Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung mit "bisher größtem Anschlag in einer Schule"

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Usul
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Usul »

Temeter  hat geschrieben:Es ist respektlos zu behaupten, es gebe biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Meine Güte, sind wir jetzt in der Tumblersphere gelandet? :Blauesauge:
Respekt und Zurückhaltung zeigen sich meiner Meinung nach vor allem in der Ausdrucksweise... wenn du mit Worten wie Schwachsinn und Bullshit um dich wirfst, zeugt das nicht von einer respektvollen Ausdrucksweise - vor allem angesichts der Tatsache, daß du damit den einen oder anderen hier ganz direkt triffst.
Oder solltest du am Ende etwas völlig anderes gemeint haben, als du Respekt und Zurückhaltung angemahnt hast?
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Temeter 
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Usul hat geschrieben:Respekt und Zurückhaltung zeigen sich meiner Meinung nach vor allem in der Ausdrucksweise... wenn du mit Worten wie Schwachsinn und Bullshit um dich wirfst, zeugt das nicht von einer respektvollen Ausdrucksweise - vor allem angesichts der Tatsache, daß du damit den einen oder anderen hier ganz direkt triffst.
Oder solltest du am Ende etwas völlig anderes gemeint haben, als du Respekt und Zurückhaltung angemahnt hast?
Oder interpretierst du einfach nur Negativität in meine Worte, wo es keine gibt? Nicht sehr nett, wo wir gerade vom Respektablem sprechen.

Das mal beiseite, die Kommentare zielten auf Extremfälle ab, und nichts in diesem Thread träfe darauf zu. Deswegen habe ich starke Wörter genutzt.
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crewmate
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von crewmate »

http://techraptor.net/content/interview-daniel-vavra

Daniel Vávra zur Situation. Entwickler hinter "Kingdome Come". Aufgewachsen hinter dem eisernen Vorhang.
Nanimonai
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Nanimonai »

Temeter  hat geschrieben: Und irgendwann muss man mal darauf hinweisen, dass jemand nur unbestimmten Crap am Band ablässt, und dafür von einigen Leuten als Held gefeiert wird, weil sich jeder seine Meinung da reindenken kann.
Euphemistisch auch 'zum Denken anregen', eine übliche Taktik, sich die eigentliche Arbeit zu sparen.
Ganz viel hängt glaube ich mit der Voraussetzung der Rezeption zusammen. Mit welchem Gefühl, mit welcher Einstellung geht man an die Sache ran? Mit welchen Augen werden Artikel und Kommentare von Sarkeesian gelesen bzw. geschaut und was wird in ihre Aussagen von Seite des Rezipienten interpretiert?

Über Sarkeesian und ihre Arbeit wird in Gamerkreisen nur ganz wenig objektiv gesprochen, der Diskurs ist geprägt von Emotionalität und Vorurteilen.
Das ist in Gamerkreisen fast schon so wie ein Beißreflex, wenn es um ihr Hobby geht. Man kann das auch niemanden verübeln, schließlich haben Medien wie Frontal24 etc. uns jahrelang dahin erzogen, dass Kommentare von "außen" eigentlich immer negativ zu werten sind und wir als Spieler standardmäßig eine Schutzhaltung einnehmen.

Wenn wir aber mal ganz ernsthaft versuchen, objektiv und vor allem losgelöst von dem Grundgefühl "Da will wieder eine etwas gegen Gamer sagen" (oder im Falle Sexismus "Da will wieder eine etwas gegen Männer sagen") diese Videos zu betrachten und ihre Worte Zeile für Zeile offen und wohlwollend zu verstehen, wird sich ein anderes Bild ergeben. Da bin ich mir ziemlich sicher. Denn nüchtern betrachtet redet sie deutlich weniger Scheiße als die meisten ihr ankreiden.
johndoe553505
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von johndoe553505 »

Schinken
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Temeter 
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Nanimonai hat geschrieben:Ganz viel hängt glaube ich mit der Voraussetzung der Rezeption zusammen. Mit welchem Gefühl, mit welcher Einstellung geht man an die Sache ran? Mit welchen Augen werden Artikel und Kommentare von Sarkeesian gelesen bzw. geschaut und was wird in ihre Aussagen von Seite des Rezipienten interpretiert?

Über Sarkeesian und ihre Arbeit wird in Gamerkreisen nur ganz wenig objektiv gesprochen, der Diskurs ist geprägt von Emotionalität und Vorurteilen.
Das ist in Gamerkreisen fast schon so wie ein Beißreflex, wenn es um ihr Hobby geht. Man kann das auch niemanden verübeln, schließlich haben Medien wie Frontal24 etc. uns jahrelang dahin erzogen, dass Kommentare von "außen" eigentlich immer negativ zu werten sind und wir als Spieler standardmäßig eine Schutzhaltung einnehmen.

Wenn wir aber mal ganz ernsthaft versuchen, objektiv und vor allem losgelöst von dem Grundgefühl "Da will wieder eine etwas gegen Gamer sagen" (oder im Falle Sexismus "Da will wieder eine etwas gegen Männer sagen") diese Videos zu betrachten und ihre Worte Zeile für Zeile offen und wohlwollend zu verstehen, wird sich ein anderes Bild ergeben. Da bin ich mir ziemlich sicher. Denn nüchtern betrachtet redet sie deutlich weniger Scheiße als die meisten ihr ankreiden.
Ich bin mir der Einstellung bewusst, von der du hier schreibst. Deswegen habe ich speziell versucht, mich dem Video gegenüber so offen wie möglich zu geben. Da kam halt volgendes raus: Teils sogar interessante Perspektive auf reale Probleme, aber wenig schlüssige Analysen und deswegen auch unzufriedenstellende Schlussfolgerungen. So gut wie keine Argumentationsketten, wie man denn nun überhaupt zu der Perspektive gelangte.

In einem anderen gravierenden Punkt widerspreche ich dir aber: Viele Spieler, Entwickler, und Journalisten haben sich die Videos tatsächlich zu Herzen genommen und für sie argumentiert. Saarkesian oder MCIntosh waren schließlich kaum involviert, durch die beiden wäre kein Dialog entstanden, das Thema wäre wieder schnell untergegangen. Es gab also keineswegs so einen generellen Beißeffekt.
Und Spiele wie Beyond Good and Evil werden sowieso immer gerne zitiert, genauso wie die miesen Stories und Charachtere in unzähligen Spielen. Selbstkritik gab es schon lange.

Die Sichtweise als rein provokatives Material habe ich wegen der üblichen Trotzreaktion deswegen gezielt vermieden, und mir Meinung eher spät über das Werk gebildet. Aber die vielen Streitereien, kombiniert mit dem fehlen jeglicher Wertschöpfung aus dem Video, führten mich lediglich zu der Perspektive.
Bei soviel Aufmerksamkeit sollte man doch erwarten können, jemand könnte zum Beispiel intuitive Regeln erstellen, wie mit den grundlegenden, erwähnten Problemen umgegangen werden soll. Aber Fehlanzeige, fast alle Befürwörter scheinen komplexere Argumentationen aufstellen zu müssen, als es im Video jemals getan wird. Selbst dann kommt selten etwas schlüssige raus.
Im Endeffekt haben sich lediglich Fronten gebildet, die vorher nicht mal da waren, und gelernt haben wir so ziemlich nichts. Frauen in und um Spiele sind in der Tat ein wichtiges Thema in einer immer noch von Männern dominierten Branche, nur hat so ein Werk wenig geholfen.

Btw, zum Verständnis. Schau dir mal den Twitter-Account des Autors an. Zu so viel Wut und teils sogar Gehässigkeit muss man es erstmal bringen. Deswegen gehe ich auch davon aus, die provokative Art war vollkomen beabsichtigt.
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Temeter  hat geschrieben:Hier wird nichts von Saarkesian hinterfragt, sie analysiert nichts, sie geht auch keine mutigen und unübliche Schritte.
Da würde ich übrigens weitgehend zustimmen. Ihre Analyse besteht im Wesentlichen aus "stating the obvious", ansonsten zieht sich eine gewisse Oberflächlichkeit durch ihre gesamte Arbeit. Sie betreibt tatsächlich ausschließlich Oberflächenanalysen, sammelt, ordnet, typologisiert auf der rein äußerlichen Erscheinungsebene etc., ohne detailliert auf die Beispiele einzugehen, Kontexte mitzuliefern oder gar die gesellschaftlichen Wurzeln anzusprechen. Sie greift interessante Diskursstränge auf, nennt einige Beispiele und lässt sie dann relativ schnell gleich wieder fallen. Das alles tut sie, ohne das dezidiert-feministische Denkparadigma je zu verlassen. Man muss bei ihren Videos immer im Hinterkopf behalten, dass sie eine Denkschulen-Lobbyistin ist und beim diskursiven Tauziehen nur für ein bestimmtes Team arbeitet. Sporadisch wirft sie dann mal ein paar Kriminalstatistiken (z.B. Vergewaltigungen) ein, was durch diesen plötzlichen Schwenk von Medieninput zu realem Gewaltoutput allerdings plump und unbeholfen wirkt. Durch diese Unmittelbarkeit der implizierten Wirkzusammenhänge sicher auch etwas zu billig auf Reflexe/Affekte setzend. Da nimmt sie mMn auch den Leser/Zuhörer nicht richtig mit (bzw. nimmt diesen nicht 100% für voll).

Normalerweise wäre mir dieses "statin' the obvious" zu wenig. Deutlich zu wenig. Nun ist es aber leider so, dass ihre Kern-Resultate (mal vom ideologischen Füllmaterial losgedacht) für gar nicht wenige überhaupt nicht "obvious" sind. Oder sie halten den Diskussionsort Videospiele überhaupt nicht für derartige Betrachtungen geeignet. Oder sie hängen sich unentwegt an der Person auf. Oder sie blenden über die (in Teilen ja vollauf berechtigte) Methodenkritik, auf die sie sich versteifen, den inhaltlichen Kern fast vollständig aus. Und dann komme ich bei aller Kritik dann doch wieder schnell an den Punkt, an dem ihre Arbeit wieder relevant wird. Ab dieser Stelle kann man inhaltlich im Wesentlichen auf zwei Arten argumentieren:

Einmal kann man ihre Funktion als Impulsgeber und Türöffner betonen. Dass sie überhaupt mal ein kritisches geschlechterpolitisches Thema auf die Agenda der Öffentlichkeit bringt, mit dem man sich nun wohl oder übel beschäftigen muss. Etwas, das man lernen muss, das vielleicht auch ein Zeichen für das Erwachsenwerden eines noch recht jungen Mediums ist. Nämlich etwas, das man liebt, in Teilen auch offen zu kritisieren - und das als bereichernd (nicht bedrohend) zu empfinden. Hier wäre ich übrigens argumentativ zu Hause. Ich halte Sarkeesian für vollkommen ungeeignet, dieses Thema mit einer gewissen Tiefe, Qualität und Eigenständigkeit zu beackern, aber sie ist eine vortreffliche Marktschreierin für ein Anliegen, das ich allemal für wichtig und diskutierenswert halte. Zu mehr ist sie - gerade in ihrer selbstgewählten Position - nicht in der Lage, daher nehme ich diesen Spatz in der Hand gerne mit.

Auf der anderen Seite kann man dann das typische "Bärendienst-Argument" fahren, wie das auch in der (imho ganz schwachen) 4P-Kolumne mit musterhafter Destruktivität durchexerziert wird: Es gäbe eine "An-und-für-sich-gute-Sache" (Feminismus, Frauen in Videospielen als generelles Thema), der Sarkeesian mit ihrer mediengeilen, penetranten und unwissenschaftlichen Herangehensweise aber massiven öffentlichen Schaden zufügen würde. Der Hauptvorwurf: Sie politisiert und ideologisiert krampfhaft einen "qua natura" unpolitischen Unschuldsraum zum Zweck reiner Selbstdarstellung und erzielt damit letztlich nur eine konfrontative Abschreckungswirkung. Zum einen ist das vorschnell und in unnötiger Weise, nämlich das Resultat vorweggreifend, final gedacht. Ob die Debatte Computerspielen und dem dazugehörigen Journalismus gut getan haben wird, sehen wir mal in 10 Jahren. Ihre Anknüpfungspunkte sind dermaßen mannigfaltig und einladend, dass Stand von heute =! Stand der Zukunft ist. Zum anderen degradiert das Bärendienst-Argument Sarkeesian zu einer Art demagogischem Spiele-Sarrazin, und das ist bei aller berechtigten Kritik an Teilaspekten ihrer Arbeitsweise dann doch etwas too much. Zu guter Letzt ist es natürlich immer Quatsch, dass Spiele nicht auch eine politisch-gesellschaftliche Dimension haben und unter diesen speziellen Vorzeichen untersucht werden können. Da bauen sich dann auch rasch Berührungsängste auf, die ich nicht verstehe.

Und bevor ich jetzt hier weiter einen halbtoten Thread sinnlos vollschwalle (ach ja, Ferien sind was Schönes :Häschen: ) und vollends den Faden verliere, beende ich das mal und glaube außerdem, dass wir da in vielen Fragen wahrscheinlich gar nicht so weit auseinanderliegen dürften. Du wohl eher auf der "Bärendienst-Seite", ich wohl eher auf der "Impulsgeber-Seite". Deinen "Vorwurf", dass ich sozusagen ein Repräsentant der optimistischeren Seite dieses ganzen Anita-Boheis bin, den man indes auch düsterer und fatalistischer bewerten kann, den lasse ich also liebend gerne auf mir sitzen.
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Usul
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Usul »

crewmate hat geschrieben:http://techraptor.net/content/interview-daniel-vavra

Daniel Vávra zur Situation. Entwickler hinter "Kingdome Come". Aufgewachsen hinter dem eisernen Vorhang.
Danke, daß du es nicht "Interview" genannt hast, wie es auf der verlinkten Seite getan wird... denn es ist nichts weiter als eine Handvoll (teilweise unzusammenhängender) Fragen, die dem Mann die Möglichkeit geben, sich den Frust von der Seele zu reden. Für ihn sicher eine willkommene Gelegenheit, aus "journalistischer" Perspektive aber dann doch mehr als schwach...

Wie auch immer: Was ist also das Problem? Er beschwert z.B. sich darüber, daß manche es tatsächlich gewagt haben zu fragen, warum es bei Kingdom Come keine nicht-weißen Charaktere gibt. Das Problem an der Frage ist nicht die Frage an sich, sondern die Reaktionen, die daraufhin aufbrausten.

Mir fehlt sowohl die Zeit als auch die Lust, alle geleisteten Beiträge zu dem Thema zu lesen, deswegen verweise ich lediglich auf die Person, die besonders im Zentrum der Sache stand:

http://medievalpoc.tumblr.com/search/Ki ... eliverance

Das Problem an der Sache ist, und das sieht man an JEDER Sarkeesian-Nachricht und auch an den Reaktionen auf Frau Wus Behauptungen:
Während die eine Seite gesittet Kritik übt - und hoffentlich sind wir nicht so weit zu sagen, daß man keine Kritik üben darf -, reagiert die andere Seite so gut wie immer unsachlich darauf und beginnt einen Kreislauf der Unterstellungen, Beleidigungen oder gar Drohungen, der sich immer weiter hochschaukelt. Es ist dann nicht von der Hand zu weisen, daß die erste erwähnte Seite von diesem Kreislauf ebenfalls mitgerissen wird... aber wir sollten hier die Kausalkette nicht aus dem Auge verlieren.

In anderen Worten: Wenn jemand die Frage stellt, ob farbige Charaktere in einem Spiel vorkommen, und bei einer durchaus lapidaren Antwort dann einen (angenommenen) Experten fragt, ob das auch historisch nachvollziehbar ist... und dieser (angenommen) Experte darauf ausführlich antwortet... so ist es NICHT in Ordnung, wenn das übliche Geschwätz von social justice warriors, political correctness bullshit udgl. losbricht.
Und ganz gleich, ob Sarkeesian nun das Offensichtliche anspricht, wie es der Lord eben dargelegt hat, oder wissenschaftlich nicht mal im Ansatz an die Wünsche der Rezipienten herankommt: Nichts dergleichen rechtfertigt die heftigen Reaktionen auf das, was sie macht.
Genau das ist in meinen Augen der eigentliche Wert der ganzen Sache: Mir persönlich geht es nicht um den feministischen Ansatz bei Sarkeesian, dem sie ja nicht immer gerecht zu werden scheint, sondern um die Selbstentblößung vieler, vieler Spieler als degenerierte, frustrierte, reaktionäre, hasserfüllte Arschlöcher.

Das mag vielen natürlich schon bewußt sein, aber es ist bezeichnend, wenn diese Leute dann tatsächlich aus ihren Löchern kriechen und ihren geistigen Müll lesbar abladen. (Nicht nur bei Sarkeesian natürlich, sondern allgemein bei allem, was ihnen so unglaublich political correct vorkommt.)
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von 3nfant 7errible »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: Ihre Analyse besteht im Wesentlichen aus "stating the obvious",
Da ist nichts obvious. Du kannst auf ne Banane Apfel draufschreiben, es bleibt aber trotzdem noch eine Banane.
Und weil der Rest des Beitrags von diesem schon falschen Ansatz ausgeht, kann man sich den gleich sparen. Auch weil man mit solchen Erklärungen jegliche abscheuliche Ideologie und Propaganda rechtfertigen kann.

Usul hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:http://techraptor.net/content/interview-daniel-vavra

Daniel Vávra zur Situation. Entwickler hinter "Kingdome Come". Aufgewachsen hinter dem eisernen Vorhang.
Danke, daß du es nicht "Interview" genannt hast, wie es auf der verlinkten Seite getan wird... denn es ist nichts weiter als eine Handvoll (teilweise unzusammenhängender) Fragen, die dem Mann die Möglichkeit geben, sich den Frust von der Seele zu reden. Für ihn sicher eine willkommene Gelegenheit, aus "journalistischer" Perspektive aber dann doch mehr als schwach...
Wow... mach es noch offensichtlicher ^^
Jetzt ist das schon kein Interview mehr. Personen, die seit Jahren in der Branche arbeiten, mehr Erfahrung haben sollen nicht angehört werden. Aber die ganzen wirren Anschuldigungen von nobodys, die keinerlei Insight haben und die auch gerade ganz rein zufällig ihr erstes Spiel rausbringen und deshalb wohl auch jedes Fitzelchen öffentl. Wahrnehmung dankbar mitnehmen, den sollen wir unsere ganze Aufmerksamkeit schenken :Blauesauge:
Wo bleiben denn deine hohen Ansprüche, wenn eine Brianna Wu zb, die bis gestern noch kein Mensch kannte, einfach mal wild behauptet, dass die Branche voll von Sexismus ist? Und das entgegen jeglicher Erfahrungsberichte von wesentlich prominenteren Damen, die schon seit Dekaden dabei sind.
Wieso kritisierst du nicht, wenn die arme Felicia Day mal ins Internet furzt, dass sie die Strassenseite gewechselt hat, weil da 2 Schwarze standen und sie Angst hatte vergewaltigt zu werden? Ach nee, das wär ja rassistisch.... sie war am Flughafen und hat sofort den Heimatschutz alarmiert, weil da ein muslimisch aussehender Typ war. Ups sorry, schon wieder vertan, das wäre ja ebenfalls diskriminierend....nee, es waren ja einfach 2 Jungs, die Gamer-Shirts trugen. Da darf man ja sowas ruhig mal sagen....
Dämliche Angstpropaganda und Hexenjagd nennt man sowas

Während die eine Seite gesittet Kritik übt - und hoffentlich sind wir nicht so weit zu sagen, daß man keine Kritik üben darf -, reagiert die andere Seite so gut wie immer unsachlich darauf und beginnt einen Kreislauf der Unterstellungen, Beleidigungen oder gar Drohungen, der sich immer weiter hochschaukelt. Es ist dann nicht von der Hand zu weisen, daß die erste erwähnte Seite von diesem Kreislauf ebenfalls mitgerissen wird... aber wir sollten hier die Kausalkette nicht aus dem Auge verlieren.
Jap, dem würde ich eigentlich zustimmen. Du hast nur den Fehler gemacht, die beiden Seiten zu verwechseln



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Usul
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Usul »

Scipione hat geschrieben:Personen, die seit Jahren in der Branche arbeiten, mehr Erfahrung haben sollen nicht angehört werden.
Mußt du dich eigentlich anstrengen, Dinge in meine Beiträge hineinzulesen, die so nicht drinstehen, oder geht dir das intuitiv von der Hand?
Wo bitte habe ich gesagt, daß die Leute nicht angehört werden sollen? Ich übernehme die Antwort für dich: Nirgends.

Allerdings stehe ich dazu, daß ich das nicht als Interview betrachte... sondern einfach eine Reihe von Fragen, um eben dem Befragten die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äußern. Daß dabei nicht mal richtig auf die Antworten eingegangen wird, ist noch das geringste Übel.

Zu dem Rest deines Beitrages möchte ich nichts sagen... er ist es einfach nicht wert.
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Gast »

@ Scipione: Wer ist Felicia Day, bzw. was hat sie damit zu tun?
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Und bevor ich jetzt hier weiter einen halbtoten Thread sinnlos vollschwalle (ach ja, Ferien sind was Schönes :Häschen: ) und vollends den Faden verliere, beende ich das mal und glaube außerdem, dass wir da in vielen Fragen wahrscheinlich gar nicht so weit auseinanderliegen dürften. Du wohl eher auf der "Bärendienst-Seite", ich wohl eher auf der "Impulsgeber-Seite". Deinen "Vorwurf", dass ich sozusagen ein Repräsentant der optimistischeren Seite dieses ganzen Anita-Boheis bin, den man indes auch düsterer und fatalistischer bewerten kann, den lasse ich also liebend gerne auf mir sitzen.
Kann man so sehen. Allerdings versagen eine Menge Leute ziemlich offensichtlich dabei, die eigentliche Natur des Beitrags zu verstehen. 'Stating the obvious' mag teils stimmen, nur leider pickt sie sich mehr ein Einzelproblem, welches zu 90% durch Geschlecht von 80% der Spieler+Entwickler erklärt wird, und im Grunde nur Teil von viel generelleren Problemen ist.
Es gibt nicht nur den 'Bärendienst' oder 'Türöffner', sondern sehr viele Schattierungen dazwischen. Gerade im Kontext von den Gamergate-Zeugs dürfte wurde hier auch einiges an Schaden angerichtet.
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Nanimonai »

Temeter  hat geschrieben:nur leider pickt sie sich mehr ein Einzelproblem, welches zu 90% durch Geschlecht von 80% der Spieler+Entwickler erklärt wird
Damit machst Du es Dir zu leicht, denn Du pickst ja auch nur einen Aspekt heraus. Man müsste auch die Anschlussfragen klären. Warum kann es das Geschlecht erklären? Und warum ist dieses Geschlecht zu 80% vertreten? Da müsste man dann sämtliche biologischen, evolutionären, anthropologischen, soziologischen, psychischen, kulturellen, wie auch immer gearteten Aspekte berücksichtigen.
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von Temeter  »

Nanimonai hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:nur leider pickt sie sich mehr ein Einzelproblem, welches zu 90% durch Geschlecht von 80% der Spieler+Entwickler erklärt wird
Damit machst Du es Dir zu leicht, denn Du pickst ja auch nur einen Aspekt heraus. Man müsste auch die Anschlussfragen klären. Warum kann es das Geschlecht erklären? Und warum ist dieses Geschlecht zu 80% vertreten? Da müsste man dann sämtliche biologischen, evolutionären, anthropologischen, soziologischen, psychischen, kulturellen, wie auch immer gearteten Aspekte berücksichtigen.
So weit war das nicht gedacht, ich meinte die Vorherrschaft von spielbaren männlichen Figuren, wodurch die weiblichen Charachtere automatisch zu Seitencharachteren werden. Wäre die Spielebranche von Frauen dominiert, wäre es genau andersrum.

Der Witz ist ja, dass die meisten männlichen Charachtere genauso schlecht, wenn nicht sogar schlechter als die Weiblichen sind. Heutzutage dürfen die ja nicht mal mehr ein eigenes Gesicht haben, sondern müssen ein 08/15 Sheppard sein.
Was oft noch das geringste Problem ist. Falls du kein Problem mit Watchdogs-Spoilern hast, lohnt sich diese Kritik zum Spiel. Nette Analyse zum Mainchar und Ubis Motivation dahinter.
Und Probleme mit Writing, die Fokusgruppen-Obsession, das konstante Nutzen der selben Klischees in der selben Weise, mangelhafte Charachtere, etc, sind nunmal ein relativ konstantes Muster in der Tripple-A Branche. Da wird eigentlich kein Geschlecht ausgelassen.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur - Anita Sarkeesian sagt Rede ab nach Drohung

Beitrag von 3nfant 7errible »

Usul hat geschrieben:
Scipione hat geschrieben:Personen, die seit Jahren in der Branche arbeiten, mehr Erfahrung haben sollen nicht angehört werden.
Mußt du dich eigentlich anstrengen, Dinge in meine Beiträge hineinzulesen, die so nicht drinstehen, oder geht dir das intuitiv von der Hand?
Wo bitte habe ich gesagt, daß die Leute nicht angehört werden sollen? Ich übernehme die Antwort für dich: Nirgends.
Du musst es auch nicht explizit schreiben, es ergibt sich aus der Tatsache, dass du ständig unterschiedliche Massstäbe ansetzt.
Wenn das hier für dich nur ein Interview in Anführungszeichen ist, bei dem jemand nur mal eben rumranted, dann frage ich mich ernsthaft wie du überhaupt dazu gekommen bist, die Gegenposition einzunehmen, denn von dort kommt ja mal überhaupt nichts. Hätte jeder konsequent (und nicht so selektiv wie du es tust) diesen Usul'schen Massstab von Beginn an angesetzt, dann würden wir gar nicht erst im x-ten Thread zum Thema hier sitzen und diskutieren. Wir hätten gleich am Anfang alle gemeinsam mal kurz gelacht, und uns dann wieder wichtigeren Themen zugewandt, zb 1080p vs 900p :3

LePie hat geschrieben:@ Scipione: Wer ist Felicia Day, bzw. was hat sie damit zu tun?
Laut Wiki ne Schauspielerin, eigene Webserie und hat für ein paar Spiele voice-overs gemacht. Und eigentlich hat sie mit der Sache überhaupt nichts zu tun (auch nicht mit der Branche), ausser dass sie sich ungefragt zu dem GG Hashtag geäussert hat, und dabei eine kleine traurige Story über eine hysterische Damsel erzählt hat