Brütal Legend: Kotick blickt zurück
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- nekojaghen
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Ich könnte zwar kotzen, wenn ich diesen beknackten WoW/Counterstrike-Jargon lese, muss aber zugeben, dass ich mich schlecht/bescheuert und durchaus missverständlich ausgedrückt habe.Sir Richfield hat geschrieben:Da er die Publisher durcheinander wirft tippe ich auf 1A NOT WIN.elCypress hat geschrieben:1A Sarkasmus oder 1A Fail?
Nochmal mit History: Vivendi hatte Double Fine mit Brütal Legend unter Vertrag. Activision hat Vivendi geschluckt. Activision hat Brütal Legend von der Release-Liste gestrichen. Double Fine ging mit dem Spiel zu EA, da diese anfragten; das Spiel war zu dem Zeitpunkt meines Wissens nach quasi fertig. EA veröffentlichte Brütal Legend, eines der besten Spiele die JE AUS DEM HAUSE ACTIVISION HERVORGEGANGEN SIND. Von "die von Activision veröffentlicht wurden" hat keiner etwas gesagt. So, weiter: Wenn Kotick, das alte Business-Muttersöhnchen, Eier genug gehabt hätte, hätte er gesagt "Geiles Spiel, schade dass wir daran nicht einen Cent verdient haben, weil wir so beschissen dämlich waren, es von unserer Liste zu streichen und Mr. Schafer sein Spiel gern dennoch von jemandem veröffentlicht sehen wollte und damit zu EA gegangen ist, die sich alle zehn Finger danach geleckt haben."
Puh. Schwierig.
Nochmal für jeden: Tim Schafer und kein anderer (außer vielleicht seinem Team bei Double Fine) war der kreative Kopf hinter Brütal Legend. Das Spiel ist großartig und hat vielen Spielern viel Spaß gemacht. Wenn Schafer damit nicht zu EA gegangen wäre, hätten wir Spieler es N I E M A L S zu Gesicht bekommen, da Bobby Kotick nicht auf Spiele steht, die nur Zielgruppen ansprechen, die nicht die prozentuale Mehrheit auf dem Markt haben. Wer sich noch ein Bisschen mit der Entstehungsgeschichte des Spiel befasst hat, weiß auch dass darin viel Mühe und Liebe zum Spiel investiert wurde. Wer also ein Bisschen was im Kopf hat, kann durchaus nachvollziehen, dass Schafer die eine oder andere Deadline nicht einhalten konnte. Wenn ich an Spiele wie Diablo oder WoW denke, wundert es mich allerdings, dass ActiBlizz Worte wie "Deadline" überhaupt kennt.
- Spunior
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Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Initiative für einen Zusammenschluss mit Vivendi Games ging zwar von Activision aus - aktientechnisch hat allerdings VGs Mutterkonzern, Vivendi Universal, das Heft in der Hand. Das spiegelt sich auch in der Verteilung der Sitze im Aufsichtsrat von ActiBlizz wider.Activision hat Vivendi geschluckt.
- nekojaghen
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Naja, wie auch immer.Spunior hat geschrieben:Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Initiative für einen Zusammenschluss mit Vivendi Games ging zwar von Activision aus - aktientechnisch hat allerdings VGs Mutterkonzern, Vivendi Universal, das Heft in der Hand. Das spiegelt sich auch in der Verteilung der Sitze im Aufsichtsrat von ActiBlizz wider.Activision hat Vivendi geschluckt.
- Deuterium
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Also objektiv gesehen hat Kotick doch irgendwo recht. Ich wäre im Nachhinein auch froh gewesen Brütal Legend wäre nicht erschienen, denn es war einfach nicht so der Bringer, den ich erwartet hatte. Seinerzeit habe ich mich sogar mehr auf BL gefreut, als auf Uncharted 2. Am Ende war ich doch schwer ernüchtert. Sicherlich, es ist ein künstlerisch sehr wertvoller Beitrag, aber mich konnte außer der Landschaft nichts so wirklich überzeugen. Das Spielprinzip hat sich zu schnell abgenutzt, das Artwork hat mir mal so gar nicht gefallen und die Geschichte war mir zu banal und hat nur die oberflächlichsten Metalklischees bedient. Aber hier musste wohl ein Spagat geschaffen werden, da das Spiel sowohl reinen Metalfreaks, als auch Leuten, die vielleicht nichts mit Metal zu tun haben, gefallen sollte. Für mich hat der Metal aber auf jeden Fall mindestens 2 Facetten. Sowohl diese Saufen (Bier) und Weiber Seite, als auch die sozialkritische und mit Sicherheit auch philosophische Seite. Leider ist viel zu viel auf der Spaßseite rumgeritten worden (wohl auch, weil das Spiel witzig sein sollte) und die andere Seite war so kitschig, dass man beinahe brechen musste. Und dann dieses Unwort des Jahrtausends... Stage Battles. Ich werde immer wenn ich an BL denke, an diesen Scheiß denken. Das hat so gar nicht gefunkt und war dazu noch absolut anspruchslos und überhektisch. Das Ganze lässt also auf übelste Mittelmäßigkeit schließen und das war es auch. Aus wirtschaftlicher Sicht also nur verständlich, dass man BL absägen wollte. Und es ist auch verständlich, dass A/B die schon investierte Kohle zurückhaben wollte. Man darf nicht vergessen, dass Spiele nicht von Spielern für Spieler gemacht werden (außer vielleicht Indies), sondern von Konzernen für Konsumenten und der Konzern will und muss Profit machen. Wer was anderes sagt ist vielleicht ein bisschen naiv. Und jeder Konzern wird sich jedes Konzept mehrmals durch den Kopf gehen lassen bevor er etwas veröffentlicht. Wenn ein Mensch eine Idee für ein Spiel hat, die so dermaßen abgefahren ist, dass das Spiel vielleicht nur 500k Menschen gefällt, kann es künstlerisch noch so wertvoll sein, es würde nicht veröffentlicht. Das wäre, als wenn man Hellseher wäre und vor der Finanzkrise in die Hypo Real Estate investiert hätte. Viele hätten genauso gehandelt, wie A/B. Die Zeichen für BL standen einfach schlecht, auch wenn das Endproduk seine Reize hat, aber wirklich nur mittelmßig ist.
- Sir Richfield
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Hmm, Win und Fail sind weit größer als WoW oder CS. Bisschen übern Tellerrand gucken.nekojaghen hat geschrieben:Ich könnte zwar kotzen, wenn ich diesen beknackten WoW/Counterstrike-Jargon lese, muss aber zugeben, dass ich mich schlecht/bescheuert und durchaus missverständlich ausgedrückt habe.
Die History steht ja in der News. Wer die nicht gelesen hat, sollte besser nicht posten. Aber danke für die Mühe, vielleicht liest das dann jemand.Nochmal mit History:[...]
Ah und genau HIER beginnst Du zu irren, bzw. legst Du falsche Maßstäbe an.So, weiter: Wenn Kotick, das alte Business-Muttersöhnchen, Eier genug gehabt hätte, hätte er gesagt "Geiles Spiel, schade dass wir daran nicht einen Cent verdient haben, weil wir so beschissen dämlich waren, es von unserer Liste zu streichen und Mr. Schafer sein Spiel gern dennoch von jemandem veröffentlicht sehen wollte und damit zu EA gegangen ist, die sich alle zehn Finger danach geleckt haben."
Kotick sagt ziemlich deutlich, dass er sich selbst nicht in der Lage sieht, ein Spiel zu beurteilen. Sprich, er sagt ziemlich offen: "Ich habe keine Ahnung von Spielen und würde eine gute Spielidee selbst dann nicht erkennen, wenn Steve Balmer sie mir vortanzen würde."
Ich würde sogar so weit gehen und seine Aussage so verstehen: "Hätte mir jemand das Konzept gezeigt, ich hätte das Spiel sofort eingestampft und Geld gespart. Ausserdem hätte Schäfer EA dann auch nix anbieten können."
AC/B hat BL (ÄküFi *g*) ja abgestoßen, weil die Berater (Die ebenfalls eine gute Spielidee...) gesagt haben: "Bobby *Kritisches-Mittermayer-Gesicht-Mach* das Spiel wird wahrscheinlich den Break-Even erreichen, aber niemals die Fastantilliarden eines CoD."
Davon hat Bobby nur "Geld NICHT" verstanden, an seine Aktionäre gedacht und die Notbremse gezogen.
Diese Aktion verteidigt er jetzt, indem er sagt, dass das alles nach seinem besten Wissen und Gewissen gelaufen ist und die Verkaufszahlen ihm recht geben.
(Den Ausflug ins legal mumbo-jumbo und wie viele Rechte ein Designer an seinem Werk abgibt, lassen wir heute mal.)
Das hat nix mit Eiern zu tun, nur mit Kalkulation. Und da ist Bobby nicht alleine.
Im Gegenteil, ich würde behaupten, dass EA die Idee Schäfers auch nicht aufgenommen hätte. Deren mutige Projekte laufen ja 50/50... Sims - gnadenloser Erfolg. Spore - nunja. Dead Space - F*** Yeah!. Mirror's Edge - nunja.
Wenn Schäfer da nicht mit einem ziemlich weit entwickelten Spiel angekommen wäre und nicht seinen Namen noch in Waagschale geworfen hätte, EA hätte sich auch nicht die Finger verbrennen wollen.
Entwickler und Deadlines ist dann auch wieder eine Sache, über die man sich vortrefflich streiten kann. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
Eigentlich müsste Herr Kotick jeden Morgen mit Magenschmerzen aufwachen, wenn er an den Blizzard Teil von AC/B denkt.
Aber Blizzard ist bekannt dafür, dass ihre Spiele sich sicher verkaufen. Bei einem Tim Schäfer ist bekannt, dass seine Spiele inhaltlich sehr gut sind, aber nicht gerade die Verkaufsschlager.
Dementsprechend stehen den Entwicklern dann jeweils die Zeit/Geldeinheiten zur Verfügung.
Irgendeinen Kontrollmechanismus BRAUCHEN die Jungs aber, sonst werden die nie fertig. (Nichwar, 3DRealms?).
Ist ein schmaler Grat und aus der Sicht der Spieler fallen die meisten Spiele dann auf der Seite runter, auf der ein Publisher einen Release auf Gedeih und Verderb halten wollte.
Weshalb ich ja nicht Herrn Kotick angreifen will, sondern die gesamte Branche kritisch sehe. Immer schneller sollen immer teurere Spiele kommen. Kein Titel ist bei Release Vanilla auf Nachhaltigkeit getrimmt. (Will sagen, inzwischen soll ein Spiel "nur" gut genug sein, es für DLC interessant zu halten.)
Das kann eigentlich nur noch in den Crash führen, aber bis dato wirds noch einige Jahre dauern, fürchte ich.
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Game&Watch
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Mag sein das Kotick irgendwo recht hat. Aber MIR als Spieler isses mal SCH***egal wie oft sich ein Spiel verkauft hat oder wieviel es eingespielt hat. Das mag die Aktionäre oder irgendwelche Typen im Aufsichtsrat interessieren, aber alles was für mich zählt is, ob mir das Spiel gefällt. Und wenn sich Weltweit nur eine Kopie verkauft hätte (nämlich die die ich gekauft habe) wärs mir egal solange das Spiel mir dann gefällt.
Deswegen interessierts mich auch nicht wie oft sich z.B. Mirror's Edge verkauft hat. Ich hätte trotzdem gerne einen Nachfolger, egal ob sich das finanziell lohnt, es soll den Spielern gefallen!!!!
Und auch wenn Kotick recht hat mit dem was er sagt, muss er sich ja nich immer benehmen wie ein Arsch oder ? Er ist mittlerweile Unsympath Nr.1 in der Videospielwelt und ich wette das er das auch weiß, aber es interessiert ihn nicht die Bohne.
Er macht munter so weiter wie bisher und genau diese "Ihr dummen Kunden und ihr dummen Entwickler da drüben seid mir schnuppe, ich will nur Geld von euch und mehr nich" Einstellung seinerseits ist es was ihn so verdammt unsympathisch erscheinen lässt.
Ich ziehe es ernsthaft in Erwägung in Spiel zu proggen mit Bobby Kotick als fiesem Haupt-Antagonisten
Deswegen interessierts mich auch nicht wie oft sich z.B. Mirror's Edge verkauft hat. Ich hätte trotzdem gerne einen Nachfolger, egal ob sich das finanziell lohnt, es soll den Spielern gefallen!!!!
Und auch wenn Kotick recht hat mit dem was er sagt, muss er sich ja nich immer benehmen wie ein Arsch oder ? Er ist mittlerweile Unsympath Nr.1 in der Videospielwelt und ich wette das er das auch weiß, aber es interessiert ihn nicht die Bohne.
Er macht munter so weiter wie bisher und genau diese "Ihr dummen Kunden und ihr dummen Entwickler da drüben seid mir schnuppe, ich will nur Geld von euch und mehr nich" Einstellung seinerseits ist es was ihn so verdammt unsympathisch erscheinen lässt.
Ich ziehe es ernsthaft in Erwägung in Spiel zu proggen mit Bobby Kotick als fiesem Haupt-Antagonisten
- PunkZERO
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/signSir Richfield hat geschrieben:Anstatt jetzt wieder auf Herrn Kotick einhauen zu wollen:
Macht Euch klar, dass das, was Herr Kotick hier sagt, das ganz normale Business ist!
Es ist auch egal, wer das gesagt hat. Man kann statt Kotick den Namen eines beliebigen Publisher CEO setzen, dessen Firma an der Börse ist.
Denn ALLE handeln in der Branche genau SO!
Auf der Strecke bleiben die Entwickler und letztendlich die Spieler.
(Die ein wenig mit Schuld an der Misere, aber solange sich CoD verkauft wie geschnitten Brot wird jeder Publisher bestätigt.)
Man kann ihm ja schlecht vorwerfen, gierig zu sein, weil es als CEO sein Job ist, gierig zu sein.
- bondKI
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Nun ja, was das angeht: http://www.4players.de/4players.php/spi ... tzung.htmlSir Richfield hat geschrieben:Da er die Publisher durcheinander wirft tippe ich auf 1A NOT WIN.elCypress hat geschrieben:1A Sarkasmus oder 1A Fail?
Artmanphil: 1) Wer hat recht?
2) Auch EA [...] einen dicken 'aufen auf die ethische Sicht. Wenn ein Spiel nicht DIE große Nummer ist und mindestens ein Mehrfaches der Entwicklungskosten einspielt, dann ist die Franchise wertlos. So gesehen würde mich ein "Mirror's Edge 2" oder ein "Brütal Legend - Now it's really what you thought it would be" doch echt wundern.
2T: Da fällt mir doch glatt wieder ein warum ich den Sack nicht mag.
- Kajetan
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Du solltest Dich entscheiden ...Game&Watch hat geschrieben:Deswegen interessierts mich auch nicht wie oft sich z.B. Mirror's Edge verkauft hat. Ich hätte trotzdem gerne einen Nachfolger, egal ob sich das finanziell lohnt, es soll den Spielern gefallen!!!!
Entweder Du willst solche Spiele von den Majors, dann musst Du auch damit leben, dass solche Spiele nur und auschliesslich gemacht werden, um möglichst viel Geld zu verdienen. Mit allen Folgen, die das mit sich bringt.
Oder Du scheisst auf BlitzBlendVorgauckel und schaust Dich bei den Indies um, wo man mit deutlich weniger Ressourcen auskommen muss, die Spiele nicht so geleckt daherkommen, aber man als Entwickler mehr Risiken eingehen kann, tatsächlich Spiele für Spieler machen kann, weil man nicht 3 Mio. verkaufen muss, sondern nur zB. 30.000, um den Lebensunterhalt fürs nächste Jahr zu sichern.
Oder Du gewinnst mehrfach im Lotto den Mega-Jackpot und kaufst Dir entsprechende Entwickler-Ressourcen, die dann ein Mirrors Edge 2 nur für Dich machen. Da du kein Marketing benötigst, könntest Du durchaus unter ca. 15-20 Mio. Produktionskosten bleiben. Also ein Schnäppchen. Wenn ich Du wäre, ich würde schon mal zur Lotto-Bude gehen und mit dem Los-Kaufen anfangen.
- nekojaghen
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Ähäm ja. Ich will mich ja nicht beschweren, aber in meinen Posts ging es ziemlich genau darum, was Kotick interessiert, wovon er Ahnung hat und weshalb Spiele wie die von Tim Schafer bei Activision nicht mehr erscheinen werden.Sir Richfield hat geschrieben:Hmm, Win und Fail sind weit größer als WoW oder CS. Bisschen übern Tellerrand gucken.nekojaghen hat geschrieben:Ich könnte zwar kotzen, wenn ich diesen beknackten WoW/Counterstrike-Jargon lese, muss aber zugeben, dass ich mich schlecht/bescheuert und durchaus missverständlich ausgedrückt habe.
Die History steht ja in der News. Wer die nicht gelesen hat, sollte besser nicht posten. Aber danke für die Mühe, vielleicht liest das dann jemand.Nochmal mit History:[...]
Ah und genau HIER beginnst Du zu irren, bzw. legst Du falsche Maßstäbe an.So, weiter: Wenn Kotick, das alte Business-Muttersöhnchen, Eier genug gehabt hätte, hätte er gesagt "Geiles Spiel, schade dass wir daran nicht einen Cent verdient haben, weil wir so beschissen dämlich waren, es von unserer Liste zu streichen und Mr. Schafer sein Spiel gern dennoch von jemandem veröffentlicht sehen wollte und damit zu EA gegangen ist, die sich alle zehn Finger danach geleckt haben."
Kotick sagt ziemlich deutlich, dass er sich selbst nicht in der Lage sieht, ein Spiel zu beurteilen. Sprich, er sagt ziemlich offen: "Ich habe keine Ahnung von Spielen und würde eine gute Spielidee selbst dann nicht erkennen, wenn Steve Balmer sie mir vortanzen würde."
Ich würde sogar so weit gehen und seine Aussage so verstehen: "Hätte mir jemand das Konzept gezeigt, ich hätte das Spiel sofort eingestampft und Geld gespart. Ausserdem hätte Schäfer EA dann auch nix anbieten können."
AC/B hat BL (ÄküFi *g*) ja abgestoßen, weil die Berater (Die ebenfalls eine gute Spielidee...) gesagt haben: "Bobby *Kritisches-Mittermayer-Gesicht-Mach* das Spiel wird wahrscheinlich den Break-Even erreichen, aber niemals die Fastantilliarden eines CoD."
Davon hat Bobby nur "Geld NICHT" verstanden, an seine Aktionäre gedacht und die Notbremse gezogen.
Diese Aktion verteidigt er jetzt, indem er sagt, dass das alles nach seinem besten Wissen und Gewissen gelaufen ist und die Verkaufszahlen ihm recht geben.
(Den Ausflug ins legal mumbo-jumbo und wie viele Rechte ein Designer an seinem Werk abgibt, lassen wir heute mal.)
Das hat nix mit Eiern zu tun, nur mit Kalkulation. Und da ist Bobby nicht alleine.
Im Gegenteil, ich würde behaupten, dass EA die Idee Schäfers auch nicht aufgenommen hätte. Deren mutige Projekte laufen ja 50/50... Sims - gnadenloser Erfolg. Spore - nunja. Dead Space - F*** Yeah!. Mirror's Edge - nunja.
Wenn Schäfer da nicht mit einem ziemlich weit entwickelten Spiel angekommen wäre und nicht seinen Namen noch in Waagschale geworfen hätte, EA hätte sich auch nicht die Finger verbrennen wollen.
Entwickler und Deadlines ist dann auch wieder eine Sache, über die man sich vortrefflich streiten kann. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
Eigentlich müsste Herr Kotick jeden Morgen mit Magenschmerzen aufwachen, wenn er an den Blizzard Teil von AC/B denkt.
Aber Blizzard ist bekannt dafür, dass ihre Spiele sich sicher verkaufen. Bei einem Tim Schäfer ist bekannt, dass seine Spiele inhaltlich sehr gut sind, aber nicht gerade die Verkaufsschlager.
Dementsprechend stehen den Entwicklern dann jeweils die Zeit/Geldeinheiten zur Verfügung.
Irgendeinen Kontrollmechanismus BRAUCHEN die Jungs aber, sonst werden die nie fertig. (Nichwar, 3DRealms?).
Ist ein schmaler Grat und aus der Sicht der Spieler fallen die meisten Spiele dann auf der Seite runter, auf der ein Publisher einen Release auf Gedeih und Verderb halten wollte.
Weshalb ich ja nicht Herrn Kotick angreifen will, sondern die gesamte Branche kritisch sehe. Immer schneller sollen immer teurere Spiele kommen. Kein Titel ist bei Release Vanilla auf Nachhaltigkeit getrimmt. (Will sagen, inzwischen soll ein Spiel "nur" gut genug sein, es für DLC interessant zu halten.)
Das kann eigentlich nur noch in den Crash führen, aber bis dato wirds noch einige Jahre dauern, fürchte ich.
Wenn sämtliche Unternehmen bzw. deren CEOs so gestrickt wären, könnten wir uns übrigens von sämtlichen Adventures verabschieden bzw. hätte es auch kein neues Monkey Island mehr gegeben, kein Book of Unwritten Tales etc... Außer Final Fantasy gäbe es auch keine Rollenspiele mehr. Dass es derartige Spiele trotzdem gibt, ist quasi der Beleg dafür, dass man ein Unternehmen nicht nach dem Vorbild Activision stricken muss, um im Markt zu existieren.
Der Rest ist Marketing.
- Kajetan
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Es SIND aber viele so gestrickt. Weil es denen auch nur ums Geld geht. Weil, genau deswegen tun sie den Job, den sie tun. Wegen des Geldes. Nur heissen sie nicht Bobby Kotick und deswegen interessiert es die Öffentlichkeit einen feuchten, was diese Leute sagen. Was gut ist, denn dort wird zT. noch mehr Scheisdreck gesagt, als dies Kotick je getan hat.nekojaghen hat geschrieben:Wenn sämtliche Unternehmen bzw. deren CEOs so gestrickt wären, ...
Du kannst Kotick nicht vorwerfen keine Adventures zu veröffentlichen, wenn Adventures gar nicht zu den Genres gehören, mit denen Activision Geld verdient. Activision bedient mit CoD usw. ganz andere Zielgruppen als ein kleiner Publisher wie zB. dtp. Eine Aussage über die Art und Weise, wie solche Unternehmen geführt werden, ob da Leute mit Verstand das Sagen oder nicht (in der Regel letzteres), lässt sich daraus nicht fabrizieren.Dass es derartige Spiele trotzdem gibt, ist quasi der Beleg dafür, dass man ein Unternehmen nicht nach dem Vorbild Activision gestrickt sein muss, um im Markt zu existieren.
- Primerp12
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@Sir Richfield
Erstmal ein Lob für den schönen Beitrag.
@Topic
Um mal auf ME2 zurückzukommen, mir scheint das es hier weniger um den Erfolg des Spieles geht als mehr um das Image von EA. Das ME kein kommerzieller Erfolg war, wurde von EA ja geäußert, aber trotzdem möchte man einen zweiten Teil anbieten....das hier wieder ein großes Risiko herrscht dürfte EA klar sein, aber das Spiel wurde von so ziemlich allen Seiten positiv aufgenommen.
Deswegen meine ich zu sagen das zumindest bei EA (neuerdings) durchaus auch "mutige" Projekte an den Start gehen die von vornherein nicht unbedingt für einen kommerziellen Erfolg stehen, aber im falle einer guten Produktion etwas fürs Image tun.
Bei Dead Space dürfte sich das allerdings etwas anders abspielen, hier versucht man wohl eher eine erfolgreiche Marke aufbauen zu wollen, da Gore (so blöd das jetzt klingt) sicher alles andere als schlecht ankommen wird und die unzähligen Berichterstattungen untermalen das wie ich finde.
Erstmal ein Lob für den schönen Beitrag.
@Topic
Um mal auf ME2 zurückzukommen, mir scheint das es hier weniger um den Erfolg des Spieles geht als mehr um das Image von EA. Das ME kein kommerzieller Erfolg war, wurde von EA ja geäußert, aber trotzdem möchte man einen zweiten Teil anbieten....das hier wieder ein großes Risiko herrscht dürfte EA klar sein, aber das Spiel wurde von so ziemlich allen Seiten positiv aufgenommen.
Deswegen meine ich zu sagen das zumindest bei EA (neuerdings) durchaus auch "mutige" Projekte an den Start gehen die von vornherein nicht unbedingt für einen kommerziellen Erfolg stehen, aber im falle einer guten Produktion etwas fürs Image tun.
Bei Dead Space dürfte sich das allerdings etwas anders abspielen, hier versucht man wohl eher eine erfolgreiche Marke aufbauen zu wollen, da Gore (so blöd das jetzt klingt) sicher alles andere als schlecht ankommen wird und die unzähligen Berichterstattungen untermalen das wie ich finde.
- crewmate
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Man kann ökonomisch erfolgreich sein, ohne jede kreative Freiheit und Progressivität per Gesetz zu verbieten. Ubisoft räumte die letzte Generation ab und servierte Spitzentitel, die sich heute in allen Lieblingsspiele-Vitrinen finden sollten.
Von Prince of Persia, Jade Cocoon über die Tom Clancy Serien bis hin zu Rayman.
Und den progressiven, aber kommerziell gescheiterten Spielen Beyond good&Evil und XIII.
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