Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
crewmate
Beiträge: 18865
Registriert: 29.05.2007 15:16
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von crewmate »

Doch. Ich habe DIRT3 gebraucht gekauft. Eben wegen dem VIP Code. Ich habe mir aber trotzdem den Tokio DLC gekauft. Und Monte Carlo steht weit oben auf meiner Liste. Mit der nächsten PSN Karte für Journey. Ich denke das Spiel ist das Geld wert, ebenso die Erweiterungen (hört sich ganz anders an als DLC). Nur eben nicht unter diesen Bedingungen.

edit: Und zu Gebrauchtspielen sage ich: NICHT MEHR NEU VERFÜGBAR.
Ich lebe im Ruhrgebiet. Dickstes Ballungszentrum Deutschlands. Raum Essen/Oberhausen/Duisburg. Allein kann ich kein neues "Alone in the Dark: Inferno" finden. Als Beispiel. Das Spiel habe ich mir gebraucht kaufen müssen. Die PC Version ist auch nicht auf Steam. Die verbesserte PS3 Version nicht im PSN Store. Schau nach. Ein Beispiel für ein Spiel, das noch nicht soooo alt ist.
Und was ist mit Retrospielen. die Dreamcast zB. <3 Shenmue gibt es aktuell nicht neu zu kaufen. Ohne gebraucht würden hier ganze -achtung dramabutton- Kulturschätze verloren gehen. Da kann ich Nerds auf YouTube beim Let's Playen zu gucken.


Oh! Die werden übrigens als nächstes dran sein. You Tube, Justin TV, Benefiz-Speedruns...
denen wird der Arsch weggeklagt werden. Dauert nicht mehr lang. Hier stand es zuerst.
Zuletzt geändert von crewmate am 25.04.2012 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Vacruz
Beiträge: 134
Registriert: 12.06.2009 15:46
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Vacruz »

crewmate hat geschrieben:Doch. Ich habe DIRT3 gebraucht gekauft. Eben wegen dem VIP Code. Ich habe mir aber trotzdem den Tokio DLC gekauft. Und Monte Carlo steht weit oben auf meiner Liste. Mit der nächsten PSN Karte für Journey. Ich denke das Spiel ist das Geld wert, ebenso die Erweiterungen (hört sich ganz anders an als DLC). Nur eben nicht unter diesen Bedingungen.
Ok, an DLC und so weiter hatte ich dabei nicht gedacht. Sorry.
Journey wollte ich mir eigentlich auch holen, aber mir fehlen 99 Cent auf meinem PSN Konto, und dafür gleich wieder 20 Euro zahlen....hmm. Vllt wird es irgentwann ja billiger.
Benutzeravatar
3nfant 7errible
Beiträge: 5160
Registriert: 19.09.2007 12:45
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von 3nfant 7errible »

Vacruz hat geschrieben:. Wenn ich ein Spiel online kaufe und runterlade, es aber genauso viel kostet wie das selbe Produkt im Handel, bei dem aber noch Lager-/Logistkkosten anfallen, und der Einzelhandel auch noch etwas abhaben will, dann ist dieser Preis einfach unverschämt, da der Produzent eben diese Kosten nicht (oder nur im geringen Teil) hatt, und sich einen massiven Anteil als Gewinn in die eigene Tasche steckt.
Wieso bezahle ich bei Origin 60 Euro für ein Spiel, wenn ich in einem russischen Shop einen legalen Code auch für 20 bekomme?
Meiner Meinung nach wäre für ein neues PC-Spiel ein Preis zwichen 40€-50€ durchaus fair. Alles darüber halte ich für unverschämt.
Von irgentwelchen Monats-Abos halte ich überhaupt nichts.

die Preisgestaltung bei Digital-Angeboten ist nicht ganz freiwillig. Der Einzelhandel hat da ein Auge drauf und noch kann man sich nicht leisten diesen zu verprellen.

Übrigens... "fairer Preis"... Was ist denn ein fairer Preis? Für viele wäre es einfach das was sie so gerad eben bereit sind zu zahlen. Damit wäre es aber nur ein willkürlicher, aber noch lange kein fairer/angemessener Preis. Wenn man mal bedenkt, dass die Entwicklungskosten über die Jahre immer weiter gestiegen sind, während die Preise für Spiele stabil geblieben oder sogar günstiger geworden sind plus schnelleres Erreichen des Budget Niveaus plus unzählige Super Sonder Angebote dank jeder Menge leicht erreichbarer Online Shops, auch in anderen Ländern, die überall hinverschicken und und und... dann würde ich mal sagen, dass die Preise wenn überhaupt immer nur *fairer* geworden sind. ^^
Allein bei den letzten Steam Sales hätte man für relativ wenig Geld für die nächsten Jahre spielerisch ausgesorgt. Und wenn man damit fertig wäre, wäre schon ein neuer Stoss billiger Spiele fertig. Oder nigelnagelneue Spiele aus England fürn Zwanni manchmal.... wo gabs sowas früher? Früher haben SNES Spiele 120-160 DM gekostet, da konntest du wirklich ewig dein Taschengeld sparen :Blauesauge: Heute bekäme man für soviel Geld einen ganzen Batzen erstklassiger Spiele, AAA und Indy gemischt, alles was das Herz begehrt und häufig nichtmals besonders alt.
.....aber man bekommt immer noch den Hals nicht voll :D Also wirklich, die Theorie vom "fairen Preis" steht hier angesichts dieser Tatsachen eher auf dünnem Eis ^^
Benutzeravatar
Sir Richfield
Beiträge: 17249
Registriert: 24.09.2007 10:02
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar

Beitrag von Sir Richfield »

The Incredible Hojo hat geschrieben:3. Torrent und Filesharing sind nicht Bestandteil der digitalen Distribution
Für Blizzard schon. Na gut, ist ja auch nur so ein kleiner Indie Krauterladen...
Benutzeravatar
DasGraueAuge
Beiträge: 1909
Registriert: 06.10.2009 12:08
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von DasGraueAuge »

Vacruz hat geschrieben: Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Die Betonung liegt hier auf ehrlich. Ist die Welt ehrlich genug für die kundenfreundliche Lösung? Ich glaube eher nicht.
CDPR kann man (im Bezug auf TW2) nicht viel vorwerfen. Ein gutes Spiel produziert und DRM-frei zum gleichen recht günstigen Preis für alle über ihre Plattform angeboten (die Retail-Verdongelung vom Publisher aussen vor). Hätte also jeder die Chance gehabt, legal, zu jeder Zeit und von überall her zuzugreifen. Der viel geforderte Service am Kunden. Das Ende vom Lied: man hat wochenlang die illegalen Downloadcharts angeführt.
Was das für Zeichen setzt, sollte klar sein.
Benutzeravatar
Vacruz
Beiträge: 134
Registriert: 12.06.2009 15:46
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Vacruz »

Da hast du natürlich recht! Aber wie du ja schon angedeutet hast muss man den einen oder anderen Weg kennen billiger an die Spiele heran zu kommen. Wenn Eltern ihren Kindern das neueste Blockbuster-Spiel kaufen, dann importieren sie es in den seltensten Fällen aus England ;)

Ich rege mich über Preise eh nicht auf, da ich:
1. eben jene Wege kenne billig an Spiele ranzukommen
2. nur Spiele kaufe die es mir wert sind, und somit eigentlich immer das nötige Geld zur Verfügung steht.

Und die 50€/Monat kann ich mir nun wirklich noch aus dem Kreuz leiern. :)
Und dabei kaufe ich noch nicht mal jeden Monat ein Spiel^^
johndoe1238056
Beiträge: 27980
Registriert: 10.08.2011 17:57
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von johndoe1238056 »

Die ganzen Kopierschutzmechanismen haben schon zu Zeiten des Amiga nichts gebracht. Wer sich Raubkopien besorgen will, wird das auch in Zukunft noch schaffen. Diese Leute werden nie die Zielgruppe solcher Firmen werden. Da werden lieber, ohne große Not, die Käufer der Spiele mit irgendwelchen Zwangsmaßnahmen gegängelt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese Strategie langfristig erfolgreich ist und wo hier gerade SimBin als positives Beispiel genannt wurde. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, was Starforce nach der Installation von GT Legends mit meinem System angerichtet hat. Das hat eine Weile gedauert, bis der ganze Dreck wieder von der Festplatte verschwunden war.
Aber egal, was da in nächster Zeit auf mich zurauscht, dann wird eben mal eine ganze Generation an Konsolen/Spielen ausgelassen. Wird sich auch überleben lassen.
Fiddlejam
Beiträge: 843
Registriert: 23.01.2010 16:04
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Fiddlejam »

Keine regionalen Restriktionen und eine simple Altersverifikation.
Das verstößt gegen deutsches Recht, schon Steam wandelt auf einem verdammt schmalen Grat.
Die emotionale Bindung des Nutzers zu dem Werk (Geiles Spiel! Ich liebe es!) sorgt dann dafür, dass man diesen Inhalt gegen Geld bezieht, obwohl man ihn auch kostenlos bekommen würde. Oder die Fairness des Nutzers sorgt für einen Kauf, wenn der Kunde sieht, dass man ihm hier ein gutes Angebot gemacht hat.
Oh bitte, das glaubst du doch nicht ernsthaft.
The Witcher 2 wurde gecrackt.
World of Goo wurde gecrackt.
Gott, selbst das Humble Indie Bundle wurde gecrackt, dabei hätte man es für einen CENT bekommen können. Manche haben sogar die Zahlung umgangen, es auf der offiziellen Website geladen und so noch Kosten für Traffic verursacht.
So viel zu "ohne DRM wären die Angebote viel attraktiver". Falsch. Wer wirklich gegen DRM ist, crackt nicht, er verzichtet komplett auf das Produkt.
Ein Großteil der Cracker will nicht zahlen, das ist der Punkt.
Sich als Publisher unter solchen Umständen auf eine "Pay what you want"-Mentalität ein zu lassen ist blanker Irrsinn.

DAS ist die Realität des digitalen Zeitalters - die zunehmende Anonymität und scheinbare Narrenfreiheit schafft ein einziges großes Volk von Vollidioten. Das fängt mit "im Englischen schreibt man auch alles klein" an und hört mit Aktionen, die unbestreitbar illegal sind, auf.
Ich verstehe diese Frage nicht. Was meinst Du damit genau? Was wir davon haben, das muss jeder selbst entscheiden. Der eine findet es praktisch, der andere lehnt es ab, dem Dritten ist es juck. Aber sie existieren, weil das eine fundamentale Eigenschaft digitaler Information ist. Die leichte und schnelle Kopierbarkeit selbiger Information. Das muss man so akzeptieren. Das sind die Rahmenbedingungen des Digitalen Zeitalters.
Die Frage ist: Warum müssen wir es tolerieren, was bringt es uns? Etwas rein schädliches muss man nicht tolerieren, auch wenn es existiert.
Nach dieser Logik könnten wir Kinderpornographie erlauben, gehört halt zur Menschheit dazu.
Und wie du im nächsten Punkt anführst ist Moral ohnehin ein beschissener Ratgeber und da kein wirtschaftlicher Schaden entsteht...

Haltet mich für einen Troll, aber setzen wir hier doch einfach mal fort.
Warum soll eine Straftat plötzlich hinnehmbar sein und die andere nicht?
Benutzeravatar
crewmate
Beiträge: 18865
Registriert: 29.05.2007 15:16
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von crewmate »

DasGraueAuge hat geschrieben:
Vacruz hat geschrieben: Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Die Betonung liegt hier auf ehrlich. Ist die Welt ehrlich genug für die kundenfreundliche Lösung? Ich glaube eher nicht.
CDPR kann man (im Bezug auf TW2) nicht viel vorwerfen. Ein gutes Spiel produziert und DRM-frei zum gleichen recht günstigen Preis für alle über ihre Plattform angeboten (die Retail-Verdongelung vom Publisher aussen vor). Hätte also jeder die Chance gehabt, legal, zu jeder Zeit und von überall her zuzugreifen. Der viel geforderte Service am Kunden. Das Ende vom Lied: man hat wochenlang die illegalen Downloadcharts angeführt.
Was das für Zeichen setzt, sollte klar sein.
Zu deinem Pech DGA verweist CDP & gog aber auf die guten Verkaufszahlen.
Gerade eben: http://www.4players.de/4players.php/spi ... ahlen.html

Nicht nur das. Sie haben das Spiel wieder mal mit einem Update aufgewertet und sind dabei auf Kritik und Wünsche der Spieler eingegangen. Der "Enhanced Edition". Kostenlos für alle, die sich The Witcher gekauft haben. Egal wann. Egal ob online oder im Laden mit Verpackung. Egal ob gog, Steam oder Spielegeschäft.

Um das ganze (aus deiner konservativ/neoliberalen sicht) ad absurdum zu führen, bieten sie allen Käufern der Ladenversion ein Back-Up des Spiels auf gog.com an. Klar, mitdem Hintergedanken, die Leute auf die Plattform zu locken. Aber das ist eine weitere Dienstleitung ohne Nachteil für den Kunden. Für uns spieler.

Teil der "Enhanced Editon", die btw nun auch die 360 draußen ist, ist auch ein kleiner Onlinemodus. Bisschen Horde etc. Der hat keinen Onlinepass.Bild
Zuletzt geändert von crewmate am 25.04.2012 21:36, insgesamt 2-mal geändert.
Benutzeravatar
The Incredible Hojo
Beiträge: 813
Registriert: 23.03.2012 08:40
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

crewmate hat geschrieben: Auch wenn du das als BWL Student anders siehst. Es gelten meine Konditionen.
/egoismus ftw!
Oh mercy, aber ich studiere schon lange nicht mehr....
Benutzeravatar
The Incredible Hojo
Beiträge: 813
Registriert: 23.03.2012 08:40
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

Vacruz hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Es sollte um mich als ehrlichen Kunden gehen. Der der das Geld gibt. Nicht um Raubkopierer. "Kunde ist König" und so. Ich mache die Sache aber nicht mit.

Spiele mit Accountbindungen, Onlinepässen etc kaufe ich nicht. DIRT3 habe ich absichtlich gebraucht gekauft, weil ich den VIP Pass nicht unterstütze. Und auf diesen lächerlichen Matchmaking Multiplayer scheiße ich. Ich habe sogar den Tokio DLC gekauft, weil ich finde, das er der 4 euro wert ist.

Ich unterstütze mit vollen Händen Firmen wie Frictional Games, Daedalic, SimBin und Nintendo - die jetzt noch auf solche Maßnahmen verzichten. Sony hat den Onlinepass leider mit Resistance 3 eingeführt. Wenn ich das vorher gewusst hätte... Daedalic wird Stanislavs Ketten an Steam ketten. Grund für mich auf den Steamdeal zu warten und es für ein Taschengeld abzuräumen. Auf der anderen Seite habe ich seit Dezember 35 Spiele auf gog.com gekauft. Darunter auch die neueren Machinarium, Gothic 3 und bald The Whispered World. Sogar Assassins Creed interessiert mich nun ohne den PC DRM.

Ich bestimme da selbst was ich kaufe. Da mache ich keine Kompromisse. Wenn sie mir mit nem Onlinepass, Kopierschutz etc kommen, können die Vertriebe sich verpissen. Die Gründe dafür sind mir egal. Es gelten meine Konditionen.
/egoismus ftw!
Genau das habe ich vorhin gemeint!
Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Ob ich nun illegal downloade oder gebraucht kaufe, ist in dem Sinn egal, da der Entwickler in beiden Fällen keinen Cent von mir sieht.
Es ist eben nicht egal und wird nicht richtiger, wenn man es hundert Mal wiederholt:
Wenn du entscheidest, ein Spiel oder einen Entwickler mit Kaufboykott zu belegen, dann ist das als Konsument dein gutes Recht, niemand zwingt dich dieses oder jenes Spiel/Programm zu kaufen. Jetzt kommt das große ABER: Wenn du dich dazu entschlossen hast, heißt eben nicht kaufen auch nicht haben. Es sich zu saugen ist Diebstahl, denn du besorgst dir Ware, die du nicht bezahlst. Und trotz aller Komplexität und Verwirrungen, so einfach ist es manchmal. Ich verstehe jeden, der sagt, dass er sich von ubisoft oder EA kein Spiel mehr kaufen weil Spielserie vergurkt, Atmosphäre kaputt gemacht, DRM oder sonstwas, aber dann sollte man doch so konsequent sein und es ganz sein lassen. Alles andere ist ein bisschen weit Hedonismus.
Und als Kunde bestimmt man eben nicht den Preis, sondern bildet mit einer Vielzahl anderer Leute eine Preisaktzeptanz, an die sich der Verkaufspreis anpassen sollte, sofern rechenbar. Aber Wirtschaft funktioniert nicht mit dem Prinzip, dass Kunden den Preis zahlen, den sie wollen und sie für gerechtfertigt ansehen. Das müsste nämlich voraussetzen, dass Kunden alle Prozesse kennen, die auf dem Weg zum Kunden ablaufen. Und was sie kosten...
Benutzeravatar
3nfant 7errible
Beiträge: 5160
Registriert: 19.09.2007 12:45
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von 3nfant 7errible »

crewmate hat geschrieben:
DasGraueAuge hat geschrieben:
Vacruz hat geschrieben: Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Die Betonung liegt hier auf ehrlich. Ist die Welt ehrlich genug für die kundenfreundliche Lösung? Ich glaube eher nicht.
CDPR kann man (im Bezug auf TW2) nicht viel vorwerfen. Ein gutes Spiel produziert und DRM-frei zum gleichen recht günstigen Preis für alle über ihre Plattform angeboten (die Retail-Verdongelung vom Publisher aussen vor). Hätte also jeder die Chance gehabt, legal, zu jeder Zeit und von überall her zuzugreifen. Der viel geforderte Service am Kunden. Das Ende vom Lied: man hat wochenlang die illegalen Downloadcharts angeführt.
Was das für Zeichen setzt, sollte klar sein.
Zu deinem Pech DGA verweist CDP & gog aber auf die guten Verkaufszahlen.
Gerade eben: http://www.4players.de/4players.php/spi ... ahlen.html

Nicht nur das. Sie haben das Spiel wieder mal mit einem Update aufgewertet und sind dabei auf Kritik und Wünsche der Spieler eingegangen. Der "Enhanced Edition". Kostenlos für alle, die sich The Witcher gekauft haben. Egal wann. Egal ob online oder im Laden mit Verpackung. Egal ob gog, Steam oder Spielegeschäft.

Um das ganze (aus deiner konservativ/neoliberalen sicht) ad absurdum zu führen, bieten sie allen Käufern der Ladenversion ein Back-Up des Spiels auf gog.com an. Klar, mitdem Hintergedanken, die Leute auf die Plattform zu locken. Aber das ist eine weitere Dienstleitung ohne Nachteil für den Kunden. Für uns spieler.

Teil der "Enhanced Editon", die btw nun auch die 360 draußen ist, ist auch ein kleiner Onlinemodus. Bisschen Horde etc. Der hat keinen Onlinepass. Liegt vermutlich an den sozialisten Wurzeln. Die hben das noch nicht so drauf mit dem Turbokapitalismus. Diese blöden Polen. Bild

Ich weiss ehrlich gesagt nicht ob und inwiefern man das jetzt als Beispiel oder Beweis für irgendwas hernehmen könnte..... ich mein, es gibt eine Reihe von DRM verseuchten, mit jeder Menge kostenpflichtigen DLC zugepflasterten Spiele, die sich doppelt und dreifach verkaufen. Was würde uns das dann im Endeffekt sagen? Dass DRM doch wirkt und besser ist für die Publisher?

Verkaufszahlen als Beweis für irgendwas zu nehmen halte ich in den meisten Fällen für eher ungeeignet, da es einfach zu viele Beispiele und Gegen-Beispiele gibt, die in alle mögliche Richtungen verlaufen als das man da auch nur irgendeine Regel herleiten könnte.
Benutzeravatar
crewmate
Beiträge: 18865
Registriert: 29.05.2007 15:16
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von crewmate »

Weder noch, Scipione. Bleiben wir doch bei den Fakten. Konkreten Aussagen und Taten.

Nochmal zurück zum Link:
http://www.4players.de/4players.php/spi ... ahlen.html
Hier ist er noch einmal. CDPR werden ihre kundenfreundliche Strategie nicht ändern. Ich will das solche Fälle registiert werden. Das es neben der restriktiven Haltung von EA, Ubisoft und Capcom auch anders geht. Und erfolgreich.

Was du hier als Argument für eine Kundenfeindliche Geschäftspraktik nennst, ist für das angesprochene Unternehmen kein Thema. Weil hier zumindest nach außen hin die zahlenden Kunden zählen. Selbst wenn es hinter den Kulissen anders läuft. Es werden keine Maßnahmen ergriffen. Weder werden die gog Veröffentlichungen eingeschränkt. Noch die xbox 360 Version von The Witcher 2. Kein Onlinepass für den Onlinemodus. Keine weggesperrte Enhanced Edition, die man per Code freischalten muss.

CDP/R sind auch kein Wohlfahrtsverein. Sie sind auch eine Firma. Kein EA oder Valve Kaliber. Aber gerade ein kleineres Unternehmen sollte doch an Gewinnmaximierung interessiert sein, um sich über Wasser halten zu können. Und trotzdem gibt es keine Maßnahmen. Kein DRM. Kein weggesperrte Inhalte.

Die letzten 3 Sätze meines vorigen Posts habe ich selbst gelöscht. Sie sind absolut nicht angemessen.
The Incredible Hojo hat geschrieben:
Vacruz hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Es sollte um mich als ehrlichen Kunden gehen. Der der das Geld gibt. Nicht um Raubkopierer. "Kunde ist König" und so. Ich mache die Sache aber nicht mit.

Spiele mit Accountbindungen, Onlinepässen etc kaufe ich nicht. DIRT3 habe ich absichtlich gebraucht gekauft, weil ich den VIP Pass nicht unterstütze. Und auf diesen lächerlichen Matchmaking Multiplayer scheiße ich. Ich habe sogar den Tokio DLC gekauft, weil ich finde, das er der 4 euro wert ist.

Ich unterstütze mit vollen Händen Firmen wie Frictional Games, Daedalic, SimBin und Nintendo - die jetzt noch auf solche Maßnahmen verzichten. Sony hat den Onlinepass leider mit Resistance 3 eingeführt. Wenn ich das vorher gewusst hätte... Daedalic wird Stanislavs Ketten an Steam ketten. Grund für mich auf den Steamdeal zu warten und es für ein Taschengeld abzuräumen. Auf der anderen Seite habe ich seit Dezember 35 Spiele auf gog.com gekauft. Darunter auch die neueren Machinarium, Gothic 3 und bald The Whispered World. Sogar Assassins Creed interessiert mich nun ohne den PC DRM.

Ich bestimme da selbst was ich kaufe. Da mache ich keine Kompromisse. Wenn sie mir mit nem Onlinepass, Kopierschutz etc kommen, können die Vertriebe sich verpissen. Die Gründe dafür sind mir egal. Es gelten meine Konditionen.
/egoismus ftw!
Genau das habe ich vorhin gemeint!
Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Ob ich nun illegal downloade oder gebraucht kaufe, ist in dem Sinn egal, da der Entwickler in beiden Fällen keinen Cent von mir sieht.
Es ist eben nicht egal und wird nicht richtiger, wenn man es hundert Mal wiederholt:
Wenn du entscheidest, ein Spiel oder einen Entwickler mit Kaufboykott zu belegen, dann ist das als Konsument dein gutes Recht, niemand zwingt dich dieses oder jenes Spiel/Programm zu kaufen. Jetzt kommt das große ABER: Wenn du dich dazu entschlossen hast, heißt eben nicht kaufen auch nicht haben. Es sich zu saugen ist Diebstahl, denn du besorgst dir Ware, die du nicht bezahlst. Und trotz aller Komplexität und Verwirrungen, so einfach ist es manchmal. Ich verstehe jeden, der sagt, dass er sich von ubisoft oder EA kein Spiel mehr kaufen weil Spielserie vergurkt, Atmosphäre kaputt gemacht, DRM oder sonstwas, aber dann sollte man doch so konsequent sein und es ganz sein lassen. Alles andere ist ein bisschen weit Hedonismus.
Und als Kunde bestimmt man eben nicht den Preis, sondern bildet mit einer Vielzahl anderer Leute eine Preisaktzeptanz, an die sich der Verkaufspreis anpassen sollte, sofern rechenbar. Aber Wirtschaft funktioniert nicht mit dem Prinzip, dass Kunden den Preis zahlen, den sie wollen und sie für gerechtfertigt ansehen. Das müsste nämlich voraussetzen, dass Kunden alle Prozesse kennen, die auf dem Weg zum Kunden ablaufen. Und was sie kosten...
Nicht direkt. Aber es gibt hier genug Leute, die nur auf den Steamdeal zu dem warten. Oder auf die GotY bzw Ultimate Edition zu dem Rollenspiel die alle Patches und alle DLCs mit drauf hat. Preissenkungen bei diversen Spielen. Gerade bei 3rd Party Spielen auf der Wii.

Bei dem Punkt, das Spiel wegen dem und dem Grund nicht zu kaufen und es stattdessen zu ziehen, kann ich nur kopfschütteln. Ihr zeigt damit doch nur, das dass Spiel trotz all der mängel trotzdem spielenswert ist. Das einzige Signal hierbei, das bei den Vertrieben und Entwicklern ankommt, ist aber, das dass Spiel raubkopiert wurde. Die Gründe spielen für Riccotello, Kotick, Guillmont und co keine Rolle. Raubkopien sind die Entschuldigung, weitere kundenfeindliche Maßnahmen zu ergreifen. Da seit ihr Raubkopierer dann mitschuld.

Wendet eure Aufmerksamkeit, Zeit und Geld doch lieber Spielen, die es wert sind, gespielt zu werden. Die gibt es immer.
Zuletzt geändert von crewmate am 25.04.2012 22:17, insgesamt 2-mal geändert.
Benutzeravatar
Mr.Freaky
Beiträge: 736
Registriert: 01.12.2008 16:00
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Mr.Freaky »

Hmm...das mit dem Boykott erinnert mich an einen Kumpel:"ME3 hat Origin? Dann werd ich es nichtmal runterladen!" :)
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Kajetan »

Fiddlejam hat geschrieben:...
Du verstehst es immer noch nicht.

Es ist SCHEISSEGAL, ob es Kopien gibt. VOLLKOMMEN SCHEISSEGAL!

Entscheidend ist nur, wieviele Leute Geld ausgeben. Und das tun genügend Leute, so dass alle gut davon leben können. Die Verwerter und die Urheber. Das ist das einzige, was hier wichtig ist. Geld. Umsatz. Wie ich viel Geld mit viel Umsatz mache, in dem ich Inhalte so anbiete, dass möglichst viele Leute zugreifen. Nämlich bequem, günstig, einfach. Steam ist so ein Beispiel. Andere Plattformen haben es verstanden. MP3s auf Amazon, auf iTunes. Werbefinanziertes Streamen von Filmen auf Hulu.com, wo man mittlerweile die kräftige Unterstützung der US-Filmindustrie hat.

Was man leider nicht in Deutschland nutzen kann, weswegen es ja auch Kino.to und Nachfolger gibt.

Kopien interessieren nur Leute, die ein moralisches Problem damit haben und sich damit selbst das Leben schwer und kompliziert machen.