4P|Zierfish hat geschrieben:aber Kajetan ... was ich nicht zusammenbring ...
wo soll denn das Kaufkraftproblem sein, wenn Gebrauchtspiele verboten werden? Nehmen wir einfach an, dass das Budget welches für Computerspiele ausgegeben wird stagniert und ein gewisser Prozentsatz davon nicht an Händler wie Gamestop als Provision abfällt, dann hätte dies doch nur zur Folge, dass sich Spieler plötzlich mehr Spiele leisten können. Insofern könnte das Killen des Gebrauchtmarkts den Spielern sogar dienlich sein?!
Nein
Ich habe eine Kaufkraft in Höhe 100 € pro Monat für neue Spiele. Der Einfachheit halber sagen wir, dass neue Spiele 50 € kosten. Ich kann mir als pro Monat nur zwei neue Spiele kaufen. Kann ich diese Spiele aber weiter verkaufen und pro Spiel dafür 25 € bekommen, kann ich mir im Monat nicht nur zwei, sondern DREI neue (!) Spiele kaufen. Kann ich keine Spiele weiterverkaufen, bleibt es bei den zwei neuen Spielen pro Monat. Die Verhinderung des Weiterverkaufs ist also schädlich für die Publisher, die darauf angewiesen sind möglichst viele NEUE Spiele zum maximalen Retailpreis von 50 € zu verkaufen.
Derjenige, der mir die Spiele für 25 € abkauft, der ist übrigens gar kein Kunde der Publisher. Die Publisher erleiden durch ihn keinen Verlust, weil er nicht bereit ist neue Spiele für 50 € zu kaufen. Die Publisher verdienen an ihm eh nichts.
Also, wir haben ohne Verkaufsmöglichkeit 2 neue Spiele im Monat und mit Verkaufsmöglichkeit 3 neue Spiele im Monat.
Was doch auch interessant ist: Gamestop verdient den Großteil seines Umsatzes und v.a. Gewinns mit Gebrauchtspielen. D.h. das meiste von dem was Gamestop gewinnt könnten sich die Major Labels unter den Nagel reißen, wenn sie den Gebrauchtmarkt ausrotten. Eigentlich ist der Kunde gar nicht Teil oder Ziel der Aktion. Es ist tatsächlich nur Majors vs. Gamestop.
Das geht nur, wenn die Majors selber in den Gebrauchthandel einsteigen würden. Wenn sie ihn verhindern, erwirtschaften sie nicht mehr Geld, sondern WENIGER
Aber wie gesagt, es geht hier nur um das Beeindrucken der Investoren, die durch solche Aktionen davon überzeugt werden sollen, dass die Publisher weiterhin ein lohnendes Anlageobjekt sind. Und immerhin ist der Kurs von Gamestop nach dieser Meldung prompt gesunken. Davon haben die Majors zwar nichts, aber es zeigt schön, um was es hier letztendlich geht. Um den Finanzmarkt und nur um ihn. Um uns kleine dumme Spieler, um uns geht es hier schon lange nicht mehr.