Medal of Honor - Kritik von der Bundeswehr und aus England

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-Wiseman-
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Re: ...

Beitrag von -Wiseman- »

n!cker hat geschrieben:
schließlich seien die Taliban dafür "verantwortlich, dass Kinder ihre Väter und Frauen ihre Ehemänner verloren hätten".
achso und die amis sind natürlich nicht dafür verantworltich, dass die Frauen und kinder der Taliban ihre Väter verlieren...
ja, das wollte ich gerade auch schreiben ^^

doppelmoral und unsinn
kein nerd
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Beitrag von kein nerd »

IxAxUx 1 hat geschrieben:
Heruwath hat geschrieben: Warum zieht die Logik nicht? Hat sich der Vollzeitsoldat nicht freiwillig dazu entschieden sein ganzes Leben ein Soldat zu sein? Wenn die so scharf darauf sind ein sicheres Einkommen und ein finanzierte Ausbildung zu haben und bereit waren die Risiken einzugehen, wieso sind sie nicht selber in ihrer Lage Schuld? Genauso ist es mit den Polizisten. Die haben von sich aus ihre Arbeit ausgesucht, wohlwissend dass es gefährlich ist. Wenn ich eine Waffe in die Hand nehme, dann sollte ich nicht meckern, dass ich dadurch eine höhere Chance habe durch eine Kugel zu sterben.

Ja die wollten unbedingt Soldaten und Polizisten sein, selber schuld. Klingt hart, etnspricht aber der Wahrheit.
Zunächsteinmal ist man nicht für ewig Soldat, meist sogar nur für ein paar Jährchen. An ihrer Lage sind sie auch nicht Schuld, zumindest nicht in dem Maße wie du es denkst. Klar, sie haben sich für die Bundeswehr entschieden. Aber warum? Meist, weil sie einfach nur Jung und naiv sind. Mit höherem Alter darf man sowieso nicht mehr in die Bundeswehr eintreten. Ich glaube bei einem Alter von maximal um die 24 ist Schluss. Zweitens ist es doch nunmal so, dass nur wenige der Bundeswehrsoldaten wirklich ins Ausland geschickt werden und dort Kampfeinsätze machen müssen, im Vergleich zu der Anzahl Soldaten, die hier ihren Dienst absolvieren. Da trifft es einen jungen Mann dann doch sehr, dass er einer der wenigen ist, die plötzlich nach Afghanistan geschickt werden. Genausowenig kannst du einen gerade mal Volljährigen Menschen nicht dafür verantwortlich machen, dass er bei seinem Eintritt in die Bundeswehr nicht wusste, dass er, sollte er tatsächlich nach Afghanistan gehen müssen, nur sehr dürftig und mehr schlecht als recht von seinem Arbeitgeber ausgerüstet und ausgebildet wird. Es gibt immer etwas, das man im Nachinein besser weiß. Auch die politische Lage konnte kein Soldat vorhersehen, beziehungsweise mit dieser Abgebrühtheit der Politik rechenen: Afghanistan gilt nicht als Krieg, Soldaten haben eine totale Unsicherheit, was nun erlaubt ist und was nicht und wie sie nun auf Angriffe reagieren dürfen und wie nicht. Alles dinge, mit denen kein angehender Soldat rechnen konnte.
Tatsache ist und bleibt auch, dass Soldaten auch nur Menschen sind. Ein toter Soldat ist zunächsteinmal auch ein toter Mensch. Da Soldaten aber offiziell unser Land verteidigen und der Bundesrepublik dienen, ist es doch angebracht, wenn einem toten Soldat die letzte Ehre erwiesen wird und der Staat um ihn trauert. Alle, der Staat, der Soldat selbst, seine Angehörigen, die Bevölkerung, einfach alle wissen, dass ein Soldat getötet werden kann, wenn er in den Kampf zieht. Das sollte aber nicht heißen, dass man den Tod des Soldaten unberührt hinnehmen sollte. Oder gar ihm "(selbst) Schuld" gibt.

Ich denke: Zum Glück gibt es Menschen, die sich für etwas verpflichtet fühlen. Menschen, die sich für einen Beruf berufen fühlen. Menschen, die einen Beruf ausführen, von dem sie wissen, dass er Lebensgefährlich ist ... und sei es nur, weil sie Geld wollen. Denn egal aus welchen dieser Motive sie ihn ausführen: Hauptsache sie führen ihn aus!
Ohne diese Menschen, denen du einfach das Wort "Schuld" zuschiebst, gäbe es keine Polizisten, Rettungsschwimmer, Feuerwehrleute, Katastrophenhelfer, Ärtze und Hilfsorganisatoren in Krisengebieten, Journalisten, die uns aus Katastrophen- und Kriegsgebieten berichten und eben Soldaten und noch viele mehr.
Also ich muss dir ganz erlich sagen das ich deiner Aussage nicht ganz zustimmen kann. Ich bin damals mit 18 zur BW gegangen und war mir durchaus bewusst das ich in die Lage kommen kann in den Einsatz geschickt zu werden. Damals war allerdings noch der SFOR Einsatz in Bosnien aktuell. 2001, nach gut 2 Jahren beim Bund, ging es dann auch für uns in den Einsatz. Allerdings mussten wir in den grad aktuellen KFOR Einsatz in den KOSOVO. Am 11.09.2001 befanden wir uns grad in der Vorbereitung für den Einsatz, der im November los ging, und du kannst dir gar nicht vorstellen was innerhalb der NATO los war. Dort wurde von Verlegung des Einsatzes geredet und bla bla bla...Anfang 2002 ging dann der Krieg und der Einsatz in Afghanistan los und JEDER wirklich JEDER Soldat in unserer Einheit sagte sofort das dort die ersten Deutschen im Kampf sterben würden. Soll auch heissen das Afghanistan nicht erst seid den toten Soldaten ein Thema ist. Sondern immerhin schon seid über 8 jahren.

Um nochmal auf das Wissen zurück zu kommen. Die Einsätze der Bundeswehr sind mittlerweile so durch die Medien gegangen das wirklich jedem bewusst sein sollte das es dort nicht nur darum geht seinen Dienst auf einer Arschbacke abzusitzen. Da ich mich als SaZ für die damalige Unteroffizierslaufbahn beworben habe musste ich sogar einen 3 Tägigen einstellungstest durchführen bei dem man unteranderem ein gespräch mit einem Psychologen abhält der einen genau zu solchen Themen befragt und abschätzen kann wie naiv ein mensch und wie geeignet man für die BW ist. Allerdings weiss ich auch das viele Soldaten innerhalb der Truppe für solche Einsätze angeworben werden ohne solche Gespräche.

Der ISAF Einsatz, und da sehe ich das Problem in Afghanistan, ist/war es für die BW immer ein humanitärer Friedenseinsatz(ähnlich SFOR, KFOR) und genau da liegt der Fehler. Denn die Einsätze sind grundverschieden. Soldaten wurden nicht genug bzw. nicht richtig vorbereitet. Wenn man nicht bei einer Kampfkompanie ist hat man gar nicht genug Erfahrung bzw. die richtige Ausbildung um reagieren zu können. Desweiteren ist die Ausrüstung der Bundeswehr ein Witz. Aber wie gesagt...das ist alles nicht erst seid dem tragischen Tot der Soldaten bekannt.

Ich gebe dir recht mit der Aussage das ein toter Soldat auch ein mensch ist und man ihn mit respekt behandeln sollte. Und das man auch die Angehörigen mit Respekt behandeln sollte. Allerdings was ist denn mit den Angehörigen der Gegenseite. Sollte man diese nicht mit respekt behandeln und auf sie spucken? Ich denke nein...aber trotzdem interessiert es niemanden wenn in zig Shootern Moslems niedergemetzelt werden. Und das ärgert mich persönlich...solange man doch die "bösen" erschiesst ist das ok aber ja keinen der "guten"??? In meinen Augen ist das eine hässlige Doppelmoral die jeder "Zocker" mal hinterfragen sollte...
Adonnay
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Beitrag von Adonnay »

Absolut scheinheilig.

In fast allen gängigen Shootern (Modern Warefare, Battlefield) ist irgendeine Form von Islamist vertreten. Der einzige Unterschied ist, dass sie jetzt Taliban genannt werden und eben nicht nur islamistischer Extremist.
tamberlane
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Beitrag von tamberlane »

Wulgaru hat geschrieben: Schon einmal darüber nachgedacht das die meisten sich verpflichten wenn sie direkt aus der Schule kommen, mit 18,19,20? Ich glaube nicht das man da schon all die Konsequenzen überblickt die du als "selber Schuld" voraussetzt. Wenn man dann mit Mitte 20 tatsächlich fertig ausgebildet ist und ein eventueller Kriegseinsatz ansteht, hat sich die Einstellung mutmaßlich völlig verändert. Vielleicht hat man Familie, vielleicht erkennt man die Konsequenzen besser usw.

Und ja diesen Sinneswandel sollte man auch Berufssoldaten zugestehen, kaum ein Mensch kann dir sagen wie er in fünf Jahren ist und was er dann denkt. Daher finde ich es sehr sehr oberflächlich zu sagen "Er hat mit den Konsequenzen rechnen müssen". Zudem verpflichtet sich niemand ein ganzes Leben ein Soldat zu sein, dass läuft doch etwas befristeter ab. :wink:
1.) Kein Grundwehrdienstleistender wird auf Teufel komm raus nach Afghanistan geschickt
2.) Ich spreche auch 18 Jährigen die nötige Intelligenz zu, zu überblicken dass man als Soldat im Kriegsfall auch selbst sterben kann. Diese Wahrscheinlichkeit ist umso höher, wenn man sich tatsächlich im Einsatz befindet. Wenn das bei manchen nicht der Fall sein sollte, haben die nach "Survival-of-the-fittest" auf dieser Erde sowieso nichts verloren.
3.) Es ist nicht "oberflächlich", es ist realistisch. Man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Wer Soldat wird hat das so gewollt - mit allen dazugehörigen Risiken. Ob du das begreifst oder nicht ist völlig irrelevant.
Heruwath
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Beitrag von Heruwath »

IxAxUx 1 hat geschrieben:
Heruwath hat geschrieben: Warum zieht die Logik nicht? Hat sich der Vollzeitsoldat nicht freiwillig dazu entschieden sein ganzes Leben ein Soldat zu sein? Wenn die so scharf darauf sind ein sicheres Einkommen und ein finanzierte Ausbildung zu haben und bereit waren die Risiken einzugehen, wieso sind sie nicht selber in ihrer Lage Schuld? Genauso ist es mit den Polizisten. Die haben von sich aus ihre Arbeit ausgesucht, wohlwissend dass es gefährlich ist. Wenn ich eine Waffe in die Hand nehme, dann sollte ich nicht meckern, dass ich dadurch eine höhere Chance habe durch eine Kugel zu sterben.

Ja die wollten unbedingt Soldaten und Polizisten sein, selber schuld. Klingt hart, etnspricht aber der Wahrheit.
Zunächsteinmal ist man nicht für ewig Soldat, meist sogar nur für ein paar Jährchen. An ihrer Lage sind sie auch nicht Schuld, zumindest nicht in dem Maße wie du es denkst. Klar, sie haben sich für die Bundeswehr entschieden. Aber warum? Meist, weil sie einfach nur Jung und naiv sind. Mit höherem Alter darf man sowieso nicht mehr in die Bundeswehr eintreten. Ich glaube bei einem Alter von maximal um die 24 ist Schluss. Zweitens ist es doch nunmal so, dass nur wenige der Bundeswehrsoldaten wirklich ins Ausland geschickt werden und dort Kampfeinsätze machen müssen, im Vergleich zu der Anzahl Soldaten, die hier ihren Dienst absolvieren. Da trifft es einen jungen Mann dann doch sehr, dass er einer der wenigen ist, die plötzlich nach Afghanistan geschickt werden. Genausowenig kannst du einen gerade mal Volljährigen Menschen nicht dafür verantwortlich machen, dass er bei seinem Eintritt in die Bundeswehr nicht wusste, dass er, sollte er tatsächlich nach Afghanistan gehen müssen, nur sehr dürftig und mehr schlecht als recht von seinem Arbeitgeber ausgerüstet und ausgebildet wird. Es gibt immer etwas, das man im Nachinein besser weiß. Auch die politische Lage konnte kein Soldat vorhersehen, beziehungsweise mit dieser Abgebrühtheit der Politik rechenen: Afghanistan gilt nicht als Krieg, Soldaten haben eine totale Unsicherheit, was nun erlaubt ist und was nicht und wie sie nun auf Angriffe reagieren dürfen und wie nicht. Alles dinge, mit denen kein angehender Soldat rechnen konnte.
Tatsache ist und bleibt auch, dass Soldaten auch nur Menschen sind. Ein toter Soldat ist zunächsteinmal auch ein toter Mensch. Da Soldaten aber offiziell unser Land verteidigen und der Bundesrepublik dienen, ist es doch angebracht, wenn einem toten Soldat die letzte Ehre erwiesen wird und der Staat um ihn trauert. Alle, der Staat, der Soldat selbst, seine Angehörigen, die Bevölkerung, einfach alle wissen, dass ein Soldat getötet werden kann, wenn er in den Kampf zieht. Das sollte aber nicht heißen, dass man den Tod des Soldaten unberührt hinnehmen sollte. Oder gar ihm "(selbst) Schuld" gibt.

Ich denke: Zum Glück gibt es Menschen, die sich für etwas verpflichtet fühlen. Menschen, die sich für einen Beruf berufen fühlen. Menschen, die einen Beruf ausführen, von dem sie wissen, dass er Lebensgefährlich ist ... und sei es nur, weil sie Geld wollen. Denn egal aus welchen dieser Motive sie ihn ausführen: Hauptsache sie führen ihn aus!
Ohne diese Menschen, denen du einfach das Wort "Schuld" zuschiebst, gäbe es keine Polizisten, Rettungsschwimmer, Feuerwehrleute, Katastrophenhelfer, Ärtze und Hilfsorganisatoren in Krisengebieten, Journalisten, die uns aus Katastrophen- und Kriegsgebieten berichten und eben Soldaten und noch viele mehr.

EDIT: Nicht zu vergessen die Leute der Bergwacht (ich als Norddeutscher kam natürlich nur auf Rettungsschwimmer) und diejenegen, die beschädigte Starkstromkabel in den Strommasten kontrollieren und eventuel reparieren (einer gefährlichsten Berufe weltweit).
Heißt Schuld zuweisen auch gleichzeitig verachten? Ich respektiere Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmänner sehr. Sie retten Leben, sie beschützen uns falls es drauf ankommt. Am liebsten würde ich sie richtig ausrüsten, wenn ich die Möglichkeit hätte. Ich respektiere ihren Mut und bin ihnen sehr dankbar für das was sie für mich tun.

Trotzdem vertrete ich die Meinung, dass die größte Schuld beim Entscheider liegt. Hätte sich ein Mensch nicht verpflichtet, dann würde er keine Waffe tragen, dann liefe er nicht gefahr einer der Wenigen zu sein, welche in Afghanistan stationiert sind. Ihn würde nicht die schlechte Ausrüstung von Soldaten betreffen. Die meisten der Punkte würde für ihn persönlich entfallen. Ja sie waren Jung und naiv, aber das soll sie komplett schuldfrei sprechen? Klar der Staat rüstet sie nicht richtig aus, warum haben sie sich dann entschieden ihm zu dienen? Willst du mir sagen, dass sie das alles nicht erwartet hätten? Sie hoffen auf eine richtige Ausbildung, auf ein ausreichende Ausrüstung und Verpflegung, darauf nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Haben sie wirklich kein einziges Mal daran gedacht, dass es anders laufen könnte? Jederzeit. Die komplete Schulzeit wird uns beigebracht wie mies und schrecklich ein Krieg ist, wieviele Tote es immer dabei gibt. Wie Hitler durch seinen Blitzkrieg tausende Menschen in Russland erfrieren lassen hat, weil er sie nicht richtig ausgerüstet hat. Oder wie die Russen Menschen als Kanonefutter verschleudert haben. Wie die Amis mit Atomwaffen hunderttausende Zivilisten hingerichtet haben. Anscheinend hoffen sie auf etwas, auf das man am besten überhaupt keine Hoffnung legen sollte. Der Mensch. Wenn ich mich bereit erkläre etwas gefährliches zu machen, dann sollte ich nicht im Schatten dieser Gefahr anderen die Schuld dafür geben, dass ich jetzt und hier unter diesen Bedingungen bin.

Wieso verachten die Angehörigen dieser respektvollen Männer und Frauen ein Spiel und den dazugehörigen Entwickler? Sind es nicht die Entwickler, Publisher und Gamer welche Steuern zahlen. Ist es nicht jedes verkaufte Exemplar eines Spieles, welches Geld für den Staat einbringt. Geld welches für Soldaten, Polizisten und andere im Dienste des Staates gedacht ist? Ist es wiederwertig, wenn ich mit dem Kauf dieses Spiels dazu beitragen möchte, dass es den Soldaten besser geht?

Es ist wiederwertig überhaupt Menschen sterben zu lassen, oder Krieg zu führen. Da ist MOH ein Tropfen Wasser auf heißem Stein und es gibt tausende von medialen Werken über welche sich Niemand aufregt. Alle beschreiben sie wie cool die Szene in Saw XY war wo ein Mensch brutal hingerichtet wird. Oder wie genial Silvester Stallone 96 Menschen innerhalb von 90 min. abschlachtet. Wer kann mir sagen was schlimmer ist?

Edit: Ist jemandem schon mal aufgefallen, dass der Film The Expendables damit geworben wird wieviele Menschen die Haptdarsteller in ihrer Filmgeschichte getöten haben?

@Wulgaru: Ja sie können nichts für die Probleme, welche in der Bundeswehr herrschen. Aber sie können was dafür, dass diese Probleme sie direkt betreffen
Zuletzt geändert von Heruwath am 25.08.2010 11:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

tamberlane hat geschrieben: 1.) Kein Grundwehrdienstleistender wird auf Teufel komm raus nach Afghanistan geschickt
Und genau um diesen Punkt ging es in der Diskussion zwischen Heruwath und mir. Lies bitte auch meinen nachfolgenden Post durch. Es hat nichts mit begreifen zu tun, es hat etwas mit der Fähigkeit zu tun sich auch einmal in andere Menschen hineinzuversetzen, auch Toleranz genannt. Ich glaube euch gerne das ihr mit 18 schon einen Überblick über euer künftiges Leben habt, dass dürft ihre aber nicht auf die gesamte restliche Menschheit übertragen. Meine eigene Erfahrung verläuft da eher gegenteilig.

Weiterhin bedeutet Soldat werden wie du auch richtig erkennst , nicht gleich das man Lust hat nach Afghanistan zu gehen. Es ist eine mögliche, verhältnismäßig sogar unwahrscheinliche Konsequenz dieser Entscheidung. Darum geht es mir aber auch gar nicht. Nur weil sich ein Soldat bewusst oder unbewusst für etwas entschieden hat, könnt ihr doch nicht daraus ableiten: "Der Soldat ist... "(in dem Falle selber Schuld) als wenn er eine einheitliche Drohne wäre, dass sind Menschen wie du und ich, denen genau der gleiche Respekt zusteht.

Ich habe in meinem nachfolgenden Post einige der Probleme angerissen, mit denen deutsche Soldaten gerade zu ackern habe. Für diese Probleme können sie nichts und konnten daher sicherlich auch mit 18 noch nicht abgesehen werden.
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Fa1n
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Beitrag von Fa1n »

Jaja damals als die Russen einmarschiert sind, da waren die Taliban noch Freiheitskämpfer und wurden von den Amerikanern gefeiert wie die Taliban so tapfer ihr Land gegen die Russen verteidigt haben. Aber kaum kommen die Amerikaner nach Afghanistan sind die Taliban plötzlich die Bösen und wurden dank heftiger Propaganda zu Terroristen. Würdet ihr nicht auch zur Waffe greifen wenn die Amerikaner in euer Haus stürmen eure Frau/Mutter/Tochter mitnehmen und was weiß ich mit ihr anstellen?
tamberlane
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Beitrag von tamberlane »

Wulgaru hat geschrieben: "Der Soldat ist... "(in dem Falle selber Schuld) als wenn er eine einheitliche Drohne wäre...
Genau das ist er, nichts weiter. Individualität ablegen zugunsten des Status eines Erfüllungsgehilfen im Namen der Landesverteidigung. Das er ein Mensch ist liegt nun halt mal in der Natur der Sache, leider konnten wir noch keine Schimpansen für unsere Zwecke gewinnen.

Auch ich hatte mit 18 noch keinen Überblick über mein künftiges Leben, jedoch hatte ich die Weitsicht zu sagen dass ich mich niemals für die verqueren Entscheidungen anderer opfern würde, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür gering sein mag. Die Möglichkeit ist zumindest nicht so abwegig.
Was für viele mit 18 wahrscheinlich nicht näher abschätzbar war (egal ob Bundi, Ami oder UK-Soldat) ist die Tatsache, sich irgendwann gegen die Menschen auf Befehl rüsten zu müssen, die man vor noch nicht allzulanger Zeit erst selbst zu dem gemacht hat, was sie heute sind: gefährliche Irre mit Waffen in den Händen. Dahingehend geb ich dir Recht, kein Soldat musste damit rechnen auf Taliban, explizit Al Quaida, feuern zu müssen. Aber jeder Soldat musste damit rechnen, auf irgendwen feuern zu müssen - und auch eine entsprechende "Antwort" zu bekommen.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Heruwath hat geschrieben:
Warum zieht die Logik nicht? Hat sich der Vollzeitsoldat nicht freiwillig dazu entschieden sein ganzes Leben ein Soldat zu sein? Wenn die so scharf darauf sind ein sicheres Einkommen und ein finanzierte Ausbildung zu haben und bereit waren die Risiken einzugehen, wieso sind sie nicht selber in ihrer Lage Schuld? Genauso ist es mit den Polizisten. Die haben von sich aus ihre Arbeit ausgesucht, wohlwissend dass es gefährlich ist. Wenn ich eine Waffe in die Hand nehme, dann sollte ich nicht meckern, dass ich dadurch eine höhere Chance habe durch eine Kugel zu sterben.

Ja die wollten unbedingt Soldaten und Polizisten sein, selber schuld. Klingt hart, etnspricht aber der Wahrheit.
Sind nicht alle irgendwie selbst an ihrem Tod schuld?
Der bergmann, der verschüttet wird, der Autofahrer auf der Autobahn, der Dachdecker, der vom dach fällt usw. usw.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Fa1n hat geschrieben: Würdet ihr nicht auch zur Waffe greifen wenn die Amerikaner in euer Haus stürmen eure Frau/Mutter/Tochter mitnehmen und was weiß ich mit ihr anstellen?
Und das passiert gerade massenhaft in Afghanistan und ist für dich der grund das es die taliban gibt? meine Güte, wird denn bei dir in der Schule gar nichts unterrichtet?
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Fa1n
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Beitrag von Fa1n »

Boesor hat geschrieben:
Fa1n hat geschrieben: Würdet ihr nicht auch zur Waffe greifen wenn die Amerikaner in euer Haus stürmen eure Frau/Mutter/Tochter mitnehmen und was weiß ich mit ihr anstellen?
Und das passiert gerade massenhaft in Afghanistan und ist für dich der grund das es die taliban gibt? meine Güte, wird denn bei dir in der Schule gar nichts unterrichtet?
Ähh, nein aber das wäre für mich einer der Gründe warum ich ein Taliban werden würde. Zweitens: in welcher deutschen Schule wird heutzutage überhaupt noch irgendetwas ordentliches unterrichtet?
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

tamberlane hat geschrieben:Dahingehend geb ich dir Recht, kein Soldat musste damit rechnen auf Taliban, explizit Al Quaida, feuern zu müssen. Aber jeder Soldat musste damit rechnen, auf irgendwen feuern zu müssen - und auch eine entsprechende "Antwort" zu bekommen.
Das sehe ich gar nicht als Hauptproblem an. Zwar war eine Verpflichtung als Zeitsoldat für einen Angehörigen der Bundeswehr vor wenigen Jahren noch nicht gleichbedeutend, mit der Möglichkeit irgendwann einmal in einem Kampfeinsatz auf einen Menschen zu schießen, heute besteht diese Möglichkeit aber.

Was aber auch ein Mensch der sich dieser Konsequenz bewusst ist und sich trotzdem für den Beruf Soldat entschieden hat, nicht absehen konnte, ist die Art wie der Afghanistaneinsatz geführt wird.
Er konnte nicht absehen, das für ihn Rechtsunsicherheit in dem Maße herrscht, dass er nicht weiß ob er einen Befehl ausführen darf oder nicht (siehe Schusserlaubnis) . Das die eigene politische Führung sich im Zweifelsfalle nicht eingesehen würde, einen Krieg zu führen und nicht die nötigen Konsequenzen ziehen würde. Er konnte nicht absehen, dass im Falle eine Rückkehr niemand darauf vorbereitet ist, dass er eventuell traumatisiert ist und Hilfe benötigt.
Und genau deswegen sehe ich einen Soldaten nicht als Drohne, sondern als Menschen. Das hat nichts mit meiner Meinung zu diesem Einsatz oder allgemein über die Bundeswehr zu tun. Wie gesagt, ich finde diese "selber Schuld" Einstellung nicht nachvollziehbar, so denke ich auch über keinen anderen Menschen der in seinem Beruf verunglückt oder Probleme bekommt.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 25.08.2010 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
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IxAxUx
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Beitrag von IxAxUx »

Pitti P. hat geschrieben:[...]
Ich gebe dir recht mit der Aussage das ein toter Soldat auch ein mensch ist und man ihn mit respekt behandeln sollte. Und das man auch die Angehörigen mit Respekt behandeln sollte. Allerdings was ist denn mit den Angehörigen der Gegenseite. Sollte man diese nicht mit respekt behandeln und auf sie spucken? Ich denke nein...aber trotzdem interessiert es niemanden wenn in zig Shootern Moslems niedergemetzelt werden. Und das ärgert mich persönlich...solange man doch die "bösen" erschiesst ist das ok aber ja keinen der "guten"??? In meinen Augen ist das eine hässlige Doppelmoral die jeder "Zocker" mal hinterfragen sollte...
Naja, das mit der Doppelmoral ist so eine Sache. Klar ist es nicht geschickt, wenn jemand nur "seine" Opfer sieht und von Widerwertigkeit spricht. Jedoch muss man einfach anerkennen, dass dies ein Verband ist, der gezielt mit eben den deutschen Soldaten zusammenarbeitet. Da ist es doch zumindest verständlich, wenn auch nicht unbedingt moralisch korrekt, dass die Opfer aus den eigenen Reihen das wichtigste ist, um dass man sich sorgt. Zweitens muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, ob der Herr vom Bundeswehrverband zur Presse gegangen ist und über MoH nörgelte, oder aber (was ich zumindest eher annehme) ein Journalist zu dem Herrn des Bundeswehrverbandes gegangen ist und ihn nach seiner Meinung gefragt hat.

Thema Doppelmoral: Das Wort wurde wohl noch nirgends so häufig benutzt wie in diesem Thread. Alle werfen dem Herren Doppelmoral vor. Du schreibst von einer "[...]hässlige[n] Doppelmoral die jeder "Zocker" mal hinterfragen sollte[...]". Doch mal ganz ehrlich: Die meisten der User sollten sich nicht über die moralischen Qualitäten eines Bundesverbandsangehörigen aufregen. Ich habe lieber jemanden vor mir, der vielleicht eine moralische Ansicht vertritt, die ich nicht teile, als einen der multimillionen MoH Zocker, der meint, in einem Videospiel habe Moral nichts verloren ... sind ja nur Pixel.
Es ist vielleicht auch in gewisser Weise unmoralisch, nur die Sicht einer Fraktion in einem Videospiel zu zeigen. Doch widerwärtig ist dies nicht, da es etwas ganz natürliches ist, sein Leid über dem Leid von anderen zu stellen und sein Leben wichtiger darzustellen, als das Leben eines anderen. Oder seine Absichten und Ziele als die besseren, wichtigeren darzustellen. Es ist nicht widerwärtig, wenn ein BUNDESwehrverbandsangehöriger sich beschwert, dass man in einem Videospiel "den Feind" spielen kann. Es ist einfach eine vielleicht unüberlegte oder unmoralisch Äußerung.

Vielmehr, so finde ich, sind die Zocker widerwärtig, die sich nun freuen, dass sich sich nun aussuchen können, mit wem sie virtuell töten wollen. Aus Gründen des Spaßes, des Vergnügends und des Zeitvertreibes sucht sich der MoH/CoD Gamer aus, mit welcher Fraktion er heute mal (virtuell) töten geht ... das ist fast schon pervers.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Fa1n hat geschrieben:
Ähh, nein aber das wäre für mich einer der Gründe warum ich ein Taliban werden würde. Zweitens: in welcher deutschen Schule wird heutzutage überhaupt noch irgendetwas ordentliches unterrichtet?
ich kenne da ein paar, allerdings hängt das von Lehrern und Schülern ab.
ich bin mir ziemlich sicher, dass durch meinen Unterricht bereits ein paar Schüler gegangenen sind, die am Ende so schlau waren wie vorher.
Die schuld dafür muss ich aber leider im wesentlichen eher bei den betroffenen Schülern suchen
tamberlane
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Beitrag von tamberlane »

Boesor hat geschrieben: Sind nicht alle irgendwie selbst an ihrem Tod schuld?
Der bergmann, der verschüttet wird, der Autofahrer auf der Autobahn, der Dachdecker, der vom dach fällt usw. usw.
Natürlich, auch dort ist das Risiko vorhanden, bei der Ausübung der jeweiligen Tätigkeit draufzugehen. Aber nicht in dem Maße, wie es Soldaten tun. Der Bergmann müsste dafür die Abstützung des Stollens wissentlich derart sabotieren, dass er gerade so hält, der Autofahrer unvernünftiger Weise mit überhöhter Geschwindigkeit ohne Rücksicht auf auf Verlust durch die Botanik schweißen und der Dachdecker ohne Mindestabsicherung auf morschen Dachbalken unterwegs sein.