Der 4P-Kommentar: Call of Iran

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MaV01
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Beitrag von MaV01 »

ich hatte schon so einen moment. in irgend einem CoD auf dem pc gab es diese ohama-beach scene. wo die landungs klappe auf ging und erst mal die ersten 2-3 reihen kumpels nieder gemetzelt wurden. da empfand wirklich so was wie angst.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Hat man etwas zu lernen? Ist das der generelle Anspruch für Niveau?

Was Killer 7 als Fallbeispiel angeht:
Nun ja, einerseits beschäftigt sich dieses Spiel mit der generellen Medienkultur in der du und ich aufgewachsen sind. Mit "Idolen" der Kindheit, mit Medienwahnsinn.
Gleichzeitig parodiert es das Videospiel an sich. In dem es die Sinnlosigkeit und Inhaltsleere verschiedener Aspekte des Gameplays darstellt. Ein Beispiel wäre die "Blutgeilheit" vieler Spieler. Oder ein kontroverser Gedanke der innerhalb des Spiels aufgeworfen wird: Hat es Japan historisch gesehen verdient vernichtet zu werden? Das und andere Dinge...

Und einmal ganz ehrlich: Lernen wir was daraus? Ich schlage selten ein "großes" Buch zu und sage: "Hey jetzt habe ich aber was gelernt". Ich bin dann schlicht und einfach begeistert.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

tschief hat geschrieben:
bnaked hat geschrieben: Die Mainstream-Dummheit wird das aber eh nie zulassen, von daher muss ich mich wohl damit abfinden..
Wenn ich so was nur schon lese :roll:

Mainstream-Dummheit? Achja, stimmt vergessen, jeglicher Mainstream ist dumm, und die Leute nur eine grosse dumme Masse die allem und jedem wie Schafe folgen... Keiner ist so klug wie ihr und hinterfragt Dinge kritisch :roll:
Womit das Selbstverständnis eines (zu) großen Teil der User hier treffend beschreiben wäre. :!:
AlastorD
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Beitrag von AlastorD »

Howdie hat geschrieben: Joar, das dürften dann gerade mal ein paar Promille der Spielzeit sein. Und meistens ist das sogar dem Spieler überlassen, ob er sich diese Spirenzchen gibt oder eben nicht. Weil die meisten eben wissen, dass ein Wasserhahn läuft, wenn man ihn betätigt, das Klo spült und die Mikrowelle klingelt wenn sie fertig ist. Mit solchen Elementen kann man heute keine Spielwelt mehr glaubhafter machen. Das war vielleicht vor 10 Jahren mal so. ;)
Was nicht heisst das man das nicht ausbauen kann. Und diese Entscheidungsfreihet ist ja der Vorteil gegenüber anderen Medien. Wenn etwas schief läuft ist es nicht weil es an dieser Stelle vorgesehen ist sondern wegen der eigenen Entscheidungen
Ist ja nunmal so, dass man ein Spiel in der Regel auch durchspielen möchte. Was ist denn dein Vorschlag? Sterben in der Mitte des Spiels und statt laden von vorne anfangen? Geht´s noch? Sorry, aber das ist hirnrissig. Es gibt keine Alternative dazu. Irgendwie muss einen das Spiel fordern und wenn man scheitert muss man es nochmal versuchen können. Ob nun durch Laden oder Healthpacks macht da gar keinen Unterschied.
ADOM hat seine Fanbase und ein von vorne anfangen ist auch die falsche Bezeichnung. Der Charakter ist weg, ein neuer muss her und wird ebenfalls in die Schlacht geschickt. So ein Krieg dauert in der Regel ja ein bisschen länger. Ausserdem ist es auch fraglich ob jeder Spieler wirklich nur darauf bedacht ist einen Abspann zu sehen
Doch denn Antikrieg bedeutet, dass Gefechte schlimm sind. Dass Menschen darunter leiden und sterben. Sowas passt nicht zusammen.
Das ist schlicht Unsinn, das Gefecht mit dem Sniper in Full Metal Jacket z.b. ist trotz tragischer Momente unheimlich packend, auch ein Platoon bietet solche Szenen. Klar berührt es einen irgendwie wenn die Soldaten zusammengeschossen werden aber es berührt einen auch wenn Boromir von Ork pfeilen durchbohrt stirbt oder Miles Dyson sich in Terminator 2 opfert.
Und dann wäre auch das Gemetzel in Der Soldat James Ryan, zum einen ist es trotz seiner schonungslosen Brutalität sehr spannend, zum anderen ist der Film auch eher eine Würdigung der Opfer der Soldaten als ein Anti-Kriegs Film.

Die Bilder erzählen aber nunmal dann die Geschichte des Film. Ob dabei jemand spricht ist völlig belanglos. Ist das so schwer zu verstehen? Aber während ich konzentriert schieße, kann das Spiel eben nicht den Charakter ausbauen, da der Spieler für sowas dann nicht aufnahmefähig ist...

Ein Spiel hat aber eben andere Möglichkeiten den Spieler an den Charakter zu binden. Es ist nicht nötig das ich irgendwo erzählt bekomme das der Krieg schlecht ist wenn man es mich der Tod meiner Figur nichts belangloses ist.
Und bevor es zu noch mehr Missverständnissen kommt:
So etwas bringt einen den Schrecken des Krieges nicht sehr nahe, die Angst seinen Avatar zu verlieren lässt sich nicht annähernd mit der Angst vor dem sterben vergleichen ABER das vermag auch kein noch so vielschichtiger Charakter und keine noch so düstere Atmosphäre.
Wenn der Film / das Spiel den Krieg als schlecht und verachtenswert darstellt und nicht romantisiert. Wenn die Gefechte nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern ein reflektiertes Bild des Krieges zeigen, das nachdenklich und betroffen macht. Wenn man hinterher eben keine Lust mehr auf Krieg hat. Und genau deswegen kann es bei Shootern nicht funktionieren. Der Sinn von Antikriegsspielen ist es den Spaß am Krieg und Gefecht zu nehmen. Also allem was einen Shooter ausmacht.
Ein Film/Spiel/Buch kann einen nur in der eigenen Meinung bestätigen. Es wird keinen Kriegsbefürworter umstimmen
Es wäre mal interessant zu sehen wie viele echte Kriegsveteranen Anti-Krieg sind und wie viele nicht.
Das mit dem Spass an den Gefechten nehmen ist auch so eine Sache, ich hatte keine Lust in den Krieg zu ziehen nachdem ich Platoon, Apocalypse Now oder Full Metal Jacket gesehen habe aber das lag eher an meiner Grundeinstellung. Die Gefechte haben mich berührt aber es war spannend. Auswirkungen hat man gesehen, waren aber nicht schrecklicher als in gut gemachte fiktive Tragödien, selbst wenn sie in fantastischen Szenarien spielen. Wenn Private Eightball in Full Metal Jacket stirbt ist das sicher tragisch aber das ist z.b. der Tod von Boromir ebenfalls. Die wahren Tragödie eines Todes bringt keiner der beiden Fälle wieder von dahersind etwa die genannten Filme oder auch Deer Hunter nicht mehr als ein gute Dramen.
Ein Starship Troopers wiederrum geht einen ganz anderen Weg um seine Anti-Kriegs Botschaft in einem launiges Action Filmchen zu verpacken
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Wulgaru hat geschrieben:Gleichzeitig parodiert es das Videospiel an sich. In dem es die Sinnlosigkeit und Inhaltsleere verschiedener Aspekte des Gameplays darstellt.
Ja, dass ist so als würde ich ein Buch gegen die Verdummung der Jugend veröffentlichen in dem nur "Ey, was willscht du duuu Lauch?" drin steht. Seeeeehr originell.^^
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Howdie hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Gleichzeitig parodiert es das Videospiel an sich. In dem es die Sinnlosigkeit und Inhaltsleere verschiedener Aspekte des Gameplays darstellt.
Ja, dass ist so als würde ich ein Buch gegen die Verdummung der Jugend veröffentlichen in dem nur "Ey, was willscht du duuu Lauch?" drin steht. Seeeeehr originell.^^
Da du es nicht länger als 40 Minuten gespielt hast wäre ich nicht so vorschnell. Und zweitens...was ist denn sonst das was eine Satire oder Groteske macht: Die schlechten Aspekte von etwas aufzeigen. Das nennt sich auch Reflektion...
drittens ist das eine Einzelebene von Killer 7...

Zweiter Punkt:
Dann fangt doch mal an mir Beispiele dafür zu nennen, wo ihr Anspruch beispielsweise in Filmen seht? Nennt zum Beispiel eine gute Satire. Es hilft nichts ständig zu sagen "Games sind wie Transformers" oder "Killer 7 ist so anspruchsvoll wie ein Tierschutzprotest". Könnt ihr gerne denken, aber Argumente dafür habe ich auch nicht gehört. Insofern frage ich mich ganz ehrlich was ich denn in deinen Augen unter etwas anspruchsvollem zu verstehen habe. Beispiele bitte.
Zuletzt geändert von Wulgaru am 17.10.2010 15:07, insgesamt 1-mal geändert.
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R_eQuiEm
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Beitrag von R_eQuiEm »

@Pyo:
...immer diese Zw.poster ^^
wie können sie nur^^

about vns:
ich schließe es ja auch nicht aus und zählte sie ja auch nicht zu games. Ich wollte damit nur sagen das vns bei mir keine Tränen auslösen können, anders als bei dir. Und dasselbe Prinzip auch für Spiele und andere Personen gilt. Es kommt halt immer auf die Person an.


about that thing mit der Kunst:
Nein, es geht darum, was Kunst denn bringen soll. Civ war nur ein Bsp., das Spiel gewinnt dadurch einfach nichts. Und so seh ich das bei den meisten anderen genres eben auch...bei manchen ist's halt eindeutiger (Sportgames zB...da hat sowas nix verloren ^^) und bei anderen kann man natürlich durchaus in die Richtung gehen. Aber muss man...? Und wozu?
Stimmt bei Sportspielen hat es nichts verloren. Das neue CIV hab ich nicht gespielt und kann es somit nicht bewerten. Muss es sein? nein, aber es sollte in gewissen Fällen begrüßt und nicht missachtet werden. Und wozu? weil es mich interessiert. und viele andere sicher auch. Vielleicht sogar dich. Wer weiß?
Und imo verdrehst du mir hier gerade was - ich hab' nichts ggn Fortschritt und wenn der positiv ist, was ja, per Definition, in besseren games enden täte, sowieso nicht. Das wäre...ziemlich unlogisch, wieso sollte ich das nicht wollen? Was mir aber ggn den Strich geht, ist, dass das "zwanghaft" in Richtung Kunst sein muss (hier, threadbezogen). Vllt wäre ein HL2 ja NOCH besser, wenn es genau in die andere Richtung gehen würde...? ^^

Kann natürlich sein, dass manche für sich einschätzen können, dass ihnen die "künstlerische" Richtung lieber wäre. Kann ich mir gut vorstellen. Aber mir persönlich geht's da überhaupt nicht so. Wenn, dann eher das Gegenteil - ich mag an games gameplay Wink Und wenn ich mir so ... wie HeavyRain ansehe...dann ist für mich klar, dass ich hier sehr skeptisch sein muss ^^
Ich möchte dir natürlich nichts in den Mund legen.^^ So war mein Beitrag auch nicht gedacht. Es geht mir auch nicht um die "zwanghafte Kunst" was irgendwie paradox klingt. Es geht mir darum das in dem Thread (seien die Wunschvorstellungen des Artikelverfasser auch noch so weit gegriffen) die Thematik von Kunst in Spielen bzw. deren Weiterentwicklung schlecht geredet wird. Ich kann ja verstehen das gewisse "Fortschritte" einem Sauer aufstoßen. Mir ja auch! Aber deswegen zu sagen, jetzt mal hart ausgedrückt, das Kunst in Spielen nichts verloren hat und sie lediglich der einfachen Unterhaltung dienen, ist meines Erachtens nach falsch. Derzeit wird das Medium "Videospiele" (auch aufgrund schon des Namens) einfach nicht ernst genommen und völlig untergraben. Auch wenn du dieses Ziel als nicht erstrebenswert findest heißt es nicht das es deswegen das falsche Ziel ist.
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R_eQuiEm
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Beitrag von R_eQuiEm »

Howdie hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:...ganz zu schweigen von den stilistischen Elementen...
Design ist Handwerk, keine Kunst. Die Mona Lisa ist per Se auch keine Kunst. Sie ist über die Jahre dazu geworden. )
Also ist die komplette bildende Kunst (Kunsthandwerk) wie Architektur, Malerei, Grafik, etc. für dich keine Kunst, obwohl es als Kunst definiert wird?
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Pyoro-2
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Beitrag von Pyoro-2 »

€: ich denke, er bezieht sich darauf, dass die Mona Lisa 'ne Auftragsmalerei war ;)
R_eQuiEm hat geschrieben:wie können sie nur^^
Ist mir auch einfach unerklärlich. Von wegen Kuchen und Brotkrümel und so ^^
about vns:
ich schließe es ja auch nicht aus und zählte sie ja auch nicht zu games. Ich wollte damit nur sagen das vns bei mir keine Tränen auslösen können, anders als bei dir. Und dasselbe Prinzip auch für Spiele und andere Personen gilt. Es kommt halt immer auf die Person an.
Ok, aber jezz muss ich dann nochmal auf meine ursprüngliche Frage zurückgreifen...du hast vns gezo...gelesen? ;)
Ich mein, auch wenn ich natürlich unabhängig der Antwort der Meinung bin, dass man dem Medium erstmal 'ne faire Chance geben muss, solche Emotionen entwickeln zu lassen (wenn ich davor sitz und die ganze Zeit nur "Iiih, manga Augen" denken, funktioniert das natürlich nicht, übertrieben gesagt ^^), aber das interessiert mich jezz auch ganz unabhängig davon ;)
...
Und Heavy Rain gilt nicht, nur so :ugly:
about that thing mit der Kunst:

Stimmt bei Sportspielen hat es nichts verloren. Das neue CIV hab ich nicht gespielt und kann es somit nicht bewerten. Muss es sein? nein, aber es sollte in gewissen Fällen begrüßt und nicht missachtet werden. Und wozu? weil es mich interessiert. und viele andere sicher auch. Vielleicht sogar dich. Wer weiß?
Naja, wahrscheinlich eher nicht, sonst würde vllt in meinen top50 der games auch mal SotC auftauchen und nicht nur Transport Tycoon, Europa Universalis und Civilization, oder kürzer gesagt: all jene Spiele, die möglichst weit davon entfernt sein, iwas mit Kunst am Hut zu haben :ugly:
...
Okee, bisschen arg übertrieben ausgedrückt, aber vom Prinzip schon richtig ^^
Aber deswegen zu sagen, jetzt mal hart ausgedrückt, das Kunst in Spielen nichts verloren hat und sie lediglich der einfachen Unterhaltung dienen, ist meines Erachtens nach falsch. Derzeit wird das Medium "Videospiele" (auch aufgrund schon des Namens) einfach nicht ernst genommen und völlig untergraben. Auch wenn du dieses Ziel als nicht erstrebenswert findest heißt es nicht das es deswegen das falsche Ziel ist.
Nyaa, ich glaube, da haben wir uns einfach ein wenig missverstanden. Ich will garnicht aus prinzipieller "Kunstabneigung" sagen, dass Kunst in games nichts verloren hat. Ich vertrete nur derzeit die Position, dass Kunst in Spielen - in der Praxis - einfach zumindest mal noch nicht funktioniert, nicht so, wie mir das Spaß machen täte. Dazu hab ich schon ein paar posts geschrieben; aber um nur einen Punkt nochmal zu nennen: die erzählerische Seite von games läuft heutzutage IMMER entw. über Text, Zwischensequenzen, oder Skripte. Ohne aber mehr Inhalt zu bieten, mit dem ich "arbeiten" kann, halte ich den Kunstanspruch kaum für wirklich umsetzbar (ich red jezz nid von so leicht künstlerisch angehauchtem, sondern von "ordentlich" künstlerischem ^^) - das würde aber nichts anderes heißen, dass ich mehr Zwischen- oder Skriptsequenzen im game haben würde. Vorzugsweise gleich von vorne bis hinten durchgeskriptet...und das kann ich definitiv nicht leiden, Inhalt des Skripts völlig egal.
...
War das iwie nachvollziehbar? :?

Von daher kann man mMn über sowas vielleicht mal diskutieren, wenn wir soweit sind, dass die Skripte nicht mehr nur aus if player_pos x:y then script_exploding_house ^^ bestehen, aber vorher...nee, dann lieber visual novels, die versuchen wenigstens erst garnicht, sich mit sowas wie gameplay aufzuhalten ;)
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Wulgaru hat geschrieben:Zweiter Punkt:
Dann fangt doch mal an mir Beispiele dafür zu nennen, wo ihr Anspruch beispielsweise in Filmen seht? Nennt zum Beispiel eine gute Satire. Es hilft nichts ständig zu sagen "Games sind wie Transformers" oder "Killer 7 ist so anspruchsvoll wie ein Tierschutzprotest". Könnt ihr gerne denken, aber Argumente dafür habe ich auch nicht gehört. Insofern frage ich mich ganz ehrlich was ich denn in deinen Augen unter etwas anspruchsvollem zu verstehen habe. Beispiele bitte.
Anspruchsvoll sind Dinge wie: Romane von Thomas Mann, Filme wie Antichrist, Musik bei der man auch nach dem 10 mal Hören neue Nuancen entdecken kann, Comics wie Maus. Es gibt viele Dinge die anspruchsvoll sind. Das Wort sagt es doch schon. Eben alles was nicht leicht mal nebenbei zu konsumieren ist. Und Videospiele gehören nunmal nicht dazu. Sie sind fast immer so gemacht, dass jeder sie (abgesehen von den motorischen Fähigkeiten) nach einem kurzen Tutorial spielen kann. Nicht unbedingt meistern, aber zumindest spielen. Das nennt sich dann *trommelwirbel* t r i v i a l! Und zwar nach der Lexikondefinition: jedermann zugänglich.

Killer 7 ist ein Spiel von einem Team von Menschen. Gemacht um finaziellen Gewinn einzufahren. Ja, das Design ist genial. Nein, das Gameplay sehe ich nicht als Parodie, sondern einfach nur als Unfähigkeit der Entwickler. Denn es ist ja nicht so als ob Suda 51 gerade ein Gameplay-Gott wäre. No more Heroes hatte ja auch so ein Crap-Gameplay, obwohl ich das tatsächlich durchgespielt habe. Aber spielerisch sind beide Titel unterirdisch. Nur mal so nebenbei. ;) Aber Killer7 ist künstlerisch nicht anspruchsvoller als ein Matrix oder 300.
Man muss eben unterscheiden zwischen stilistisch hervorragend und künstlerisch wertvoll. Matrix war seinerzeit sicherlich bahnbrechend, aber künstlerisch oder kulturell wertvoll? Naja...
Und selbst auf den Level eines Matrix würde ich K7 niemals setzen, denn bis auf sein Design ist es ein Mix bekannter Konzepte aus Filmen und Spielen. So wie nahezu alle Spiele nur kopieren. Und sowas ist vielleicht schick, aber eben nicht wirklich anspruchs- oder wertvoll.

Ich spreche ja K7 auch nicht ab Kunst zu sein. Aber wo ist seine kulturelle Relevanz?

@AlastorD: Sei mir nicht böse, wenn ich darauf nicht antworte, aber das dreht sich im Kreis. Die Diskussion ist jetzt da, wo sie vor ein paar Seiten auch schon mal war. ;)

@ReQ: Kunst und Kunsthandwerk sind 2 paar Schuhe. Wie Pyo schon sagte: Die ML war eine Auftragsarbeit. Der Künstler wollte einfach nur Geld verdienen. Das viele Bilder im Laufe der Jahrzehnte Kunst geworden sind ist ihrer kulturellen Bedeutung zu verdanken. Einige Bilder haben ganze Epochen geprägt.
Aber nach deiner Definition wären auch Kunstfäscher Künstler, denn handwerklich sind sie nicht schlechter als ihre "Vormaler". Meistens sogar noch weit besser, aber trotzdem sind Kopien eben keine Kunst. ;)
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Howdie hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Zweiter Punkt:
Dann fangt doch mal an mir Beispiele dafür zu nennen, wo ihr Anspruch beispielsweise in Filmen seht? Nennt zum Beispiel eine gute Satire. Es hilft nichts ständig zu sagen "Games sind wie Transformers" oder "Killer 7 ist so anspruchsvoll wie ein Tierschutzprotest". Könnt ihr gerne denken, aber Argumente dafür habe ich auch nicht gehört. Insofern frage ich mich ganz ehrlich was ich denn in deinen Augen unter etwas anspruchsvollem zu verstehen habe. Beispiele bitte.
Anspruchsvoll sind Dinge wie: Romane von Thomas Mann, Filme wie Antichrist, Musik bei der man auch nach dem 10 mal Hören neue Nuancen entdecken kann, Comics wie Maus. Es gibt viele Dinge die anspruchsvoll sind. Das Wort sagt es doch schon. Eben alles was nicht leicht mal nebenbei zu konsumieren ist.

Killer 7 ist ein Spiel von einem Team von Menschen. Gemacht um finaziellen Gewinn einzufahren.

Ich spreche ja K7 auch nicht ab Kunst zu sein. Aber wo ist seine kulturelle Relevanz?
So zu Punkt 1 des Quotes:
Genau das habe ich persönlich bei Killer 7: Ich konsumiere es nicht einfach nur nebenbei (bzw. habe), sondern habe mir wochenlang Gedanken drum gemacht. Natürlich verschwendetet Lebenszeit, aber das ist es theoretisch auch bei anderen "wertvollen" Werken.

Punkt Zwei des Quotes:
Auch die von dir genannten Werke sind kommerzielle. Mann war von Beruf Schriftsteller. Hinter Antichrist stehen Trier und ein Team, welches damit sein Geld verdient. Das er nicht kommerziell erfolgreich ist, ist kein Argument, da dies auch auf K7 zutrifft. In aller Kritikermunde sind beide, für den Massenerfolg beide nicht angedacht. Edit: Damit ist Trier und nicht Mann gemeint...

Punkt drei des Quotes:
Wo ist die kulturelle Relevanz von Antichrist? Ich spreche ihm auch nicht den künstlerischen Wert ab, ich bin nur generell kein Freund von Trier und sehe selten etwas in seinen Filmen, bei dem ich mir genau das habe was nach deiner Definition Denkprozesse auslösen soll.
Das hat aber nichts mit irgendetwas anderem als Geschmack zu tun würde ich sagen. Und da wären wir wieder bei Killer 7 und deinen 40 Minuten. Ich habe ein paar Ebenen angerissen die man darin sehen (neben dem "Spielwert"). Man muss sie nicht sehen, aber es gibt sie. Was man damit anfängt, kann jedem selbst überlassen sein.
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

@Wulgaru: Belassen wir es dabei, dass du es gut und wertvoll findest und ich langweilig und belanglos. Näher kommen wir uns da einfach nicht.

Mich würde mal interessieren wie ein Kunsthistoriker das sehen würde. Aber wir zwei finden dafür wohl keine Lösung. ;)
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Das würde mich allerdings interessieren, das ist ja sowieso ein Aspekt der Spielen fehlt: Eine künstlerische Bewertung.

Sonst bewegt man sich ja immer nur auf der Ebene von in gewissem Maße sinnlosen Quervergleichen zu Literatur und Film und noch stärker auf der des persönlichen Geschmackes.
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R_eQuiEm
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Beitrag von R_eQuiEm »

€: ich denke, er bezieht sich darauf, dass die Mona Lisa 'ne Auftragsmalerei war Wink
dann würde sein erster Satz nicht passen:
Design ist Handwerk, keine Kunst
about vns:

ich muss zugeben das ich vns von anfang an keine chance gegeben habe, sondern es nur für Kenta (Kumpel der mirs gezeigt hat) gezo....gelesen habe ^^ Einzig dieses "Symbol Rain" oder so hat spaß gemacht. Aber da gehts ja eher um die Musik und das "zocken". Aber im Grunde ist es einfach nicht meins. Aber ich sage deshalb eben nicht das es andere Menschen nicht Emotional packen kann.

Auf HR geh ich jetzt gar nicht ein, sondern vertiefen wir uns zu sehr auf ein Thema :)
Naja, wahrscheinlich eher nicht, sonst würde vllt in meinen top50 der games auch mal SotC auftauchen und nicht nur Transport Tycoon, Europa Universalis und Civilization, oder kürzer gesagt: all jene Spiele, die möglichst weit davon entfernt sein, iwas mit Kunst am Hut zu haben ugly
...
Okee, bisschen arg übertrieben ausgedrückt, aber vom Prinzip schon richtig ^^
das unterstreicht ja eigentlich nur meine These das es im Grunde nur vom Menschen abhängt. Mich hat SotC sehr gepackt auf seine einzigartige Weise.
Nyaa, ich glaube, da haben wir uns einfach ein wenig missverstanden. Ich will garnicht aus prinzipieller "Kunstabneigung" sagen, dass Kunst in games nichts verloren hat. Ich vertrete nur derzeit die Position, dass Kunst in Spielen - in der Praxis - einfach zumindest mal noch nicht funktioniert, nicht so, wie mir das Spaß machen täte. Dazu hab ich schon ein paar posts geschrieben; aber um nur einen Punkt nochmal zu nennen: die erzählerische Seite von games läuft heutzutage IMMER entw. über Text, Zwischensequenzen, oder Skripte. Ohne aber mehr Inhalt zu bieten, mit dem ich "arbeiten" kann, halte ich den Kunstanspruch kaum für wirklich umsetzbar (ich red jezz nid von so leicht künstlerisch angehauchtem, sondern von "ordentlich" künstlerischem ^^) - das würde aber nichts anderes heißen, dass ich mehr Zwischen- oder Skriptsequenzen im game haben würde. Vorzugsweise gleich von vorne bis hinten durchgeskriptet...und das kann ich definitiv nicht leiden, Inhalt des Skripts völlig egal.
...
War das iwie nachvollziehbar? Confused
ja ist es. So kommen sich unsere Meinungen eigentlich schon ganz nahe. Hierzu passt eigentlich mein erster Beitrag in diesem Thread ganz gut der sich dem ziemlich nahtlos anschließt:
Ich denke das sich a) der Markt sowieso irgendwann durch diese Thematik selbst sättigen wird und b) das "Anti-Kriegsspiel" einfach noch seine Zeit braucht.

Ich verstehe das Verlangen danach. Aber das Medium befindet sich noch in den Kinderschuhen und ist noch weit davon entfernt das die Öffentlichkeit einem Spiel die nötige Ernsthaftigkeit und Respekt entgegenbringt wie zum Beispiel einem Film oder einem Buch das die selbe Thematik aufbringt! Solange hauptsächlich "Kinder" mit Videospielen assoziiert werden und diese auch die größte Käuferschaft sind werden weiterhin Erwachsene durch Zensur und Alterseinschränkungen bevormunded und das Medium Spiel einfach nicht ernstgenommen. Das ganze hat etwas mit Weiterentwicklung sprich Evolution zu tun. Danach zu verlangen ist in Ordnung aber man sollte sich in Laufe der nächsten Jahre einfach nicht zu viel erwarten! Bis dahin muss man sich größtenteils mit Spielen wie Medal of Honor zufrieden geben auf ab und zu kommende Perlen freuen und einfach abwarten!

Aber ich bin mir sicher das das Alles ganz von alleine kommen wird!
Howdie hat geschrieben:@ReQ: Kunst und Kunsthandwerk sind 2 paar Schuhe. Wie Pyo schon sagte: Die ML war eine Auftragsarbeit. Der Künstler wollte einfach nur Geld verdienen. Das viele Bilder im Laufe der Jahrzehnte Kunst geworden sind ist ihrer kulturellen Bedeutung zu verdanken. Einige Bilder haben ganze Epochen geprägt.
Aber nach deiner Definition wären auch Kunstfäscher Künstler, denn handwerklich sind sie nicht schlechter als ihre "Vormaler". Meistens sogar noch weit besser, aber trotzdem sind Kopien eben keine Kunst. Wink
Nach meiner Defintion nicht, da Kunst vorraussetzt, vorallem bei der handwerklichen, das es Unikate sind. Was die Mona Lisa ist bzw. war. Und das ein Künstler Geld mit seinem Handwerk verdient ,bzw. Geld seine Motivation Nr. 1 ist, hat nichts mit dem endgültigen Ergebnis seines Machens zu tun. Das gewisse Objekte erst über Epochen als Kunst betrachtet worden sind ist ein anderes Thema!


btw. für etwaige Rechtschreibfehler oder Sätze die grammatikalisch keinen Sinn ergeben entschuldige ich mich. Mir dröhnt die ganze Zeit während ich schreibe die Musik und der Fernseher meiner Freundin im Ohr! :roll:
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Howdie
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Beitrag von Howdie »

Wulgaru hat geschrieben:Das würde mich allerdings interessieren, das ist ja sowieso ein Aspekt der Spielen fehlt: Eine künstlerische Bewertung.
Mag daran liegen, dass es keine Kunst in Spielen gibt. :P

So, jetzt lass ich´s gut sein.^^