Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stunden pro Woche gearbeitet habe"

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
danke15jahre4p
Beiträge: 16763
Registriert: 21.04.2006 16:18
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von danke15jahre4p »

greenelve hat geschrieben:Und wie jetzt solche Arbeitsbedingungen in der Spieleindustrie plötzlich in Ordnung gehen. Weil...verdienen ja genug und arbeiten körperlich nicht so hart wie andere.
nun greenelve, es gibt nunmal jobs die erfordern mehr als eine strikte 40 stunden die woche struktur, da muss man verfügbar sein, ist wichtig für fortschritte des projektes, hat verantwortung für andere teammitglieder, denn wenn die zuviel leerlauf haben, kann das komplette projekt auch scheitern.

in der regel weiß man dann aber worauf man sich einlässt, und hennig hat nicht nach 6 monaten unmenschliche arbeitsbedingungen kritisiert sondern hat nach 10 jahren gesagt, dass die branche kein zuckerschlecken ist.

ist sie auch nicht, da geht es um viel geld, viel verantwortung, da muss man mehr leisten als bei der tanke an der kasse, als gegenleistung winkt dafür mehr geld, popularität und erfüllung seiner kreativität.

greetingz
Benutzeravatar
Eirulan
Beiträge: 13152
Registriert: 12.10.2009 10:46
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Eirulan »

Ich bin auch in der Software Entwicklung tätig, im Projektgeschäft. Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal mit 40h nach Hause gegangen bin, vielleicht mal in ner Phase direkt nach einem Go-Live und bevor das nächste Projekt anzieht...
Das ist in der Branche völlig normal, und dabei bin ich im Projektmanagement tätig und nicht mal Entwickler. Es heißt generell, Überstunden sind mit dem Gehalt bereits abgegolten und in brenzligen Phasen wird Einsatz erwartet. Dazu ist man auch nach Feierabend gedanklich immer im Projekt.
Dafür kann man viel vom Home Office machen und am Jahresende wartet meist ein dicker Bonus.
Hat alles seine Vorteile und Nachteile, ich liebe es eigentlich, aber bei uns ist es auch nicht so extrem wie in dem Beispiel, 50h sind normal, kurz vor Go-Live dann auch mal 2-3 Wochen 60
CritsJumper
Beiträge: 9918
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von CritsJumper »

Also ich finde es jetzt auch nicht toll. Aber eigentlich sind die Arbeitsbedingungen mittlerweile besser geworden. Ein Problem ist halt immer noch die Bezahlung. Wenn die Menschen mehr bezahlt haben wollen, dann lässt sich so eine Aufgabe eher seltener auf zwei Schultern Verteilen mit je 6,4 pro Tag. Da bleibt es dann nicht aus das man schon mal 10 oder 15 Stunden arbeiten muss. Alles in allem denke ich ist es aber in den meisten Branchen so. Teilweise hat die Frau aber bestimmt auch noch Heimarbeit da mit rein gerechnet vermute ich mal.

Aber einfach mal drüber nachdenken, unsere Vorfahren mussten noch jede Sonnenstunde nutzen um zu überleben, nachts wurde dann geschlafen. Auf einem Planeten ohne Tag-Nacht Phase würden wir ganz bestimmt dauernd aktiv sein und unser Schlafverhalten wäre ganz anders. Es ist natürlich nicht wünschenswert. Aber aktuell driftet nun mal alles unschön auseinander und da kommt es halt zu diesen Extremen. Da hat es niemand leicht. Aber ich denke mal das für viele Menschen die Arbeit alles ist. Einfach weil sie einen Job haben für den sie leben oder weil es in unserer Gesellschaft leider immer mehr so ist das sich die meisten darüber definieren.

Ich sehe eigentlich an allen Ecken und Ende immer weniger Stabilität und immer mehr Konkurrenzdruck und oder Risiko. Etwas das aber niemand hören will ist das die meisten sich das aussuchen oder ausgewählt haben. Diesen Job muss man ja nicht annehmen und man kann sich einen anderen suchen. Oder mit den Arbeitgebern überlegen eine andere Stelle zu bekleiden wo weniger gefragt wird. Allerdings steht mittelfristig das ganze Projekt dann vielleicht vor dem scheitern wenn zu wenig Energie aufgebracht wird.
Eirulan hat geschrieben:Und hier sollten wir alle uns auch mal an die eigene Nase fassen, wenn wir wieder mal einen Shitstorm loslassen, weil ein Projekt verschoben wird... Wir sind ein nicht unerheblicher Teil des Problems imho
Hört, hört!
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von SethSteiner »

zeppy1986 hat geschrieben:Ich kenne einige Leute die körperlich hart arbeiten und auch jeden Tag 10 - 12 Stunden kloppen müssen. Die sitzen dabei nicht am Schreibtisch. Heißt nicht das die Arbeit von Amy Henning nicht anstrengend ist, aber es geht anderen genauso, eher noch schlimmer. Deswegen finde ich dieses Gejammer von ihr etwas deplatziert. Nichts desto trotz ist die Uncharted Reihe eine meiner Lieblinsreihe.
Dass es andere womöglich noch schlechter haben, ist dieses typische in Afrika hungern Kinder argument. Wenn man danach geht, dürfte sich niemand jemals irgendwo beschweren, weil es immer irgendwen gibt, dem es schlimmer ergangen ist. Meiner Meinung nach hingegen ist dieses Gejammer absolut platziert. Man hat es eigentlich geschafft einen 8 Stundentag zu etablieren und langsam setzt sich auch die Erkenntnis durch, das selbst das noch zu lang ist, stattdessen wird relativiert bis hin zu "ja aber ich mach das ja auch!", nicht zu vergessen die Erwähnung, dass sie womöglich mehr verdient als andere als ob das Geld irgendwie den Stress und andere Leiden betäuben würde. Ich denke diese Reaktionen machen es umso klarer, dass der Staat da eingreifen sollte und jedes Unternehmen, bei dem Überstunden Normalität sind schmerzvolle Strafen zahlen oder sogar ganz geschlossen werden sollten.
Liesel Weppen
Beiträge: 4791
Registriert: 30.09.2014 11:40
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

sphinx2k hat geschrieben:Jap leider recht normal in der Branche und auch anderen.
Nope, ist überhaupt nicht "normal" und wird auch bei weitem nicht überall verlangt.
80h Woche ist hierzulande sogar komplett undenkbar. Wer das (freiwillig) macht, bringt sich ggf. sogar selbst und seinen AG noch in Teufelsküche. Auch wenn man mit Herzblut dran hängt, und das gerne macht.
Auf Dauer verbrennt man so nur seine Mitarbeiter, im wahrsten Sinne des Wortes.
sphinx2k hat geschrieben: Siehe Apple und andere Silicon valley Firmen die ihren Weiblichen Mitarbeiterinnen die Konservierung deren Eizellen anbieten damit diese irgendwann viel Später ihre Kinder bekommen können wenn ihre Biologie Uhr ehr "Nein" sagt.
Das ist ein ganz anderes Thema und hab absolut nichts mit 80h/Wochen zu tun.
Wenn eine Frau Kinder kriegt, ist die schnell mal ein Jahr komplett weg. Das ist ein ganz anderer "Ausfall". Und der kann auch für den AN sehr schlecht sein, denn wenn man aus dieser Branche mal ein Jahr komplett weg ist, kriegt man nachher nicht selten enorme Probleme um den Anschluss wiederzukriegen. In einem Jahr passiert da halt verdammt viel.
sphinx2k hat geschrieben: Ein hoch auf Chefs und Firmen die noch normal ticken, wo Überstunden nicht normal sondern eine Ausnahme sind.
Meiner Erfahrung nach, sind da zu einem guten Teil auch die Arbeiter selbst schuld. Ich sehe das leider vorallem bei vielen jungen Kollegen. Die denken häufig, dass ist gut, und wenn sie sich 80h/Woche totrackern, das Projekt dadurch im Alleingang retten und gar nicht merken, dass sie nach 14h/Arbeitstag mehr Müll bauen, als nützen.
Bis sie dann nach 1-3 Jahren irgendwann zusammenbrechen.
Benutzeravatar
greenelve
Beiträge: 48763
Registriert: 07.04.2009 19:19
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von greenelve »

leifman hat geschrieben:
greenelve hat geschrieben:Und wie jetzt solche Arbeitsbedingungen in der Spieleindustrie plötzlich in Ordnung gehen. Weil...verdienen ja genug und arbeiten körperlich nicht so hart wie andere.
nun greenelve, es gibt nunmal jobs die erfordern mehr als eine strikte 40 stunden die woche struktur, da muss man verfügbar sein, ist wichtig für fortschritte des projektes, hat verantwortung für andere teammitglieder, denn wenn die zuviel leerlauf haben, kann das komplette projekt auch scheitern.

in der regel weiß man dann aber worauf man sich einlässt, und hennig hat nicht nach 6 monaten unmenschliche arbeitsbedingungen kritisiert sondern hat nach 10 jahren gesagt, dass die branche kein zuckerschlecken ist.

ist sie auch nicht, da geht es um viel geld, viel verantwortung, da muss man mehr leisten als bei der tanke an der kasse, als gegenleistung winkt dafür mehr geld, popularität und erfüllung seiner kreativität.

greetingz
Ach so, weil man weiß worauf man sich einlässt und es zu manchen Jobs dazu gehört, braucht es keine Kritik daran. Denn es ist ja in Ordnung. Alles klar, schön das wir das geklärt haben und es keine Probleme gibt.
Benutzeravatar
danke15jahre4p
Beiträge: 16763
Registriert: 21.04.2006 16:18
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von danke15jahre4p »

SethSteiner hat geschrieben:Ich denke diese Reaktionen machen es umso klarer, dass der Staat da eingreifen sollte und jedes Unternehmen, bei dem Überstunden Normalität sind schmerzvolle Strafen zahlen oder sogar ganz geschlossen werden sollten.
ähm... ist dir bewusst, dass überstunden, wenn im arbeits- oder tarivvertrag vereinbart, vollkommen legal sind?

weisst du wie hennigs arbeitsvertrag ausgesehen hat? was von ihr erwartet wurde um das projekt zu realisieren? welche verantwortung sie hatte? oder wie die vertragsverhandlungen generell abgelaufen sind? wieso denkt man direkt, der arbeitgeber spielt unfair?

es gibt nunmal jobs da muss man mehr leisten, will vielleicht auch mehr leisten, aber dieses schwarz/weiss sehen ist echt leicht beschränkt.

greetingz
Brevita
Beiträge: 647
Registriert: 04.03.2016 07:17
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Brevita »

Naja, ist nicht nur dort so.
Rockstar ist auch berüchtigt dafür
Benutzeravatar
danke15jahre4p
Beiträge: 16763
Registriert: 21.04.2006 16:18
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von danke15jahre4p »

greenelve hat geschrieben:Ach so, weil man weiß worauf man sich einlässt und es zu manchen Jobs dazu gehört, braucht es keine Kritik daran. Denn es ist ja in Ordnung. Alles klar, schön das wir das geklärt haben und es keine Probleme gibt.
nochmal, es gibt nunmal jobs die haben andere anforderungen als dein 08/15 schwarz/weiss gedenke.

der vadder meiner freundin ist teilweise 6 monate auf montage in den usa oder rumänien, skandal, oder? ich meine, wie kann man ihn nur aus deutschland wegholen? hat ja schon fast was von sklavenverschleppung.

tja, wenn du nunmal fachmann für getriebe bist, kann es dazu kommen und wenn du storyautorin für nen mehrere 100 mio. dollar projekt bist, halt nunmal auch.

greetingz
Liesel Weppen
Beiträge: 4791
Registriert: 30.09.2014 11:40
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Liesel Weppen »

leifman hat geschrieben: der vadder meiner freundin ist teilweise 6 monate auf montage in den usa oder rumänien, skandal, oder? ich meine, wie kann man ihn nur aus deutschland wegholen? hat ja schon fast was von sklavenverschleppung.

tja, wenn du nunmal fachmann für getriebe bist, kann es dazu kommen und wenn du storyautorin für nen mehrere 100 mio. dollar projekt bist, halt nunmal auch.
Man weiß aber, ob man auf Reisen muss, oder nicht, und Reisen ansich sind nicht mit regelmäßigen 80h/Wochen vergleichbar.
Der Vadder deiner Freundin verdient sicherlich auch ein bisschen anders, als der 0815-Büroentwickler mit 40h/Vertrag, von dem aber 80h erwartet werden.
Und dann ist es auch noch ein enormer Unterschied, ob man 40h/Woche bei Festgehalt hat, oder wenigstens Überstunden bezahlt kriegt. Und regelmäßige 80h/Wochen kriegt man hierzulande nicht bezahlt, zumindest nicht voll, denn damit würde sich der AG übers Finanzamt vonwegen Arbeitsschutz voll in die Nesseln setzen.
Wär ja jetzt nicht so, dass man sich als Seminarleiter einstellen lässt, und sich dann beschwert, dass man zu auswärtigen Seminaren muss.
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von SethSteiner »

leifman hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Ich denke diese Reaktionen machen es umso klarer, dass der Staat da eingreifen sollte und jedes Unternehmen, bei dem Überstunden Normalität sind schmerzvolle Strafen zahlen oder sogar ganz geschlossen werden sollten.
ähm... ist dir bewusst, dass überstunden, wenn im arbeits- oder tarivvertrag vereinbart, vollkommen legal sind?

weisst du wie hennigs arbeitsvertrag ausgesehen hat? was von ihr erwartet wurde um das projekt zu realisieren? welche verantwortung sie hatte? oder wie die vertragsverhandlungen generell abgelaufen sind? wieso denkt man direkt, der arbeitgeber spielt unfair?

es gibt nunmal jobs da muss man mehr leisten, will vielleicht auch mehr leisten, aber dieses schwarz/weiss sehen ist echt leicht beschränkt.

greetingz
Es ist doch deutlich beschränkter, damit zu argumentieren, dass es einen Vertrag gäbe und "dass es halt so ist". Es ist auch gar kein Schwarz-Weiß denken, es geht nämlich nicht darum, Überstunden generell zu verteufeln, sondern darum dass diese Überstunden Normalität sind. Wenn man sich nicht daran erinnern kann jemals weniger als 80 Stunden die Woche gearbeitet zu haben, dann kann keine Rede mehr von Überstunden sein. Wie gesagt, ich kenne die Gesetzeslage nicht aber es gibt einen guten Grund, warum man sich deutlich geringere Arbeitszeiten erstritten hat. Auch Hennig bestätigt ein Mal mehr, dass mehr Arbeitszeit schlichtweg ungesund ist und da ist es völlig irrelevant ob es nun legal ist oder wieviel Geld sie dafür bekommt. Das Arbeitsrecht schützt Kinder, weil sie lange Zeit ausgenutzt wurden und ungesunde Arbeit leisten mussten. Übrigens auch auf freiwilliger Basis, auch vor 150 Jahren kam kein Arbeitgeber und die Menschen mit einem Netz gefangen. Mit dem Alter mag man als Mensch widerstandsfähiger werden aber ganz sicher wird es nicht weniger ungesund deutlich mehr zu arbeiten als normal ist und Geld gleicht das schon gar nicht aus.

Dann dauern Projekte eben länger oder man muss mehr Mitarbeiter einstellen. Wenn man weder das eine noch das andere bereit ist in Kauf zu nehmen, sollte man so konsequent sein und entsprechende Firmen schlicht schließen.
CritsJumper
Beiträge: 9918
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von CritsJumper »

SethSteiner hat geschrieben: Meiner Meinung nach hingegen ist dieses Gejammer absolut platziert. Man hat es eigentlich geschafft einen 8 Stundentag zu etablieren und langsam setzt sich auch die Erkenntnis durch, das selbst das noch zu lang ist, stattdessen...
Seth ich denke das Problem dabei ist das diese 8 Stunden für diese vielen Menschen die sogenannte Bullshit-Jobs haben, halt einfach zu lang ist. Natürlich spreche ich jetzt wieder von extremen, es gibt auch noch eine Grauzone und den sicheren staatlichen Hafen, die sogenannten Beamten. Aber überall da wo man Know How braucht, Erfahrung die sich nicht einfach kopieren oder weitergeben lässt sondern wo Menschen Jahrzehnte brauchen um die Erfahrung anzusammeln. Ist oft das Gegenteil der Fall. Auf der anderen Seite halt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich behaupte man das die ND Mitarbeiter wenn sie wirklich eine 80 Stunden-Woche haben/hatten auch weit überdurchschnittlich verdient haben.

Gleichzeitig kann man nicht einfach behaupten das das bei "den anderen" besser läuft. Das halte ich für einen Irrglauben und generell gibt es einfach nicht so viele Teams/Menschen die ein Äquivalent erschaffen können. Sonst kann mir hier keiner erzählen warum wir nicht vier mal im Jahr ein Uncharted 4 Spiel auf die Konsole flattern lassen können und nein ich meine hier eben Nicht die Spiele von der Stange sondern schön abgehangene 3 bis 4 Jahres Produkte.

Aber ich denke das Problem ist einfach Menschlich. Nehmen wir an du arbeitest bei Google und entwickelst dort mit einem kleinem Team an etwas das die Welt noch nie gesehen hat und du sitzt da schon 4 Jahren dran oder 8 Jahre, dann willst du das das irgendwann fertig wird und der Prototyp ausgerollt wird. Ich weiß jetzt nicht ob das bei den Nasa-Leuten auch so war als die zum Mond fliegen wollten und die Russen als Konkurrenz hatten. Denke aber es gibt halt unterschiedliche Faktoren die Menschen dazu bewegen so viel zu Arbeiten, ohne gleich zum Held der Arbeit werden zu wollen.

Edit: Also ich wollte noch sagen das ich das gejammer auch gut finde. Wenn es auf dem Band der Geschichte gehört wird. Sonst würden sich Umstände ja nicht verbessern. Aber ich frage mich halt immer wieder ob das so viel bringt. Wenn so gejammer jetzt junge Menschen die von der Videospiel Entwicklung träumen eher davon Abhält in diese Bereiche zu wechseln wird es bei DIESEN Leuten die da gejammert haben keine Verbesserung geben. Das ist ähnlich wie wenn man einen Auftrag hat und in deinem Team jammern immer welche statt es in der selben Zeit/Energie einfach zu erledigen.
Benutzeravatar
danke15jahre4p
Beiträge: 16763
Registriert: 21.04.2006 16:18
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von danke15jahre4p »

Liesel Weppen hat geschrieben:Man weiß aber, ob man auf Reisen muss, oder nicht, und Reisen ansich sind nicht mit regelmäßigen 80h/Wochen vergleichbar.
und hennig wusste nicht worauf sie sich eingelassen hat?
Der Vadder deiner Freundin verdient sicherlich auch ein bisschen anders, als der 0815-Büroentwickler mit 40h/Vertrag, von dem aber 80h erwartet werden.
klar verdient er überdurchschnittlich, nur sollte man doch aufgeklärt sein was einem in der it-branche bevorstehen könnte.

es ist ja nicht so als wäre es ein ganz neuer berufszweig.
Wär ja jetzt nicht so, dass man sich als Seminarleiter einstellen lässt, und sich dann beschwert, dass man zu auswärtigen Seminaren muss.
hennig spricht aber über ihre wöchentliche arbeitszeit und ich schätze sie war eben eine schlüsselfigur in der entwicklung mit entsprechendem verdienst.

greetingz
Benutzeravatar
Kensuke Tanabe
Beiträge: 7059
Registriert: 25.01.2015 09:54
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von Kensuke Tanabe »

ChrisJumper hat geschrieben:Seth ich denke das Problem dabei ist das diese 8 Stunden für diese vielen Menschen die sogenannte Bullshit-Jobs haben, halt einfach zu lang ist.
Ein Bullshit-Job in der Pflege ist viel wertvoller als irgendein Spieleautor oder Programmierer, oder dergleichen. Videospiele braucht kein Mensch, also sind das da eigentlich viel eher die Bullshit-Jobs. ;)
Benutzeravatar
greenelve
Beiträge: 48763
Registriert: 07.04.2009 19:19
Persönliche Nachricht:

Re: Naughty Dog: Amy Hennig (Uncharted) über harte Arbeitsbedingungen: "Ich weiß nicht, ob ich jemals weniger als 80 Stu

Beitrag von greenelve »

leifman hat geschrieben:
greenelve hat geschrieben:Ach so, weil man weiß worauf man sich einlässt und es zu manchen Jobs dazu gehört, braucht es keine Kritik daran. Denn es ist ja in Ordnung. Alles klar, schön das wir das geklärt haben und es keine Probleme gibt.
nochmal, es gibt nunmal jobs die haben andere anforderungen als dein 08/15 schwarz/weiss gedenke.

der vadder meiner freundin ist teilweise 6 monate auf montage in den usa oder rumänien, skandal, oder? ich meine, wie kann man ihn nur aus deutschland wegholen? hat ja schon fast was von sklavenverschleppung.

tja, wenn du nunmal fachmann für getriebe bist, kann es dazu kommen und wenn du storyautorin für nen mehrere 100 mio. dollar projekt bist, halt nunmal auch.

greetingz
Siehste, ich bin der Meinung, du legst schwarz/weiss gedenke an den Tag. Überstunden sind nicht "nahezu jede Woche 80 Stunden". Zumindest nicht normale Überstunden, wie du sie hier darstellen willst.

Ja, es gibt Jobs, in denen man mehr Arbeitet, in denen man mehr Verantwortung hat, oder auch mal über Monate im Ausland arbeitet. Rein vom mentalen Stress haben wir da noch gar nicht gesprochen. Aber zum Beispiel regelmäßig Doppelschichten schieben - das ist, wenn man nach seiner Schicht noch eine Schicht arbeitet - ist nicht in Ordnung.

Auch dein Beispiel mit der Monage ist Schwarz-Weiß-Denken par excellence. Montage im Ausland hat nichts von Sklavenverschleppung, nur weil es Arbeit über mehrere Monate im Ausland ist. Kritisieren kann man allerdings, wenn die doppelte Arbeitszeit bei Vollzeit zur Gewohnheit wird. Hin und wieder Überstunden, auch über Tage oder gar Wochen hinweg, kann in Ordnung sein. Bedenklich wird es, wenn langjährige Angestellte sagen "Kann mich nicht erinnern normale Arbeitszeit, deutlich unter 80 Stunden die Woche, gehabt zu haben".



Wenn man so wie du argumentiert, könnte man auch sagen: Es gibt nunmal jobs die haben anderen bezahlungen, da werden vollzeit 500 brutto gezahlt.
Nur weil es das gibt, ist nicht in Ordnung. Es gibt auch Jobs, in denen weniger verdient wird, aber dennoch gibt es Grenzen. Und so verhält es such auch bei Arbeitsbedingungen wie die Arbeitszeit.