Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist ein gesellschaftliches Problem

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ZackeZells
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von ZackeZells »

Warum sollte ich kostbare Lebenszeit darauf verschwenden? Die Kritiker, die nicht mit dem Zeug aufgewachsen sind, sterben aus. Kein Grund selber aktiv zu werden, wenn "die Natur" die Probleme selber löst.
+1


btw.: http://www.youtube.com/watch?v=M1CxKEiNXYU
johndoe981765
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von johndoe981765 »

mr archer hat geschrieben:
BattleIsle hat geschrieben:
Solche faschistoiden Züge sind oft zu beobachten.
Na, immerhin haben wir es diesmal bis auf Seite 14 geschafft. Glückwunsch in die Runde.
Danke! Ich nehm dann die Premium Edition von Bayonetta vs. Duke N. :D
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Fiddlejam hat geschrieben:Er sagt ja erstmal überhaupt nichts von Wertungen. Er sagt dass es zum Spielejournalismus nicht nur dazu gehören kann, eben diese Wertung zu machen, alles hübsch, Schluss.
Eben: Das Problem (oder, da das offensichtlich ein Wort ist, über das sich hier viele gern aufregen: "den Stein des Anstoßes") erkennen und irgendwas darüber sagen können. Niemand fordert, Bayonetta jetzt auf 0 runterzustufen. Es geht darum, überhaupt erstmal den Sinn dafür zu entwickeln, dass man Spiele eben auch mal jenseits von Spaß betrachten kann. Eben das was Gamergater dann kritisieren, obwohl es die totale Ironie ist, denn erst wenn ich mehr betrachte als nur wie ein Spiel mir gefällt, sondern Interaktion, Themen, usw., erst dann kann sich wirklich eine SpieleKULTUR entwickeln. Faktisch beklagen die ganzen GamerGater hier die Zerstörung einer Kultur, die so nie wirklich da war. Spielekultur gab es immer nur, wenn man ein Spiel eben als mehr als nur ein zu bewertendes und berichtenswertes Produkt betrachtet; und das wollen GamerGater ja eben nicht.

Und damit wird auch niemand in irgendeine Weltanschauung gezwungen, weil erneut, es geht ja erstmal nur ums Erkennen einer totalen Offensichtlichkeit. Und einem gebildeten Mensch, sprich, der Voraussetzung für journalistisch gute Arbeit, sollte es nun einmal möglich sein, zu erkennen, DASS da was ist, und sich zumindest so weit in das Argument hineinzubegeben, WARUM es schlecht ist, um sich dann seine eigene Meinung zu bilden OB es schlecht ist.
Ernsthaft Leute, das ist ist ein derart grundlegendes Element journalistischer Arbeit dass mir ernsthaft nicht klar ist, wie die ach so "seriöser Journalismus"-Schreier es vollkommen ignorieren können. (Warum wohl: Weil sie eben im Grunde doch eine Infantilisierung der Branche wollen; ein Spieler-un-kultur in der jedwede intellektuelle Auseinandersetzung oder Kritik des geliebten Mediums verpönt ist.)
Selbst ich kann ja nun beispielsweise ein typisches Argument der Männerrechtsbewegung nehmen, sezieren, nachvollziehen und trotzdem und am Ende trotzdem argumentieren, warum es Unsinn ist. Wenn ich hingegen die Augen zukneife und rufe "DA IST NIX", bin ich auch nur irgendein dahergelaufener Idiot.
Jein, es muss Platz für beides sein.
Dem Kulturwissenschaftlichen Aspekt im Feuilleton und
dem auf das wesentliche nämlich den Spielspaß reduzierte.

Ich halte nicht viel von Michael Bay Filmen, trotzdem spreche ich ihnen einen hohen PopkornUnterhaltungswert nicht ab.
Je nachdem mit welchem Maßstab ich an die Bewertung eines solchen Filmes gehe, werde ich unterschiedliche Fazits ziehen.

Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen zu MÜSSEN nicht sinnvoll.
Fiddlejam
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Fiddlejam »

sabienchen hat geschrieben:Jein, es muss Platz für beides sein.
Dem Kulturwissenschaftlichen Aspekt im Feuilleton und
dem auf das wesentliche nämlich den Spielspaß reduzierte.
Sag das den GamerGatern, nicht mir. Das ist genau mein Argument. Niemand fordert, dass die normale Spielekritik abgeschafft wird. Es geht darum, dass es eben mehr sein muss - was, wie gesagt, die GamerGater nicht wollen.
Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen MÜSSEN nicht sinnvoll.
Nochmal: Das Zitat bezieht sich gar nicht auf irgendwelche Tests und Wertungen, sondern auf das gesamte Angebot der jeweiligen Publikation. Mit anderen Worten, es kann immer trotzdem getrennt in Feuilleton und Testbericht erscheinen. Nur sollten halt beide da sein, oder man gibt offen zu dass man ein ziemlicher Amateurjournalist ist.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Fiddlejam hat geschrieben:
sabienchen hat geschrieben:Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen MÜSSEN nicht sinnvoll.
Nochmal: Das Zitat bezieht sich gar nicht auf irgendwelche Tests und Wertungen, sondern auf das gesamte Angebot der jeweiligen Publikation. Mit anderen Worten, es kann immer trotzdem getrennt in Feuilleton und Testbericht erscheinen. Nur sollten halt beide da sein, oder man gibt offen zu dass man ein ziemlicher Amateurjournalist ist.
das liest sich für mich etwas anders hier:
Bild

Er spricht von Reviews, und das sind nunmal Testberichte.
Zuletzt geändert von sabienchen.banned am 17.10.2014 00:16, insgesamt 1-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

sabienchen hat geschrieben:
Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen zu MÜSSEN nicht sinnvoll.
Nein, natürlich ist sie das nicht. Aber Tugendagenden werden für Kritiker aufgestellt, seit es Kritiker, Kunst und Tugendbolde gibt. Man lese sich mal die Empfehlungen an die Kritik seitens der von den christlichen Kirchen betriebenen Filmdienste der letzten Jahrzehnte durch. Wenn die einen ähnlichen Einfluss auf den Film gehabt hätten, wie ihn einige hier ein paar wildgewordenen Zeigefingerschwingern auf die Spielkritik zusprechen wollen, hätte es wie bereits angemerkt Torture Porn nie geben dürfen.

Ihr dürft Euch beruhigen. Es wird weiterhin eine kaum zu bewältigende Menge von pubertären Trash auf dem Videospielmarkt geben. Auch richtig wertig produzierten. Denn der verkauft sich nun mal wie nix gutes. Sexismus natürlich auch, volle Kanne. Und es wird daneben eine florierende Nische für Geschmäcker geben, die sich davon im Laufe ihrer Spielsozialisation entfernt haben. Der einzige Unterschied wird sein, dass es zunehmend Journalisten und Kritiker geben wird, die das Kind beim Namen nennen. Wie das im Filmbereich schon lange absolut üblich ist. What´s all, Folks.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

mr archer hat geschrieben:
sabienchen hat geschrieben:
Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen zu MÜSSEN nicht sinnvoll.
Ihr dürft Euch beruhigen. Es wird weiterhin eine kaum zu bewältigende Menge von pubertären Trash auf dem Videospielmarkt geben. Auch richtig wertig produzierten. Denn der verkauft sich nun mal wie nix gutes. Sexismus natürlich auch, volle Kanne. Und es wird daneben eine florierende Nische für Geschmäcker geben, die sich davon im Laufe ihrer Spielsozialisation entfernt haben. Der einzige Unterschied wird sein, dass es zunehmend Journalisten und Kritiker geben wird, die das Kind beim Namen nennen. Wie das im Filmbereich schon lange absolut üblich ist. What´s all, Folks.
Du siehst das optimistisch und damit könnte ich auch sehr gut leben, ich habe da leider pessimistischere Zukunftsvorstellungen..^^
Umso mehr Perlen es gibt umso besser, bin ja nicht ausschließlich Freund von Stereotypen..^^

Edith schreibt:
Andererseits ist dies genau das was ich vorher meinte.

Es wird dann von einigen nicht mehr der Spielspaß bewertet, er ist nur Teil der Gesamtnote.
Wie eben auch beim Film, wo manche Publikationen den Unterhaltungswert angeben,
andere eben nicht ausschließlich darauf abzielen.
Zuletzt geändert von sabienchen.banned am 17.10.2014 00:37, insgesamt 1-mal geändert.
Gast
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Gast »

Fiddlejam hat geschrieben:
LePie hat geschrieben:Was offensichtlich ist, liegt oftmals im Auge des Betrachters. :wink:
Naja, ganz ehrlich, wenn wir jetzt ernsthaft diskutieren wollen, dass es mir nicht reichen würde, mich im nächstbesten MMO einzuloggen, um dort einfach nur so schon zu sehen wie sich Leute im Chat grundlos gegenseitig anbrüllen; wenn wir jetzt ernsthaft diskutieren müssen, dass schon dieser Thread wieder voll mit diversen grenzwertigen Hassposts ist; wenn wir jetzt ernsthaft diskutieren müssen, dass diverse Online-Boards NICHT voll von Sexismus sind, allen voran Reddit; dann müssen wir ehrlich nicht weiter diskutieren, weil wir leben offensichtlich in zwei Welten.
Und genau das ist es, was mich an dieser Diskussion so ankotzt. Hier wird getan als würden die bösen bösen Feministinnen wieder Vergewaltigungssymbole in jedem schief stehenden Besen sehen, wenn wir direkt vor unserer Nase eindeutige Drohungen sehen.
Ganz ehrlich, wer das heute nicht sieht, der guckt mit Absicht weg; oder hat eine falsche Definition davon was "normal" ist. Denn "häufig" bedeutet nicht automatisch normal.
Meine Aussage war auf die Unterhaltungsmedien beschränkt.
Dass der Umgangston in anonymen Onlineportalen hingegen mehr als grenzwertig ist, steht außer Frage - bspw. ich selber habe in einem anderen Thread deutlich genug erklärt, warum Anita die Youtube-Kommentarfunktion (berechtigterweise) deaktiviert hat.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

sabienchen hat geschrieben:
Es wird dann von einigen nicht mehr der Spielspaß bewertet, er ist nur Teil der Gesamtnote.
Wie eben auch beim Film, wo manche Publikationen den Unterhaltungswert angeben,
andere eben nicht ausschließlich darauf abzielen.
Und das ist auch gut so. Denn es zeigt doch, dass unsere geliebte Unterhaltungsform erwachsen geworden ist und die Tage des Welpenschutzes nun gezählt sind. Wer sie wirklich mag, der zetert nun nicht den verflossenen Zeiten hinterher. Sondern der freut sich für sie und auf die zukünftigen, interessanten Jahre und pickt sich aus dem immer breiter werdenden Strom der Möglichkeiten (vorausgesetzt, die Industrie würgt ihn nicht immer wieder ab) das heraus, was ihm persönlich behagt. Und dabei wird ihn künftig ein Journalismus begleiten, der diesen Namen auch verdient.
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

mr archer hat geschrieben:Und das ist auch gut so. Denn es zeigt doch, dass unsere geliebte Unterhaltungsform erwachsen geworden ist und die Tage des Welpenschutzes nun gezählt sind. Wer sie wirklich mag, der zetert nun nicht den verflossenen Zeiten hinterher. Sondern der freut sich für sie und auf die zukünftigen, interessanten Jahre und pickt sich aus dem immer breiter werdenden Strom der Möglichkeiten (vorausgesetzt, die Industrie würgt ihn nicht immer wieder ab) das heraus, was ihm persönlich behagt. Und dabei wird ihn künftig ein Journalismus begleiten, der diesen Namen auch verdient.
Nunja, ich sehe es etwas "dystopisch", nachdem der Begriff "Frauenfeindlich" inflationär und per definitionem meist falsch verwendet wird. Auch der Begriff Sexismus irritiert mich in vielen Fällen, ist dann allerdings aufgrund seiner breiten Definition nicht falsch. Es ist ein sehr wertendes Wort, und in meinen Augen in vielen Fällen unangebracht wenn ich nur die Verwendung von Klischees und Stereotypen beschreiben will.
Genau diese "Kampfsprache", die aktuell immer häufiger zu finden ist, lässt mich nicht so optimistisch wie Dich in die nahe Zukunft des Spielejournalismus und die Spieleentwicklung blicken.

Allerdings sehe ich dann eben folgendes:
Nicht jedes Spiel und Genre gibt es her dieses unter "künstlerischen" Aspekten zu untersuchen.
Dies zu versuchen wäre wie beim Film blanker Unsinn, und kann in Ausnahmefällen bei einer größeren gesellschaftlichen Relevanz gemacht werden.
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3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von 3nfant 7errible »

sabienchen hat geschrieben:
Fiddlejam hat geschrieben:
sabienchen hat geschrieben:Unter welcher Prämisse man seine Kritik gestaltet bleibt dem Tester überlassen, und damit ist eine allgemeine Forderung, dass Spieletests "politsoziologische" Gesichtspunkte berücksichtigen MÜSSEN nicht sinnvoll.
Nochmal: Das Zitat bezieht sich gar nicht auf irgendwelche Tests und Wertungen, sondern auf das gesamte Angebot der jeweiligen Publikation. Mit anderen Worten, es kann immer trotzdem getrennt in Feuilleton und Testbericht erscheinen. Nur sollten halt beide da sein, oder man gibt offen zu dass man ein ziemlicher Amateurjournalist ist.
das liest sich für mich etwas anders hier:
Bild

Er spricht von Reviews, und das sind nunmal Testberichte.
der Jonni ist sowieso ne ganz besondere Tröte...

Bild

no shit, in einem Spiel in dem es um Assassinen geht werden Leute gekillt. Na immerhin hat er gecheckt, dass dort zu 99% dudes gekillt werden ^^

Bild

:cheer:

ist natürlich auch ne Frage wie so ein Typ, der uns fast 2 Dekaden zurück in die Vergangenheit katapultiert, das Medium voranbringen kann :Blauesauge:
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sabienchen.banned
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

Scipione hat geschrieben:Bild
:Spuckrechts:
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mr archer
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von mr archer »

Scipione hat geschrieben:
ist natürlich auch ne Frage wie so ein Typ, der uns fast 2 Dekaden zurück in die Vergangenheit katapultiert, das Medium voranbringen kann :Blauesauge:

Na gar nicht, schrieb ich doch auf der letzten Seite bereits. Aber weil es auf der Welt den einen oder anderen Trottel gibt, soll ich mich jetzt generell vor einer breiteren Debatte zu Videospielen fürchten oder wie?

Pff.
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von sabienchen.banned »

mr archer hat geschrieben: Na gar nicht, schrieb ich doch auf der letzten Seite bereits. Aber weil es auf der Welt den einen oder anderen Trottel gibt, soll ich mich jetzt generell vor einer breiteren Debatte zu Videospielen fürchten oder wie?

Pff.
Nein natürlich nicht.
Es ist aber erschreckend zu sehen welches Geistes Kind der "Kopf" hinter Feminist Frequency u.a. ist.
Und das es viele "Anhänger" gibt die solche Aussagen kritiklos schlucken ist nur erschreckender.
Aber wie Du richtig sagtest gibt es nunmal den ein oder anderen Trottel auf der Welt.
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Brianna Wu nach Morddrohungen: Sexismus ist

Beitrag von Wulgaru »

sabienchen hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:Und das ist auch gut so. Denn es zeigt doch, dass unsere geliebte Unterhaltungsform erwachsen geworden ist und die Tage des Welpenschutzes nun gezählt sind. Wer sie wirklich mag, der zetert nun nicht den verflossenen Zeiten hinterher. Sondern der freut sich für sie und auf die zukünftigen, interessanten Jahre und pickt sich aus dem immer breiter werdenden Strom der Möglichkeiten (vorausgesetzt, die Industrie würgt ihn nicht immer wieder ab) das heraus, was ihm persönlich behagt. Und dabei wird ihn künftig ein Journalismus begleiten, der diesen Namen auch verdient.
Nunja, ich sehe es etwas "dystopisch", nachdem der Begriff "Frauenfeindlich" inflationär und per definitionem meist falsch verwendet wird. Auch der Begriff Sexismus irritiert mich in vielen Fällen, ist dann allerdings aufgrund seiner breiten Definition nicht falsch. Es ist ein sehr wertendes Wort, und in meinen Augen in vielen Fällen unangebracht wenn ich nur die Verwendung von Klischees und Stereotypen beschreiben will.
Genau diese "Kampfsprache", die aktuell immer häufiger zu finden ist, lässt mich nicht so optimistisch wie Dich in die nahe Zukunft des Spielejournalismus und die Spieleentwicklung blicken.

Allerdings sehe ich dann eben folgendes:
Nicht jedes Spiel und Genre gibt es her dieses unter "künstlerischen" Aspekten zu untersuchen.
Dies zu versuchen wäre wie beim Film blanker Unsinn, und kann in Ausnahmefällen bei einer größeren gesellschaftlichen Relevanz gemacht werden.
Also ich denke langfristig geht es aber genau darum. Das du eben dein Trashgenre hast, dein Qualitätsgenre, dein irgendwasGenre. Das es Spiele mit Anspruch und leichter Unterhaltung gibt. Die Entwicklung läuft ja bereits seit längerem und wird durch die Feminismus-Debatte die wir jetzt seit bald einem Jahr haben nur beschleunigt. Der Prozess ist für mich eher natürlich.

Natürlich werden jetzt die radikalen Stimmen eher gehört, sowohl bei den Kritikern als auch den Verteidigern. Aber letztendlich sind diese Standpunkte viel zu extrem. Feministinnen wie Anita sind weniger mächtig als sie gemacht werden. Sie haben keine politische Struktur oder Unternehmen hinter sich. Anhänger im Internet und Vorträge auf Spielekonferenzen sind keine tatsächliche Macht, es sind Möglichkeiten gehört zu werden und Debattenbeiträge zu leisten. Die Albtraumvisionen von politischen korrekten Spielen als Zukunft ist Unfug, Unternehmen denken nicht in solchen Kategorien.

Umgekehrt ist es auch Unfug zu glauben man müsse Anita und co quasi verbal besiegen und dann geht alles so weiter wie bisher. Das wird es nicht. Bei Filmen hatten wir doch die gleichen Diskussionen. Weibliche Heldinnen, weibliche Actionheldinnen, Frauen mehr als nur Staffage, Frauen als Sexobjekt. Diese Entwicklung ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen, aber doch sehr sehr viel weiter und was man bei Filmen sieht: Es kann beides parallel existieren. Es hat niemandem geschadet.