gewalt. sie wollen töten. ihnen macht es spaß, menschen zu erschiessen. ich finde ja auch spaß daran. nur statt diesen fakt ständig zu ignorieren hätte man gleich vernünftig erklären sollen, daß dieser gewalttrieb völlig natürlich ist und eben im richtigen kontext zu keinerlei schlimmen konsequenzen führt. das hat man immer versäumt und jetzt dürfen wir eine weitere killerspiel debatte fürchten, wo ich nicht mehr sicher bin, ob die spieler wirklich noch als die einheit hinter spielen als kunstform stehen werden, wie wir es bisher gemacht haben.
zumindest, wenn ich diese diskussionen so betrachte, glaube ich nicht, daß wir noch einen gemeinsamen nenner haben, mit dem wir gegen die politik argumentieren können.
Jetzt mal etwas ernster: bei der Gewalt bin ich noch bei dir. Ich glaube ebenfalls, dass es ein Trieb ist, den wir in uns haben und den wir gelernt haben/lernen mussten zu unterdrücken. Bei dem Tötungstrieb bin ich aber schon wieder weit davon entfernt.
Nun zu meiner sarkastischen Bemerkung: allein die Tatsache, dass dein erster Satz wie eine "Erleuchtung" klingt, die du hattest, fand ich zum schießen. Dann schreibst du, Killerspieler sind geil auf Gewalt, andererseits ist der Gewalttrieb völlig natürlich. Was denn nun? Wenn er natürlich wäre, hätten ihn alle Menschen. Und mal ganz ehrlich, wenn du Pfeiffer damit konfrontiert hättest, stünden bei allen Killerspielern die Polizei auf der Matte. Dann wären die nämlich eine Gefahr für die Menschheit, wenn man ihnen das Hobby wegnehmen würde. Präventivmaßnahmen und so.
Nächster Punkt die Homogenität der Spieler: was du der Einfachheit halber gerne hättest, hat es auch nie gegeben. Einige, wahrscheinlich sogar recht viele, ticken schon länger so und sie wurden nicht erst durch die Diskussion dazu gebracht, so zu denken. Vielleicht hat IW ihnen diesbezüglich die Augen geöffnet, who knows? Aber im Grunde ihres Herzens wussten sie es schon immer. *sülz Ende*
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
mit mündigkeit habe ich vorallem andeuten wollen, daß viele hier einfach nur das denken derer adaptiert haben, die wir bislang immer als zu voreingenommen kritisiert hatten.
ich kann z.b. keinen günter beckstein kritisieren, wenn ich bei einem anderen thema in das selbe horn blase wie er. ich muss überall beweisen können, daß ich offen und frei mit jedem thema umgehen kann, vorallem dann wenn ich mich nicht damit auskenne.
kann ich das nicht ist es wohl der fall, daß ich mir irgendwo selber mal etwas vergelogen habe und in einer sache gewaltig geirrt haben muss.
Ist deine Meinung, wenn du sie dir einmal gebildet hast, in Stein gemeißelt un unabänderbar? Dann bist du aber wenig flexibel.
Und warum kann ich Beckstein nicht kritisieren, wenn ich in einem Punkt eine vielleicht ähnliche Meinung habe? Da bist du schon wieder bei deinem schwarz/weiß-Bild: Entweder ich bin dafür oder dagegen, was anderes gibt es für dich nicht. Nur ein Beispiel: Nur weil ich ihm in Puncto Bildung zustimme, muss dsa nicht für Computerspiele ebenso gelten. Ich kann sogar einen Teil seiner Meinung zum Thema Spiele teilen und in anderen Punkten widersprechen (auch nur ein Beispiel). Das geht! Wirklich!!
Btw: Sprache ist nie eindeutig. Die Bedeutung, die du von dir gibst, kommt oft nicht so bei dem Gegenüber an, wie du es gemeint hast. Aber darauf möchte ich jetzt nicht unbedingt weiter eingehen. Wollte es nur anmerken, weil du dein Post doch einen leicht aggressiven Unterton hatte.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:ich frage also nicht, warum du so etwas nicht spielen sollst, sondern eher warum es dir und anderen offensichtlich spaß bereitet menschen zu töten? darstellung
Ich glauber nicht, dass es um den Akt des Tötens geht, sondern um das weiterkommen im Spiel. Denn es ist ja oft so, dass die gegnerischen NPCs (oder auch menschliche Spieler) mich als Spieler daran hindern wollen. Es gibt ja oft nur dieses Mittel, um meinen Fortbestand im Spiel zu sichern. Das Gewalt dabei auch eine Rolle spielt, bestreite ich ja nicht. Aber ich gehe nicht mit der Intention ins Spiel Gegner zu töten, sondern im Spiel voran zu kommen. Manchmal heiligt ja der Zweck die Mittel. :wink:
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:wieso identifikation? man sieht doch fast nie wie man aussieht und was man spielt. also gerade im multiplayer komme ich mir weniger vor, wie ein mensch, sondern eher wie ein bewegendes etwas mit ner knarre vor der fresse. ich sehe keinen grund oder beweis dafür, daß man sich im multiplayer mit einer spielfigur identifiziert.
wenn das prinzip leben & tod so entscheidend wäre, müssten dann nicht schwierige spiele eher im trend liegen? lieber eine packende militär-simulation, wo man bei dem kleinsten fehler von vorne anfangen muss, als massenvernichtungs gespraye ala call of duty?
alsi ich sehe im mainstream wenig leben sondern eher tot. aufregend und spannend ist call of duty im gameplay überhaupt nicht, weil man sowieso weiß das man es schaffen wird und im falle eines ablebens fast überhaupt nicht bestraft wird.
was bleibt also noch, was an dem spiel reizt? action und gewalt.
Ich glaube die Identifikation war etwas anders gemeint: Du nimmst die Spielfigur als deine Spielfigur wahr. Und wenn sie abgeknallt wurde ärgerst du dich, weil du "verloren" hast. Das wäre zumindest meine Interpretation.
Noch ein Satz zu schwierigen Spielen: ich denke, die einfacheren Spiele sind beliebter, weil sie ein sofortiges Feedback geben. Mouse gedrückt, ein Pixelhaufen in Form einer Patrone fliegt, Gegner fällt um. Schnell, einfach, unkompliziert und sofortiges Erfolgserlebnis. Die kurzen Handlungsketten können ein möglicher Grund für die Beliebtheit sein. Lange einarbeiten muss man sich schon im Leben genug. :wink:
RosaElfe hat geschrieben:Ja, ich sehe da große Unterschiede. Ich habe kein Problem damit, auf die Combine zu feuern. Oder auf Zombies. Oder wenn entsprechende Halsabschneider beim Witcher oder Gothic es auf deinen Hals abgesehen hatten.
Ich habe aber Probleme damit, im Spiel russische Flughafenbesucher zu massakrieren. Ebensowenig will ich ein Konzentrationslager verwalten, auf arabische (oder sonstwelche) Kinder feuern oder andere Greueltaten begehen. Auch nicht virtuell.
Ich teile deine Meinung. Aber mich würde mal folgendes Szenario interessieren: ein Spiel, das in Afrika spielt und man muss in einer (oder mehreren) Mission(en) gegen Gegner in Form von Kindersoldaten spielen. Also schon reales Szenario. Mich würden die Reaktionen diesbezüglich mal interessieren. Natürlich müsste das Thema mit dem nötigen Fingerspitzengefühl angepackt werden, kein dumpfes "Metzel Kindersoldaten nieder, bis du das Ende des Levels erreicht hast".