Falsch. In anderen Medien ist es nicht anders, z.b. bei Filmen. Das Medium wird schon lange unter künstlerischen Gesichtspunkten diskutiert und dabei würd es dieselben Stolpersteine bereit halten wenn man es zu sehr eingrenzen würde. Auch beim Film kommen mehrere künstlerische Gattungen zusammen, auch beim Film gibt es Kommerzdreck und Kunst im selben Ausmaß. Die einzige filmeigene Errungenschaft sind die bewegten Bilder, und dennoch bestehen Filme aus weit mehr (Schauspielerleistungen, Musik, etc.). Videospiele haben nun Interaktivität dazu gebracht, das heißt aber keineswegs, dass es ausschließlich um diesen Aspekt gehen muss wenn das Medium als Kunst ernst genommen werden soll.Fiddlejam hat geschrieben:Und genau das ist die falsche Denkweise.Unsinn. Ihr müsst aufhören in beschränkten Kategorien zu denken. Grenzen sind in diesem Fall nicht klar abgesteckt. Auch bei Dear Esther findet Interaktion statt ... aber eben nur zu einem Minimum. Man navigiert durch eine Welt einem Ziel entgehen, entdeckt narrativ interessante Stellen wenn man danach sucht etc.
Wenn wir unser Medium als Kunst definieren wollen, müssen wir endlich aufhören mit dieser "alles geht"-Mentalität. Das ist einfach nur eine Entschuldigung für "ich will nichts eigenes sein, also imitiere ich andere"
Es ist daher völlig falsch zu behaupten "je interaktiver, desto mehr Spiel, desto mehr Kunst". Und wie gesagt, Interaktion findet in Form von Navigation auch bei Dear Esther statt. Es ist nur nicht das, was viele Spieler mit eingeschränkter Spielersicht unter Interaktion verstehen (ballern, Gegenstände aufheben, Leute anlabern etc.). Der Begriff "Interaktion" ist viel breiter als du denkst. Sobald du Dear Esther startest, interagierst du mit dem Medium. Wenn du einfach davor sitzen bleibst wie vor einem Bild oder einem Film, dann passiert auch nix.
