Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

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Alter Sack
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Alter Sack »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 11:01
yopparai hat geschrieben: 22.09.2017 10:57 Ich halte es lediglich für nicht sehr clever in seiner Situation als CEO eines Unternehmens, das auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen angewiesen ist. Mehr nicht. Etwas nicht für clever zu halten heißt nicht, es für falsch zu halten. Umgekehrt halte ich manche moralisch miese Geschäftspraktiken für clever, aber für moralisch falsch. Mag etwas fatalistisch sein. Aber so seh ich die Industrie, und zwar nicht nur diese.
WARUM findest Du das denn nicht besonders clever?
Ich finde solche Kritik ist auch nicht sonderlich clever.
Ist EA ein Sonnenschein? Mit Sicherheit nicht. Haben sie moralisch fragwürdig gehandelt? Mit Sicherheit.

Aber was haben sie selbst gemacht? Ich wage zu bezweifeln das EA mit gezogener Pistole hinter ihnen stand und sie gezwungen hat den Vertrag zu unterschreiben. Entweder haben sie ihre Sorgfaltspflicht schleifen lassen und einen Vertrag unterschrieben ohne ihn genau zu prüfen oder sie haben Worten geglaubt die nicht schriftlich niedergeschrieben wurden was an Dummheit grenzt.
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Kajetan
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Kajetan »

Alter Sack hat geschrieben: 22.09.2017 11:16 Aber was haben sie selbst gemacht? Ich wage zu bezweifeln das EA mit gezogener Pistole hinter ihnen stand und sie gezwungen hat den Vertrag zu unterschreiben. Entweder haben sie ihre Sorgfaltspflicht schleifen lassen und einen Vertrag unterschrieben ohne ihn genau zu prüfen oder sie haben Worten geglaubt die nicht schriftlich niedergeschrieben wurden was an Dummheit grenzt.
An so einem Tisch sitzen immer zwei.
erm ... die Jungs hatten kein Problem damit FÜR GELD exklusiv für EA zu arbeiten und EA entsprechende Technologie zu überlassen. Das wurde vertraglich festgehalten. Geld gegen Projektexklusivität und KnowHow. Is ja kein Ding.

Dann hat EA jedoch das Projekt platzen lassen und die Jungs standen ein wenig im Regen, weil man sich VERTRAGLICH darauf verlassen hat, dass das Projekt stattfindet. Ob EA das Projekt absichtlich hat platzen lassen, um über die Studio-Insolvenz kostenlos oder extrem günstig an das KnowHow zu kommen, das weiß hier niemand mit Sicherheit. Aber so ganz unwahrscheinlich ist das nicht, weil solche Geschäftspraktiken leider öfters vorkommen, als einem lieb sein kann.
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Bachstail
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Bachstail »

FlyingDutch hat geschrieben: 22.09.2017 11:08Jedoch ist EA in solcherlei Dingen kein unbeschriebenes Blatt, weshalb diese Geschichte nicht so aus dem luftleeren Raum gegriffen zu sein scheint.
Das ist richtig, in meinen Augen in gewisser Weise aber auch etwas unfair, denn wie ich erwähnte, traue ich das wirkich JEDEM konzern innerhalb der Branche zu, sei es Ubisoft, Nintendo, Square Enix, Sony, Microsoft oder wem auch immer, dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft und man ist in der Regel auf seinen eigenen Vorteil aus.

EA hat sich in der Vergangenheit einen sehr zweifelhaften Ruf erarbeitet aber die gesamte Argumentaton in einer Situation darauf aufzubauen, in welcher es keine Beweise gibt und alles nur aufgrund dessen abzuleiten, ist in meinen Augen zu einfach.
insbesondere wenn man den Charakter bestimmter beteiligter Personen in Betracht zieht ;) (Zumindest so, wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt)
Und das macht es für mich so schwer, selbst über das Thema auch nur zu spekulieren, was man ja durchaus auch ohne Beweise kann.

Ich kenne diesen Ian Bell und seine Firma nicht und kann beide überhaupt nicht einschätzen.
Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 11:27 Ob EA das Projekt absichtlich hat platzen lassen, um über die Studio-Insolvenz kostenlos oder extrem günstig an das KnowHow zu kommen, das weiß hier niemand mit Sicherheit.
Was für mich ein weiterer Knackpunkt ist, denn vielleicht gab es in der Tat einen guten Grund für das Einstampfen der Projekte.

Am Ende hat vielleicht Slightly-Mad versucht, EA zu bestehlen und diese wiederrum haben sich das nicht gefallen lassen und haben den Spieß umgedreht.

Und da es ja aufgrund der großen Anzahl an Fehltritten seitens EA sehr einfach ist, diese zu kritisieren, dachte sich Ian Bell, er könnte etwas ohne Beweise vortragen, da der Großteil der Spielerschaft das eh glauben wird, ganz gleich, ob vielleicht ER derjenige ist, der hier wen bestehlen wollte.

Man weiß hier einfach nichts, man hat schlicht die Aussagen eines Spieleentwicklers (ist Ian Bell einer ?) und das Verhalten eines zweifelhaften Großkonzerns aber für mich ist das für eine Urteilsbildung zu wenig.
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Alter Sack
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Alter Sack »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 11:27
Alter Sack hat geschrieben: 22.09.2017 11:16 Aber was haben sie selbst gemacht? Ich wage zu bezweifeln das EA mit gezogener Pistole hinter ihnen stand und sie gezwungen hat den Vertrag zu unterschreiben. Entweder haben sie ihre Sorgfaltspflicht schleifen lassen und einen Vertrag unterschrieben ohne ihn genau zu prüfen oder sie haben Worten geglaubt die nicht schriftlich niedergeschrieben wurden was an Dummheit grenzt.
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erm ... die Jungs hatten kein Problem damit FÜR GELD exklusiv für EA zu arbeiten und EA entsprechende Technologie zu überlassen. Das wurde vertraglich festgehalten. Geld gegen Projektexklusivität und KnowHow. Is ja kein Ding.

Dann hat EA jedoch das Projekt platzen lassen und die Jungs standen ein wenig im Regen, weil man sich VERTRAGLICH darauf verlassen hat, dass das Projekt stattfindet. Ob EA das Projekt absichtlich hat platzen lassen, um über die Studio-Insolvenz kostenlos oder extrem günstig an das KnowHow zu kommen, das weiß hier niemand mit Sicherheit. Aber so ganz unwahrscheinlich ist das nicht, weil solche Geschäftspraktiken leider öfters vorkommen, als einem lieb sein kann.
Anscheinend hat man sich nicht vertraglich darauf verlassen sonst wäre man nicht in solche Nöte gekommen. Also wenn die meisten Firmen einen Vertrag abschließen wo es um Auftragsarbeiten geht ist bei denen ne Klausel drin die besagt was zu zahlen ist wenn der Auftraggeber das Projekt fallen lässt. Zumindest wird die schon geleistet Arbeit bezahlt und in der Regel gibts auch Strafen die einem das vorläufige weiterarbeiten gewährleisten. Schön ist das für Unternehmen mit Sicherheit nicht aber sowas sollte einen nicht an den Rand der Existenzberechtigung treiben.
Also entweder war man unheimlich naiv oder einfach nur dumm.
Wie gesagt EA ist bestimmt kein Kind von Traurigkeit aber wenn sowas passiert hat man meist auch eigene Fehler gemacht.
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Raskir
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Raskir »

Bachstail hat geschrieben: 22.09.2017 11:40
FlyingDutch hat geschrieben: 22.09.2017 11:08Jedoch ist EA in solcherlei Dingen kein unbeschriebenes Blatt, weshalb diese Geschichte nicht so aus dem luftleeren Raum gegriffen zu sein scheint.
Das ist richtig, in meinen Augen in gewisser Weise aber auch etwas unfair, denn wie ich erwähnte, traue ich das wirkich JEDEM konzern innerhalb der Branche zu, sei es Ubisoft, Nintendo, Square Enix, Sony, Microsoft oder wem auch immer, dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft und man ist in der Regel auf seinen eigenen Vorteil aus.

EA hat sich in der Vergangenheit einen sehr zweifelhaften Ruf erarbeitet aber die gesamte Argumentaton in einer Situation darauf aufzubauen, in welcher es keine Beweise gibt und alles nur aufgrund dessen abzuleiten, ist in meinen Augen zu einfach.
insbesondere wenn man den Charakter bestimmter beteiligter Personen in Betracht zieht ;) (Zumindest so, wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt)
Und das macht es für mich so schwer, selbst über das Thema auch nur zu spekulieren, was man ja durchaus auch ohne Beweise kann.

Ich kenne diesen Ian Bell und seine Firma nicht und kann beide überhaupt nicht einschätzen.
Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 11:27 Ob EA das Projekt absichtlich hat platzen lassen, um über die Studio-Insolvenz kostenlos oder extrem günstig an das KnowHow zu kommen, das weiß hier niemand mit Sicherheit.
Was für mich ein weiterer Knackpunkt ist, denn vielleicht gab es in der Tat einen guten Grund für das Einstampfen der Projekte.

Am Ende hat vielleicht Slightly-Mad versucht, EA zu bestehlen und diese wiederrum haben sich das nicht gefallen lassen und haben den Spieß umgedreht.

Und da es ja aufgrund der großen Anzahl an Fehltritten seitens EA sehr einfach ist, diese zu kritisieren, dachte sich Ian Bell, er könnte etwas ohne Beweise vortragen, da der Großteil der Spielerschaft das eh glauben wird, ganz gleich, ob vielleicht ER derjenige ist, der hier wen bestehlen wollte.

Man weiß hier einfach nichts, man hat schlicht die Aussagen eines Spieleentwicklers (ist Ian Bell einer ?) und das Verhalten eines zweifelhaften Großkonzerns aber für mich ist das für eine Urteilsbildung zu wenig.
Also das ist dann doch unglaublich unwahrscheinlich. Zudem es ja keine Stellungnahme oder ein Interview war, sondern während eines relativ normalen Gespräches irgendwie dazu kam dass es aufgegriffen wurde. Es sah nicht geplant aus, dass er dies hier mit kalkül vorbereitet hat. Eine spontane Sache. Und wie es bei spontanen Sachen vorkommt, erzählt man eigentlich mehr als man wollte, vor allem bei emotionalen Sachen. Was ich sagen will, seine Aussage war so nicht geplant. Man muss auch den Ball mal flach halten. Bei einem Gerichtsurteil kann der Rechtsanwalt auch nicht argumentieren "ja aber was ist wenn die dna probe von den polizeibeamten vertauscht wurde oder er einen eineiigen zwilling hat von dem niemand weiß?" alles im bereich des möglichen, aber wie gesagt, ball flach halten. Solche Aussagen wie, dass er versucht hat ea zu bestehlen und diese setzten sich zu wehr fallen in diese Kategorie. Möglich ja, aber eher im 5. Kommastellenbereich
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von MrLetiso »

RVN0516 hat geschrieben: 22.09.2017 11:08 Ich finde den Zeitpunkt einfach falsch gewählt, das hätte man wenn direkt nach dem Vorfall machen müssen nicht ewig später wenn, gerade selbst ein Produkt auf den Markt wirft und der beschuldigte ebenfalls ein indirektes Konkurrenz Produkt in der mache hat.
Sprichst Du vom neuen NFS?
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Chibiterasu
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Chibiterasu »

Ich finde es immer schwierig.
Die Diskussion wird hier ja schon wieder emotional geführt und ich traue EA auch eine Menge zu (haben die doch nach und nach meine Lieblingsstudios der 90er zerlegt und inhaliert) aber wir wissen nunmal nicht mit Sicherheit was vorgegangen ist.
Mit solchen Aussagen ist man auch schnell der coole Underdog der gegen den Riesenkonzern kämpft und man sich so leicht Sympathien einholt.

Ich finde auch sowas müsste direkt im Anschluss angeprangert werden oder gerichtlich geklärt werden, wo dann die Details nüchtern und strukturiert an die Öffentlichkeit gelangen.
Gerichtlich zieht der kleine Entwickler aber natürlich schnell den kürzeren. Das ist ein Dilemma.

Und wenn mir ne Ungerechtigkeit wiederfährt, würde ich das wohl auch emotional aller Welt erzählen...
Schwierig.
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Kajetan
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Kajetan »

Alter Sack hat geschrieben: 22.09.2017 11:43 Anscheinend hat man sich nicht vertraglich darauf verlassen sonst wäre man nicht in solche Nöte gekommen.
Man hat sich auf den geschlossenen Vertrag verlassen: "Wir mache Spiel NUR für Euche, wir mache nix für Spiel für andere!".

Dann wurde das Projekt durch EA abgebrochen und der Entwickler stand erstmal mit einem Bein in der Insolvenz, weil man kurzfristig Geld und neue Projekte herbekommen musste.
Also entweder war man unheimlich naiv oder einfach nur dumm.
Vielleicht hatte man auch einfach Pech? Manchmal helfen Dir alle vertraglichen Absicherungen nichts, wenn sich unvorhersehbare Situationen ergeben. Und manchmal denkst Du einfach einfach nicht an JEDEN nur denkbaren Fall.

Mir hat ein Freelancer erzählt, dass er ein halbes Dutzend Mal auf die Fresse fliegen musste, bis er halbwegs dichtes Vertragsmuster für neue Auftraggeber bereit hatte und selbst dann sollte man sich nie auf Vertragliches verlassen, sondern immer schon den nächsten Folgeauftrag in Reserve haben, falls etwas passiert. Aber diese Lektionen muss man eben lernen. Ich selbst würde z.B. nie mehr darauf warten, dass ein Arbeitgeber ausstehende Gehälter nachzahlt, sondern sofort nach Ablauf der gesetzlichen Frist zum Arbeitsgericht gehen :)
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Raskir
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Raskir »

Chibiterasu hat geschrieben: 22.09.2017 11:50 Ich finde es immer schwierig.
Die Diskussion wird hier ja schon wieder emotional geführt und ich traue EA auch eine Menge zu (haben die doch nach und nach meine Lieblingsstudios der 90er zerlegt und inhaliert) aber wir wissen nunmal nicht mit Sicherheit was vorgegangen ist.
Mit solchen Aussagen ist man auch schnell der coole Underdog der gegen den Riesenkonzern kämpft und man sich so leicht Sympathien einholt.

Ich finde auch sowas müsste direkt im Anschluss angeprangert werden oder gerichtlich geklärt werden, wo dann die Details nüchtern und strukturiert an die Öffentlichkeit gelangen.
Gerichtlich zieht der kleine Entwickler aber natürlich schnell den kürzeren. Das ist ein Dilemma.

Und wenn mir ne Ungerechtigkeit wiederfährt, würde ich das wohl auch emotional aller Welt erzählen...
Schwierig.
Jup so siehts aus. Man sollte niemanden vorverurteilen. Aber man sollte erst Recht nicht denjenigen verurteilen der die Aussage getroffen hat. Denn wenn es stimmt, meine Güte, dann sollte er das auch benennen dürfen ohne private und berufliche Schwierigkeiten zu bekommen.
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FlyingDutch
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von FlyingDutch »

Bachstail hat geschrieben: 22.09.2017 11:40
Das ist richtig, in meinen Augen in gewisser Weise aber auch etwas unfair, denn wie ich erwähnte, traue ich das wirkich JEDEM konzern innerhalb der Branche zu, sei es Ubisoft, Nintendo, Square Enix, Sony, Microsoft oder wem auch immer, dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft und man ist in der Regel auf seinen eigenen Vorteil aus.
Keine Frage. Ich gehe fest davon aus, dass sich die großen Firmen wenig voneinander unterscheiden und das weit über die Videospielbranche hinaus. Der einzige Unterschied mag darin liegen, dass einige geschickter vorgehen als andere.

Aus einem :"dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft" höre ich allerdings eine Relativierung heraus. Ich persönlich bin nicht für eine totale Kontrolle des Marktes. Feindliche Übernahmen durch Aktienmärkte etc. sind aus meiner Sicht akzeptable Übel. Wenn diese Einkäufe (ob nun durch Übernahme oder durch Vertragsbindung) dann aber ausgesaugt werden zur Bereicherung einiger Weniger und die kleinen Firmen dabei völlig auf der Strecke bleiben, dann ist das aus meiner Sicht regulierungswürdig.

Um mal ein Beispiel außerhalb der Videospielbranche zu nennen:
Der amerikanische Teil von Toys'r'us ist bekanntlich kürzlich pleite gegangen. Viele Erklärungsversuche gehen in die Richtung, dass dies aufgrund der starken Amazon Präsenz passiert sei. Das ist natürlich ein Teil der Wahrheit. Wenn man aber genauer hinsieht wird man feststellen, dass Toys'r'us 2005 von einer Investmentgruppe gekauft wurde. Diese hat den Konzern gleich zu Beginn mit massiven Krediten belastet, die der Konzern nun in Zeiten der starken Amazon Konkurrenz nicht mehr zahlen kann. Einige Investoren haben massiv verdient, viele Arbeitnehmer werden auf der Strecke bleiben.

Das kann man nicht mehr mit: "Es ist ein knallhartes Geschäft"rechtfertigen. Ich empfinde solches Verhalten im höchsten Maße als kriminell.

Möglich, wenn auch unwahrscheinlich, dass EA eine solche Aktion nicht vor hatte, aber allein, dass so etwas heute möglich ist und passiert, lässt mich schon wieder ragen :D
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Bachstail
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Bachstail »

Raskir hat geschrieben: 22.09.2017 11:48Also das ist dann doch unglaublich unwahrscheinlich.
Richtig und unwahrscheinlich bedeutet nicht, dass etwas unmöglich ist.

Ich weiß, das hast auch Du geschrieben aber ich wollte es ebenfalls noch einmal festhalten.
Zudem es ja keine Stellungnahme oder ein Interview war, sondern während eines relativ normalen Gespräches irgendwie dazu kam dass es aufgegriffen wurde. Es sah nicht geplant aus, dass er dies hier mit kalkül vorbereitet hat. Eine spontane Sache. Und wie es bei spontanen Sachen vorkommt, erzählt man eigentlich mehr als man wollte, vor allem bei emotionalen Sachen.
Das wissen wir nicht.

Es mag spontan ausgesehen haben, muss aber nicht spontan gewesen sein, vielleicht wollte er es definitiv sagen und hat dabei auf die passende Stelle gewartet, welche er dann gefunden hat.
Bei einem Gerichtsurteil kann der Rechtsanwalt auch nicht argumentieren "ja aber was ist wenn die dna probe von den polizeibeamten vertauscht wurde oder er einen eineiigen zwilling hat von dem niemand weiß?"
Natürlich kann er das, muss er sogar, da ein Rechtsanwalt alle Möglichkeiten durchgehen muss, um die Unschuld seines Mandanten feststellen zu lassen.

Und selbst wenn das Urteil bereits gesprochen wurde, kann er das, da er die Möglichkeit besitzt, in Berufung zu gehen, wo noch einmal alle bereits bestehenden Beweise geprüft und neue Beweise vorgelegt werden.
aber wie gesagt, ball flach halten. Solche Aussagen wie, dass er versucht hat ea zu bestehlen und diese setzten sich zu wehr fallen in diese Kategorie.
Dann ist es ja mein Glück, dass ich den Ball definitiv flach halte, denn ich habe mir mit diesen Aussagen kein Urteil gebildet, geschweige denn meine Meinung abgegeben, sondern lediglich einen anderen Ansatz präsentiert.

Ich habe bewusst in einem gewissen Grad spekuliert, ergo das getan, was alle anderen Kommentatoren bezüglich dieses Themas hier tun.

Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass Slightly-Mad EA bestehlen wollte, ausschließen kann man das aber nicht, so wie man innerhalb dieser Situation so ziemlich gar nichts ausschließen kann, da es keinerlei Beweise gibt.

Man muss hier schlicht jedwedes Szenario durchspielen, diese kann man dann anhand der Vorgehensweisen als wahrscheinlich und unwahrscheinlich deklarieren aber man sollte stets vor Augen haben, dass alles möglich ist.
FlyingDutch hat geschrieben: 22.09.2017 12:02Aus einem :"dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft" höre ich allerdings eine Relativierung heraus.
Eher eine Erklärung denn eine Relativierung.

Es erklärt, warum sich die Konzerne verhalten, wie sie es tun, dass das dabei auch ganz gerne mal durchaus kriminelle Züge annimmt, lässt sich schlicht nicht relativieren und dies habe ich auch nicht getan.

Dieser Satz erklärt nur die Handlungsweisen, die Konzerne wollen Geld und Macht und tun dafür alles, ganz gleich, wie widerwärtig es auch sein mag.
Das kann man nicht mehr mit: "Es ist ein knallhartes Geschäft"rechtfertigen.
Wie bereits geschrieben, habe ich das nicht getan.
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von nawarI »

"Slightly-Mad-Chef Ian Bell". Ich musste die News eben mehrmals lesen um zu checken, dass Slightly-Mad der Name des Studios ist. Dachte Ian Bell ist einfach bekannt dafür leicht verrückt zu sein :D

Aber mal ernsthaft: Ich hege keine Sympatien für EA und hab seit Ewigen Zeiten kein Spiel mehr von denen angerührt (soweit ich mich erinnere).
Aber was für Beweise hat der Typ denn bisher gebracht und was für Gründe sollte EA haben sowas zu machen? EA ist jetzt kein Leichtgewicht, das Technologie von Slightly-Mad nötig hätte und Cars 2 ist jetzt kein Name, den EA irgendwie fürchten und vernichten müsste. :roll:
Falls es so war, ist das natürlich ne Schweinere von EA, aber die Anschuldigungen scheinen mir eher Stammtischniveau zu haben.
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Raskir »

Bachstail hat geschrieben: 22.09.2017 12:15
Raskir hat geschrieben: 22.09.2017 11:48Also das ist dann doch unglaublich unwahrscheinlich.
Richtig und unwahrscheinlich bedeutet nicht, dass etwas unmöglich ist.

Ich weiß, das hast auch Du geschrieben aber ich wollte es ebenfalls noch einmal festhalten.
Zudem es ja keine Stellungnahme oder ein Interview war, sondern während eines relativ normalen Gespräches irgendwie dazu kam dass es aufgegriffen wurde. Es sah nicht geplant aus, dass er dies hier mit kalkül vorbereitet hat. Eine spontane Sache. Und wie es bei spontanen Sachen vorkommt, erzählt man eigentlich mehr als man wollte, vor allem bei emotionalen Sachen.
Das wissen wir nicht.

Es mag spontan ausgesehen haben, muss aber nicht spontan gewesen sein, vielleicht wollte er es definitiv sagen und hat dabei auf die passende Stelle gewartet, welche er dann gefunden hat.
Bei einem Gerichtsurteil kann der Rechtsanwalt auch nicht argumentieren "ja aber was ist wenn die dna probe von den polizeibeamten vertauscht wurde oder er einen eineiigen zwilling hat von dem niemand weiß?"
Natürlich kann er das, muss er sogar, da ein Rechtsanwalt alle Möglichkeiten durchgehen muss, um die Unschuld seines Mandanten feststellen zu lassen.

Und selbst wenn das Urteil bereits gesprochen wurde, kann er das, da er die Möglichkeit besitzt, in Berufung zu gehen, wo noch einmal alle bereits bestehenden Beweise geprüft und neue Beweise vorgelegt werden.
aber wie gesagt, ball flach halten. Solche Aussagen wie, dass er versucht hat ea zu bestehlen und diese setzten sich zu wehr fallen in diese Kategorie.
Dann ist es ja mein Glück, dass ich den Ball definitiv flach halte, denn ich habe mir mit diesen Aussagen kein Urteil gebildet, geschweige denn meine Meinung abgegeben, sondern lediglich einen anderen Ansatz präsentiert.

Ich habe bewusst in einem gewissen Grad spekuliert, ergo das getan, was alle anderen Kommentatoren bezüglich dieses Themas hier tun.

Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass Slightly-Mad EA bestehlen wollte, ausschließen kann man das aber nicht, so wie man innerhalb dieser Situation so ziemlich gar nichts ausschließen kann, da es keinerlei Beweise gibt.

Man muss hier schlicht jedwedes Szenario durchspielen, diese kann man dann anhand der Vorgehensweisen als wahrscheinlich und unwahrscheinlich deklarieren aber man sollte stets vor Augen haben, dass alles möglich ist.
FlyingDutch hat geschrieben: 22.09.2017 12:02Aus einem :"dies ist nun einmal ein knallhartes Geschäft" höre ich allerdings eine Relativierung heraus.
Eher eine Erklärung denn eine Relativierung.

Es erklärt, warum sich die Konzerne verhalten, wie sie es tun, dass das dabei auch ganz gerne mal durchaus kriminelle Züge annimmt, lässt sich schlicht nicht relativieren und dies habe ich auch nicht getan.

Dieser Satz erklärt nur die Handlungsweisen, die Konzerne wollen Geld und Macht und tun dafür alles, ganz gleich, wie widerwärtig es auch sein mag.
Das kann man nicht mehr mit: "Es ist ein knallhartes Geschäft"rechtfertigen.
Wie bereits geschrieben, habe ich das nicht getan.
Wenn es nachdem ginge was wir wissen und nicht wissen, ist nur eines ganz klar. Das wir nur wissen, dass wir sonst nichts wissen. Alles andere sind nur Erfahrungswerte. Du kannst nichtmal wissen ob der Stein zu Boden fällt, wenn du ihn loslässt. Es ist bisher jedesmal passiert, aber es reicht aus dass er es nur einmal nicht macht um all unser "Wissen" über Bord zu werfen. Deswegen meine ich ja, man soll nicht bei jedem unwahrscheinlichen Szenario sagen "dies wäre auch möglich", denn verdammt nochmal, alles ist möglich. Es ist auch möglich, dass der Mann Gedanken gesteuert wurde und es nicht sagen wollte. Es ist möglich dass er Ubisoft statt EA sagen wollte und die Firmen vertauscht hat. Es ist möglich dass er es nicht gesagt hat, sondern die Aussage zurecht geschnitten wurde und wir nur denken es wären live Aufnahmen. All das ist möglich, all das wird aber nicht passiert sein. Wenn man mögliche Szenarien durchgehen will, macht das nur Sinn, wenn diese halbwegs wahrscheinlich sind und nicht "in irgendeiner Art und Weise möglich und vorstellbar".

Ist es gut vorstellbar dass er gelogen oder zumindest einige wichtige Sachen weggelassen hat? Durchaus, immerhin ist sein Spiel jetzt erst draußen und NFS kommt auch raus. Es kann Kalkül gewesen sein. Deswegen sollte man EA nicht verurteilen aufgrund dieser einen Aussage. Allerdings sollte man diese Aussage im Hinterkopf behalten und bei Interesse sich weiter informieren. Denn die Aussage kann sehr wohl auch komplett wahr sein. Uns fehlen noch die Informationen um uns ein gutes Bild zu machen. Aber wir können uns weiter informieren oder informiert bleiben. Diese Aussage gehört zu haben, kann uns in der Zukunft helfen ein klareres Bild zu bekommen. Entweder über EA oder über diesen Mann oder über beide.
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Bachstail »

Raskir hat geschrieben: 22.09.2017 12:30Wenn man mögliche Szenarien durchgehen will, macht das nur Sinn, wenn diese halbwegs wahrscheinlich sind und nicht "in irgendeiner Art und Weise möglich und vorstellbar".
Nein, es ergibt nicht nur Sinn, wenn es halbwegs wahrscheinlich ist, es ergibt eigentlich nur Sinn, wenn es realistisch ist, da spielt es dann auch keine Rolle, ob etwas wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, denn selbst unwahrscheinliche Dinge sind im Rahmen des möglichen, solange sie realistisch sind.

Dass Ian EA beklauen wollte, ist unwahrscheinlich aber nicht unrealistisch, dass Ian von irgendwelchen Leuten - vielleicht sogar Aliens - per Gedankenkontrolle zu diesen Aussagen gezwungen wurde, ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern auch unrealistisch.
Ist es gut vorstellbar dass er gelogen oder zumindest einige wichtige Sachen weggelassen hat? Durchaus, immerhin ist sein Spiel jetzt erst draußen und NFS kommt auch raus. Es kann Kalkül gewesen sein. Deswegen sollte man EA nicht verurteilen aufgrund dieser einen Aussage. Allerdings sollte man diese Aussage im Hinterkopf behalten und bei Interesse sich weiter informieren. Denn die Aussage kann sehr wohl auch komplett wahr sein. Uns fehlen noch die Informationen um uns ein gutes Bild zu machen. Aber wir können uns weiter informieren oder informiert bleiben. Diese Aussage gehört zu haben, kann uns in der Zukunft helfen ein klareres Bild zu bekommen. Entweder über EA oder über diesen Mann oder über beide.
Und was anderes schreibe ich im Kern auch gar nicht.

Ich rufe eigentlich nur dazu auf, erst einmal neutral zu bleiben - so schwer es auch fallen mag - und nicht vorzuverurteilen, die Aussagen zu lesen und zu interpretieren aber auch im Hinterkopf zu behalten, dass diese durch keinerlei Beweise gestützt sind.

Die Meinung soll natürlich weiterhin geäußert werden dürfen und auch ich meine, dass ich EA das definitiv zutrauen würde und ich es für wahrscheinlich und sehr realistisch halte, dennoch beziehe ich hier keinerlei Stellung, sondern bleibe erst einmal neutral und bilde mir meine urteilende Meinung erst, wenn ich für mich das Gefühl habe, genug Beweise gesehen zu haben.

Für mich ist das Gesagte seitens Ian also erst einmal nur eine Aussage, mehr nicht, ich werde aufgrund dessen also nicht automatisch zu dem Urteil gelangen, dass EA in ein absoluter Scheißkonzern ist (auch wenn meine Meinung bezüglich EA sowieso schon nicht sonderlich positiv ist), ich brauche subjektiv schlicht Beweise.

Letztlich könnte man meine Aussagen also auf meine persönliche Charaktereigenschaft herunterbrechen, da ich mir bei ernsten Themen ungern eine Meinung ohne konkrete Beweise/Belege bilde.
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Usul
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Re: Project CARS 2: Studioleiter erhebt schwere Vorwürfe gegen EA

Beitrag von Usul »

Es tut mir leid, daß ich jetzt gerade nicht den ganzen Thread gelesen habe, aber ich wollte nur in den Raum werfen, daß Ian Bell und seine Leute doch recht genau wußten, daß der Deal mit EA nicht ganz koscher sein dürfte... man lese die Zusammenfassung im verlinkten Thread:
The company knew the deal with EA was shady, and there were signs before they signed. However, they desperately needed to sign a deal, so had to move forwards. In the contract EA wanted them to sign, there was a clause that EA would get to keep all of the tech from the project, with the exception of third-party technology (which makes sense -- obviously EA wouldn't ever expect to own FMOD through this company).

Before the contract was signed though, they created a new company called Middleware Limited, transferred all of their tech to be under that company, and then licensed it from that company and EA had no idea. They then signed the contract. EA later tried to get the tech, but the CEO was able to give them the finger saying it was licensed from a third-party and they couldn't have it.
Klingt das so, als ob sie von einem ganz normalen Deal ausgegangen sind? Nicht für mich. Stattdessen wußten sie offensichtlich, daß das alles ein bißchen fragwürdig ist - aber die 1,5 Millionnen haben sie sich halt dennoch nicht entgehen lassen.

Und so gesehen ist es fast wieder nachvollziehbar, daß EA dann - als man gemerkt hat, daß die ganze Technologie nicht übernommen werden kann - quasi den Stecker gezogen hat.

Scheiße von EA? Ja.
Erwartbar von EA? Ja.
Haben Ian Bell und seine Leute das vorhersehen können? Ja.
Haben sie den Deal dennoch gemacht? Ja.
Heult Ian Bell jetzt herum? Ja.
Ist das Ganze ein bißchen heuchlerisch und durchschaubare PR? Ja.