Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist ein gesellschaftliches Problem

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Fiddlejam
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Fiddlejam »

Enthroned, das sind ja alles völlig legitime Punkte, aber du scheinst da irgendwie zu vergessen, dass das genau das ist, wogegen eben diese FeminstInnen kämpfen. Sexismus jeder Art.

Dass Männer immer stark sein müssen, dass Männer keine Opfer sein können, das Männer nicht vergewaltigt werden können, das sind alles traditionelle, patriarchalische Annahmen. Keine feministischen.

Das Video war übrigens teilweise gestellt, was dann ebenfalls von FeministInnen kritisiert wurde, weil es eben die eigentlich richtige Botschaft unterminiert hat.
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BlakMetl
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von BlakMetl »

Enthroned hat geschrieben:Was mich an den vielen Sexismus Debatten am meisten stört ist, dass es scheinbar immer nur in eine Richtung geht. Vorallem in Spielen sind es immer die Frauen die angeblich als hilflose Objekte oder "Lustobjekte" dargestellt werden, aber andersherum werden in vielen Spielen Männer als die größten Helden dargestellt. Als Männer müssen wir natürlich Hart wie Stahl sein und dieses Männerbild des allesbewältigenden Superhelden stämmen. Dabei sind wir auch nur Menschen mit Gefühlen, Ängsten und schwachen Momenten.
Filme, spezielle Dokus oder flapsige Sprüche im TV suggerieren vielen Männern das es doch auf die Größe des Gemächts ankommt und führt bei einigen zu Minderwertigkeitskomplexen, weil Sie in einem Porno einen 30cm Lümmel gesehen haben. Männer haben keinen Männerruheraum in großen Firmen. Sie dürfen nicht mal eine Pause dazwischenschieben, weil gerade unten was verrutscht ist. Es bedurfte sogar einer Gesetzesänderung das auch Männer in das Babyjahr gehen können.

Es gibt nunmal keine Gleichberechtigung, die hat es noch nie gegeben. Das ist nicht unbedingt gut, aber man kann es nicht erzwingen. In meinem Betrieb wurde in hoher Position ein verdienter Mitarbeiter versetzt, damit man an gleicher Position eine Frau einstellen konnte um die staatlich geforderte Frauenquote zu erreichen. Das ist doch Schwachsinn hoch 10. Natürlich wurde gefragt ob er das machen möchte, aber so oder so hätte es jemanden erwischt.
Ich bin dafür das auch Frauenfußballerinen viel Geld verdienen und Männer hingegen deutlich weniger bekommen sollten. Doch wenn ich sehe mit wie viel Elan ein Drittliga Verein auftritt und das dann mit der Frauennationalmannschaft vergleiche, dann liegen qualitativ Welten dazwischen. Manche WM Spiele sind schlimmer als auf einem Bolzplatz.

Auf T-Online ist vor einiger Zeit ein Video gewesen, in dem man die Einseitigkeit häuslicher Gewalt demonstrieren sollte. Ein Mann rüttelt auf offener Straße eine Frau, gespielt schlägt Er Sie. Passanten kommen herangelaufen, halten den Mann fest, beschimpfen ihn, einer reißt Ihn zu Boden und hält ihn unter Androhung von Gewalt fest.
Anschließend wird der Spieß umgedreht und die Frau prügelt mit Tassche und Fäusten auf den Mann ein. Schubst Ihn und er macht kein Anzeichen der Gegenwehr. Was passiert? Natürlich kommt kein Schwein. Die Leute drehen sich um, schauen einen Augenblick hin und drehen sich lachend wieder um. Wahrscheinlich mit dem Gedanken "So ein Weichei" oder "Was für ein Pantoffelheld".
Vor ein oder zwei Wochen war ein Artikel, ebenfalls auf T-Online das ein Teenager Sex mit 2 Lehrerinnen hatte und die sonst so überschwängliche und Moral-Apostel Community von T-Online gab teilweise Kommentare wie "Naja, so schlimm war es für Ihn sicher nicht." ab. Wehe natürlich die Nachricht hätte gehießen: "16 Jähriger hat freiwillig Sex mit 2 Lehrern." Das hätte wieder voll ins Klischee gepasst. Das Gesetzt hat die Sache natürlich gleichberechtigt entschieden, aber es ging mir um die allgemeine Wahrnehmung solcher Dinge.

Lange Rede, kurzer Sinn: So wie jede normaldenkende Frau einen Mann als Mensch war nimmt, auch wenn Sie gern Superhelden Filme sieht. Genauso nimmt die Mehrheit der Männer Frauen auch als Menschen und nicht als Sexobjekte wahr, selbst wenn Sie Spiele mit blonden Dummchen spielen.

Schöner Text.
Ich sehe es ziemlich genau so wie du, die ganze Debatte schlägt meiner Meinung nach etwa in die gleiche Richtung wie es rassistische Äusserungen gegen weisse tun (mit ausnahme von Juden), mir fällt zwar der Titel des filmes nicht mehr ein, aber das Thema war das ein Weisser eine Afroamerikanische Frau heiraten wollte, von ihrem Vater aber als unpassend/ ungenügend empfunden wurde.(es war eine Komödie soweit ich mich erinnern kann).
Ständig fielen irgendwelche Bezeichnungen wie "das Weissbrot" etc. sellt euch das Szenario mal umgekehrt vor: "Die Kaffeebohne will doch tatsächlich unsere Tochter heiraten ?", der Film würde es nicht mal ins hinterletze Kino schaffen. Unsere Gesellschaft ist derartig verkrümmt mit ihren moralischen Ansichten, da könnte ich manchmal echt kotzen.
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5Finger
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 5Finger »

Fiddlejam hat geschrieben:Enthroned, das sind ja alles völlig legitime Punkte, aber du scheinst da irgendwie zu vergessen, dass das genau das ist, wogegen eben diese FeminstInnen kämpfen. Sexismus jeder Art.
Komisch das ich das in entsprechenden Videos oder allgemein bei den Debatten um Sexismus in Spielen nur selten lese oder sehe. Da geht es in 9 von 10 der Fällen nur um die Darstellung von weiblichen Charakteren. Männliche NPCs werden höchstens mal im Nebensatz erwähnt.
Vielleicht habe ich da auch eine etwas selektive Wahrnehmung und du kannst mich da etwas erleuchten...

Fiddlejam hat geschrieben: Das Video war übrigens teilweise gestellt, was dann ebenfalls von FeministInnen kritisiert wurde, weil es eben die eigentlich richtige Botschaft unterminiert hat.
Afair wurde das Pärchen von 2 Schauspielern gemimt, welche solche Konfliktsituation einfach mal im öffentlichen Raum darstellen sollten. Also alles bis auf die Reaktionen der Leute sollte eigentlich gestellt sein. Was genau wurde da also kritisiert? :Kratz:
Zuletzt geändert von 5Finger am 17.10.2014 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
Plor
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Plor »

BlakMetl hat geschrieben:
Enthroned hat geschrieben:Was mich an den vielen Sexismus Debatten am meisten stört ist, dass es scheinbar immer nur in eine Richtung geht. Vorallem in Spielen sind es immer die Frauen die angeblich als hilflose Objekte oder "Lustobjekte" dargestellt werden, aber andersherum werden in vielen Spielen Männer als die größten Helden dargestellt. Als Männer müssen wir natürlich Hart wie Stahl sein und dieses Männerbild des allesbewältigenden Superhelden stämmen. Dabei sind wir auch nur Menschen mit Gefühlen, Ängsten und schwachen Momenten.
Filme, spezielle Dokus oder flapsige Sprüche im TV suggerieren vielen Männern das es doch auf die Größe des Gemächts ankommt und führt bei einigen zu Minderwertigkeitskomplexen, weil Sie in einem Porno einen 30cm Lümmel gesehen haben. Männer haben keinen Männerruheraum in großen Firmen. Sie dürfen nicht mal eine Pause dazwischenschieben, weil gerade unten was verrutscht ist. Es bedurfte sogar einer Gesetzesänderung das auch Männer in das Babyjahr gehen können.

Es gibt nunmal keine Gleichberechtigung, die hat es noch nie gegeben. Das ist nicht unbedingt gut, aber man kann es nicht erzwingen. In meinem Betrieb wurde in hoher Position ein verdienter Mitarbeiter versetzt, damit man an gleicher Position eine Frau einstellen konnte um die staatlich geforderte Frauenquote zu erreichen. Das ist doch Schwachsinn hoch 10. Natürlich wurde gefragt ob er das machen möchte, aber so oder so hätte es jemanden erwischt.
Ich bin dafür das auch Frauenfußballerinen viel Geld verdienen und Männer hingegen deutlich weniger bekommen sollten. Doch wenn ich sehe mit wie viel Elan ein Drittliga Verein auftritt und das dann mit der Frauennationalmannschaft vergleiche, dann liegen qualitativ Welten dazwischen. Manche WM Spiele sind schlimmer als auf einem Bolzplatz.

Auf T-Online ist vor einiger Zeit ein Video gewesen, in dem man die Einseitigkeit häuslicher Gewalt demonstrieren sollte. Ein Mann rüttelt auf offener Straße eine Frau, gespielt schlägt Er Sie. Passanten kommen herangelaufen, halten den Mann fest, beschimpfen ihn, einer reißt Ihn zu Boden und hält ihn unter Androhung von Gewalt fest.
Anschließend wird der Spieß umgedreht und die Frau prügelt mit Tassche und Fäusten auf den Mann ein. Schubst Ihn und er macht kein Anzeichen der Gegenwehr. Was passiert? Natürlich kommt kein Schwein. Die Leute drehen sich um, schauen einen Augenblick hin und drehen sich lachend wieder um. Wahrscheinlich mit dem Gedanken "So ein Weichei" oder "Was für ein Pantoffelheld".
Vor ein oder zwei Wochen war ein Artikel, ebenfalls auf T-Online das ein Teenager Sex mit 2 Lehrerinnen hatte und die sonst so überschwängliche und Moral-Apostel Community von T-Online gab teilweise Kommentare wie "Naja, so schlimm war es für Ihn sicher nicht." ab. Wehe natürlich die Nachricht hätte gehießen: "16 Jähriger hat freiwillig Sex mit 2 Lehrern." Das hätte wieder voll ins Klischee gepasst. Das Gesetzt hat die Sache natürlich gleichberechtigt entschieden, aber es ging mir um die allgemeine Wahrnehmung solcher Dinge.

Lange Rede, kurzer Sinn: So wie jede normaldenkende Frau einen Mann als Mensch war nimmt, auch wenn Sie gern Superhelden Filme sieht. Genauso nimmt die Mehrheit der Männer Frauen auch als Menschen und nicht als Sexobjekte wahr, selbst wenn Sie Spiele mit blonden Dummchen spielen.

Schöner Text.
Ich sehe es ziemlich genau so wie du, die ganze Debatte schlägt meiner Meinung nach etwa in die gleiche Richtung wie es rassistische Äusserungen gegen weisse tun (mit ausnahme von Juden), mir fällt zwar der Titel des filmes nicht mehr ein, aber das Thema war das ein Weisser eine Afroamerikanische Frau heiraten wollte, von ihrem Vater aber als unpassend/ ungenügend empfunden wurde.(es war eine Komödie soweit ich mich erinnern kann).
Ständig fielen irgendwelche Bezeichnungen wie "das Weissbrot" etc. sellt euch das Szenario mal umgekehrt vor: "Die Kaffeebohne will doch tatsächlich unsere Tochter heiraten ?", der Film würde es nicht mal ins hinterletze Kino schaffen. Unsere Gesellschaft ist derartig verkrümmt mit ihren moralischen Ansichten, da könnte ich manchmal echt kotzen.
Bei der Auseinandersetzung mit Sexismus/Rassismus sollte man nie vergessen, dass es ein extremes historisch gewachsenes Ungleichgewicht gibt, an dem die - zweifelsohne vorhandenen - umgedrehten Diskriminierungsmechanismen nicht sonderlich viel ändern. Natürlich gibt es auch Rassismus gegen Weiße und Sexismus gegen Männer. Aber auf der einen Seite haben wir jahrhundertealte, diskriminierende und unterdrückende Traditionen mit teilweise krassen Auswüchsen, starre Strukturen, die bis heute andauern und die Gesellschaft massiv geprägt haben... und auf der anderen Seite Einzelphänomene, bei denen der Spieß einmal umgedreht wird. Insofern ist es natürlich nachvollziehbar, dass die Auseinandersetzung mit Sexismus primär mit dem Sexismus gegen Frauen geschieht, genau so wie es nachvollziehbar ist, dass die Auseinandersetzung gegen Rassismus sich primär mit dem Rassismus gegen Schwarze beschäftigt. Und ein "Die armen weißen Männer kriegen es aber auch ab!" hat dann schon immer so ein Geschmäckle von Relativierung.
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dx1
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von dx1 »

BlakMetl hat geschrieben:Ich sehe es ziemlich genau so wie du, die ganze Debatte schlägt meiner Meinung nach etwa in die gleiche Richtung wie es rassistische Äusserungen gegen weisse tun (mit ausnahme von Juden), mir fällt zwar der Titel des filmes nicht mehr ein, aber das Thema war das ein Weisser eine Afroamerikanische Frau heiraten wollte, von ihrem Vater aber als unpassend/ ungenügend empfunden wurde.(es war eine Komödie soweit ich mich erinnern kann).
Guess Who (2005), Remake von ►Guess Who's Coming to Dinner (1967). Im Original stellt "witzigerweise" eine weiße Frau ihren Eltern ihren schwarzen Freund vor, während im Remake die Familie schwarz und der Freund der Tochter ein Weißer ist.
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5Finger
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 5Finger »

@plor
Das Ignorieren dieser Problematiken hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Wenn man aus historischen Gründen, die Probleme der einen Gruppe zu großen Teilen ignoriert oder relativiert und gleichzeitig der anderen Gruppe nahezu immer Gehör geschenkt, dann wird man niemals eine zusammenhaltende, gleichberechtigte Gesellschaft schaffen. Das Ganze wirkt dann immer so ein bisschen als ob man die Problematik eigentlich nur verschiebt und das verhärtet die Fronten nur unnötig.
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sourcOr
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sourcOr »

Enthroned hat geschrieben:Was mich an den vielen Sexismus Debatten am meisten stört ist, dass es scheinbar immer nur in eine Richtung geht. Vorallem in Spielen sind es immer die Frauen die angeblich als hilflose Objekte oder "Lustobjekte" dargestellt werden, aber andersherum werden in vielen Spielen Männer als die größten Helden dargestellt. Als Männer müssen wir natürlich Hart wie Stahl sein und dieses Männerbild des allesbewältigenden Superhelden stämmen. Dabei sind wir auch nur Menschen mit Gefühlen, Ängsten und schwachen Momenten.
Filme, spezielle Dokus oder flapsige Sprüche im TV suggerieren vielen Männern das es doch auf die Größe des Gemächts ankommt und führt bei einigen zu Minderwertigkeitskomplexen, weil Sie in einem Porno einen 30cm Lümmel gesehen haben. Männer haben keinen Männerruheraum in großen Firmen. Sie dürfen nicht mal eine Pause dazwischenschieben, weil gerade unten was verrutscht ist. Es bedurfte sogar einer Gesetzesänderung das auch Männer in das Babyjahr gehen können.
Ich halte nicht viel von dieser Relativierung. Ubuhuhu, der Held ist so ein Muskelprotz, wie soll ich der Rolle als Spieler bloß gerecht werden? Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, ehrlich jetzt :Blauesauge: Die Branche wird von Männern dominiert, wenn starke Helden ein Problem für uns wären, hätten wir das längst geändert.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Wulgaru »

5Finger hat geschrieben:@plor
Das Ignorieren dieser Problematiken hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Wenn man aus historischen Gründen, die Probleme der einen Gruppe zu großen Teilen ignoriert oder relativiert und gleichzeitig der anderen Gruppe nahezu immer Gehör geschenkt, dann wird man niemals eine zusammenhaltende, gleichberechtigte Gesellschaft schaffen. Das Ganze wirkt dann immer so ein bisschen als ob man die Problematik eigentlich nur verschiebt und das verhärtet die Fronten nur unnötig.
Komm drauf an, denn umgekehrt könnte man genauso gut sagen das man Diskriminierung von uns Männern zu nem Elefanten macht der er nicht ist. Das wird doch damit bezweckt. Man will quasi Anerkennung das man gleichwertig diskriminiert wird, sonst funktioniert das Argument ja überhaupt nicht...und ob das nun wirklich mehr als Wunschdenken ist weiß ich nicht. Anekdotenhaft erfahren wir Männer mit Sicherheit ebenso viel negatives in der Hinsicht, aber kaum absolut.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

sourcOr hat geschrieben:
Ich halte nicht viel von dieser Relativierung. Ubuhuhu, der Held ist so ein Muskelprotz, wie soll ich der Rolle als Spieler bloß gerecht werden? Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, ehrlich jetzt :Blauesauge: Die Branche wird von Männern dominiert, wenn starke Helden ein Problem für uns wären, hätten wir das längst geändert.
Sehe ich ähnlich. Zumal der tumbe Muskelprotz doch eine Genrekonvention des Actionfaches ist. Sobald man mal ins Adventure wechselt, stellt sich dieses "Problem" doch gar nicht mehr. Selbst im RPG wird es da schon dünn. Und in diesen Bereichen herrscht unter der Entwicklerschaft nun auch nicht gerade ein Frauenüberschuss.
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Nekator
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Nekator »

Wu? Wer? Watt? Wie jede auf einmal aus ihrer Unbedeutentheit rausrülpsen muss...
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5Finger
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 5Finger »

Wulgaru hat geschrieben:
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5Finger hat geschrieben:@plor
Das Ignorieren dieser Problematiken hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Wenn man aus historischen Gründen, die Probleme der einen Gruppe zu großen Teilen ignoriert oder relativiert und gleichzeitig der anderen Gruppe nahezu immer Gehör geschenkt, dann wird man niemals eine zusammenhaltende, gleichberechtigte Gesellschaft schaffen. Das Ganze wirkt dann immer so ein bisschen als ob man die Problematik eigentlich nur verschiebt und das verhärtet die Fronten nur unnötig.
Komm drauf an, denn umgekehrt könnte man genauso gut sagen das man Diskriminierung von uns Männern zu nem Elefanten macht der er nicht ist. Das wird doch damit bezweckt. Man will quasi Anerkennung das man gleichwertig diskriminiert wird, sonst funktioniert das Argument ja überhaupt nicht...und ob das nun wirklich mehr als Wunschdenken ist weiß ich nicht. Anekdotenhaft erfahren wir Männer mit Sicherheit ebenso viel negatives in der Hinsicht, aber kaum absolut.
Die Fälle von Diskriminierung sollten immer gleich betrachtet werden, egal wer da diskriminiert wird. Wenn ein Mann diskriminiert wird, sollte der Fall genauso betrachtet werden, wie die Diskriminierung von Frauen und nicht mit "aber unsere Probleme sind viel größer" relativiert werden. Echte Gleichberechtigung lässt sich doch nur erreichen, wenn man die Probleme unabhängig von Täter und Opfer begutachtet und versucht zu lösen. Das einige Gruppen mehr Fälle als andere vorlegen können ist dabei völlig legitim. Aber man sollte deswegen nicht die restlichen Gruppen außer Acht lassen.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Wulgaru »

5Finger hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:
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5Finger hat geschrieben:@plor
Das Ignorieren dieser Problematiken hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Wenn man aus historischen Gründen, die Probleme der einen Gruppe zu großen Teilen ignoriert oder relativiert und gleichzeitig der anderen Gruppe nahezu immer Gehör geschenkt, dann wird man niemals eine zusammenhaltende, gleichberechtigte Gesellschaft schaffen. Das Ganze wirkt dann immer so ein bisschen als ob man die Problematik eigentlich nur verschiebt und das verhärtet die Fronten nur unnötig.
Komm drauf an, denn umgekehrt könnte man genauso gut sagen das man Diskriminierung von uns Männern zu nem Elefanten macht der er nicht ist. Das wird doch damit bezweckt. Man will quasi Anerkennung das man gleichwertig diskriminiert wird, sonst funktioniert das Argument ja überhaupt nicht...und ob das nun wirklich mehr als Wunschdenken ist weiß ich nicht. Anekdotenhaft erfahren wir Männer mit Sicherheit ebenso viel negatives in der Hinsicht, aber kaum absolut.
Die Fälle von Diskriminierung sollten immer gleich betrachtet werden, egal wer da diskriminiert wird. Wenn ein Mann diskriminiert wird, sollte der Fall genauso betrachtet werden, wie die Diskriminierung von Frauen und nicht mit "aber unsere Probleme sind viel größer" relativiert werden. Echte Gleichberechtigung lässt sich doch nur erreichen, wenn man die Probleme unabhängig von Täter und Opfer begutachtet und versucht zu lösen. Das einige Gruppen mehr Fälle als andere vorlegen können ist dabei völlig legitim. Aber man sollte deswegen nicht die restlichen Gruppen außer Acht lassen.
Ich glaube das wird auch nicht gemacht. Ich weiß nicht über welchen Kontext wir jetzt reden. Wenn wir jetzt bei Wu bleiben regt sie sich über etwas auf was sie offenbar am eigenen Leib erfährt und legitim oder nicht auf ihr Geschlecht überträgt.

Unabhängig davon ob sie Stuss erzählt oder absolut richtig liegt, ist es nicht ihre Aufgabe parallel darauf hinzuweisen, dass es möglicherweise in irgendeinem Kontest Männerdiskriminierung gibt. Sie erfährt Frauenfeindlichkeit. Genausowenig ist es 4players Aufgabe in einer solchen News zu schreiben "aber das ist nicht so wild, weil Männer ja auch irgendwo diskriminiert werden." Erstens wäre das in dieser Branche sehr stark zu bezweifeln und zweitens Off-Topic.

Wenn hier aber jemand schreibt: Warum reden alle nur von Frauen, warum werden wir Männer und unsere Probleme nicht behandelt? Dann ist das schlicht ein anderes Thema, es gibt keine konkrete News dazu, über die man diskutieren könnte. Genauso verhält es bei den Diskussionen um Anita. Wenn über Probleme bei den Milchbauern berichtet wird, bedeutet das nicht das andere Arten von Bauern diskriminiert werden, weil ihre Probleme keine Erwähnung finden...sie sind dann schlicht nicht das Thema.
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BlakMetl
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von BlakMetl »

dx1 hat geschrieben:
BlakMetl hat geschrieben:Ich sehe es ziemlich genau so wie du, die ganze Debatte schlägt meiner Meinung nach etwa in die gleiche Richtung wie es rassistische Äusserungen gegen weisse tun (mit ausnahme von Juden), mir fällt zwar der Titel des filmes nicht mehr ein, aber das Thema war das ein Weisser eine Afroamerikanische Frau heiraten wollte, von ihrem Vater aber als unpassend/ ungenügend empfunden wurde.(es war eine Komödie soweit ich mich erinnern kann).
Guess Who (2005), Remake von ►Guess Who's Coming to Dinner (1967). Im Original stellt "witzigerweise" eine weiße Frau ihren Eltern ihren schwarzen Freund vor, während im Remake die Familie schwarz und der Freund der Tochter ein Weißer ist.
Da haben wir's schwarz auf weiss *höhö*.
Nein Spass beiseite, das könnte der Film sein den ich gemeint habe und der "Farbentausch" macht die ganze Sache ja noch eindeutiger.
So oder so ein schwachsinniger Film das einzige gute daran ist, das uns mal aufgezeigt wird (für die die es denn wahrhaben wollen) wie uns unsere Wertvorstellungen und Meinungen durch Medien und Staat eingetrichtert werden.
Zuletzt geändert von BlakMetl am 17.10.2014 21:46, insgesamt 2-mal geändert.
Fiddlejam
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Fiddlejam »

5Finger hat geschrieben:Komisch das ich das in entsprechenden Videos oder allgemein bei den Debatten um Sexismus in Spielen nur selten lese oder sehe. Da geht es in 9 von 10 der Fällen nur um die Darstellung von weiblichen Charakteren. Männliche NPCs werden höchstens mal im Nebensatz erwähnt.
Und genau das ist auch das einzige was man Anita hier eventuell vorwerfen kann. Wobei das natürlich relativ ist, die Reihe geht nunmal über Frauen in Videospielen; und nicht um Sexismus allgemein. War nie das Ziel, kann man ergo auch nicht verlangen. Aber z.B. hat sie ja bei ihrer Kritik von Spelunky gemeint, dass sich die männliche "Damsel" in Frauenkleidern nicht vergleichen lässt und dabei völlig die transphobische Implikation übersehen. Was ihr dann eben auch entsprechend so gesagt wird, auch aus feministischer Sicht.

Nur ist Anita Sarkeesian halt nicht die Schirmherrin des Feminismus. Also finde ich es ein wenig lächerlich, daran jetzt festmachen zu wollen, dass sich Feminismus nicht um Benachteiligungen beider Seiten kümmern würde; da gibt es nun wirklich genügend Gegenbeispiele, auch im größeren politischen Leben.
Afair wurde das Pärchen von 2 Schauspielern gemimt, welche solche Konfliktsituation einfach mal im öffentlichen Raum darstellen sollten. Also alles bis auf die Reaktionen der Leute sollte eigentlich gestellt sein. Was genau wurde da also kritisiert? :Kratz:
Wenn man genau hin sieht, bemerkt man diverse Continuity-Fehler (Schattenlängen, sitzende Leute, Cuts, etc.) Woraus sich ableiten lässt, dass der Ablauf so, wie er im Video gezeigt wird und als mehr oder weniger als Echtzeit impliziert wird, nicht stattgefunden haben kann.
Das Ignorieren dieser Problematiken hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Wenn man aus historischen Gründen, die Probleme der einen Gruppe zu großen Teilen ignoriert oder relativiert und gleichzeitig der anderen Gruppe nahezu immer Gehör geschenkt, dann wird man niemals eine zusammenhaltende, gleichberechtigte Gesellschaft schaffen.
Doch, wird man, weil man ein Problem nach dem anderen angeht. Das Problem sind eher die typischen "Aber was ist mit den Männern"-Rufer und ähnliche ("nicht alle Männer", "Warum heißt es nicht Egalitarismus") Was auch heute noch so ziemlich jede sinnige Diskussion erstickt sind eben solche Nonsens-Diskussionen, statt eben mal zum Thema zu kommen und was zu machen.

Wir reden ja nun auch schon wieder seit 26 Seiten über eine Situation die sich praktisch mit " 'Gamer' starten fadenscheinige Hetzkampagne und als dann die Morddrohungen fliegen, wills keiner gewesen sein" zusammenfassen lässt und eigentlich eine ziemlich eindeutige Wertung verdient.
Kya
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Kya »

billy coen 80 hat geschrieben:
Kya hat geschrieben:Kurzer Blick auf Seite 25 :Buch:
Ahhh Nazis :)
Überrascht dich das noch??? Gab es nicht in nahezu allen Femi-Threads auch immer wieder Schwenker in derartige Themen?
Eigentlich nicht :? und auch immer von den gleichen Leuten.

Fast genauso sinnvoll wie: "ihr habt keine Vagina, also auch keine Ahnung"
Ich lass das mal so im Raum stehen. :mrgreen: