Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

HCdevil666
Beiträge: 288
Registriert: 05.12.2007 13:37
Persönliche Nachricht:

Beitrag von HCdevil666 »

is doch immer so in foren, kenn ich keins dass ne ausnahme darstellt...

hab vorhin die szene gespielt. ist heftig, ja. aber so heftig dass sich die halbe welt dazu äussern muss auch wieder nicht. da gehts in den nachrichten wilder zu, ehrlich.
Benutzeravatar
ColdFever
Beiträge: 3262
Registriert: 30.03.2006 14:54
Persönliche Nachricht:

Beitrag von ColdFever »

HCdevil666 hat geschrieben:da gehts in den nachrichten wilder zu, ehrlich.
Welche Nachrichten? Als die echten Terroristen vor einem Jahr im indischen Bahnhof von Mumbai Jagd auf Zivilisten gemacht haben, was dem Videospiel-Massenmord von Activision als Vorlage gedient haben dürfte, wurden wie immer keine Bilder von mordenden Killern und Leuten im Todeskampf gezeigt. Auch bei Amokläufen geschieht dieses nicht. Das hat zwei Gründe: Um den Mördern keine Plattform des "Erfolges" zu geben und um die Würde der Opfer zu wahren. Aus solchen Vorlagen dann ein unterhaltsames Videospiel zu basteln, in welchem der Spieler im Terrorteam die "Jagd" miterleben kann? Activision wird sich noch wundern, was sie da ausgelöst haben, da dürfte bald eine ganz andere Treibjagd eröffnet werden.
http://www.golem.de/0911/71080.html
Liebe.Frieden.TNT
Beiträge: 821
Registriert: 19.10.2009 12:59
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Liebe.Frieden.TNT »

ZappesBPD hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Ich weiß, das sich die Diskussion gerade eher um Moral dreht, aber mir ist etwas interessantes an einer Definition von Zappes von vor ca. 3 Seiten aufgefallen.
Hier werden syntetisch erzeugte bzw. nicht wirklich passierende, künstliche Dinge wie Filme oder Spiele klar von der Realität abgegrenzt.
Sie haben demnach nichts mit selbiger zu tun, Verbote sind also nie nötig, weil nie jemand zu Schaden kommt.
Das ist ein gutes Argument gegen den "Kinderpornoeinwurf" von u.a Coldfever, den ich ehrlich gesagt auch überzogen finde, da er hier seinen Diskussionspartner quasi etwas unterstellt.

Trotz allem habe ich einen wesentlichen Einwand gegen diese Definition von "erlaubbaren".
Wer sagt euch denn, dass Bilder oder Nachrichten vermeintlich "realer" Gewalt die ihr in den Medien seht, also Mord, Krieg, Vergewaltigungen, tatsächlich passieren?
Das soll keine Verschwörungstheorie werden, sondern einfach die Frage was diese Vorgänge für euch realer macht und nach der obigen Argumentation daher in jedem Fall schlimmer als etwas vollständig künstliches.
Erlebt ihr diese Vorgänge? Ist es nicht eher eine allgemeine Akzeptanz aller Beteiligten Konsument und Medien jeglicher Art, das so etwas wie ein Krieg wirklich passiert?
Ist nicht das einzig wirklich reale, demnach dass was man wirklich selbst erlebt? Gewalt würde nur dann den Vorgang der Künstlichkeit (also Bildschirm, Zeitung usw.) verlassen, wenn ich sie real sehe oder selbst erfahre bzw. ausübe.

Darüber sollte man meiner Meinung einfach einmal nachdenken, wenn man sich denkt, das es nur ein Film, nur ein Buch oder nur ein Spiel ist. Das soll kein Angriff auf diese Position sein, es ist nur ein Gedankenspiel.
Har, sehr schön - ich musste spontan an den göttlichen Film "Wag the Dog" denken. :)

In der Tat ist die Frage der Glaubwürdigkeit in den Nachrichten heutzutage absolut angebracht, aber zumindest momentan wird da wohl noch mit einfacheren Tricks manipuliert - ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat, eine geschickte Kameraeinstellung und ein schöner Einspieler von einem Killerspiel sind schneller zusammengesteckt, als man einen ganzen Newsfilm rendern kann. Noch.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich den Zusammenhang nicht ganz sehe. Mein Argument war ja das, dass für mich nur die Straftat bei der Erstellung von Material verwerflich ist, nicht das Material an sich, woraus sich wiederum ergibt, dass in meinem Wertesystem kein Platz für den §131 ist. Ich lese jetzt Deinen letzten Satz mal so, dass es auch gar keinen Zusammenhang geben sollte und freue mich ganzu ohne Diskussion über die Erinnerung daran, dass ich besagten Film mal wieder anschauen könnte. :)
selbst wenn einiges in den nachrichten manipuliert wird, wenn die gewalt zeigen, glaub ich wohl kaum, daß die es nachstellen. sowas wie wag the dog klappt auch nur bei dummen amis und wurde auch verfilmt, zu einer zeit, wo das internet noch nicht verbreitet war.
heutzutage sieht man sich auf youtube leichen von palästinensischen kindern an, blutlachen vor irakischen polizeiwachen oder iranische studentinnen, wie sie in ihren letzten sekunden des lebens zittern und blut spucken.
ich glaube schon das diese bilder echt sind.

ansonsten wird das ganze nämlich zu erkenntnistheoretisch. das gehört dann nicht mehr hierhin. denn wenn man diesen gedanken weiterspinnt dann ist
Wulgaru hat geschrieben:Ist nicht das einzig wirklich reale, demnach dass was man wirklich selbst erlebt?
auch eine ziemlich naive annahme :)
ColdFever hat geschrieben: Solche Statements hört man inzwischen vielerorts. Leute legen verstört das Programm weg. Verkaufen es. Oder in den Müll damit. Haben die Lust verloren. Realisieren, auf welchen Trip sie da von Activision genommen werden.

Dies ist kein Film mit Monstern auf der Leinwand.
Dies ist ein Spiel für Monster vor der Leinwand.
gut, dann werde ich dich halt umbringen! du bist so gut wie tot! ich werde am flughafen auf dich warten! ich werde sie alle umbringen! dann werde ich dich ausweiden, mir deine gedärme über die schultern hängen und mit diesem fashion design zur pariser modewoche fahren!

und dann werden die sagen: "oui das ist eine schöne modedesign. schockierend und provokant. wenigstens traut sich mal wieder jemand etwas!"
ja und dann beginnt meine karriere. ich werde bestimmt viele modells kennenlernen und durchnudeln. die ganze welt wird mich feiern und wenn mir die gore-kreativität ausgeht werde ich nach deutschland zurückkehren und das erbe einer modell casting show übernehmen!
dann werde ich dort solche prägenden sätze sagen wie: "naja gedärme als mode sind nur dann toll, wenn der darm von fäkalien auch befreit wurde. weil blut und scheisse, das passt einfach nicht"
ich seh jetzt schon wie ich mit meinem gelaber die bandbreite von wikiquote sprengen werde!

jawoll! ich dreh noch durch! :D
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

womöglich hat gewalt durch ihre "action" an sich auch einfach etwas aufregendes...in videospielen können wir diese als handelnde person erfahren, ohne dass real jemand zu schaden kommt. sünde ohne reue sozusagen.

beim nachrichtenschauen spielt bei mir immer der gedanke mit, dass da echte menschen weinen und auf den trümmern ihrer existensen stehen. bei filmen gibt es ein making of dazu und alles ist wieder klar. aber auch bei filmen sind ja schon menschen direkt zu schaden gekommen. sie wurden verletzt, getötet, oder wurden durch bestimmte szenen ihrer würde beraubt (bsp. in pornos)

in games kommt niemals jemand zu schaden. selbst bei simulierter kinderpornographie. pädophilie ist eine krankheit, eine sexuelle neigung. für diese neigungen leiden jedes jahr tausende an unschuldigen kindern, aber auch tausende an unschuldigen "tätern".

hier wären wir wieder bei sünde ohne reue. das ist sehr fragwürdig, aber nur ein gedankenspiel. würden solche spiele nicht vielleicht helfen.
wahrscheinlich nicht. pornos kann sich ja heute auch jeder bei uns anschauen, aber die vergewaltigungsrate sinkt ja nicht...ist aber ein gedankenspiel wert.

aber nicht jedes spiel soll unterdrückte alltags-bedürfnisse befriedigen. spiele sollen vor allem möglichst anspruchsvoll unterhalten. "killerspiele" sind ja nun nur ein aspekt von videospielen und machen nicht die ganze branche aus...
Benutzeravatar
Wulgaru
Beiträge: 29391
Registriert: 18.03.2009 12:51
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Wulgaru »

@TNT
Bevor du Aussagen naiv nennst, solltest du Bezüge genau durchlesen.
Dieses Gedankenspiel, basiert aus Zappes Realitätsargument und war als leicht ironisch angehauchter Einwurf bzw. Spitze gegen die "Istjanureinspiel"-Fraktion angedacht.
Zappes hat die "Wag the Dog" Anspielung dann auch gleich verstanden.
Es sollte keineswegs behauptet werden, dass die Medien manipuliert werden.
Solche Verschwörungstheorien zu spinnen ist genauso naiv, wie alles blind zu schlucken.

Wie schon früher gesagt:
Für mich hat Kunst Grenzen, dass hat sie übrigens immer gehabt und es ist kein Zeichen moderner Zeiten. Schließlich sah schon Goethe in der Person Heines den Untergang der Literatur :wink: . Diese Grenzen muss man überwiegend für sich selber festlegen, aber bestimmte Normen werden von der Gesellschaft nun einmal nicht toleriert. Hier trifft für mich beides zusammen, die persönliche wie gesellschaftlich normative Grenze des guten Geschmacks.
Ob diese Normen richtig gesetzt sind ist eine Diskussion, die den eigentlichen Kunstdiskurs dieser Gesellschaft ausmacht.
Das ist meine Meinung, ich lass euch eure, solange ihr mich deswegen nicht wieder in die Zensurecke stellt, kann man darüber doch diskutieren oder? :wink:

@muecke
Ich will hier kein Fass aufmachen, aber treibt die Bezeichnung von pädophilen Tätern als unschuldig bzw Gleichsetzung mit den Opern, es mit der Toleranz nicht ein kleines bisschen zu weit? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
Zuletzt geändert von Wulgaru am 11.11.2009 00:38, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe.Frieden.TNT
Beiträge: 821
Registriert: 19.10.2009 12:59
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Liebe.Frieden.TNT »

wenigstens gibst du zu, daß es hier nur um geschmack geht.
wir wissen ja alle, daß tabus irgendwann doch wieder gebrochen werden. irgendwann wird es egal sein, wenn zivilisten in videospielen erschossen werden. da kräht kein hahn mehr nach, wie heute bei rocknroll musik.

@mücke
sie könnten aber eben unterdrückte alltags-bedürfnisse befriedigen.
mit den vergewaltigungen sehe ich das problem, daß es hierzulande zwar pornos gibt, aber eben vergewaltigungsszenen verboten oder verpöhnt sind.

aber wie ich schon vorher an einigen beispielen zeigte: japan ist das land mit der härtesten pornographie. die stellen ja wirklich alles dar. trotzdem haben die deutlich weniger vergewaltigungen als wir.
dafür wiederrum ist die vergewaltigungsrate in ländern, die überhaupt keine pornographie haben, viel höher! und das sind auch noch meistens länder, wo frauen eben nicht gleichgestellt sind, also nicht mal wirklich politische rechte haben.
das muss man sich mal durch den kopf gehen lassen :)
beim nachrichtenschauen spielt bei mir immer der gedanke mit, dass da echte menschen weinen und auf den trümmern ihrer existensen stehen. bei filmen gibt es ein making of dazu und alles ist wieder klar. aber auch bei filmen sind ja schon menschen direkt zu schaden gekommen. sie wurden verletzt, getötet, oder wurden durch bestimmte szenen ihrer würde beraubt (bsp. in pornos)
dadurch wird doch niemand seiner würde beraubt. denk nur mal an jackie chan. nach jedem seiner filme, sieht man einen zusammenschnitt davon, wie er sich bei seinen stunts alle knochen bricht und schmerzverzerrt ins krankenhaus gebracht wird. ok, sterben tut er ja nie, aber dann wäre es mit seiner würde ja sowieso egal ^^

und in einem porno hat er ja bekanntlich auch mitgespielt und für bettszenen war er sich auch nicht zu fein.
willst du mir trotzdem erzählen, daß jackie deswegen keine würde hätte?
also ich finds porno :D
Benutzeravatar
Zappes
Beiträge: 2532
Registriert: 09.12.2008 23:15
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Zappes »

Wulgaru hat geschrieben:@muecke
Ich will hier kein Fass aufmachen, aber treibt die Bezeichnung von pädophilen Tätern als unschuldig bzw Gleichsetzung mit den Opern, es mit der Toleranz nicht ein kleines bisschen zu weit? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
Ich glaube, das hast Du in den falschen Hals gekriegt. Worauf er da hinaus will ist nur, dass der pädophile Täter nicht als von Grund auf Böse aus eigenem Willen zu sehen ist, sondern dass er letztendlich auch nur auf Befehl seines Stammhirns handelt. Das ist eine ziemlich wertfreie und sicherlich korrekte Feststellung, die weder das Leid der Opfer verharmlost noch Opfer und Täter gleichstellt.

Eine Triebtat ist halt doch etwas anders zu verstehen als ein Mord aus Habgier, weil der Grad an Freiwilligkeit ein anderer ist. Wer schon mal versucht hat, nach 15 Jahren Konsum mit dem Rauchen aufzuhören, hat eine ungefähre Vorstellung davon, worauf ich hinaus will. Bevor mir jemand irgendwelche Vorwürfe macht: Das ist einErklärungsversuch keine Entschuldigung. Gegen Triebtaten muss etwas getan werden (auch wenn das mit der Diskussion über Videospiele nichts, aber auch gar nichts zu tun hat), man muss nur den Auslösemechanismus erkennen, verstehen und richtig bewerten, um tatsächlich wirksame Maßnahmen treffen zu können. Wenn man den Tätern einfach nur freiwillige Bösartigkeit unterstellt, kann man das Problem nicht lösen, weil man zwangsläufig falsche Maßnahmen ergreifen wird.
DoctoroDoom
Beiträge: 63
Registriert: 15.04.2008 13:53
Persönliche Nachricht:

Beitrag von DoctoroDoom »

jo muecke-the-lietz ich stimme dir voll zu,
aber zu deinem post, dass man sich bei wikipedia informieren soll kann ich nur sagen, dass niemand etwas glauben sollte was auf wiki steht.

da kann nämlich jeder vollhorst den letzten müll eintragen!
Benutzeravatar
Jörg Luibl
Beiträge: 9619
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Jörg Luibl »

Guten Morgen ihr Freigeister, Monster und Apostel,

vielleicht könnte man die unterschiedlichen Standpunkte, die ja scheinbar mehr bieten als Alles oder Nichts mal zusammen fassen. In der Diskussion ergeben sich ja Flügel mit radikalen Positionen, aber dazwischen liegen die Grauzonen - und genau da wird es schwammig, knifflig und inkonsequent, wie ich selbst bemerkt habe. Hier ein Versuch:

1) Ethik und Moral haben keinerlei Relevanz für die Spielentwicklung! Alles, was die menschliche Fantasie erdenkt, egal wie krank es erscheinen mag, egal ob Vergewaltigungssimulationen, Foltersimulationen oder Kinderpornographie, darf gezeigt und entwickelt werden - es sind nur Pixel und Polygone, niemand kommt zu schaden. Wer kausale Verbindungen zwischen Fiktion und Realität zieht, ist hysterisch. Modern Warfare 2 war doch nur der erste harmlose Schritt...

2) Ethik und Moral sollten die Spielentwicklung nicht einschränken! Alles, was die menschliche Fantasie erdenkt, darf gezeigt und entwickelt werden, wenn es nicht in der Simulation kranker Triebe [man müsste den Katalog des Möglichen bei Psychiatrien anfordern] mit dem einzigen Spielziel und der Belohnung für virtuelle Vergewaltigung, Folter oder Misshandlung ausartet. Man müsste aber bei reifer Regie mit angestrebter Reflektion sowohl den irakischen Bombenleger als auch den SS-Mann oder Massenmörder spielen dürfen. Gewalt kann als Stilmittel wertvoll sein. Aber bitte nicht so plump inszeniert wie in Modern Warfare 2...

3) Ethik, Moral? Was soll eigentlich die blöde Diskussion? So wie es jetzt läuft, ist weder das eine noch das andere Extrem überhaupt möglich. Also beruhigt euch. Deutschland müsste nur die bescheuerten Schnitte weglassen und PEGI akzeptieren! Ich will Shooter als Erwachsener so spielen wie sie im Original gedacht waren! Das Weglassen der Modern Warfare 2-Szene ist alberne Doppelmoral!

4) Ethik und Moral werden doch schon gut berücksichtigt. So wie es jetzt läuft ist es super - wir haben ein strenges Jugendschutzgesetz und kranke Sachen können sowieso nicht gezeigt werden. Und wer will bitte will Terroristen oder SS-Leute spielen? Ich mag Shooter, aber wir brauchen weniger Gewalt, nicht mehr. Das Weglassen der Modern Warfare 2-Szene für Deutschland war richtig!

5) Ethik und Moral sollten auch für die Spielentwicklung gelten! Nichts, was Gewalt, Terror, Pornographie oder Krieg übertrieben drastisch darstellt, darf entwickelt werden. Man sollte die realen Konflikte nicht noch zum virtuellen Schauplatz. Und wenn man schon schießt, dann sollte sich das auf Science-Fiction & Co beschränken. Es gibt ja auch noch Mario Kart.

6) Ethik und Moral sollten die obersten Maßstäbe für die Spielentwicklung sein! Nichts, was Gewalt, Terror, Pornographie oder Krieg in irgendeiner Form visualisiert, darf gezeigt und entwickelt werden - es sind zwar nur Pixel und Polygone, aber die psychische Gesundheit kommt zu schaden. Die Spielwelt ist jetzt schon krank und Leute, die Shooter wie Modern Warfare 2 konsumieren sind zivilisationskranke Monster.
Zuletzt geändert von Jörg Luibl am 11.11.2009 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

nein, ich will niemanden in schutz nehmen. auch ein triebtäter ist kein kaputter roboter. wir tragen für unsere handlungen immer die konsequenzen. auch für triebtäter gibt es möglichkeiten der behandlung, psychologisch oder physisch. ich wollte nur dem killerargument "kinderpornographie-spiel" den wind aus den segeln nehmen.

zum thema filmdreh und schauspiel:
es passiert leider immer wieder, dass von schauspielern oft dinge verlangt werden, mit denen diese nicht einverstanden sind. dabei kann mit nacktszenen, vergewaltigungsszenen, folterszenen, etc. erstmal alles gemeint sein. der zeichentrickfilm "perfect blue" hat das so ein bisschen thematisiert.

worauf ich hinaus will, ist die möglichkeit der games. die haben die freiheit auch solche szenen wie die flugszene zu machen weil man
a.) den aufregenden moment erlebt, und aufregend ist er schon irgendwie
b.) grausamkeit erfährt, ein blick in die abgründe der menschlichen psyche ermöglicht
c.) niemand dabei zu schaden kommt. keine geschockten schauspieler, keine echten opfer, trotzdem aber den thrill des terroranschlags.

sehr provokant, aber ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will.

DoctoroDoom: Das war eine Affektbemerkung. Wikipedia als Metapher für schnelle Berichterstattung im Internet. Einfach damit klar ist, über was wir hier reden und nicht ständig von irgendwelchen Spielen die Rede ist, um die es hier gar nicht geht. Aber mit Wikipedia hast du natürlich Recht. Da niemand für die Richtigkeit garantieren kann, ist das ein sehr fragwürdiges Medium, trotz allem aber manchmal auch sehr hilfreich.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

jörg, du bringst es auf den punkt.

das schlimmste ist natürlich die tatsache, dass du alle standpunkte, mit ein bisschen mühe ad absurdum führen kannst. denn alle standpunkte hätten weitreichend konsequenzen, die am ende wieder keiner akzeptieren kann.

wenn alles erlaubt wäre, würde es womöglich zu weit gehen, wenn nichts erlaubt wäre, gäbe es irgendwann keine games mehr. spiele sollten nicht zum schauplatz der auseinandersetzung zwischen gesellschaftlicher konvention und sprengung eben dieser werden. dabei würde der unterhaltungsfaktor von games zu weit in den hintergrund gerückt und es würde sich ein wenig die künstlerische naivität von games verlieren.
andererseits ist es dafür schon lange an der zeit. aber muss das unbedingt so doof passieren, wie bei mwII? wenn alles erlaubt sein soll ja, mit anspruch vielleicht noch gerade so, mit verbot tritt stillstand ein, aber auch das festhalten an aktuellen moralischen wertmaßstäben, die niemand aufgeben möchte. wenn sich alles zum schlimmeren entwickelt, ist der stillstand wohl immer noch die bessere variante...
Benutzeravatar
Wulgaru
Beiträge: 29391
Registriert: 18.03.2009 12:51
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Wulgaru »

Unser Professor für Vergleichende Politikwissenschaften hat uns letzten die englische Wikipedia als einen Quellentipp nahegelegt.
Er ist der Meinung diese Seite, die Plattform ist wo alle Informationen am aktuellsten zusammengetragen werden und wissenschaftliche Fehler kaum auftreten, weil sich dort die gesamte wissenschaftliche Welt gegenseitig auf die Finger schaut.
Nur mal so als Einwurf, Wikiepdia kann auch anders gesehen werden :wink:
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

wulgaru:

mal unter uns. wer hat sich noch nicht, bei der arbeit an einem referat oder an einer hausarbeit erstmal gemütlich bei wiki umgeschaut?
wer würde nicht jederzeit sein recht einklagen damit zu arbeiten, wenn diese artikel endlich zitatfähig werden.
der einzige kontrollmechanismus sind die leute selbst, das führt zu einer ungekannten richtigkeit. nichtsdestotrotz ist und bleibt die gute alte hinterfragung das beste mittel gegen falschinformation.
aber für mich sind es vor allem die literaturhinweise, die entscheidend sind. denn so gute findest du in dieser form auf keine andere weise...
Vandyre
Beiträge: 264
Registriert: 17.11.2007 13:38
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Vandyre »

Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben: aber wie ich schon vorher an einigen beispielen zeigte: japan ist das land mit der härtesten pornographie. die stellen ja wirklich alles dar. trotzdem haben die deutlich weniger vergewaltigungen als wir.
dafür wiederrum ist die vergewaltigungsrate in ländern, die überhaupt keine pornographie haben, viel höher! und das sind auch noch meistens länder, wo frauen eben nicht gleichgestellt sind, also nicht mal wirklich politische rechte haben.
das muss man sich mal durch den kopf gehen lassen :)
Uiuiuiuiui. Ich bin mir zwar sicher, dass du weißt, dass die Aussage ziemlich problematisch ist, nur ich befürchte, dass sich jemand ernsthaft darüber Gedanken machen könnte. Aber der Gedanke, dass Pornographie die Würde eines Geschlechtes erhöhen könnte ist einfach zu absurd. :wink: Auch wenn ich sie amüsant finde.
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:
beim nachrichtenschauen spielt bei mir immer der gedanke mit, dass da echte menschen weinen und auf den trümmern ihrer existensen stehen. bei filmen gibt es ein making of dazu und alles ist wieder klar. aber auch bei filmen sind ja schon menschen direkt zu schaden gekommen. sie wurden verletzt, getötet, oder wurden durch bestimmte szenen ihrer würde beraubt (bsp. in pornos)
dadurch wird doch niemand seiner würde beraubt. denk nur mal an jackie chan. nach jedem seiner filme, sieht man einen zusammenschnitt davon, wie er sich bei seinen stunts alle knochen bricht und schmerzverzerrt ins krankenhaus gebracht wird. ok, sterben tut er ja nie, aber dann wäre es mit seiner würde ja sowieso egal ^^

und in einem porno hat er ja bekanntlich auch mitgespielt und für bettszenen war er sich auch nicht zu fein.
willst du mir trotzdem erzählen, daß jackie deswegen keine würde hätte?
also ich finds porno :D
muecke-the-lietz hat geschrieben: zum thema filmdreh und schauspiel:
es passiert leider immer wieder, dass von schauspielern oft dinge verlangt werden, mit denen diese nicht einverstanden sind. dabei kann mit nacktszenen, vergewaltigungsszenen, folterszenen, etc. erstmal alles gemeint sein. der zeichentrickfilm "perfect blue" hat das so ein bisschen thematisiert.
Hm, Zeichentrick und reale Schauspieler in einem Kontext mutet schon komisch an. :wink: Ich kenne den Film aber nicht, deswegen gehe ich nicht näher darauf ein.
Ich glaube die Würde eines Menschen kann nur dann verletzt werden, wenn jemand zu einer Tat gezwungen wird, die er nicht mit sich vereinbaren kann. Schaupieler lesen ja das Drehbuch (zumindest gehe ich einfach mal davon aus), bevor sie einer Rolle zustimmen. Also haben sie die Wahl, ob sie sich darauf einlassen oder nicht.
4P|T@xtchef hat geschrieben:Guten Morgen ihr Freigeister, Monster und Apostel,
[...]
2) Ethik und Moral sollten die Spielentwicklung nicht einschränken! Alles, was die menschliche Fantasie erdenkt, darf gezeigt und entwickelt werden, wenn es nicht in der Simulation kranker Triebe [man müsste den Katalog des Möglichen bei Psychiatrien anfordern] mit dem einzigen Spielziel und der Belohnung für virtuelle Vergewaltigung, Folter oder Misshandlung ausartet. Man müsste aber bei reifer Regie mit angestrebter Reflektion sowohl den irakischen Bombenleger als auch den SS-Mann oder Massenmörder spielen dürfen. Gewalt kann als Stilmittel wertvoll sein. Aber bitte nicht so plump inszeniert wie in Modern Warfare 2...
[...]
Ich habe extra mal nur den zweiten Punkt aufgeführt, denn obwohl ich mit Szenen wie dieser Flughafenszene und mit den meisten überzogenen Spielen (MH, Postal etc.) nicht anfangen kann, finde ich mich hier, mit einigen abstrichen am ehesten wieder.
@muecke: Der Teufel steckt bei Jörgs Kommentar im Detail. :wink: Es gibt schon kleine, aber feine Unterschiede in seiner Darstellung. Außerdem ging es Jörg wohl darum, die Positionen in diesem Thread einmnal zusammen zu fassen. Natürlich kann man alle Thesen ad absurdum führen, aber wo ist das nicht so. :wink:
4P|T@xtchef hat geschrieben:...Das Weglassen der Modern Warfare 2-Szene für Deutschland war richtig!
Ich schieb das mal auf den frühen Morgen, aber der Satz ist ja falsch. :wink: Die Szene wurde ja nicht weggelassen, sondern versetzt den Spieler in eine nahezu passive Rolle. Hier finde ich den Golem-Artikel ganz nett, den Coldfever ja schon gepostet hat: welchen Sinn hat diese Szene und warum wird sie in dieser Form, die ja visuell gar keine Abschwächung ist, von der USK durchgewunken? Hier möchte ich auch noch das US-Militär ins Spiel bringen, die, wie hier schon geschrieben wurde, das Spiel bzw. die Entwicklung anscheinend gefördert hat (wie es genau war/ist, weiß ich nicht. Berichtigt mich, wenn ich falsch liege.). Die haben die Szene ja ebenfalls durchgewunken. Nur zu welchem Zweck? Hier kann man sicherlich das Thema Propaganda wieder auf den Schirm rufen. Aber die Meinungen sind da ja sicherlich auch different.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

nochmal zum wertethema im bereich moral.

auch aritoteles hat über die problematik von werten, also gleichsetzung der qualität von verschiedenen dingen, in seinem falle waren, versucht zu ergründen. er ist durch die grenzen seiner gesellschaft zwar gescheitert, aber großartig war es trotzdem.
das problem mit werten sehe ich tatsächlich in ihrer bewertung. da werte von zeit zu zeit immer dem wandel begriffen sind, halte ich es für dekonstrukiv immer gleich die werte bedroht zu sehen, wenn etwas neues kommt, denn die werte sind tatsächlich bedroht. das sind sie immer, ohne diese änderung gäbe es heute nicht die demokratie und die freiheit. das sind werte, die sich durch veränderung ergeben haben. das bloße festhalten an moralischen grenzen hat diese morderne auffassung aber erst solange hinausgezögert. daher wäre ich grundsätzlich für die abschaffung von moralischen werten, sonderen viel mehr für gesellschaftliche flexibilität.
es wäre wie bei wiki. durch die arbeit aller individuen wäre eine funktionierende gesellschaft möglich, weil jeder etwas von der gesellschaft verlangt und ihr ebenso etwas gibt, was andere verlangen. nicht nur materiell.