Dieses "Aber niemand würde einen ähnlichen Aufriss machen wenn es um Männer geht / FeministInnen kümmern sich nie um Probleme von Männern" ist ehrlich gesagt ziemlich sinnlos, weil tausendfach anders bewiesen.
Wer unterstützt Vaterschaftsurlaub? FeminstInnen.
Wer ist jegliche Geschlechterrollen, und ergo, auch gegen die von Männern? FeministInnen.
Wer macht darauf aufmerksam, dass auch Männer vergewaltigt werden können? FeminisInnen.
Wer ist gegen Beschneidung? FeministInnen.
Welche Gruppe hat mit als erste die Schwulenbewegung unterstützt? FeministInnen.
Dementsprechend, ja, auch wenn es um einen Mann in einer ähnlichen Situation ginge, würde wir diese wie du sie nennst "White Knights" sehen.
Das Problem ist, dass während Frauen wie Anita häufiger dafür kritisiert werden, bestehenden Klischees in Spielen zu hinterfragen; Männer überdurchschnittlich oft für strunzdämliche Äußerungen wie "Wenn ihr unser Spiel kauft wird euch eure Freundin einen blasen" und dergleichen in die Mangel genommen werden. Aber, du wirst es nicht glauben, auch die finden noch genügend Leute um sie zu verteidigen. Wollen wir die jetzt Black Knights nennen? Bald haben wir dann wohl ein Schachspiel voll.
Wer ernsthaft glaubt, dass nicht jeder Shitstorm im Internet darauf hinausläuft, dass sich radikale Verfechter der einen oder anderen Fraktion prügeln, hat noch viel zu lernen.
Scipione hat geschrieben:Für dich ist alles sonnenklar, du versuchst schon gar nicht mehr deine haltlosen Behauptungen auch nur irgendwie zu begründen. Es ist so, weil du es sagst, und ich soll das so akzeptieren? Nö!
Meine Behauptung ist "Männer und Frauen werden unterschiedlich belästigt". Eine Behauptung, die von unzähligen Beispielen und vor allem den Leuten, die selbst belästigt werden, so gestützt wird.
Deine Behauptung ist es, dass die beiden absolut gleich sind. Dein Beweis dafür ist, dass beide generell erst einmal belästigt werden, ohne über das wo, wie, wie lang, in welcher Menge etc. Bescheid zu wissen.
Überlege bitte nochmal, welche der beiden Behauptungen haltlos ist.
Und wie kann man den Nerv haben zu sagen, dass die Männer erstmal alle zur Seite und auf eine Warteliste geschoben werden sollen, während wir erstmal die Frauen abarbeiten?
Daher weht der Wind also: Wenn wir Problem x lösen, können wir nicht gleichzeitig Problem y lösen. Unsinn. Warum bitte soll es unmöglich sein, anzuerkennen, dass Belästigung von Frauen im Internet im Durchschnitt nun einmal anders verläuft, und trotzdem gleichzeitig gegen die Belästigung von Männern sein?
Erkläre mir das bitte. Warum denkst du, dass es einfacher ist, unterschiedliche Ursachen und Methoden unter einem großen Stichwort zusammenzufassen und dann diesen riesigen Batzen lösen zu wollen, statt das Problem zu teilen und zwei Teilprobleme paralell zu lösen?
Inwiefern sind Frauen im Internet nicht gleichgestellt? Ist der Registrierungsprozess bei Diensten wie youtube und Foren für Frauen schwieriger als für Männer? Werden Frauen häufiger von Moderatoren gebannt?
Nochmal: Diskriminierung hört nicht plötzlich auf, nur weil sie nicht mehr auf offizieller Ebene stattfindet.
Du argumentierst doch auch nicht, dass Korruption nicht existieren kann, weil im Gesetz ja eigentlich steht, dass sie nicht erlaubt ist.
Um damit die Frage zu beantworten, ob Frauenhass und Sexismus auf inoffizieller Ebene existiert, ja. Schau dir Youtube-Comments an, schau dir 4chan an, schau dir eigentlich so ziemlich jedes Messageboard an; spezifisch für Gaming: Schau dir "Fake-Gamer-Girl"-Vorwürfe an, schau dir "No girls on the internet" an, schau dir die Unzahl an misogynistischen Beleidigungen in Multiplayer Games an, schau dir bitte einfach nur diesen Thread und all die "Das hat sie verdient" und "Die hat noch viel schlimmeres verdient"-Postings darin an.
Aber weder ein reales Verbrechen gegen einen realen Menschen, noch ein vorgespieltes Verbrechen in der Realität, bei der reale Reaktionen von Menschen aufgezeichnet wurden, sind dir ein einziges Wort wert.
Was soll dieser Scheiß bitteschön? Wir reden, in gerade eben diesem Moment, über Anita Sarkeesian. Wenn du glaubst, dass jede Diskussion daraus bestehen sollte dass alle regelmäßig vermelden, für welche anderen wichtigen Sachen sie sich noch engagieren, einfach nur um zu rechtfertigen, dass sie gerade eben darüber reden, worüber sie reden, hast du ernsthaft keine Ahnung wie Redekultur funktioniert.
Du weißt einen Scheißdreck darüber, was für Worte und welche Menge an Worten mir jegliche andere Angelegenheiten wert sind, eben weil sie gerade nicht das Thema sind. Du hast keine beschissene Ahnung, was überhaupt meine Meinung über andere Dinge sind, und ich glaube kaum, dass du auch nur annähernd qualifiziert bist, dies daraus abzuleiten, was ich hier, eben in diesem Moment, über eben dieses spezifische Thema sage.
Du hast, ganz ehrlich gesagt, keine Ahnung von irgendwas dass dich qualifizieren würde, in einer solchen Weise Behauptungen aufzustellen, wie du es tust. Ich wäre daher hocherfreut, wenn du endlich mal ein Argument über dem Niveau von "Ihr redet über A, also interessiert euch automatisch nichts außer A" produzieren könntest. Danke.