-Levi- hat geschrieben:
Pauschal zu sagen:
"Raubkopien" schaden niemanden ... ist falsch
wiederum
jede "Raubkopie" ist verlorenes geld .... ist genauso falsch
Pauschal kann man eh wenig sagen.
Aber kleines Gedankenspiel. Eine Entwicklungsfirmaproduziert Spiel X für 1 Millionen. Diese Firma gehört einer/ oder ist eine AG. Sagen wir mal, eine Millionen Aktien zu je 1 Euro sind unters Volk gemischt.
(ich weiß, nicht 100% korrekt, geht nur um den Gedanken)
So diese Millionen setzt sich zusammen aus 500.000 Personalkosten und 500.000 Sonstiges (Strom, Geräte etc).
So das spiel kostet 50 €, davon bekommt der Staat 10 €, die Einzelhändler 10 €, die Großhändler 10 €, die Spieleentwickler 10 € und Speditionsfirmen, Verpackung, Rohling etc nochmals 10 €.
Sagen wir mal, dieses Spiel wird 500.000 mal verkauft. Sind für die Entwickler 5.000.000 €, davon zahlen sie nochmals Steuern ziehen die 1000000 Kosten ab und haben von mir aus 2.000.000 € Gewinn gemacht. Dies wird zu teilen in das nächste Projekt gesteckt und zum anderen an die Aktionäre ausgezahlt.
Der Spieleentwickler, also einer unter vielen hat sein Festgehalt, ihn wird es (es sei denn es gibt eine Vergütung abhängg von den Verkafszahen) kaum kratzen (finanziell) wie oft das Spiel verkauft wurde. Im Endeffekt tragen die Aktionäre oder der Besitzer das Risiko, welche nie/kaum am eigentlichen Akt der Erschaffung des geistigen Eigentums teilhaben.
Stellt man sich aber vor (unter der Bedingung es gibt Raubkopien) das Spiel wird nur 110.000 verkauft, die Kosten sind gerade so gedeckelt, die Aktionäre verdienen wenig und es gibt kaum Rücklagen für das nächste Projekt. Wo sind nun also die 3.900.000 restlichen Millionen geblieben?
Die werden sich aufteilen und zwar an Stellen, die es nicht "verdienen". Neue Festplatten, Rohlinge, One click Hoster, Internetflatrates, Anwaltsgebüren wegen Abmahnungen, Gerichtskosten. Überall hängen auch Jobs dran, bei Rapidshare arbeitet auch nicht nur der böse Boss, der Piraten eine Plattform bietet (ironisch überspitzt) sondern auch einfache Mitarbeiter, die Geld für ihre Familien verdienen.
Das Geld geht somit nicht direkt verloren, es landet eben nicht mehr so zentriert dort, wo man idealistisch es hoffen sollte/könnte. Aber diese Zusatz oder Krebsdienstleistungen gibt es überall.
Diese Personifizierung hin zu einem Spieleentwickler, der am Hungertuch nagend im kalten Raum sitzt und sich aufgrund der Raubkopien das Leben nehmen will, weil er seine Schulden nicht bezahlen will, ist wohl etwas romatisiert. Das sind Unternehmen, die wollen Geld verdienen, Punkt. Wenn es Unternehmen nicht geling Geld zu verdienen gehen sie pleite. Was die Gründe sind, ist erst einmal unwichtig.
Nun der potentielle Käufer. Dieser hat Summe A zur Verfügung und muss davon Summe B bezahlen. Um Summe B kommt er nicht herum, da sie sein Leben gewärleisten. Nahrung, Unterkunft, staatlich unausweichliche Kosten. Nun bleibt Summe C über.
Nun könnte Käufer Summe B vergrößern, nur noch im Eine Welt Laden oder direkt vom Bauern einkaufen, Wollpullover aus Behinderteneinrichtungen erstehen, Patenkinder in der 3ten Welt haben etc. Bald aber bleibt kein C mehr übrig.
Was macht Käufer also? Ist er doch so sozialisiert, dass C sehr wichtig ist, bietet es doch die Möglichkeit auf "sinnlosen" Konsum, den wir alle so bitter nötig haben.
C ist immer vorhanden und wird ausgegeben. C bietet den Kinoabend, die Saufrunde in der Disko, den neuen PC etc. Was aber wenn die Menschen heute von C nicht genug bekommen können? Richtig, sie sparen bei B, kaufen Essen im Discounter, Klamotten aus Asien etc. Was ist aber, wenn C noch immer zu gering ist, also zu gering für den Bedarf, den die "fiesen" Firmen in uns geweckt haben?
Man könnte einem anderen etwas von seinem A rauben, aber dieser hätte dann weniger A und eventuell sogar zu wenig B, würde verhungern? Na nichts anderes passiert ja gerade weltweit gesehen. Sagen wir mal, Käufer will niemand schaden, okay er will jemand anderen nicht noch mehr bereichern ist ein Unterschied für ihn. jemand etwas Wegnehmen ist ein Unterschied zu jemand nicht noch mehr geben. Also besorgt er sich C so weit es geht kostenlos und merkt auf einmal, dass das kostenlose C teilweise sogar wertiger ist (kein Kopierschutz z.B.). Er sieht bei seiner Handlung keine dickbäuchigen Kinder in der Wüste, sondern nur gebildete Menschen in Industriestaaten, die wohl nun etwas länger auf ihr Eigenheim sparen müssen. Hat er ein schlechtes Gewissen? Nein, nicht wirklich, denn der Drang so viel C wie möglich zu bekommen ist einfach größer. Rechtfertigen tut er sich im Zweifel damit, dass die kostenpflichtigen Dinge haben, die ihm nicht passen.
So und nun die Gretchenfrage, weshalb braucht Käufer so viel C wie irgendmöglich, weshalb konsumiert er nicht nur das, wofür sein C reicht?