Was genau ist an "qualitativ beeindruckend" eigentlich so schwer zu verstehen?Flextastic hat geschrieben:muecke-the-lietz hat geschrieben: ...
Zum Spiel:
... Das Spiel war sicherlich qualitativ beeindruckend und konnte wirklich unterhalten, aber durch fehlendes Gameplay, relativ vorhersehbarer Konsequenzen und der Möglichkeit, durch schnellen Ausschalten der Konsole und durch Neuladen, jede Situation eben doch wie gewünscht ausgehen zu lassen, ging bei mir irgendwo die Begeisterung verloren.
...
was für ein drecksgame, also ehrlich jetzt...
Mich stört einfach die Berichterstattung auf vielen Seiten. Am Ende hatte das Spiel einige sehr starke Kritikpunkte, die von vielen Spielejournalisten aber ignoriert wurden.
Und man konnte das halt sehr leicht austricksen. Das zerstört doch die Immersion. Am Ende versucht jeder Spieler ein Spiel möglichst perfekt durch zuspielen und wenn dann etwas schief läuft, lädt man eben neu. Das mache ich bei jedem Spiel, wieso sollte das hier cheaten sein? Es war möglich, weil immer erst zu spät vom Spiel gespeichert wurde - immer. Das ist kein Zufall und die Speicherpunkte waren keine Willkür, sondern genau so gesetzt, dass man vorher ausmachen konnte, um es halt nochmal zu probieren.
Und experimentierfreudig war es am Ende auch nicht mehr, weil es prinzipiell nur ein Fahrenheit mit mehr Kohle und weniger Mysterie war. Ist ja kein Ding, ist halt am Ende das Markenzeichen dieser Spieleschmiede und der nächste Titel wird wieder ähnlich funktionieren, weil man sich so viel mehr auf die Story konzentrieren kann. Nur ist das eben nicht experimentierfreudig sondern höchst konservativ, weil man dem Spiel nur einen spielbaren Film vorsetzt. Und damit die Geschichte genauso beim Spieler ankommt, wie sie gedacht ist, kürzt man halt das Gameplay so sehr zusammen, dass es am Ende nur noch am Rande existiert. Kann man ja machen, ist halt am Ende ein extrem gut präsentiertes, aber wahnsinnig simples Adventure.
Und wenn man sich in dem Bereich der P&C Adventures mal umschaut, bekommt man viele extrem gute Storys - die werden zwar nicht so dick präsentiert, aber der Spieler wird halt stärker gefordert.
Wie gesagt, solche Spiele wie Heavy Rain müssen sein, damit eine größere Bandbreite an verschiedenen Titeln abgedeckt wird, aber das ist ja nicht unbedingt experimentell, wenn man am Ende immer das gleiche macht.
Und uneingeschränkt großartig war der Titel eben am Ende nicht. Das macht ihn nicht zu einem "Drecksgame", wie du es mir in den Mund legen möchtest, aber durchaus zu einem Game, über das man lang und breit diskutieren kann. Nur wenn das Spiel von der öffentlichen Presse (bis auf ein paar Ausnahmen, die das Spiel nicht verstanden haben) generell so wahrgenommen wird und die Fans des Spiels überhaupt keine Diskussion zulassen, ist der Metazweck des Spiels verfehlt. Nämlich darüber zu reden.
