Nanimonai hat geschrieben:SethSteiner hat geschrieben:Irgendwie ist das aber auch ziemlich gefährlich, wenn man ausuferndes Marketing braucht, um etwas zu verkaufen was unter Umständen gar nicht so teuer ist.
Wenn man das ganze mal etwas globaler und losgelöst von der Spieleindustrie betrachtet, wird es eigentlich deutlich. (...) Wie bringt man Kunden also dazu, sich eine Packung Tempo Taschentücher zu kaufen und nicht die von Regina Softis? Oder die Erbsensuppe von Erasco und nicht Sonnen-Bassermann? Apple oder Samsung Handy? Sony oder Panasonic TV? Etc etc...
Man erschafft eine Marke, einen Namen, eine Identität. Und das kostet Geld. Richtig viel Geld.
Ja, natürlich braucht man Marketing, um ein Produkt bekanntzumachen, und natürlich kostet Marketing auch Geld - aber in der Spieleindustrie läuft meines Erachtens trotzdem etwas falsch. Denn wenn für ein AAA-Spiel mittlerweile 50% bis 75% der Gesamtkosten nur für das Marketing ausgegeben werden, dann ist das schlicht viel zu viel.
BMW möchte auch Autos verkaufen, aber die stecken für ein neues Auto trotzdem nicht das doppelte bis dreifache, was die Entwicklung und Produktion des neuen Wagens gekostet hat, nochmal zusätzlich ins Marketing.
Ich würde sagen, ein umgekehrtes Verhältnis (75% der Kosten für die Entwicklung/Produktion des Spieles, 25% der Kosten für das Marketing) wäre ein 'gesundes' Verhältnis, und daher läuft hier derzeit einiges schief. Man betreibt zum Teil tatsächlich Marketing, um das ausufernde Marketing zu finanzieren. Da deswegen das Marketing natürlich noch mehr ausufert, muss man dann halt noch mehr Marketing betreiben... Das wird so nicht mehr lange gutgehen, da bin ich mir relativ sicher...