IxAxUx 1 hat geschrieben:Heruwath hat geschrieben:
Warum zieht die Logik nicht? Hat sich der Vollzeitsoldat nicht freiwillig dazu entschieden sein ganzes Leben ein Soldat zu sein? Wenn die so scharf darauf sind ein sicheres Einkommen und ein finanzierte Ausbildung zu haben und bereit waren die Risiken einzugehen, wieso sind sie nicht selber in ihrer Lage Schuld? Genauso ist es mit den Polizisten. Die haben von sich aus ihre Arbeit ausgesucht, wohlwissend dass es gefährlich ist. Wenn ich eine Waffe in die Hand nehme, dann sollte ich nicht meckern, dass ich dadurch eine höhere Chance habe durch eine Kugel zu sterben.
Ja die wollten unbedingt Soldaten und Polizisten sein, selber schuld. Klingt hart, etnspricht aber der Wahrheit.
Zunächsteinmal ist man nicht für ewig Soldat, meist sogar nur für ein paar Jährchen. An ihrer Lage sind sie auch nicht Schuld, zumindest nicht in dem Maße wie du es denkst. Klar, sie haben sich für die Bundeswehr entschieden. Aber warum? Meist, weil sie einfach nur Jung und naiv sind. Mit höherem Alter darf man sowieso nicht mehr in die Bundeswehr eintreten. Ich glaube bei einem Alter von maximal um die 24 ist Schluss. Zweitens ist es doch nunmal so, dass nur wenige der Bundeswehrsoldaten wirklich ins Ausland geschickt werden und dort Kampfeinsätze machen müssen, im Vergleich zu der Anzahl Soldaten, die hier ihren Dienst absolvieren. Da trifft es einen jungen Mann dann doch sehr, dass er einer der wenigen ist, die plötzlich nach Afghanistan geschickt werden. Genausowenig kannst du einen gerade mal Volljährigen Menschen nicht dafür verantwortlich machen, dass er bei seinem Eintritt in die Bundeswehr nicht wusste, dass er, sollte er tatsächlich nach Afghanistan gehen müssen, nur sehr dürftig und mehr schlecht als recht von seinem Arbeitgeber ausgerüstet und ausgebildet wird. Es gibt immer etwas, das man im Nachinein besser weiß. Auch die politische Lage konnte kein Soldat vorhersehen, beziehungsweise mit dieser Abgebrühtheit der Politik rechenen: Afghanistan gilt nicht als Krieg, Soldaten haben eine totale Unsicherheit, was nun erlaubt ist und was nicht und wie sie nun auf Angriffe reagieren dürfen und wie nicht. Alles dinge, mit denen kein angehender Soldat rechnen konnte.
Tatsache ist und bleibt auch, dass Soldaten auch nur Menschen sind. Ein toter Soldat ist zunächsteinmal auch ein toter Mensch. Da Soldaten aber offiziell unser Land verteidigen und der Bundesrepublik dienen, ist es doch angebracht, wenn einem toten Soldat die letzte Ehre erwiesen wird und der Staat um ihn trauert. Alle, der Staat, der Soldat selbst, seine Angehörigen, die Bevölkerung, einfach alle wissen, dass ein Soldat getötet werden kann, wenn er in den Kampf zieht. Das sollte aber nicht heißen, dass man den Tod des Soldaten unberührt hinnehmen sollte. Oder gar ihm "(selbst) Schuld" gibt.
Ich denke: Zum Glück gibt es Menschen, die sich für etwas verpflichtet fühlen. Menschen, die sich für einen Beruf berufen fühlen. Menschen, die einen Beruf ausführen, von dem sie wissen, dass er Lebensgefährlich ist ... und sei es nur, weil sie Geld wollen. Denn egal aus welchen dieser Motive sie ihn ausführen: Hauptsache sie führen ihn aus!
Ohne diese Menschen, denen du einfach das Wort "Schuld" zuschiebst, gäbe es keine Polizisten, Rettungsschwimmer, Feuerwehrleute, Katastrophenhelfer, Ärtze und Hilfsorganisatoren in Krisengebieten, Journalisten, die uns aus Katastrophen- und Kriegsgebieten berichten und eben Soldaten und noch viele mehr.
EDIT: Nicht zu vergessen die Leute der Bergwacht (ich als Norddeutscher kam natürlich nur auf Rettungsschwimmer) und diejenegen, die beschädigte Starkstromkabel in den Strommasten kontrollieren und eventuel reparieren (einer gefährlichsten Berufe weltweit).
Heißt Schuld zuweisen auch gleichzeitig verachten? Ich respektiere Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmänner sehr. Sie retten Leben, sie beschützen uns falls es drauf ankommt. Am liebsten würde ich sie richtig ausrüsten, wenn ich die Möglichkeit hätte. Ich respektiere ihren Mut und bin ihnen sehr dankbar für das was sie für mich tun.
Trotzdem vertrete ich die Meinung, dass die größte Schuld beim Entscheider liegt. Hätte sich ein Mensch nicht verpflichtet, dann würde er keine Waffe tragen, dann liefe er nicht gefahr einer der Wenigen zu sein, welche in Afghanistan stationiert sind. Ihn würde nicht die schlechte Ausrüstung von Soldaten betreffen. Die meisten der Punkte würde für ihn persönlich entfallen. Ja sie waren Jung und naiv, aber das soll sie komplett schuldfrei sprechen? Klar der Staat rüstet sie nicht richtig aus, warum haben sie sich dann entschieden ihm zu dienen? Willst du mir sagen, dass sie das alles nicht erwartet hätten? Sie hoffen auf eine richtige Ausbildung, auf ein ausreichende Ausrüstung und Verpflegung, darauf nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Haben sie wirklich kein einziges Mal daran gedacht, dass es anders laufen könnte? Jederzeit. Die komplete Schulzeit wird uns beigebracht wie mies und schrecklich ein Krieg ist, wieviele Tote es immer dabei gibt. Wie Hitler durch seinen Blitzkrieg tausende Menschen in Russland erfrieren lassen hat, weil er sie nicht richtig ausgerüstet hat. Oder wie die Russen Menschen als Kanonefutter verschleudert haben. Wie die Amis mit Atomwaffen hunderttausende Zivilisten hingerichtet haben. Anscheinend hoffen sie auf etwas, auf das man am besten überhaupt keine Hoffnung legen sollte. Der Mensch. Wenn ich mich bereit erkläre etwas gefährliches zu machen, dann sollte ich nicht im Schatten dieser Gefahr anderen die Schuld dafür geben, dass ich jetzt und hier unter diesen Bedingungen bin.
Wieso verachten die Angehörigen dieser respektvollen Männer und Frauen ein Spiel und den dazugehörigen Entwickler? Sind es nicht die Entwickler, Publisher und Gamer welche Steuern zahlen. Ist es nicht jedes verkaufte Exemplar eines Spieles, welches Geld für den Staat einbringt. Geld welches für Soldaten, Polizisten und andere im Dienste des Staates gedacht ist? Ist es wiederwertig, wenn ich mit dem Kauf dieses Spiels dazu beitragen möchte, dass es den Soldaten besser geht?
Es ist wiederwertig überhaupt Menschen sterben zu lassen, oder Krieg zu führen. Da ist MOH ein Tropfen Wasser auf heißem Stein und es gibt tausende von medialen Werken über welche sich Niemand aufregt. Alle beschreiben sie wie cool die Szene in Saw XY war wo ein Mensch brutal hingerichtet wird. Oder wie genial Silvester Stallone 96 Menschen innerhalb von 90 min. abschlachtet. Wer kann mir sagen was schlimmer ist?
Edit: Ist jemandem schon mal aufgefallen, dass der Film The Expendables damit geworben wird wieviele Menschen die Haptdarsteller in ihrer Filmgeschichte getöten haben?
@Wulgaru: Ja sie können nichts für die Probleme, welche in der Bundeswehr herrschen. Aber sie können was dafür, dass diese Probleme sie direkt betreffen