TNT.Achtung! hat geschrieben:
@lord sidious
ich sehe ja ein, daß es eine einschränkung gibt, aber ich denke auch das die maßnahmen eines boykotts solcher produkte völlig überzogen ist.
drm ist momentan noch ein schönes spielzeug für die industrie. es ist halt neu und deswegen probiert man es auch mal aus. könnte ja doch was bringen.
dennoch hat die vergangenheit gezeigt das vieles, was den kunden allgemein missfallen hat auch irgendwann aus der welt geschafft wurde. siehe z.b. den kopierschutz bei musik.
da hat halt irgendwer geklagt, es gab jede menge beschwerden und ärger, und irgendwann hat die industrie eingesehen, daß es mehr kostet als es ihnen tatsächlich nutzt.
dieser prozess wird sich auch irgendwann bei videospielen so einfügen. egal, ob da ein paar wenige boykottieren und schlechte rezensionen bei amazon schreiben. die haben nichts erreicht, auch wenn sie sich das dann gerne einreden werden
Ich weiß nicht so recht... und ich mein damit, dass ich es schlichtweg wirklich nicht weiß - ich hab' keine Ahnung, was die Zukunft bringen wird. Stimmt, die Musikindustrie kommt mehr und mehr von DRMS ab... vielleicht werden die andere Inhalteindustrien diesem Beispiel folgen, vielleicht aber auch nicht. Man darf nicht vergessen, dass die Musikbranche sich grundsätzlich von anderen Inhalteindustrien unterscheidet. Heute wird das große Geld dort mit Konzerten und Merchandising verdient und eben nicht mit den paar MP3s, die man über das Internet verkauft. Den großen Music Labels stehen ganz andere Möglichkeiten offen als beispielsweise einem Softwareentwickler.
Gerade im Softwarebereich ist eine eher gegenläufige Tendenz zu beobachten. Wahrscheinlich auch, weil man dort von je her mit recht komplizierten Verfügungsrechten gearbeitet hat. man denke nur an irgendwelche undurchsichtigen Eulas, von denen wohl kaum jemand weiß, in welcher Art und Weise sie ihn in der Nutzung einer Ware einschränken.
Das Ganze ist ja auch in gewisser Weise etwas, was sich gegenseitig bedingt. Die Mehrzahl der Kunden hat DRMS im Online-Musik-Bereich nie akzeptiert und den Mist einfach nicht gekauft. Du sagst ja aber Steam sei ganz in Ordnung. Da liegt ein Widerspruch vor. Denn je mehr Akzeptanz für ein DRMS da ist, desto weniger Grund besteht für denjenigen, der seine Produkte damit schützt, diesen plötzlich abzuschaffen.
Ich finde es daher schon sinnvoll, wenn man Entwickler wissen lässt, dass man bestimmte Dinge nicht gut heißt. Wenn sich also Kunden also zur Wehr setzen, wie sie das bei Mass Effect oder auch Spore getan haben, dann find ich das sinnvoll und richtig - ob man jetzt gleich Steam boykottieren muss, das ist nochmal eine andere Frage. Ich gebe selbst zu, dass ich Steam zuweilen nutze... genau aus dem Grund, den du auch schon genannt hast - weil es eben eine Serviceplattform ist. Hier ist es eben nicht nur so, dass Verfügungsrechte eingeschränkt werden, sondern der Kunde erhält im Gegenzug, sozusagen als Kompensation, auch eine zusätzliche Leistung. Und genau das ist eben bei DRMS wie SecuROM nicht gegeben, die in aller Regel keinerlei Mehrwert für den Kunden bedeuten.
Nur das Grundproblem besteht ja einfach weiterhin - was passiert, wenn Steam, aus welchem Grund auch immer, irgendwann einmal die Authentifizierungsserver abschaltet? Und da hab’ ich echt so meine Probleme mit, denn wie uns ja zum Beispiel der MSN Musik Store oder auch der Video-Kauf-Dienst von Google gezeigt haben, versuchen die Firmen in solchen Fällen erstmal alles auf den Kunden abzuwälzen.