FuerstderSchatten hat geschrieben:@ Bakiri
Ich denke wir sind uns größtenteils einig bezüglich Analyse eines Rollenspiels, kommen aber zu verschiedenen Ergebnissen.
Die Elder Scrolls habe ich seit Morrorwind jeweils angespielt, wobei mir dieses auch am besten gefallen hat. Das Setting hat mir recht gut gefallen, eine nette Dunkle Atmosphäre, passend zu den "Dunkelelfen", leichter Konflikt innerhalb der Dunkelelfen Gesellschaft und auch zu den Einwanderern, Baustile der Umgebungen und Landschaften halfen der Immersion, aber der Rest der Umsetzung war katastrophal: keinerlei Feedback der NPCs (Marionetten), recht gernerische "Textquests", Questen waren vielfach aufs nötigste reduziert und stur auf Kampf oder Bringquests ausgelegt, unabwechslungsreiche Gegner, zu lose Geschichte, schlechtes langsames Kampfsystem (ist natürlich Geschmackssache). Morrorwind hab ich etwa 80 Stunden gespielt. Oblivion fand ich selbst noch das Setting äusserst langweilig oder sogar schrecklich, z.B. ich nenne es mal die Hölle. Dazu kamen Gegner die nit nur mitleveln, sondern die immer die gleichen waren, man sah nie mehr Ratten, sondern später überall Dämonen oder diese Spinnenwesen. Bis Stufe 20 zu schwer, ab Stufe 20 wirds dann einfach bis es sau einfach wird. Questen größtenteils langweilig und nit verständlich (hab nit so viele gemacht aber 2 Städte hatte ich halbwegs abgegrast und ich kann mich kaum an eine mehr erinnern. Hauptgeschichte äusserst unintressant und skrude erzählt. Man wird einfach nur hin- und hergeschickt, erinnert mich leicht an Half-Life 2, aber ohne den Witz, dass Gordon nit spricht. Wieder schlechtes Kampfsystem, wenn auch besser als in Morrowind. NPCs immer noch Puppen, die nit "reagieren", sondern einfach nur die selben Sachen in endlos Schleife machen und sagen. Hab ich ca. 40 Stunden lang gespielt.
Hier ist Skyrim etwas besser geworden. Es gibt zwar immernoch viele "misc" Quests, aber diese muss man nicht machen. Die Gildenstories sind wieder nett(obwohl mir die Magiergilden-Questreihe zu kurz ist), und die Hauptquest ist besser als bei Oblivion. Ein grosses Plus sind diesmal die Dungeons. Nicht random generiert, sondern handgemacht und fast jeder erzählt eine eigene Geschichte(Mit Notes, Tagebüchern, Geistern die es dir erzählen usw. Schöne Sache. Auch die Deadra-Quests sind wieder nett. Das Mitleveln ist nun durch die neue Mechanik etwas erträglicher geworden. Das Kampfsystem in Oblivion fand ich jetzt nicht schlecht. Ich hab mir einmal locker 15min Nahkampf mit einem Banditenchef geliefert. War nett
Aber in einem muss ich dir recht geben die Bücher innerhalb der Spiels waren wirklich spitzenklasse: Es war wirklich seltsam, ich hab immer lieber die Bücher gelesen als das eigentliche Spiel gespielt (was mir sonst fast nie passiert, sonst betrachte ich sie höchstens als nette Abwechslung), das Problem hierbei ist aber, dass die Immersion die durch die Bücher aufgebaut wurde, durch das eigentliche Spielgeschehen wiedergegeben werden konnte. Z.B. die nette Geschichte mit den Typen der durch Bosper reist, er erzählt so unglaubliche Dinge, die alleine schon durch die blassen NPCs und die Größe der Kontinents unmöglich wären. Tamriel (ein Kontinent) ist ja kaum größer als Duisburg, vielleicht so groß wie Köln, zumindest wenn ich die Spielwelten mit den Karten bisher vergleiche. Aber wie gesagt an die meisten Bücher werde ich mich immer gerne erinnern.
Naja, die Sache ist einfach die, dass du irgendwann fertig werden musst. Wenn du eine Fläche so gross wie Deutschland mit Quests, Städten und Lokationen besiedeln müsstest, wäre das Spiel 20 Jahre in der Entwicklung. Bei DA:O waren sie ja noch fauler. Es gab nur ein paar Punkte auf der Karte zum anklicken, und Schlauchlevels wos mal eine Pflanze zu pflücken gab, das wars. DA:O gibt dem Explorer genau nichts.
Über solche technischen Notwendigkeiten bei Openworldern, dass man lieber etwas kleiner macht, aber per Hand anstatt riesig und generischen Inhalte, kann ich mich nicht aufregen.
Gothic war noch kleiner, hat aber übers Chaptersystem superviel Spass gemacht.
Die NPCs in Skyrim sind besser geworden. Nicht Mass Effect oder Kotor-Niveau, aber besser als vorher.
Was ich dich aber fragen wollte, in welchem Rollenspiel ist den die Mechanik des Kämpfens nit der Hauptanteil? Ich find in DA 2 wird nit wesentlich häufiger gekämpft als in Jade Empire. In den Elderscrolls kann ich mich an kaum etwas anderes erinnern als dass ich gegen irgendwen gekämpft habe, wenn ich nit gerade dumpf durch die Gegend gewatschelt bin.
Prominentes Beispiel ist Planescape:Torment. Dort sind fast alle Kämpfe vermeidbar.
Auch Vampire Bloodlines hatte relativ wenig Kampf.
Hauptproblem bei DA:O war aber nicht nur die schiere Anzahl, sondern vorallem die Länge der Kämpfe. Wenn Random-Encounter mit Hurlocks zu 20min Durchhaltegefechten ausarten, weil die gleichen Gegner mitleveln und beständig mehr HP und Rüstung kriegen, taktisch aber keine grössere Herausforderung sind als vorher, dann nervt das irgendwann ganz gewaltig. DA2 war diesbezüglich besser, weil die Kämpfe zwar auch penetrant oft, aber eben schneller wieder vorbei waren. Spätestens als man den Lightning Storm hatte. Das zaubert man 2 mal, und 90% der Gegner sind weg.
Der Unterschied ist einfach: Ein Kampf muss Spass machen, spannend sein, und darf nicht ZU lange dauern, wenns kein wichtiger Kampf ist.
Das alle war bei DA:O anders. Es gab viele Gefechte, die sehr lange gedauert haben, und pott-langweilig waren.
Wenn du die komplette Spielzeit anguckst, sind in DA:O 75% davon Kampf. Lange, unnötige, sinnlose und taktisch anspruchslose durchhaltekämpfe die so tierisch genervt habe, das ich aufgehört habe. Gefühlt hatte sogar Diablo 2 weniger Kampf, und das ist unmöglich. Aber es fühlte sich so an.
In Skyrim wird auch oft gekämpft, aber du kannst auch hier Kampf vermeiden, dem Kampf zugucken, wenn du Beschwörer bist, oder eben den Silent Killer spielen, wos garnicht zum Kampf kommt.
Hier nervt der Kampf nicht.
Bei Jade Empire hatte ich nicht das Gefühl des vielen Kampfes. Ist aber schon wieder länger her, mein Gedächtnis kann sich da irren.
Generell ist der Trend zu mehr Gekloppe um Spielzeit zu schinden echt übel. Ein RPG das Konflikte auch anders, friedlich lösbar macht, wie in Torment, gibt es wohl nie wieder. Dafür sind alle Entwickler zu pbsessed damit, den lowest common Denominator zu erfüllen: Dumpfe Gewalt als Lösungsmethode. Einfach nur traurig. Was man teilweise für abgefahrene Gespräche als Konfliktlösung in Torment hatte, das wissen die jungen Spieler heute schon garnicht mehr. Das war eine ganz andere Spieltiefensituation.
Das Questdesign in DA:O war ja auch nix besonderes. Die meisten Quests waren viel Gekloppe. Nichtmal die Schwester-Sache mit Alistair war irgendwie gut gemacht. 5min gelangloses Gelaber, und die Sache bleib ungelöst und war vorbei, anstatt daraus eine persönliche und schöne Quests zu machen, um mit der Schwester ins reine zu kommen. Nein, 2min belangloses blabla. Fertig. Armseilg was da für Potenzial in den Gulli gekippt wurde. Oder diese Quest mit Fireriver oder wie das Dorf hiess...die komplette, ewig lange Quest war Gekloppe.
Zu Dragon Age Lore: unbestritten bedient sich die Spielewelt Anleihen an unsere Welt und auch an Tolkien, aber machen das alle mehr oder weniger, selbst D&D welches ja durch die Multiversen doch schön abgedreht ist. Elderscrolls ist da auch nit anders, Reich Deutscher Nationen Ananlogien fallen mir da direkt ein, aber hast natürlich recht, viele Anleihen sind unverkennbar, Orlais ist Frankreich, schließllich reden sie ja auch so. Der Erbauer hat viele Schnittpunkte mit dem Chritlichen Gott. Andraste erinnert natürlich stark an Jean D'Arc, usw.. Aber es behält ne gewisse Eigenständigkeit und auch abgedrehtheit. Außerdem passt das Geschehen im Spiel zu dem was uns die Lore vermittelt, was in Morrowind kaum der Fall war, wo die Geschichten unabhängig von den Geschehnissen im Spiel waren. Ich glaube nit mal die Hälfte der Elder Scrolls SPieler weiss, dass Zwerge in Tamriel ausgestorben sind, weil man dies nur in den Büchern erfährt und das auch gar nit wichtig für das Spiel ist.
Naja, ich muss dazu sagen, das Morrowind der einzige TES-Teil war, der nicht an mich wollte. Ich habe es 3 oder 4 mal probiert, aber die Welt war so steril, so unglaubwürdig, so leer ..ich weiss nicht. Alle meinen Morrowind wäre besser als Oblivion, aber warum kann irgendwie keiner genau sagen. Oblivion habe ich nur mit dem grossen OOO-Mod gespielt, der viele wichtige Dinge verändert hat. Mit diesem Mod habe ich Oblivion sicher insgesamt 500-600h gespielt. Mal als Magier, mal als Bogenschütze, mal als Krieger in fetter Rüstung. In Oblivion gab es tollen Gildenquestreihen, und abgefahrene Quests wie der Maler, der in seinem eigenen Bild gefangen war usw. Die Questreihe der Diebesgilde z.b. ist echt gut.
Bei Openworldern interessiert mich die Mainquest ehrlich gesagt erst sehr spät im Game, und die Hauptquest war bisher in Fallout 3 am beschissensten. Dagegen war die in Oblivion noch ok.
In Skyrim sind Lore und Geschehnisse recht gut verwoben. Viele Dinge die man in Büchern liesst kann man teilweise direkt miterleben, oder bekommt die auch erzählt, und kann den Hinweisen nachgehen..schon gut gemacht.
Wie gesagt, ich finde DA hat vom Setting her nix eigenständiges. Alles ist aus anderen Dingen und Klischees abgeleitet und zusammengefrimmelt.
In TES hat sich vieles entwickelt, und wird konsistent gehalten. Auch in Arena war die Lore schon interessant.
Ich hab halt schon so viel an Fantasy gelesen, gespielt und geguckt, das ich in DA halt echt nichts finden konnte, was ich nicht schon irgendwann mal gehört hatte. In TES ist das halt anders.
Das aber auch Altes zu Neuem verbinden funktionieren kann, zeigt Mass Effect. Der zweite Teil ist Mist, aber der erste Teil hat eine tolle Welt etabliert. Obwohl nichts davon wirklich neu war, war es doch eine interessante und glaubhaftee Welt.
Die Prothean-Storymit der Citadelle und den REavers fand ich schon spannend. Auch die Differenzen im Council, den arschigen Human ambassador usw. hat eine lebendige Welt gezaubert.
Das ging mir halt mit DA nicht so. Alles schon gesehen, alles steif und unglaubwürdig mit Logiklücken ohne Ende. Grosser 0815-Klischeefantasybrei. Überall ein wenig geklaut und einmal umgerüht, aber so richtg schmecken wollte es nicht.