hydro skunk 420 hat geschrieben: ↑30.07.2018 15:17
muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑30.07.2018 14:55
Sir Richfield hat geschrieben: ↑30.07.2018 14:30
Jetzt ist die Wahl der Perspektive aber schon eines der Kernelemente des Spiels, um das man viele andere Teile des Spieles herum designen und programmieren muss.
Du kannst ja auch nicht sagen "Quadrate, Hexfelder, wo ist der Unterschied, sind nur zwei Seiten mehr..."
Und so richtig die Diskussion ist doch gar nicht losgegangen, oder? Ich meine, hier werden ein paar Präferenzen genannt, aber es war noch keiner, der gesagt hat "Also in FPS kann ich nicht, alles blöd!", oder??
Hier noch nicht - ja. Aber erinnere dich an die Woche nach der E3.
Und aus designtechnischer Sicht und Entwicklersicht ist die Wahl der Perspektive sicherlich alles andere als trivial. Davon habe ich aber auch nicht gesprochen.
Aber das reicht mir persönlich jetzt auch zur Perspektive. Wie gesagt. Mir ist das so dermaßen wurscht. Das ist eine Designentscheidung, welche sich hoffentlich positiv auf der Erlebnis auswirkt. Wenn nicht, will ich nichts gesagt haben, ich kenne das Spiel halt nicht, und weiß auch nicht, ob das gesamte Spiel da drum herum aufgebaut wurde. Ich weiß nur, dass sich das HUD je nach implantierten Augmentierungen verändern soll, und das spricht meiner Meinung schon sehr für die FPS. Auch das Setting in engen Hochhausschluchten und Innenräumen klingt für mich eher nach FPS, aber ich lass mich überraschen.
Bisher weiß man ja als normaler Spieler so gut wie nichts über CP2077. Das Spiel kann auch totaler Rotz sein, und ein auf Massengeschmack getrimmter OW Shooter mit ein paar oberflächlichen RPG Elementen. Wie gesagt, kein Plan.
@Jondoan
Genau so ähnlich meinte ich das auch. Es ist eben Ubisofts feige Haltung, das politische Potenzial, welches ihre Spiele haben, nicht anzuerkennen aber auch nicht zu nutzen. So bleibt alles immer sehr vage und sehr oberflächlich, aber es sind und bleiben ja trotzdem politische Themen. Das führt für mich manchmal beim zocken zu einem seltsamen Gefühl.
Und es freut mich an dieser Stelle ebenfalls außerordentlich, dass CDPR sich nicht davor drücken wollen.
Bin mir nicht sicher, ob "feige" die richtige Interpretation ist. Ich denke mir eher, dass manch ein Entwickler einfach einen ganz anderen Fokus bei der Entwicklung eines Spiels hat. Sir Richfield hatte es kurz angerissen. Far Cry wird als Open World Fun Shooter mit oberflächlicher Rache-Story rausgehauen, weil der Kunde
das genau so haben will.
Ubisoft hat mit Watch Dogs 2 übrigens bewiesen, dass sie ganz und gar nicht feige sind, wenn sie denn wollen. Hier wird das Thema korrupte Mächte sehr ernst behandelt und bestimmte Dinge schonungslos aufgedeckt. Ubi bezieht hier unübersehbar Stellung.
Ja, eben ja nicht. Das ist doch genau das Problem. Im Interview darauf angesprochen hat man ja sämtliche politische Bezüge und Aussagen in seinen Spielen verneint. Genau das meine ich doch. Man hat durchaus politische Storys und Szenarien, aber entweder kratzt man sie nur oberflächlich an, oder verleugnet einfach jede Aussage, welche zum Teil aber extrem offensichtlich drin ist.
MachineGames und Bethesda hatten bei Wolfenstein The New Colossus auch den Mut gleich klar zu stellen, dass das Spiel ein antifaschistisches Statement ist, weil alles andere auch komplett lächerlich gewesen wäre.
Aber Ubisoft, welche zum Teil nicht mal viel weniger deutliche Spiele machen, wie u.a. Watchdogs 2 oder auch Southpark, verleugnen das einfach, weil man Angst hat, Käufer zu verscheuchen.
Und genau deswegen freut mich die eindeutige Aussage an dieser Stelle halt sehr, weil man dann davon ausgehen kann, dass man in dem Spiel keine Rumdruckserei erleben wird. Es müssen ja nicht mal politische Plattüden sein, mit denen die Macher um sich schmeißen, oder linke Gutmenschenpropaganda oder rechter Bullshittalk, sondern eine wirkliche Auseinadersetzung mit aktuellen Themen und Entwicklungen und wie diese sich in nicht allzu ferner Zukunft äußern könnten, in einer Welt der Absoluten Herrschaft des Marktes und des Geldes und der totalen Oberflächlichkeiten.
Auch die Frage nach Geschlechtern, nach Rassen, nach Herkunft und Nationalitäten und vielen anderen Dingen, die uns von Geburt an individualisieren, wird in einem Szenario hochspannend, in dem man sich auf künstlichem Wege zu einem völlig anderen Menschen machen lassen kann. Und wie wird mit denen umgegangen, die sich das nicht leisten können. Auch eine Frage, die bereits hochinteressant in Deus Ex: HR angesprochen wurde, die aber auf gesellschaftlicher und persönlicher Ebene in CP2077 viel tiefgründiger angesprochen werden kann.
Nur am Rande - soviel Tiefgründigkeit brauche ich nicht in jedem Spiel, genauso wie politische Inhalte. Aber wenn man sich für bestimmte Szenarien und Inhalte entscheidet, darf man dann eben nicht rumdrucksen und an der Oberfläche bleibe, nur aus der Angst heraus, Käufern von der einen oder anderen politischen Seite vor den Kopf zu stoßen und ggf. potenzielle Käufer zu verlieren.
In Bezug auf Ubisoft heißt das - wenn ihr keine Lust habt, über ein extremes und faschistisches Verständnis von politischer Religion zu reden, in einer Zeit, wo gerade dieses weltweit wieder zunimmt, auch in der ach so hochentwickelten westlichen Welt, dann lasst es einfach sein. Aber spielt nicht mit Versatzstücken davon, um euch dann, da wo es wehtun könnte, schnell weg zu ducken.
Und Watchdogs 2 betrachte ich eh als einen positiven Ausrutscher von Ubisoft, was so mainstreamige OW Spiele anbelangt. An dem Spiel hat ja so einiges gestimmt, wenn man erstmal verstanden hat, dass schon diese Hipster Hauptfiguren ein einziger großartiger Gag der Entwickler waren - und trotzdem sind sie einem zum Schluss hin doch noch ans Herz gewachsen.