Ich verstehe manchmal einfach nicht, warum Fallout: New Vegas so hoch gelobt wird, wohingegen Fallout 3 im Forum häufig nur kritisiert wird. Ich muss hier einfach mal für Fallout 3 in die Bresche springen.
Zum Einen muss man doch mal ganz klar festhalten, dass Fallout: New Vegas einen gehörigen Startvorteil dahingehend hatte, dass der Löwenanteil der Technologie nahezu 1:1 aus Fallout 3 übernommen werden konnte. Dadurch blieb Obsidian mehr Zeit für Quests und andere, nicht-technische Inhalte. Und wenn wir ehrlich sind, hat sich Obsidian auch kein Bein beim Versuch ausgerissen, neue Technologie oder Gameplay-Elemente per se in Fallout New Vegas einzuführen - es gab neue Munitionstypen und kritische Angriffe im VATS und man konnte Kochen, aber das ist alles Kleinkram verglichen mit dem, was Bethesda technisch stemmen musste.
Punkt 2 ist, dass mir Fallout 3 in vielerlei Hinsicht einfach immer noch lieber ist als New Vegas. In New Vegas vermisse ich die Gefechte in zerstörten Straßenschluchten gegen Raiders und Supermutanten, ich vermisse eine Fraktion, mit der ich mich identifizieren kann und der ich gerne angehöre (also ich für meinen Teil hätte in NewVegas am liebsten jeden mit einem Banner auf der Brust um die Ecke gebracht, die waren doch alle korrupt oder sonstwie fehlgeleitet), und - das ist mein wichtigster Kritikpunkt - die Hauptstory war in New Vegas einfach... egal! Da geht's um die Vorherrschaft über irgendeinem Staudamm. Ja meinetwegen! Vegas ist *eine* Stadt, Nevada *ein* Land. In Fallout 3 ging es um etwas viel Essenzielleres, etwas das alle betrifft, nämlich sauberes, unverstrahltes Trinkwasser. Das ist doch mal ein Ziel, wofür es sich zu spielen lohnt. Staudamm? Also bitte.
Ich freue mich jedenfalls auf ein Fallout 4 von Bethesda. Auch wenn es vor allem zu Beginn wieder buggy sein wird. Auch wenn es vielleicht nicht den Tiefgang bietet, den ich als Rollenspieler gerne hätte. Aber darüber kann ich hinwegsehen, solange es einfach gut unterhält und meine Entdecker-Instinkte weckt
Gruß,
Alan