SethSteiner hat geschrieben: ↑08.05.2018 22:15
greenelve hat geschrieben: ↑08.05.2018 19:43
edit: "Früher ging es ja auch" ist so ein toller Satz. Dann bitte auch das Handy wegnehmen, denn das war früher ebenfalls nicht notwendig. Auch wenn es Komfort bei der Kommunikation bietet. Zwischen Freunden wie auch zwischen Eltern und Kind.
Beides passt nicht. "Früher ging es ja auch" wird in einem Fall gesagt, weil es dieselbe Situation ist, es hat sich in dreißig Jahren nichts grundsätzliches verändert. Wenn sich also nichts verändert, stellt sich die Frage welchen Sinn eine zunehmende Überwachung und Rücksichtslosigkeit auf die Privatsphäre und Entscheidungsgewalt von Minderjährigen haben soll, außer zur Befriedigung der niederen Bedürfnise mancher Eltern. Im Handybeispiel dagegen, wird ignoriert dass sich in diesem Aspekt die gesamte Welt verändert hat und die Unterbindung von Komfort und Kommunikation einen besseren Grund benötigt als einfach nur, dass die Menschheit früher mal gut ohne diese Technologie klar kam.
Auch das Handy wird zur Überwachung genutzt. Ebenso haben Eltern früher wie heute die Möglichkeit den Stecker zu ziehen und das Spielen zu beenden. Nur geht es heute mit der App komfortabler. Btw. ignorierst du auch die Vorteile einer solchen App: Eltern haben leichter Zugang zu den Hobbys ihrer Kinder, sehen sie doch welche Spiele gespielt werden. Die Chance auf ein Gespräch, was gespielt wird und wie die Zeiten aussehen, ist höher.
Rücksichtslosigkeit und Entscheidungsgewalt liegt in der jeweiligen Familie. Eltern können jederzeit die Tür zum Kinderzimmer aufreißen und nachschauen, was die Kinder machen. Ohne Rücksicht auf Privatsphäre. In der Entscheidungsgewalt liegt auch die Aufsichtspflicht der Eltern. Einfach ohne Konsequenzen machen lassen und das passt schon, geht auch nicht.
Du ignorierst, so du mir den Vorwurf des Ignorierens machst, wie sich die Welt beim Zocken verändert hat. Es ist nicht mehr wie früher, als es keine Handys gab, Konsole an und losdaddeln. Internet und DLC sind dazugekommen. In einem Clan soziale Verpflichtungen. Ligen und was es nicht noch alles gibt. Oder nur der Umstand, selbst wenn Eltern mit Videospielen aufgewachsen sind, was die Jugend macht, ist für Eltern ein Buch mit mehreren Siegeln. Sei es der Sinn von Lets Plays oder die Existenz von music.ly.
Du siehst in einer App wie hier nur die totalitären Negative. Und eine komplette Freiheit, wie du sie dir erdenkst, gibt es in der Realität der Erziehung so nicht. Weder kann man Jugendlichen in der Pubertät vollständig freien Lauf lassen, noch haben Eltern die Kompetenz alles zu kennen. Egal ob sie selbst Internet und Spiele nutzen, Jugendliche bauen ihre eigenen Welten. Sie erzählen irgendwann auch nicht mehr alles.
Ganz ehrlich...es klingt bei dir mehr nach Freiheit der Freiheit willen, gegen Unterdrückung und gegen... "Versklavung". Das ist keine Dystopie a la Überwachungsstaat. Es geht um das komplizierte Thema Erziehung, Rechte und Pflichten von Eltern wie auch Kindern. Auf dem Weg ein eigener Erwachsener zu werden.