sabienchen hat geschrieben:"That's not fucking gaming culture, that's shitty people culture"
Zu denken, das wäre eine Ausrede für den Ausgang der Sache ist ehrlich gesagt ziemlich naiv gegenüber dem was "Kultur" beschreibt. Kultur wird von ihren Anhängern geformt, aber ohne deren aktive Willensbekundung. "Gaming culture" wird dementsprechend nicht von wem auch immer definiert und jeder der nicht passt, kann ausgeschlossen werden, sondern vom Verhalten die Leute, die sich Gamer nennen. Und wenn diese sich eben wie Arschlöcher verhalten, dann wird Gamer-Kultur zur Arschloch-Kultur.
Dieser ganze Wahn, jegliche Interaktion und Vernetzung sozialer Konstrukte und Verhaltensweisen ist eines der Grundprobleme von GamerGate.
GamerGate ist keine Belästigungs-Kampagne weil alle in dem Moment, in dem sie belästigen, urplötzlich nichts mehr mit GamerGate zu tun haben, AUS GRÜNDEN; selbst wenn sie den Hashtag verwenden und es selbst so sehen, dass das, was sie tun, GamerGate-relevant ist.
GamerGate ist nicht rechts weil zwar massig prominente Stimmen rechts sind, aber das AUS GRÜNDEN ausgeblendet werden kann, wenn es um GamerGate geht.
GamerGate ist nicht anti-feministisch, obwohl der Großteil des Contents anti-feministisch ist, weil das AUS GRÜNDEN ausgeblendet werden kann.
Diese ganze idiotische "Anti-Gamers" Mentalität basiert ja schon darauf dass man entweder Gamer ist oder wortwörtlich der Rest der Welt. Die ganze "Shut up and play"-Mentalität sagt ja nichts anderes als dass ich gefälligst sämtliche Aspekte meiner Persönlichkeit an der Rezeption abgeben muss, wenn ich versuche, ein Spiel zu spielen. Ich kann nicht Gamer und Feminist sein, nein, entweder muss ich meinen Feminismus unter den Tisch kehren oder ich muss heimlich ein Eindringling sein, der eigentlich gar nicht spielt.
Diese ganze Exklusivitäts-Mentalität ist dabei wieder typisch Imageboard angehaucht, wo GamerGate schließlich entstand, und inherent pseudo-liberal; die Mentalität, dass alle gleichberechtigt sein können, wenn sie "anonym" bleiben - mit anderen Worten, jeder annimmt, dass man ein weißer, heterosexueller Mann ist - und sobald irgend jemand etwas in den Raum wirft, dass ihnen Persönlichkeit gibt, man eine widerwärtige "Attention Whore" sein muss.
Und diese Pseudo-Anonymität wird dann eben sowohl genutzt, um beschissenes Verhalten von Gamern zu rechtfertigen - "das ist ja eigentlich nur eine eklige Person, das hat keinen Zusammenhang zum Gamer-Sein" - als auch jedwede Kritik der Kultur auszuschalten - "Warum muss die Bitch darüber reden, dass sie eine Frau ist? Hätte doch sonst keinen interessiert? Die will nur in unser Hobby eindringen! AH! Ah! AH!"
billy coen 80 hat geschrieben:Alleine schon die Loslösung der westlichen Gesellschaft vom religiösen Dogmatismus wurde nicht gewaltsam erzwungen.
Westlicher Atheismus und Sekularismus in heutiger Form wäre ohne die französische Revolution wie auch die DDR überhaupt nicht denkbar. Noch dazu sollte offensichtlich sein, dass mein "Gewalt"-Begriff weiter geht als deiner. Die Durchsetzung JEDES Gesetzes erfordert Gewalt, wenn auch nicht zwangsläufig physische oder körperliche.
Ich habe meine Ansichten, versuche mich aber von extremistisch angehauchten Ideologismen fernzuhalten, alleine schon, weil einem die Geschichte zu deutlich aufzeigt, wohin so etwas in aller Regel führt.
Ja, ich bin mir sicher, der geistige Schritt von Feminist Frequency zu Stalin ist kein großer.
billy coen 80 hat geschrieben:Bezeichnung Profx
maho76 hat geschrieben:das ist ungefähr so konservativ wie jemandem (explizit nicht nur frau) aus Höflichkeit die tür aufzuhalten (darf man ja heutzutage eigentlich auch nicht mehr).
Wie so oft richtet sich der Anti-Feminismus selbst zugrunde; an eben jener Trivialität, die er so gerne dem Objekt seiner Ablehnung vorwirft.
SethSteiner hat geschrieben:Jemand der sich Feminist nennt, gleichzeitig aber nur zu gern unredliche Mittel nutzt um seine Position zu stärken, ist nicht mehr moderat.
Ich würde ja wirklich, wirklich gerne mal ein vernünftiges Argument hören, WAS sie denn nun eigentlich alles permanent falsch repräsentiert. Und wie immer gilt, ein Euro für mich, wenn es Hitman ist.
Entspechend ist hier Sarkeesian ganz klar als Radikal zu bezeichnen, eben um sie von den Feministen abzugrenzen, die sich mit ihr überhaupt nicht identifizieren und ihre Methoden ablehnen.
Wenn überhaupt, wäre Sarkeesian als "extremistisch" zu bezeichnen. "Radikal" ist nämlich ein etablierter politischer Begriff, und außerhalb gewisser Kreise nicht automatisch negativ konnotiert. Es gibt beispielsweise eine "radikale Mitte". Kann man mal drüber nachdenken.
"Radikaler Feminismus" ist ebenso definiert und heißt erst mal nichts weiter als "Ich glaube, dass patriarchische Gesellschaftsstrukturen existieren".