@שִׁ:
In der Realität nutzt auch jeder seine reale Identität. Sprich jeder könnte den Namen des Nachbarn googlen und alles was dieser im Internet an Dreck hinterlassen hat, würde hoch kommen.
Nein, dies ist ein Trugschluss. In der "Realität" ist kein Realname pflicht zur Durchführung einer Diskussion. Du kannst gerne auf der Straße in einer Diskussion einsteigen und mitreden, ohne erst dazu verpflichtet zu sein, deinen Ausweis vorlegen zu müssen. Dies darf nämlich nur der Staat

.
Interessanter ist hierbei eher das "Hausrecht", in diesem Falle 4Players oder Blizzard. Wärend Blizzi sich mit der Holzhammermethode dazu entschloss, Trolle und Tröllchen Angstschweiss schwitzen zu lassen, überlässt 4Players dies der heutigen Hitze und der Wahl der Mit-Diskuttanten (und Trollen). Demokratischer geht's meiner Meinung schon fast nicht mehr

.
Dagegen spricht natürlich, dass die meisten das Internet als die Kloake schätzen, die es eben ist. Man beschimpft einander (..)
Das Internet ist ein Transportmedium, um Meinungen und Aktionen zu übertragen. Ob es sich um eine Diskussion oder ein Online-Spiel handelt, spielt hierbei keine Rolle. Das "Internet" pauschal danach bewerten zu wollen, was man subjektiv erlebt hat, ist ein wenig zu blaß, um als mögliches Argument für eine RealID-Pflicht durchgehen zu lassen

.
Schließlich ist man "beledigend" oder "pädophil", auch im echtem Leben. Der Gemütszustand wird anhand der Situation verändert, nicht durch die Angabe eines Echtnamens. Die Anonymität begünstigt gewisse Entscheidungen sicherlich, doch ist sie nicht der Hauptgrund dafür. Du wirst nicht jemanden beleidigen wollen, nur weil Du einen schwer aussprechbaren Usernamen auf 4Players besitzt, sondern weil Du eine gewisse Antipatie verspürst. Ich vermute, die würdest Du auch als "Klaus Mittermangler" verspüren. Du wirst nur wahrscheinlicher vorsichtiger it der Äußerung vorgehen, weil Du dann für die Äußerung auch eine direkte (da verfolgbare) Verantwortung trägst. Schließlich kann nicht nur die Polizei besser recherchieren, sondern auch der Arbeitgeber. Und die nächste Lohnerhöhung kann sich dann schnell in ein "Game Over" verwandeln, wenn er den beleidigenden Ton in einem Forum entdeckt.
Eine Realnamenspflicht würde dazu führen, dass diese Personen endlich auch im Internet nicht mehr sie selbst sein dürfen, sondern auch dann endlich dazu gezwungen wären, gewisse Umgangsformen zu wahren.
Die Netiquette existierte schon lange, bevor 4Players die erste ASCII-Zeile schrieb. Eigentlich, sogar länger als jeder HTML-Text der Welt

. Ich benutzte sie schon, als AOL noch ein feuchter Traum war

.
Umgangsformen bildeten sich in unserer sozialen Gesellschaft schnell, weil wir damit ein gemeinsames Miteinander möglich machten. Das sie auch in der Diskussionskultur an Universitäten, im Supermarkt wie auch in Foren einzug hielt, dürfte daher wohl kaum jemanden wundern.
Die Realname-Pflicht würde jedoch einen direkten Zusammenhang zwischen Äußerung und Person aufbauen, die man anderorts vielleicht "anders" kannte. Der "Wiedererkennungswert" wäre sprunghaft angestiegen. Das nicht jeder dann das "Risiko" eingeht, zu einem Thema seine offene und ehrliche Meinung abzugeben, dürfte ich eher als Einschränkung der Meinungsfreiheit einstufen, als einen Gewinn für die Diskussionskultur.
(..) Was passiert dann wohl mit Uwe G., Familienvater und Vorstandsvorsitzender, der sich früher Peter Enis nannte und bevorzugt auf Teen- Seiten unterwegs war? Genau, er wird, und so sollte es sein, gesellschaftlich geächtet.
Wenn Du von dieser kriminellen Handlung ausgehst, ergibt sich ein positiver Effekt. Doch nehmen wir mal an, Peter E. wäre "nur" ein Linux-User in einem Windows-Forum einer Universität, wo er Professor ist ? Was passiert, wenn seine Studenten "hinter seinem Rücken" über seine Vorliebe für dieses OS tuscheln und ggf. Gerüchte verbreiten ? Der Realname soll eine eindeutige Identifikation für unsere Gesellschaft ermöglichen. Mehr nicht. Der Staat addiert noch Gesicht und Adresse dazu, und kann somit die Position bzw. den Wohnort eindeutig festlegen. Der Name alleine, der ist
nicht "einzigartig" genug. Deutschland besitzt viele "Peter Müller"s, die zwischen Pilot und Forentroll wohl jeden Beruf Deutschlands ausüben dürften. Ich durfte schonmal einen Thomas Gottschalk die Hand schütteln. Der war zwar nicht Showmaster und wohnt auch nicht in Amerika, aber der Name war trotzdem verdammt cool

Was würde wohl der "echte" Gottschalk denken, wenn
dieser Gottschalk als Forentroll bekannt werden würde ? Soll er ihn dann auf "Namens-Schadenersatz" verklagen ?
Deshalb ist eine zuverlässige Identifikation bei der Internetnutzung unerlässlich. Jeder der meint, es würde nicht zu einer Verbesserung der Umgangsformen, insbesondere in Foren führen, spielt wahrscheinlich selber viel zu gerne Troll, als dass er etwas Vernünftiges zu einer Diskussion beitragen kann.
Die Identifikation per Username reicht IMHO vollkommen aus. Ich benötige nicht dein Gesicht, deine Adresse und deinen Fingerabdruck, um dich "identifizieren" zu können. Für eine Diskussion reicht mir schon nur deine Meinung

Wenn Du allerdings als Troll umhüpfst, wird genau das greifen, was Kajetan hervorragend gesagt hat: Mods und Admins, die "4P-Hauspolizei", wird dann den Dreck mit ihrem Besen wegfegen. Die User können ja, weil sie nicht zur Diskussion mit diesem Hüpfer verpflichtet sind, ihre Augen ein wenig weiter nach unten bewegen und somit die Meinung dieses sportlichen Störenfried vollkommen ignorieren. Sir Richfield hat darüber geschrieben und recht behalten.
Im Zuge der Meinungsfreiheit ist dieser Weg der beste, den wir im Augenblick gehen können. Viele große Künstler und Philosophen haben unter einem "Nickname" ihre Werke veröffentlicht. Sie wollten ihren "Lebensnamen" nicht im Zusammenhang mit ihrer "kritischen Seite" sehen,
weil die Gesellschaft daraufhin womöglich sein "echtes" Leben vielleicht zur Hölle machen würden. Zum Schutze ihres eigenen Lebens und das der Familie, erdachten sie einen Fantasienamen, unter dem sie dann tätig werden konnten. Und so beglückte uns "Alan Smithee" mit wunderschönen Kunstwerken wie "In der Lederhose ist jeder Bayer ein König" oder "Mögen die Kuhglocken lange bimmeln"

. Gut, die Titeln sind frei erfunden, aber das muss Alan ja nicht wissen, sonst werde ich von ihm noch verklagt

.
Auch die anderen Argumente, bspw. dass der AG oder Dritte sich im Allgemeinen viel zu sehr über ihre Partner informieren könnten, sind dadurch entkräftet, dass jeder der Umgang mit einem pflegt, wissen sollte mit wem er es wirklich zu tun hat. (..)
Laut dem Menschenrecht hat man die Freiheit sich selbst entfalten zu dürfen. Wenn man aufgrund möglicher Gefahren (kritischen Äußerungen) z.Bsp. eine unangemessene Reaktion des Partners, des Arbeitgebers oder der Verwandtschaft befürchtet, der soll meiner Meinung nach unter einem Nickname veröffentlichen. Ich werde ja selbst wiederum nicht gezwungen, seiner Meinung beizupflichten. Der Nickname ist ein "Schutzpanzer" vor möglichen - da sofort identifizierbaren - Anfeindungen. Wer ehrlich ist, der hat sowieso bei 4Players seine "echten" Daten auf dem Server hinterlegt und postet nur unter seinen Nickname. Wenn also jemand hier über die Stränge schießt und tatsächlich z.Bsp. politisch gefährliche Äußerungen tätigt (ie. braunen Müll), der wird "hinter den Kulissen" die Konsequenzen tragen. Mögliche Mitleser werden ihn als "verbannt" in Erinnerung behalten, nicht als "Real Name", der womöglich gar eine Verwechslung mit ähnlich klingenden Personen ermöglicht.
Zum Topic:
Bleibt wie ihr seid. Wer mit "Beleidigungen" um sich wirft, und wer sich angesprochen fühlt, darf dann Reaktionen erwarten. Der Troll wird gefüttert und die Konsequenzen sind dann ebenfalls existent. Wer wahrlich gar mit gefährlichem Zündstoff hantiert, darf mit Verbannung bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Die IP wird auch weiterhin beim Server im Log auffindbar sein, keine Sorge.
Ansonsten ist diese zwischenmenschliche Handhabung simpel handzuhaben: gefällt mir 'ne Meinung nicht, drehe ich meinen Kopf zur Seite und klicke 2,5 cm. daneben das Pfeil-Icon an, um die Person und seine trollige Art wieder aus dem Hirn verschwinden zu lassen. Schließlich ist das Internet ein riesiges Meer, in der sich jede Identität sehr schnell verflüssigt. Selbst Giganten wie Bill Gates vergisst man schnell, wenn Blizzard einen neuen Modus für Starcraft 2 vorstellt. So stark ist die Kraft des Netzwassers
Ich bin mit der Handhabung mehr als zufrieden. Und wem die Hausregeln in einem bestimmtem Forum nicht passen, weil er dort von irgendeinem Tröllchen angepisst wird, und die Mods bzw. Admins keinen Finger rühren, der soll einfach das Forum wieder verlassen und dem Forum somit eine "Einnahmequelle" (= nutzbare Meinung, potenzieller Käufer, ...) entziehen. Also bestrafen. Der Staat sollte eher für die wirklich schweren Fälle angewendet werden. Für dokumentierten Kindesmissbrauch, für terroristische Aktivitäten, Maschendrahtzäune usw.
Bleibt bitte wie ihr seid. Denn so seid ihr zu dem geworden, was ihr seid
